Nationalmannschaft | 09.10.2012

BDFL-Präsident kritisiert Löw-Kritiker - und Löw

Der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) hat nach den Diskussionen um Joachim Löw sowohl die Kritiker als auch den Bundestrainer selbst kritisiert.
Text: SID Bild: SID-IMAGES/AFP/DIETER NAGL

Köln - Der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) hat nach den Diskussionen um Joachim Löw sowohl die Kritiker als auch den Bundestrainer selbst kritisiert. "Ich weiß nicht, ob es richtig war, sich erst wochenlang einzugraben und dann zu einem Rundumschlag gegen die Medien auszuholen", sagte Lutz Hangartner dem SID.

Der 69 Jahre alte Hangartner stammt wie Löw aus Baden und kennt den Bundestrainer daher persönlich gut. "Es ist eben die Art von Jogi", sagte er: "Aber ich denke, er hätte früher in die Offensive gehen können. Und er hätte auch sagen können, dass im Rückblick beim Halbfinale gegen Italien vielleicht eine andere Aufstellung besser gewesen wäre. Es bricht keinem Trainer einen Zacken aus der Krone, einen Fehler zuzugeben. Aber es muss jeder selbst entscheiden, vielleicht glaubt man ja auch, sich dadurch angreifbar zu machen. Und seiner Auffassung nach hat er eben alles richtig gemacht."

Ein Kardinalfehler war es in Augen Hangartners, den EM-Titel vor dem Turnier in Polen und der Ukraine als ultimatives Ziel auszugeben. So sei das Aus im Halbfinale als klares Scheitern aufgenommen worden. "Es war falsch, ein solches Ziel zu formulieren", meinte der BDFL-Präsident: "Für mich war das die Basis der Reaktionen, auch wenn die teilweise zu gravierend waren. Philipp Lahm hat ja jetzt schon wieder vom WM-Finale in Brasilien geredet. Da habe ich gedacht, ich lese nicht richtig. Ein kleines bisschen Demut und Bescheidenheit tut bei allem Selbstbewusstsein gut."

Dies alles ändert allerdings nichts daran, dass die Kritik an Löw in Augen Hangartners sachlich falsch und überzogen war. "Sie war meiner Meinung nach nicht berechtigt. Man darf nicht den Blick dafür verlieren, was vorher alles erreicht worden ist", sagte er: "Wenn man so eine Serie hinlegt und dann nach einem verlorenen Spiel in die Pfanne gehauen wird, ist das natürlich diskussionswürdig."

Hangartner und Löw haben sich vor rund 30 Jahren beim SC Freiburg übrigens knapp verpasst. Der heutige BDFL-Präsident trainierte den Klub in der Saison 1981/82 in der zweiten Liga, ausgerechnet in dieser Saison spielte der spätere Bundestrainer nicht für den SC. Er stand von 1978 bis 1980, von 1982 bis 1984 und noch einmal von 1985 bis 1989 bei den Breisgauern unter Vertrag.

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