WM

Magath setzt Löw unter Druck

Berlin - Felix Magath hat nach der Auslosung der WM-Gruppen die Erwartungen der deutschen Fußball-Fans geschürt und Bundestrainer Joachim Löw zusätzlich unter Druck gesetzt. "Ich finde die deutsche Gruppe interessant, aber nicht übermäßig schwer.

SID-IMAGES/AFP/PATRIK STOLLARZ

Berlin - Felix Magath hat nach der Auslosung der WM-Gruppen die Erwartungen der deutschen Fußball-Fans geschürt und Bundestrainer Joachim Löw zusätzlich unter Druck gesetzt. "Ich finde die deutsche Gruppe interessant, aber nicht übermäßig schwer. Insgesamt gesehen sind die Gegner nicht auf dem Niveau, das wir in der Lage sind zu spielen. Ich finde es eine Selbstverständlichkeit, in dieser Gruppe weiterzukommen", sagte der 60-Jährige der Welt am Sonntag. Deutschland trifft in der Vorrunde der WM-Endrunde in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) auf Portugal, Ghana und die USA mit Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann auf der Bank.

Magath ist sich sicher, dass die DFB-Auswahl mindestens das Viertelfinale erreicht, da die möglichen Gegner im Achtelfinale dem dreimaligen Weltmeister ebenfalls nicht das Waser reichen könnten. Im Achtelfinale würde Deutschland auf einen Vertreter der Gruppe H (Belgien, Algerien, Südkorea, Russland) treffen. "Da dürfen wir keinen Zweifel daran lassen, dass das ein Glückslos ist. Eigentlich können wir schon eine Runde weiterschauen, wenn wir das Achtelfinale erreicht haben", sagte Magath.

Löw empfiehlt der frühere Bayern-Trainer zudem einen Strategiewechsel in der Kommunikation. Der Bundestrainer hatte am Rande der Auslosung in Brasilien zum wiederholten Male erklärt, Brasilien sei für ihn der Topfavorit auf den WM-Titel. "Ich hätte an seiner Stelle gesagt: Wir wollen Weltmeister werden", sagte Magath. Der Druck werde ohnehin riesig sein, "da kann Löw sagen, was er will. Die deutschen Fans erwarten einen Titel von der Mannschaft, und das zu Recht. Sie ist auf dem Zenit ihres Könnens."

Deshalb erwartet er von Löw auch einen Erfolg am Zuckerhut: "Nach drei Turnieren unter Löw ohne Titel wird jetzt ein Erfolg unseres Teams erwartet. Keiner bezweifelt, dass Jogi Löw gute Arbeit macht. Trotzdem muss sich die Mannschaft der Situation stellen. Die Strategie, Druck abzuwälzen, erhöht aus meiner Sicht nicht die Erfolgsaussichten, wenn wir nächstes Jahr im Finale gewinnen wollen."

Zudem kann der 43-malige Nationalspieler nicht nachvollziehen, warum nach der Auslosung so viel über die klimatischen Bedingungen in den Spielorten Salvador, Fortaleza und Recife geredet wird, wo Temperaturen von 30 Grad und mehr herrschen können. "Als Trainer würde ich sagen: Hört auf zu lamentieren! Ich habe 1986 bei der WM in Mexiko um zwölf Uhr mittags gespielt, und das auf 2000 Metern Höhe - und das ging auch irgendwie. Die deutschen Spielorte sind alle am Meer, da wird schon die eine oder andere frische Brise wehen. Im Landesinneren dürfte es deutlich unangenehmer werden. Ich würde das alles nicht dramatisieren", sagte Magath.

Mit Blick auf den Vorrundengegner Ghana und dessen Star Kevin-Prince Boateng konnte sich der ehemalige Schalke-Trainer einen Seitenhieb auf seinen Ex-Klub nicht verkneifen. Boatengs Knie gilt als anfällig. "Als Trainer hatte ich immer meine Schwierigkeiten mit Spielern, bei denen ich nie ganz weiß, ob sie nun voll einsatzfähig sind oder nicht. Aus meiner Sicht ist das eine ganz schwierige Situation. Darum hätte ich als Trainer einem solchen Transfer nicht zugestimmt", sagte Magath.

Zudem äußerte er sich zur Wahl des "Weltfußballers des Jahres". Er würde weder Ribéry noch Cristiano Ronaldo wählen, verriet Magath: "Ich finde schon, dass es ein Spieler von Bayern München sein muss. Aber mich wundert, dass nicht über Manuel Neuer oder Bastian Schweinsteiger diskutiert wird. Oder Thomas Müller, der in jungen Jahren schon in dieser herausragenden Mannschaft eine wichtige Rolle spielt. Die sehe ich noch vor Ribéry."

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