WM

Katar stellt Kafala-System auf den Prüfstand

Der künftige WM-Gastgeber Katar erwägt als Reaktion auf die Kritik an der teils miserablen Lage der vielen Gastarbeiter im Land Veränderungen am umstrittenen Kafala-System. SID-IMAGES/AFP/KARIM JAAFAR

Doha - Der künftige WM-Gastgeber Katar erwägt als Reaktion auf die Kritik an der teils miserablen Lage der vielen Gastarbeiter im Land Veränderungen am umstrittenen Kafala-System. "Derzeit wird das System auf den Prüfstand gestellt, es wird von den Ministerien überprüft, um zu schauen, wie man es der Entwicklung des Landes anpassen kann", sagte Hassan Al-Thawadi, der Generalsekretär des Organisationskomitees für die Fußball-WM 2022, im SID-Interview.

Das WM-OK blicke genau auf das System, "Entscheidungen aber obliegen dem Gesetzgeber", sagte der 35-Jährige: "Wir machen hier Fortschritte, und wir müssen sicherstellen, dass jede Veränderung nachhaltig ist und das System verbessert. Zudem muss alles Hand in Hand mit unserem Streben nach wirtschaftlicher Entwicklung gehen."

Mit dem Kafala-System legt der Staat die Verantwortung für ausländische Arbeitnehmer in die Hand von Bürgen. Diese bestimmen über Ein- und Ausreise eines Arbeitnehmers, was viele Menschen in eine vollständige Abhängigkeit treibt. Bei der Ankunft müssen die Arbeiter ihre Pässe abgeben, ohne Einwilligung ihres Arbeitgebers dürfen sie das Land nicht mehr verlassen.

Laut einer Recherche der englischen Tageszeitung The Guardian sind von Juni bis August 2013 44 nepalesische Arbeiter auf WM-relevanten Baustellen an Unfällen oder Herzanfällen aufgrund von unmenschlichen Arbeitsbedingungen gestorben. Der Internationale Gewerkschaftsbund IGB befürchtet insgesamt 4000 tote Gastarbeiter in den neun Jahren bis zur WM.

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