2. Bundesliga | 08.12.2013

Dynamo irritiert über Debatte um Ligaauschluss

Erneute Ausschreitungen gewaltbereiter Fans von Dynamo Dresden vor dem Spiel in Bielefeld haben eine Debatte über die Verbannung der Sachsen aus der 2. Bundesliga ausgelöst.
Text: SID Bild: SID-IMAGES/Pixathlon/

Dresden - Erneute schwere Ausschreitungen gewaltbereiter Fans von Dynamo Dresden vor dem Auswärtsspiel am Freitag bei Arminia Bielefeld (1:1) haben eine Debatte über die Verbannung der Sachsen aus der 2. Fußball-Bundesliga ausgelöst. "Diese Fans sind eine Schande für den deutschen Fußball", sagte Arminia-Geschäftsführer Marcus Uhlig der Neuen Westfälischen. Es müssten Überlegungen stattfinden, "ob Dresden nicht auch aus dem Ligabetrieb ausgeschlossen werden soll".

Die Dynamo-Verantwortlichen reagierten irritiert auf die Forderung. "Herr Uhlig, den ich sehr schätze, hat sich im Vorfeld des Spiel noch sehr lobend über die Zusammenarbeit mit uns wegen der Fanproblematik geäußert. Ich kann mir vorstellen, dass er diese Aussage aus einem Schockzustand getätigt hat und sie heute bereut", sagte Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller dem SID am Sonntag: "Es würde die falschen Leute treffen und an der Problematik rein gar nichts ändern."

Dresdner Hooligans hatten nach Angaben der Polizei in Bielefeld "eine Spur der Gewalt vom Bahnhof bis zum Stadion" hinterlassen. 17 Polizisten wurden verletzt, zwei davon schwer, drei Chaoten kamen vorübergehend in Gewahrsam. Mehrere Autos und Einsatzwagen wurden demoliert, ein Kino und ein Supermarkt überfallen. Zudem erlitt ein Polizeipferd eine Schnittwunde. Während des Spiels war es im Gästefanblock zu einem Pyrotechnik-Vorfall gekommen.

Die Dynamo-Verantwortlichen zeigten sich in einer offiziellen Stellungnahme schockiert über die Randale und entschuldigten sich bei den Verletzten. Das Ausmaß der Ausschreitungen machte Uhlig fassungslos: "Bielefeld erlebte am Nikolaustag eine noch nie gekannte Gewaltdimension. Da war die absolute Geilheit auf Gewalt, die kannten überhaupt keine Hemmschwelle."

Die neuerlichen Krawalle könnten Dynamo teuer zu stehen kommen, denn der mühsam auf den Weg gebrachte Kompromiss mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) steht plötzlich auf dem Prüfstand. Nach zähem Ringen mit den eigenen Fans hatte der Klub entschieden, auf das Angebot des Verbandes einzugehen und auf eine Zivilklage wegen des Ausschlusses aus dem diesjährigen DFB-Pokal zu verzichten. Im Gegenzug sollen alle Vorstrafen des Vereins auf Null gesetzt werden, noch offene Verfahren wegen Ausschreitungen könnten so kostengünstig beendet werden.

"Wir waren mit dem DFB eigentlich auf einem guten Weg und fühlen uns nun im Stich gelassen", sagte Müller und kündigte Konsequenzen an: "Wie der DFB jetzt reagiert, hängt davon ab, wie wir mit der Sache umgehen. Wir erwarten von der aktiven Fanszene Antworten auf ein paar Fragen, dann werden wir Konsequenzen ziehen."

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