Champions League

BVB startet mit bitterer Pleite in Neapel

An einem rabenschwarzen Abend hat Borussia Dortmund im Hexenkessel "San Paolo" die Nerven verloren. Der BVB kassierte ein 1:2 (0:1) beim italienischen Vize-Meister SSC Neapel. SID-IMAGES/AFP/CARLO HERMANN

Neapel - An einem rabenschwarzen Abend hat Borussia Dortmund im Hexenkessel "San Paolo" die Nerven verloren. Der BVB kassierte mit einem 1:2 (0:1) beim italienischen Vize-Meister SSC Neapel nicht nur seine erste Niederlage seit dem Champions-League-Finale gegen Bayern München (1:2) 116 Tage zuvor, sondern verlor auch Torwart Roman Weidenfeller nach einer Roten Karte, Nationalspieler Mats Hummels mit einer Verletzung und "Vulkan" Jürgen Klopp, der schon nach 30 Minuten auf die Tribüne geschickt wurde.

Insgesamt war es ein gründlich missratener Start in die neue Saison der Königsklasse. Der Dortmunder Treffer vor 55.766 Zuschauern fiel durch ein Eigentor von Juan Zuniga (87.). Danach hätte der BVB allerdings sogar fast noch den Ausgleich erzielt.

Gonzalo Higuain per Kopf (29.) und Lorenzo Insigne mit einem Freistoß (67.) besiegelten so aber die Niederlage der Westfalen, die spätestens ab der 45. Minute auf verlorenem Posten standen: Schlussmann Weidenfeller sah wegen eines Handspiels außerhalb des Strafraums zurecht die Rote Karte. Klopp saß da schon längst zwischen den italienischen Fans. Der Coach hatte dem vierten Offiziellen aus nächster Nähe ins Gesicht geschrien, er wurde von Schiedsrichter Pedro Proenca (Portugal) auf die Tribüne geschickt.

Im brodelnden San Paolo, dessen Ränge schon 90 Minuten vor Anpfiff fast komplett gefüllt waren, begann Dortmund mit dem Selbstvertrauen aus fünf Siegen in fünf Bundesliga-Spielen kühl und abgeklärt, hatte zunächst sogar mehr vom Spiel. Das änderte sich aber ab der zehnten Minute, als der Druck des italienischen Tabellenführers immer stärker wurde. Erstmals gefährlich wurde es in der 13. Minute, als Insigne den Ball aus spitzem Winkel knapp am rechten Pfosten vorbeizog.

Für den 2013 zu Hause ungeschlagenen SSC war Insignes Schuss eine Art Weckruf. Während der BVB immer weiter in die eigene Hälfte gedrückt wurde und sich zudem mit unnötigen Ballverlusten in Gefahr brachte, zog Neapel mit blitzartigem Umschaltspiel den erwarteten Vollgas-Fußball auf. Nur einem gewagten Tackling von Innenverteidiger Neven Subotic gegen Higuain war es zu verdanken, dass der BVB nicht in Rückstand geriet (13.).

Dortmund löste sich in der Folge nur selten aus der Umklammerung, wäre aber beinahe in Führung gegangen: Ein Angriff über Hummels und Marco Reus landete bei Robert Lewandowski, der im Abschluss aus kurzer Distanz an Pepe Reina scheiterte (26.). Das Tor fiel wenig später auf der Gegenseite. Nach einer Flanke von Juan Zuniga setzte sich der von Real Madrid gekommene Higuain gegen Marcel Schmelzer durch und ließ Weidenfeller keine Chance.

Anschließend kam es knüppeldick: Erst schickte Schiedsrichter Proenca Klopp nach dessen Wutausbruch auf die Tribüne. Nach Ansicht des BVB-Trainers hatte der Unparteiische Subotic vor dem Gegentor nach einer Behandlung zu spät auf das Feld gelassen. Eine Minute vor der Pause musste Innenverteidiger Hummels verletzt den Platz verlassen, für ihn kam der offensive Pierre-Emerick Aubameyang, Sven Bender rückte in die Viererkette. Sekunden später flog Weidenfeller vom Platz, für ihn kam Mitch Langerak.

Nach der Pause kämpfte der BVB im strömenden Regen tapfer, aber vergeblich. Der mit neun Spielern aus der Wembley-Mannschaft angetretene Bundesligist überließ dem Ex-Klub von Diego Maradona fast zwangsläufig das Geschehen und hoffte auf einen "Lucky Punch". Chancen hatten aber zunächst nur die Italiener: Der Argentinier Higuain (59.), einer von drei Neuzugängen von Real, und der auffällige Insigne (62.) vergaben für die Mannschaft des ebenfalls neu verpflichteten Trainers Rafael Benitez.

Die letzten Hoffnungen zerstörte Insigne, der einen Freistoß aus über 25 Metern unter die Latte hämmerte und Langerak keine Chance ließ. Immerhin zeigte der BVB Moral und erarbeitete sich noch Chancen, in der 70. Minute traf der Gabuner Aubameyang die Latte.

Bei Dortmund erreichten einzig Kevin Großkreutz und Mchitarjan Normalform. Bei Neapel überragten Insigne und Higuain.

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