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FIFA: Prinz Ali und Champagne gehen in die Offensive

Die Underdogs der Präsidentschaftswahl beim Fußball-Weltverband FIFA gehen in die Offensive. AFP/SID-IMAGES/EMMANUEL DUNAND

Genf - Die Underdogs der Präsidentschaftswahl beim Fußball-Weltverband FIFA gehen in die Offensive: Knapp zwei Wochen vor der Kür des Nachfolgers von Joseph S. Blatter (79) haben Jérôme Champagne (57) und der jordanische Prinz Ali bin Al Hussein (40) unabhängig voneinander die Methoden der beiden Favoriten Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (50/Bahrain) und Gianni Infantino (45/Schweiz) angeprangert.

"Das ist das, was mich von den anderen Kandidaten unterscheidet", sagte Prinz Ali am Donnerstag in Genf: "Wenn andere Kandidaten versuchen, die Regionen abzuarbeiten und die Welt aufzuteilen - dann ja, dann finde ich, dass das falsch ist." Keinem Kandidaten sei es erlaubt, seine "Organisation" für den Wahlkampf zu benutzen.

UEFA-Generalsekretär Infantino hatte sich für die Wahl am 26. Februar unter anderem die Unterstützung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gesichert, das UEFA-Exekutivkomitee finanziert auch die Reisen des Schweizers. Scheich Salman kann auf großen Rückhalt seiner asiatischen Konföderation AFC bauen, laut "Hochrechnungen" werden beide die Wahl unter sich ausmachen. Der dritte Außenseiter ist Tokyo Sexwale (62/Südafrika). Beim FIFA-Kongress sind 209 Mitgliedsverbände stimmberechtigt.

"Ich lese die Medien und die Buchmacher, die prognostizieren, ich hätte keine Chance, und sage mir: 'Okay, wir werden sehen.'", sagte Champagne der Schweizer Neue Zürcher Zeitung: "Ich kann gewinnen, ich kann verlieren. Aber ich habe Chancen." Zur Wahl im vergangenen Jahr war der Franzose nicht zugelassen worden, weil ihm die nötigen fünf Unterstützer gefehlt hatten.

"Eine kleine Geschichte: Ich kenne den Verbandspräsidenten eines afrikanischen Landes, der mir nahestand", sagte Champagne: "Auf einmal sagte er mir, er würde jemand anderen unterstützen. Danach rief mich der Vizepräsident an und sagte: 'Weißt du, was passiert ist? Sie haben ihn nach Dubai eingeladen.' Solche politischen Druckmittel und finanziellen Möglichkeiten habe ich nicht."

Die zahlreichen Deklarationen aus den Konföderationen - vor allem für Scheich Salman und Infantino - seien "nichts wert", sagte der Franzose: "Ein Beispiel: Einer meiner Konkurrenten kam im Privatflugzeug nach Barbados. So reisen diese Leute. Der Verbandspräsident von Barbados hat höflich gesagt, Gianni Infantino sei eine gute Person. Am nächsten Tag stand in der Zeitung: Barbados unterstützt Infantino. Und der Präsident musste erklären, er habe dies nie gesagt."

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