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DFB-Urteil in der "Eierkopp-Affäre": FC-Sportchef Schmadtke muss 6000 Euro
zahlen

Das Sportgericht des DFB hat Sportchef Jörg Schmadtke vom Bundesligisten 1. FC Köln am Dienstag zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro verurteilt. firo Sportphoto/firo Sportphoto/SID-IMAGES/firo Sportphoto / Christopher Neundorf

Frankfurt/Main - Die jecke "Eierkopp-Affäre" ist rechtzeitig vor den tollen Tagen beendet: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Sportchef Jörg Schmadtke vom Bundesligisten 1. FC Köln am Dienstag in Frankfurt/Main zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro wegen "unsportlichen Verhaltens" verurteilt. Damit folgte das Gericht trotz geäußerter Bedenken dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses.

"Wir dürfen nicht nur den Einzelfall sehen. Wir müssen immer die Wirkung für alle vergleichbaren Fälle berücksichtigen", sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz bei seiner Urteilsbegründung: "Es steht völlig außer Frage, dass Herr Schmadtke ein untadeliger Sportsmann ist. Von uns aus hätte niemand etwas dagegen, wenn die Schiedsrichter sowas überhören. Aber wenn es gemeldet ist, müssen wir ran - ob wir wollen oder nicht. Die 6000 Euro sind an der unteren Grenze."

Auf die Frage nach der Möglichkeit, in Berufung zu gehen, wollte Schmadtke sich nach dem Urteilsspruch zunächst nicht konkret äußern. "Wir denken jetzt erst mal in Ruhe darüber nach", sagte der 51-Jährige.

Schmadtke hatte in der Halbzeitpause des Punktspiels der Geißböcke bei Werder Bremen (1:1) am 12. Dezember 2015 das Schiedsrichter-Gespann als "Eierköppe" bezeichnet und war anschließend von Referee Guido Winkmann (Kerken) auf die Tribüne geschickt worden.

Die vom Kontrollausschuss geforderte Strafe wegen "unsportlichen Verhaltens" hatte der 51-Jährige aber abgelehnt. Der FC-Manager bezeichnete den Vorfall als "Bagatelle". Schmadtkes Anwalt Christoph Schickhardt fordert bei seinem Plädoyer einen "lupenreinen Freispruch".

Nach der Meinung von Schmadtke ist der Begriff "Eierkopp" im Rheinland keine Beleidigung. "Die Aussage war ein Stück weit unangemessen und ich würde es nicht mehr sagen. Ich entschuldige mich dafür. Aber eine Bestrafung geht meiner Ansicht nach zu weit", sagte Schmadtke während der Verhandlung.

Schickhardt hatte zu Beginn der Sitzung erklärt, dass er das Sportgericht für nicht zuständig und für falsch besetzt halte. Das Gericht wies den Einwand zurück. "Dieses Verfahren war keine Sternstunde des Sportgerichts und des Kontrollausschusses, es war ein Trauerspiel", sagte Schickhardt, der deutlich sein Unverständnis über die Ablehnung einer gütlichen Einigung bei dieser "Petitesse" zum Ausdruck brachte.

Schmadtke wird übrigens am Donnerstag zum Ehrenmitglied des Kölner Karnevalsvereins "Löstije Eierköpp vun 2010" ernannt. "Da freue ich mich sehr drauf", sagte der FC-Sportchef dazu.

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