FIFA

Medien: Blatter muss neues Ethik-Verfahren fürchten

Die Akte Joseph S. Blatter ist für die Ethik-Kommission der FIFA durch die achtjährige Sperre für den Verbandschef offenbar noch nicht geschlossen. AFP/SID-IMAGES/FABRICE COFFRINI

Berlin - Die Akte Joseph S. Blatter ist für die Ethik-Kommission des Fußball-Weltverbandes FIFA durch die achtjährige Sperre für den Verbandschef offenbar noch längst nicht geschlossen. Angaben der Zeitung Welt am Sonntag zufolge bereitet die Ermittlungskammer der Kommission neue Untersuchungen gegen den Schweizer im Zusammenhang mit dem Skandal um den schon suspendierten FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke (Frankreich) vor. "Es ist offensichtlich, dass auch Blatter bei dieser Sache mit im Boot ist", zitierte das Blatt einen FIFA-Mitarbeiter.

Angeblich wollen die FIFA-Ethiker Blatter wegen Verletzung seiner Kontrollpflicht gegenüber Valcke, für den die Ermittler der Kommission eine neunjährige Sperre beantragt haben, ein weiteres Mal belangen. Valcke, einst Blatters rechte Hand, soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler beim Ticketverkauf für WM-Endrunden persönlich bereichert haben. Zeugen zufolge hatte der 55-Jährige außerdem im Rahmen von Verhandlungen schon vor der offiziellen Vergabe der WM-Endrunde 2022 an Katar erklärt, dass der Zuschlag für den Wüstenstaat bereits feststehen würde. "Er hätte Valcke stoppen müssen", erläuterte der FIFA-Angestellte der WamS Blatters mutmaßliches Versäumnis.

Blatter war durch die Ethikkommission kurz vor Weihnachten ebenso wie sein Kollege Michel Platini (Frankreich) vom Europa-Verband UEFA für acht Jahre gesperrt worden. Grund für die Kaltstellung der beiden Topfunktionäre war eine Millionen-Zahlung der FIFA von 2011 an Platini angeblich für über zehn Jahre zurückliegende Berater-Tätigkeiten. Die Ethiker werteten die von Blatter veranlasste Überweisung allerdings als Schmiergeld, damit Platini die UEFA-Verbände für die kurz danach stattfindende Präsidenten-Wahl auf den FIFA-Boss einschwört.

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