FIFA

Infantino verteidigt Pläne zur WM-Aufstockung

Fünf Tage vor der Wahl eines neuen Präsidenten der FIFA hat Gianni Infantino sein Versprechen für eine Vergrößerung des WM-Turniers gerechtfertigt. AFP/SID/

Zürich - Fünf Tage vor der Wahl eines neuen Präsidenten für den Fußball-Weltverband FIFA hat Mitfavorit Gianni Infantino (Schweiz) sein Lockvogel-Versprechen für eine Vergrößerung des WM-Turniers von 32 auf künftig 40 Mannschaft gerechtfertigt. In Interviews mit den Schweizer Blättern Blick und Basler Zeitung widersprach der 45 Jahre alte Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nachdrücklich der Kritik wegen einer drohenden Verwässerung des wichtigsten Sportereignisses der Welt.

"Mehrere Verbände wären fähig, mehr in ihre Vorbereitung und ihre Infrastruktur zu investieren. In der UEFA sind fast 50 Prozent nun bei der Europameisterschaft dabei, und die Qualität ist trotzdem da. Der Fußball wird immer besser auf der ganzen Welt, auf jedem Kontinent. Immer mehr Länder haben die Qualität, auf dem Level zu sein", sagte Infantino im Blick-Gespräch. 

Die EM-Vergrößerung, sagte der Jurist in der Basler Zeitung außerdem, habe sich "als sehr positiv erwiesen. Mehr Menschen erhalten die Chance teilzunehmen. Wir haben während der Qualifikation eine außergewöhnliche neue Dynamik beobachtet, weil mehr Länder träumen dürfen. Ganz abgesehen davon, dass mehr Teams auch mehr Einnahmen bedeuten, die dann wieder reinvestiert werden können".

Infantino war nach der Suspendierung des inzwischen gesperrten UEFA-Präsidenten und ursprünglichen Europa-Kandidaten Michel Platini (Frankreich) als Kandidat für die Nachfolge des ebenfalls gesperrten FIFA-Bosses Joseph S. Blatter (Schweiz) angetreten. Bei der Wahl auf dem FIFA-Kongress am Freitag in Zürich gilt der UEFA-Funktionär als einer der beiden aussichtsreichsten Bewerber. Sein mutmaßlich größter Konkurrent soll Asiens Verbandschef Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain) sein. Weitere Kandidaten sind der frühere FIFA-Vizepräsident Prinz Ali bin Al Hussein (Jordanien), der ehemalige FIFA-Funktionär Jerome Champagne (Frankreich) und der südafrikanische Ex-Minister Tokyo Sexwale. 

Ein zuletzt von Scheich Salman ins Gespräch gebrachte Einigung zwischen den beiden Topfavoriten auf einen Verzicht Infantinos zugunsten des umstrittenen Asiaten mit einer Garantie für den Schweizer auf eine Berufung zum neuen FIFA-Generalsekretär lehnte Infantino nochmals ab: "Es ist nicht die Zeit für Deals, die Frage stellt sich nicht. Ich bin der Ansicht, dass eine demokratische Wahl für die Glaubwürdigkeit der FIFA als Institution unerlässlich ist. Die FIFA braucht an ihrer Spitze einen Präsidenten, der durch eine Wahl legitimiert ist."

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