FIFA

Bild: Geheimpakt zwischen Blatter und Platini

Joseph S. Blatter (77) soll nach Informationen der Bild-Zeitung im Jahr 2015 auf eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaft im Fußball-Weltverband FIFA verzichten. SID-IMAGES/AFP/FABRICE COFFRINI

Köln/Zürich - Joseph S. Blatter (77) soll nach Informationen der Bild-Zeitung im Jahr 2015 auf eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaft im Fußball-Weltverband FIFA verzichten und dafür Platz für den derzeitigen UEFA-Chef Michel Platini (58) machen. Blatter, der seit 1998 amtiert, sagte dazu lapidar auf SID-Anfrage: "Gemäß den FIFA-Statuten wird der FIFA-Präsident vom FIFA-Kongress gewählt."

Fakt ist jedenfalls, dass sich der Franzose Platini laut offizieller Ankündigung nicht mehr vor der WM 2014 in Brasilien zu seinen Ambitionen auf den FIFA-Chefposten äußern wird. Der Schweizer Blatter hatte zuletzt offen gelassen, ob er auf dem FIFA-Kongress 2015 für eine fünfte Amtszeit als FIFA-Boss als dann 79-Jähriger zur Verfügung steht. Ein Verzicht Blatters würde es Platini leichter machen, den Thron im Weltfußball zu besteigen.

Zuletzt hatte es zwischen Blatter und seinem einstigen Ziehsohn Platini, der seit 2007 an der Spitze der Europäischen Fußball-Union (UEFA) steht, wiederholt Meinungsunterschiede gegeben. So hatte Blatter die paneuropäische EURO 2020 abgekanzelt.

Außerdem hatte er Platini vorgeworfen, dieser sei auf Druck des damaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy auf einen Pro-Katar-Kurs im Hinblick auf die WM 2022 umgeschwenkt. Der UEFA-Präsident hatte später bestätigt, dass er bei der WM-Vergabe am 2. Dezember 2010 für das Emirat am Persischen Golf gestimmt hatte.

Bei der Zusammenkunft der UEFA-Mitgliedsverbände vor rund zwei Wochen in Dubrovnik hatte Platini süffisant bemerkt: "Ich glaube, mit seiner sehr, sehr, sehr großen Erfahrung hat Herr Blatter es gemerkt, dass es politischen Einfluss gegeben hat. Schön, dass er es jetzt gemerkt hat."

Am Sonntag hatte wiederum die Zeitung The Independent über einen revolutionären Plan hinsichtlich der künftigen EM-Turniere berichtet. Unter Berufung auf Berater aus dem engsten Umfeld von Platini wurde gemeldet, dass der europäische Dachverband mittelfristig auch Länder außerhalb der Grenzen seines Kontinents zu EM-Turnieren einladen möchte.

Als Kandidaten für die Wildcards nach dem Vorbild der Südamerikameisterschaft Copa America nannte das Blatt Brasilien, Argentinien, Mexiko und Japan. Die Austragung einer EURO mit solch hochkarätigen Gastmannschaften würde WM-Endrunden des Weltverbandes FIFA starke Konkurrenz machen und sie zumindest teilweise entwerten.

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