Fußball-Bundesliga

Fanprojekte üben Kritik - "Können etwas gegen Gewalt tun"

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte hat weitere Unterstützung ihrer Arbeit gefordert. FIRO/FIRO/SID-IMAGES/

Berlin - Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) hat weitere Unterstützung ihrer Arbeit gefordert und kritisch auf Äußerungen des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius reagiert. Der SPD-Politiker und Vorsitzende der Innenministerkonferenz der Länder (IMK) hatte zuletzt in der Diskussion über die Gewalt im Fußball in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärt: "Wenn es um rohe Gewalt geht, helfen keine Fanprojekte." Den Kern der Straftäter erreiche man, so Pistorius, auf diese Weise nicht.

"Fanprojekte können [...] durchaus etwas gegen 'rohe Gewalt' tun, insbesondere durch das Aktivieren der schweigenden Masse im Sinne einer Selbstregulierung", hieß es in einer Pressemitteilung der BAG: "Man sollte sich gelegentlich vor Augen führen, wie sich die Situation in den Stadien vor der Einrichtung der ersten Fanprojekte darstellte, nämlich deutlich problematischer."

Zudem betonte die BAG, dass "auch die Aussage von DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, 'diese Vögel werden wir nicht erreichen. Da sind wir überfordert und bleiben auf Hilfe Dritter angewiesen'", wenig hilfreich gewesen sei.

Darüber hinaus wies die BAG auf weitere Probleme hin: "Fanprojekte sind bis heute trotz des seit Juli 2013 vorbildlich verbesserten Engagements von DFB und DFL oft nicht ausreichend ausgestattet. So können diese ihrem Auftrag im Grunde nie 100-prozentig nachkommen, noch dazu vor dem Hintergrund ständig steigender Anforderungen." 

Die bereits 1993 geforderte Personalstärke sei von den wenigsten Fanprojekten je erreicht worden. Die Zuschauerzahlen hätten sich seit dieser Zeit hingegen verdoppelt.

 

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