Bundesliga | 12.03.2013

Fürth: Kramer fordert Abstieg mit Anstand

An seinem ersten Arbeitstag kam Frank Kramer gleich einmal zu spät. Am Dienstagmorgen hatte der neue Trainer der SpVgg Greuther Fürth in Hennef eine mündliche Prüfung absolviert.

Fürth - An seinem ersten Arbeitstag kam Frank Kramer gleich einmal zu spät. Am Dienstagmorgen hatte der neue Trainer der SpVgg Greuther Fürth in Hennef eine mündliche Prüfung absolviert - er will demnächst seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer abschließen. Anschließend fuhr Kramer umgehend zum designierten Absteiger aus der Fußball-Bundesliga nach Mittelfranken, seine für 13.30 Uhr geplante Vorstellung aber musste um eineinhalb Stunden verschoben werden: Am Autobahnkreuz Biebelried war Kramer in eine Vollsperrung geraten.

Als der neue Trainer endlich den Ronhof erreicht hatte, mühte sich Kramer, ein wenig Aufbruchstimmung zu verbreiten. Sein Credo: Wenn die SpVgg nur ein Jahr nach dem Aufstieg schon wieder absteigen muss, dann wenigstens mit dem dafür gebotenem Anstand. "Wir haben noch neun Spiele und die sollten wir ein bisschen genießen dürfen", sagte der 40-Jährige und betonte jedoch zugleich: "Wenn wir gegen die besten deutschen Mannschaften spielen, sollten wir auch ein entsprechendes Gesicht zeigen."

Kramer soll bei den Franken den Neuaufbau einleiten in der 2. Liga, einige aktuelle Spieler werden um einen neuen Vertrag kämpfen müssen. Doch so weit denkt der neue Trainer angeblich nicht. "Ich bin eher Pragmatiker und denke in Aufgaben. Die erste Aufgabe ist am Samstag in Bremen, und in der Siutuation, in der wir uns befinden, sind wir gut beraten, nicht an das große Ganze zu denken", sagte Kramer. Den Spielern machte er dennoch auch deutlich, dass sie "immer etwas zu verlieren" hätten.

Kramer wird künftig von Ludwig Preis unterstützt, der die SpVgg nach der Trennung von Mike Büskens drei Spiele lang interimsmäßig betreut hatte. Kramer und Preis kennen sich aus gemeinsamen Zeiten als Spieler der SpVgg Vestenbergsgreuth, einem der Vorgängervereine der SpVgg Greuther Fürth. Preis fehlt die Fußball-Lehrer-Lizenz, um eine Profi-Mannschaft trainieren zu können - Kramer allerdings hat das erforderliche Papier auch noch nicht. Seine letzte Prüfung zum Fußball-Lehrer absolviert er am kommenden Dienstag.

In Bremen muss er deshalb noch mit einer Sondergenehmigung der Liga arbeiten. Die Partie gegen Werder wird Kramers dritter Bundesliga-Einsatz sein. 1899 Hoffenheim hatte er nach der Entlassung von Markus Babbel schon zweimal betreuen dürfen.

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