DFB Pokal

Neuzugänge erlösen Dortmund

Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund hat das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Gegen Zweitligist 1860 München gewann der BVB nach Verlängerung mit 2:0. SID-IMAGES/Firo/

München - Borussia Dortmund hat dank seiner nervenstarken Neuzugänge mit Ach und Krach das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Tabellenführer der Bundesliga war beim Zweitligisten 1860 München die haushoch überlegene Mannschaft, berannte das Tor der Löwen pausenlos, entschied das Spiel aber erst in der Verlängerung durch einen Foulelfmeter von Pierre-Emerick Aubameyang (105.) und Henrich Mchitarjan (108.) mit 2:0 (0:0) für sich.

Schon vor den späten Treffern glich das Spiel einer Belagerung. Dortmund schnürte die leidenschaftlich verteidigenden, ansonsten aber mutlosen Löwen in deren Hälfte ein. Gute Torchancen erspielte sich der BVB trotz seiner erdrückenden Überlegenheit aber erst spät. Zu oft ging es durch die Mitte, die Überraschungsmomente und meist das Tempo fehlten.

In der 49. Minute traf Jakub Blaszczykowski nur die Latte. Wenig später scheiterte Robert Lewandowski kläglich beim Versuch, aus nur fünf Metern "abzustauben" (57.), ehe der starke Marco Reus (87./93./97.) gleich dreimal am Aluminium scheiterte. In der Szene, die zum Foulelfmeter führte, brachte Dominik Stahl Reus zu Fall und sah wegen seiner Notbremse auch die Rote Karte. Mchitarjan ließ vor seinem 2:0 elegant zwei "Löwen" ins Leere laufen und schob unbehindert ein. Danach traf auch Aubameyang per Freistoß noch mal die Latte (116.).

Die Gastgeber sahen sich von Beginn an mit recht ungewohnten äußeren Umständen konfrontiert - die Arena, in der zuletzt nur 14.500 Zuschauer das Spiel gegen Erzgebirge Aue verfolgt hatten, war ausverkauft, unter anderem mit 10.000 Anhängern aus Dortmund. Trainer Friedhelm Funkel hatte auf eine beflügelnde Wirkung durch die Kulisse gehofft, doch da spielte die Borussia nicht mit. Dortmund schnürte die "Blauen" von Beginn an in deren Hälfte ein.

"Wir müssen laufen, laufen, laufen", hatte Funkel als Devise ausgegeben. Und seine Spieler liefen auch - aber in erster Linie dem Ball hinterher. Dortmund nahm die Sache sehr ernst, das zeigte schon die Aufstellung: Trainer Jürgen Klopp hatte nach dem 1:1 am Samstag beim 1. FC Nürnberg wieder den genesenen Mats Hummels sowie Mchitarjan, Nuri Sahin und Lewandowski aufgeboten - Marcel Schmelzer (Oberschenkelverhärtung) fehlte allerdings noch.

Trotz seiner Überlegenheit konnte der BVB allerdings zunächst kaum gute Chancen herausspielen. Die Löwen standen unter Druck, sie verteidigten aber mit Leidenschaft. Die beste Möglichkeit blieb lange Zeit ein Schuss von Reus aus etwa 15 Metern knapp neben das Tor von Gabor Kiraly (17.).

Die Gastgeber konnten sich kaum befreien, sie hatten aber nach ihrem ersten Eckball in der 35. Minute durch Stahl sogar die große Chance zur Führung - der Kopfball des Mittelfeldspielers flog knapp am diesmal von Mitch Langerak gehüteten Tor des BVB vorbei. Den Löwen fehlte bei aller Leidenschaft in der Defensive ansonsten aber erkennbar der Mumm und das Durchsetzungsvermögen im Spiel nach vorne. Kein Spieler traute sich etwas zu.

Zum Pech wie beim Lattenschuss von Blaszczykowski kam dann auch noch Unvermögen hinzu. Nach dem bis dahin besten Spielzug des BVB, einer rasend schnellen Ballstaffette über fünf Stationen, brachte Lewandowski das Kunststück fertig, den von Kevin Großkreutz perfekt aufgelegten Ball aus fünf Metern nicht über die Linie zu schieben (57.). Und dann war da noch Torhüter Kiraly, der gegen Reus und Blaszczykowski parierte (65.). Danach tauchten tatsächlich auch die Löwen mal wieder in des Gegners Hälfte auf - Langerak rettete vor Benjamin Lauth (75.).

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