Bundesliga | 03.07.2013

Finanzkrise beim HSV: Transfer-Stopp für Kreuzer

Den Hamburger SV plagen immer größere finanzielle Sorgen. Nach der Absage von Roque Santa Cruz muss HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer den nächsten Rückschlag verkraften.
Text: SID Bild: SID-IMAGES/Firo/

Hamburg - Den Hamburger SV plagen immer größere finanzielle Sorgen. Nachdem der erklärte Wunsch-Stürmer Roque Santa Cruz (31) dem Fußball-Bundesligisten aus persönlichen Gründen abgesagt hat, muss der neue HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer (47) den nächsten Rückschlag verkraften. Wegen eines drohenden Millionen-Minus hat Vorstands-Chef Carl-Edgar Jarchow (58) offenbar einen Transfer-Stopp verhängt. Das berichtet die Bild-Zeitung. "Das Nächste müssen Verkäufe sein", sagte Jarchow.

Demnach will der HSV bis zum Ende der Wechselfrist (31. August) noch deutlich mehr als zehn Millionen Euro durch Transfers einnehmen. Bereits bei der Ausleihe des Innenverteidigers Johan Djourou (26) vom FC Arsenal aus London (800.000 Euro) soll es im Aufsichtsrat des Klubs finanzielle Bedenken gegeben haben. "Wir fahren voll gegen die Wand", zitiert die Bild-Zeitung eine Stimme aus dem Gremium. Die Krisensitzung soll bis 02.00 Uhr morgens gedauert haben.

Für das aktuelle Geschäftsjahr zeichnet sich bei den Hanseaten ein Minus in zweistelliger Millionenhöhe ab. Schon in den vergangenen beiden Jahren hatte der Klub jeweils einen kräftigen Verlust verzeichnet. In der Saison 2010/11 lag das Defizit bei 4,9 Millionen Euro, in der Spielzeit 2011/12 bei 6,6 Millionen Euro. Der Gehalts-Etat soll von 48 Millionen Euro auf unter 40 Millionen gesenkt werden.

Dafür muss Kreuzer aber endlich die HSV-Ladenhüter Marcus Berg, Gojko Kacar, Robert Tesche, Paul Scharner, Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic verkaufen. Allerdings gestaltet sich diese Aufgabe sehr schwierig, weil die Spieler teils hochdotierte Verträge haben und bei anderen Klubs deutlich weniger verdienen würden. Deshalb ist auch die geplante Verpflichtung von Abwehrspieler Lasse Sobiech (Borussia Dortmund) ins Stocken geraten.

Zudem soll der HSV von der Zehn-Millionen-Ablöse 10-Mio-Ablöse für Angreifer Heung-Min Son (wechselte zu Bayer Leverkusen) nur 7,5 Millionen einstreichen. Der Rest geht an den Sons Berater und den Südkoreaner. "Das war im Vertrag von 2010 so vereinbart", sagte Jarchow.

Der Ex-Münchner Santa Cruz hatte am Dienstag dem HSV einen Korb gegeben. "Sein Berater hat sich bei uns gemeldet und uns abgesagt", sagte HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer der Hamburger Morgenpost: "Roque wäre sehr gern gekommen, aber seine Frau wollte aus sehr speziellen privaten Gründen nicht nach Hamburg."

Der paraguayische Nationalspieler (155 Bundesliga-Spiele und 31 Tore für den Bayern), war zuletzt von Englands Vizemeister Manchester City an den spanischen Erstligisten FC Málaga ausgeliehen und wäre ablösefrei gewesen. "Das ist sehr schade, weil Roque sehr gut zu uns gepasst hätte, aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren", sagte Kreuzer.

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