WM

4500 Miteigentümer von Maracanã reichen Klage ein

Die Negativ-Schlagzeilen rund um das Maracanã-Stadion reißen ein Jahr vor dem Start der WM-Endrunde in Brasilien nicht ab. SID-IMAGES/AFP/VANDERLEI ALMEIDA

Rio de Janeiro - Die Negativ-Schlagzeilen rund um das Maracanã-Stadion reißen ein Jahr vor dem Start der WM-Endrunde in Brasilien nicht ab. 4500 Mitinhaber der Arena haben gegen den Staat von Rio de Janeiro sowie den Stadionbetreiber Klage eingereicht, da sie beim anstehenden Confed-Cup (15. bis 30. Juni) sowie der Fußball-WM 2014 nicht auf ihre eigenen Plätze in der Arena dürfen. Das berichtet die Website www.fussball-institut.de.

Während der Weltverband FIFA ihre Plätze für viel Geld veräußere, müssten sie entgegen bestehender Verträge auf ihr angestammtes Sitzplatzrecht verzichten, lautet der Vorwurf der Kläger, die sich in Maracana eingekauft haben. Zur Finanzierung des Stadions im Jahre 1950 wurden 4500 Sitzplätze zur uneingeschränkten Nutzung auf unbegrenzten Zeitraum angeboten und verkauft. Die Eigentümer dieser Plätze blieben aber in dem WM-Vertrag zwischen Brasilien und der FIFA unberücksichtigt. Die Betroffenen wehren sich nun juristisch gegen diese ihrer Meinung unrechtmäßige Vorgehensweise.

Das Ziel der Regierung ist angeblich, die Angelegenheit unter den Teppich zu kehren, um die Spiele des Confed Cups in Rios Vorzeigestadion nicht zu gefährden. Unter den Klägern befinden sich eine Reihe von bedeutenden Personen, die auch eine größere Auseinandersetzung nicht scheuen. Geklagt werden darf nur in kleinen Gruppen, die maximal fünf Sitzplatzeigentümer vertreten können.

Erste Gerichtsurteile gaben den Sitzplatzeigentümern recht, doch in von der Regierung eiligst durchgeführten Revisions-Verfahren wurden diese Entscheidungen wieder zurückgenommen. Man hätte einen in der Weltöffentlichkeit zu großen Imageschaden, so die Begründung, deshalb sollten die Sitzplatzinhaber auf ihr Recht verzichten.

Diese Plätze sind allerdings laut Vertrag für Dritte nicht verfügbar, sondern sowohl bei Sportveranstaltungen als auch bei Popkonzerten für die Eigentümer reserviert. Diese privilegierten Plätze werden aktuell nicht unter 35.000 Euro gehandelt. Jeder Verkauf wird notariell dokumentiert.

Zuletzt war WM-Gastgeber Brasilien wegen Maracanã einer Blamage nur haarscharf entgangen. Nachdem eine Richterin in Rio de Janeiro die Partie zwischen Brasilien und England am 1. Juni (2:2) zwischen dem Rekordweltmeister und England wegen "fehlender Sicherheit für das Publikum" im wiedereröffneten Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro zunächst untersagt hatte, nahm eine zweite gerichtliche Instanz die Entscheidung nur wenige Stunden später wieder zurück.

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