Bundesliga | 18.09.2013

Auch Rummenigge rüffelt Sammer

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat die Unruhe in der Führungsetage von Bayern München mit einem öffentlichen Rüffel für Sportvorstand Matthias Sammer verstärkt.

München - Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat die Unruhe in der Führungsetage von Bayern München mit einem öffentlichen Rüffel für Sportvorstand Matthias Sammer verstärkt. Nach dem Präsidenten Uli Hoeneß ging auch Rummenigge hart mit Sammer ins Gericht, der die Mannschaft nach dem 2:0 gegen Hannover 96 mit scharfer Kritik hatte aufrütteln wollen.

"Ich bewerte die Kritik als Phantom-Diskussion. Das ist schön für die Medien, die holen sich da den Honig raus, aber der Mannschaft wird das nicht gefallen haben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das dem Trainer gefallen hat - und uns hat's auch nicht gefallen. Auf einmal heißt es: Was ist los bei den Bayern? Sie gewinnen alles, aber es wird öffentliche Kritik geäußert - warum?", sagte Rummenigge im Sky-Interview am Dienstagabend vor dem Champions-League-Auftakt gegen ZSKA Moskau.

Für ihn kommt die Diskussion zur Unzeit: "Wir waren noch nie so erfolgreich wie in diesem Jahr. Es gibt zwar den berühmten Satz 'Wehret den Anfängen', aber man kann auch mit solchen Äußerungen mediale Steilpässe abschießen, die dann am Ende des Tages kontraproduktiv sind." Rummenigge kündigte an: "Wir werden mit Matthias reden, Uli Hoeneß und ich."

Sammer hatte der Mannschaft am vergangenen Samstag in ruhigem Ton, aber sachlich hart mangelnde Einstellung und "Dienst nach Vorschrift" vorgeworfen. Die Spieler versteckten sich hinter Trainer Pep Guardiola und müssten endlich mal "raus aus der Komfortzone", hatte er gesagt. Hoeneß pfiff Sammer daraufhin zurück: "Man hat den Eindruck, als ob wir von fünf Spielen drei verloren und zwei unentschieden gespielt hätten. In Dortmund lachen sie sich doch tot. Ich verstehe, dass Matthias den Finger in die Wunde legen will, allerdings finde ich nicht, dass wir eine Wunde haben." Hoeneß empfahl Sammer, "die Kirche im Dorf zu lassen. Matthias muss aufpassen, dass er nicht über das Ziel hinausschießt."

Guardiola wollte der Diskussion keine allzu große Bedeutung beimessen. "Matthias ist immer zufrieden. Er ist jeden Tag bei uns, er hat mir sehr geholfen. Matthias weiß, dass es nach den Länderspielen immer schwierig ist, denn der Kopf ist dann noch nicht ganz da", sagte er nach dem Spiel. "Es war eigentlich gut zuletzt, ich war überrascht über das Niveau."

Auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sieht die Streitigkeiten gelassen. "Matthias Sammer ist am nächsten dran, er verfolgt das Training, er sieht, ob Schlendrian da ist. Aber Karl-Heinz Rummenigge hat genauso recht wie Uli Hoeneß", sagte der "Kaiser" bei Sky. Doch die Aussage, es sei den Bayern noch nie so gut gegangen, mahnte Beckenbauer, könne "auch der Anfang vom Ende sein".

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