Euro League

"Sehr abgeklärt, sehr souverän": Effektive Dortmunder auf Achtelfinal-Kurs,
Reus trifft nach bösem Foul

Nach einer effektiven Vorstellung hat der BVB mit dem 2:0-Erfolg gegen den FC Porto das Tor zum Achtelfinale in der Europa League weit aufgestoßen. FIRO/FIRO/SID-IMAGES/Jürgen FROMME

Dortmund - Marco Reus nahm einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche und humpelte leicht zur Party mit den Fans. Als es von den Rängen immer wieder "Europapokal, Europapokal" hallte, hüpfte und tanzte aber auch der Star von Borussia Dortmund mit Mats Hummels und Co. vor der Südtribüne und ließ sich feiern. Nach einer äußerst effektiven Vorstellung hat der BVB mit dem 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den FC Porto das Tor zum Achtelfinale in der Europa League weit aufgestoßen.

"Es ist erst Halbzeit. Wir benötigen in Porto noch einmal so eine Top-Leistung, um das Weiterkommen zu sichern", sagte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel: "Wir lassen derzeit nur wenige Chancen zu. Darüber bin ich sehr glücklich".

Lukasz Piszczek (6.) und Reus (71.), der 13 Minuten nach einem bösen Tritt gegen seinen Knöchel traf, sorgten mit ihren Toren im Duell der ehemaligen Champions-League-Sieger für eine glänzende Ausgangsposition für das Zwischenrunden-Rückspiel am kommenden Donnerstag beim 27-maligen portugiesischen Meister.

"Das war sehr abgeklärt, sehr souverän - wir hatten das Spiel zu jeder Zeit im Griff", sagte BVB-Sportchef Michael Zorc bei Sky, rügte aber auch die mangelnde Chancenverwertung: "Für meinen Geschmack haben wir ein oder zwei Tore zu wenig gemacht."

Durch den Sieg hielt auch eine Serie des BVB: Im vierten Europacup-Heimspiel gegen eine portugiesische Mannschaft war es der vierte Erfolg der Dortmunder. Die Fans träumen nun mehr denn je vom Titel. Schon vor der Partie hatten die Anhänger eine beeindruckende Choreographie gezeigt: "Das Album vollenden, ihr habt es in den Händen". Der Titel fehlt dem BVB ja noch in der Sammlung.

Tuchel überraschte mit seiner Startformation. Nach 355 Tagen Verletzungspause gab Nuri Sahin unter dem lautstarken Applaus der Fans sein Comeback. Dafür musste der BVB auf die erkrankten Ilkay Gündogan und Roman Weidenfeller verzichten. Gonzalo Castro wurde überhaupt nicht für den Kader berücksichtigt, der zuletzt leicht angeschlagene Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang kehrte hingegen zurück.

"Wir müssen diesen Wettbewerb zu unserem Wettbewerb machen", hatte Tuchel vor der Partie eindringlich gefordert und damit seine Spieler in die Pflicht genommen. Seine Mannschaft beherzigte vor 65.851 Zuschauern in der Anfangsphase diese Worte. Nach einer Hereingabe von Henrich Mchitarjan stand Piszczek vollkommen frei vor Iker Casillas. Den ersten Versuch des polnischen Nationalspielers parierte die spanische Torhüter-Ikone noch glänzend, den Abpraller verwertete Piszczek per Kopf zu seinem ersten Europacuptor für die Schwarz-Gelben.

Mit der frühen Führung im Rücken ließ der BVB Ball und Gegner laufen, gefährlich wurde es bis zur Halbzeit aber nur noch selten. Den Gastgebern gelang es kaum einmal, in den Rücken der tief stehenden portugiesischen Abwehr zu kommen. Es mangelte dem Dortmunder Spiel an Tempo, zu oft wurde der Ball im ersten Durchgang quer gespielt.

Von Porto ging in den ersten 45 Minuten aber auch keine Gefahr aus. Beim einzigen Torschuss der Gäste durch Sergio Oliveira hatte BVB-Schlussmann Roman Bürki keine Mühe (34.).

Auch nach dem Seitenwechsel tat sich der BVB trotz viel Ballbesitz weiterhin schwer, Lücken in der Defensive der Gäste zu finden. Da auch Porto weiterhin jedes Risiko scheute, blieb es eine zähe Angelegenheit ohne große Höhepunkte.

In der 57. Minute verließ Sahin unter großem Beifall für Moritz Leitner das Feld. Der Mittelfeldspieler war zuletzt am 28. Februar 2015 im Revierderby gegen Schalke 04 (3:0) zum Einsatz gekommen, ehe ihn eine Adduktorenverletzung zu einer langen Pause zwang - nach der Partie war der Türke der wohl glücklichste BVB-Akteur.

Nach einer Stunde wurde der BVB etwas zielstrebiger, Reus und Shinji Kagawa vergaben bei einer Doppelchance aber das 2:0 (64.). Sieben Minuten später machte es Reus besser. Nach Vorlage von Mchitarjan sorgte der Nationalspieler für den beruhigenden zweiten Treffer. Mchitarjan selbst traf mit einem Kopfball noch den Pfosten (85.).

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