Bundesliga | 24.11.2012

Fröhlich kritisiert Klopp: "Aggressives Potenzial"

Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim DFB, hat Jürgen Klopp von Meister Borussia Dortmund für sein emotionales Verhalten an der Seitenlinie kritisiert.
Text: SID Bild: SID-IMAGES/Pixathlon/

Köln - Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), hat Trainer Jürgen Klopp von Meister Borussia Dortmund für sein emotionales Verhalten an der Seitenlinie kritisiert. Der frühere FIFA-Unparteiische warf Klopp vor, ein schlechtes Vorbild abzugeben und Respektlosigkeiten gegen Schiedsrichter im Amateurbereich zu fördern.

"Auch wenn der Trainer Klopp sich hinterher immer hinstellt und sagt: 'es tut mir leid', am Ende ist es so: es bleibt immer irgendetwas hängen. Das Verhalten, was da zum Teil an den Tag gelegt wird, hat so ein aggressives Potenzial, dass daraus gewaltsame Exzesse entstehen können", sagte Fröhlich im Deutschlandradio.

Bundestrainer Jogi Löw sagte Liga total!: "Die Trainer leben am Spielfeld ihre Emotionen aus, sind mitten im Geschehen drin und müssen unheimlich konzentriert sein. Natürlich müssen sie auch mal ihre Gefühle loswerden!"

Klopp war in der Vergangenheit mehrfach mit vierten Offiziellen verbal aneinandergeraten. 2010 legte sich der Coach im Spiel gegen den Hamburger SV mit Stefan Trautmann an, Ende September war Klopp beim Gastspiel bei Eintracht Frankfurt (3:3) in der Nachspielzeit zu Guido Kleve gelaufen und hatte diesen angeschrien. In beiden Fällen war Klopp zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

"Es ist sehr unangenehm, wenn der eigene Name mit sowas in Verbindung gebracht wird. Ich war einigermaßen geschockt darüber. Herr Fröhlich müsste mir das vielleicht etwas genauer erklären. Ich weiß, wie ich bin. Damit bin ich bisher relativ gut klar gekommen. So ein großes Ding daraus zu machen, finde ich unangenehm. Es gibt viele Probleme im Amateurfußball - ich kann ganz bestimmt nicht das größte sein", sagte Klopp bei Liga total!.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wies die Vorwürfe entschieden zurück. "Starker Tobak und in meinen Augen völlig daneben, weil hier Äpfel mit Birnen verglichen werden", sagte Watzke der Bild-Zeitung. Dortmund führe seit Jahren in der Fairness-Tabelle, "dafür ist in erster Linie unser Trainer verantwortlich." Klopp sei engagiert und impulsiv, aber "nicht aggressiv".

BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagte WDR2: "Ich finde zum einen den Zeitpunkt komplett daneben, in der Sache ist es fast ungeheuerlich, dass da Birnen mit Äpfeln verglichen werden." Er habe auch noch ein angebliches Zitat von Schiedsrichter Felix Zwayer gelesen, "wenn er das so gesagt haben sollte, wäre das ungeheuerlich. Da muss man sich überlegen, ob der Mann uns überhaupt noch pfeifen kann, ob der überhaupt noch unvoreingenommen in so ein Spiel gehen kann".

Natürlich wisse man, "dass Jürgen sehr emotional ist und sicher auch das ein oder andere mal übers Ziel hinausschießt", aber das mit Gewaltorgien zu vergleichen, "das ist unterste aller Schubladen, das ist Polemik, und das können wir nur aufs Schärfste zurückweisen".

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