Nationalmannschaft | 04.07.2013

Bierhoff: Quartier-Entscheidung erst im Dezember

Die Bedingungen in Brasilien führen bei Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff in der Quartier-Frage vor der WM im kommenden Jahr zu einem Umdenken.

München - Die schwierigen Bedingungen in Brasilien führen bei Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff in der Quartier-Frage vor der WM-Endrunde im kommenden Jahr möglicherweise zu einem Umdenken. "Die Logistik und das Klima sind so bedeutend, dass wir keine Kompromisse eingehen sollten. Ein sicheres Gefühl habe ich zur Zeit noch nicht. Vielleicht führt das Erlebte auch zur Entscheidung, dass wir uns erst nach der Auslosung auf ein Quartier festlegen", sagte Bierhoff nach den Erfahrungen beim Confed-Cup im kicker-Interview und stellte damit erstmals den angedachten Fahrplan infrage.

Bisher wollten die Verantwortlichen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in den kommenden Wochen eine Entscheidung bezüglich der WM-Unterkunft treffen und nicht erst bis zur Auslosung der WM-Gruppen am 6. Dezember im Ferienort Costa do Sauipe warten. Löw hatte bisher immer gemutmaßt, dass es dann in Bezug auf geeignete Hotels "schon zu spät sein könnte".

Doch offenbar sehen sich Löw und Bierhoff durch die Probleme, gerade der europäischen Teams, beim Confed-Cup veranlasst, ihre Pläne zu überdenken. Das Turnier habe "Aspekte geliefert, die in dieser Hinsicht nachdenklich stimmen". Man habe gesehen, "dass es für Europäer so ziemlich die schwerste Aufgabe ist, in Südamerika eine WM zu gewinnen", betonte Bierhoff erneut. Dies habe "kein Geringerer als Spanien erleben müssen".

Bierhoff stimmte deshalb der These von Löw, der die WM als größte Herausforderung der letzten zehn Jahre bezeichnet hatte, voll zu. "Ja, die Distanzen und die klimatischen Unterschiede sind die ganz großen Knackpunkte. Die Anforderungen an die Spieler werden deshalb noch einmal extremer", sagte der 45-Jährige. Vor allem die Stimmen von Trainern und Spielern beim Confed-Cup "über die hohe Beanspruchung machen mich besorgt", führte Bierhoff weiter aus. Man müsse das ernst nehmen.

Inwieweit die DFB-Auswahl auf die Widrigkeiten schon in der Vorbereitung auf die WM reagieren wird, ist noch offen. Um sich besser zu akklimatisieren, wollte Bierhoff im Vorfeld des Turniers auch ein Trainingslager in Südamerika nicht ausschließen.

Der frühere Torjäger war bereits einige Male in Brasilien, um für die deutsche Mannschaft ein geeignetes Quartier zu suchen. Während des Confed-Cups hatte sich erstmals auch Löw ein Bild vor Ort gemacht. "Wir haben da einige Eindrücke gesammelt, werden die auswerten und uns dann in Ruhe Gedanken machen, wo wir hingehen. Salvador da Bahia ist dabei eine von mehreren Optionen, aber wir haben auch noch zwei, drei andere wie etwa São Paulo oder Recife. Wann wir die Entscheidung dann fällen, steht noch nicht fest", sagte Löw anschließend im SID-Gespräch.

Was die extremen Bedingungen betrifft, seien die "in der Tat ungewohnt, darauf muss man sich einstellen, auch taktisch", führte der Bundestrainer weiter aus: "Aber ich mache mir da keine großen Sorgen, wir haben vor dem Turnier ja auch ein bisschen Eingewöhnungszeit vor Ort."

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