Bundesliga

Historische Pleite: Guardiola rotiert die Bayern zur Pleite

Bayern München hat das schwäbisch-bayerische Derby beim FC Augsburg nach einer weitgehend armseligen Darbietung sensationell mit 0:1 (0:1) verloren. SID-IMAGES/SID-IMAGES/AFP/CHRISTOF STACHE

Augsburg - Historische Niederlage für Bayern München: Der deutsche Fußball-Meister hat das schwäbisch-bayerische Derby beim FC Augsburg nach einer weitgehend armseligen Darbietung sensationell mit 0:1 (0:1) verloren und damit die erste Pleite in der Bundesliga seit fast eineinhalb Jahren und 53 Spielen erlitten (28. Oktober 2012 gegen Bayer Leverkusen). Trainer Pep Guardiola, der mit Blick auf das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester United am Mittwoch zahlreiche Stars geschont hatte, wurde dabei für übereifrige Rotation bestraft. Auswärts hatten die gestürzten "Super-Bayern" zuletzt am 11. April 2012 bei Borussia Dortmund (0:1) verloren, dem nächsten Gegner in der Liga.

Augsburg blieb nach dem ersten Pflichtspielsieg gegen die Münchner seit fast 53 Jahren (3:1 am 6. August 1961 in der Oberliga als BC Augsburg) an den Europacup-Plätzen dran. Den Treffer zum geschichtsträchtigen ersten Bundesliga-Sieg gegen den übermächtigen Nachbarn nach fünf Niederlagen erzielte Sascha Mölders (31.). Die Bayern brachten nicht mehr als einen Pfostentreffer des eingewechselten David Alaba (68.) zustande.

"Manchester ist wichtiger", hatte Guardiola vor dem Spiel gesagt - und so veränderte er seine Mannschaft im Vergleich zum 1:1 auf der Insel am vergangenen Dienstag auf gleich sieben Positionen. Doch das war zu viel: Vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften SGL-Arena zeigten die behäbigen Bayern in den ersten 45 Minuten die mit Abstand schwächste Vorstellung in Guardiolas Amtszeit. Bundesliga-Debütant Ylli Sallahi und der erstmals für die Münchner in der Liga aktive Mitchell Weiser waren in der Abwehr auf den Außen überfordert, der junge Pierre-Emile Höjbjerg (18) fand im Mittelfeld nie ins Spiel. Aber auch Stars wie Bastian Schweinsteiger oder Toni Kroos enttäuschten, die Angreifer Claudio Pizarro und Mario Mandzukic hingen in der Luft. Höjbjergs Schuss in der 39. Minute war der erste, den FCA-Torwart Marwin Hitz abwehren musste.

Guardiola, der Kapitän Philipp Lahm, Franck Ribéry und Arjen Robben zu Hause gelassen hatte, musste sich bei Nationaltorwart Manuel Neuer bedanken, dass seine Elf zur Pause nicht höher zurück lag. Neuer rettete gegen Matthias Ostrzolek (2.), Mölders (11./38.) und vor allem Halil Altintop (26.) stark. Nach einem unnötigen Ballverlust von Weiser an Daniel Baier war Neuer jedoch machtlos, als Mölders den Ball von halblinks zum 1:0 in die rechte obere Torecke knallte.

Die deutlich heißeren Augsburger erzwangen die Führung mit giftigem Zweikampfverhalten und Mut zum Risiko. Und das, obwohl Trainer Markus Weinzierl gleich sechs Stammspieler fehlten, darunter André Hahn (gesperrt) und Tobias Werner (verletzt), die besten Torschützen.

Guardiola reagierte bald und brachte bis zur 61. Minute Mario Götze, Alaba sowie Thomas Müller - und jetzt endlich wollten die Bayern. Mandzukic und Javi Martínez vergaben früh in der zweiten Hälfte gute Kopfballchancen. Die zunächst größte Gelegenheit vereitelte jedoch erneut Neuer, als er gegen Alexander Esswein parierte (52.). In einer zunehmend hektischen und umkämpften Begegnung erarbeiteten sich die Münchner ein Übergewicht. Der aufopferungsvoll rackernde FCA hielt mit Nadelstichen dagegen.

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