Bundesliga

Watzke: "Kein Debattierzirkel" - Hofmann: "Nur Torlinientechnik ist
halbschwanger"

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom Bundesligisten Borussia Dortmund hat sich als Gegner des Videobeweises geoutet. FIRO/FIRO/SID-IMAGES/firo/Sebastian El-Saqqa

München - Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom Bundesligisten Borussia Dortmund hat sich als Gegner des Videobeweises geoutet. "Wir müssen aufpassen, dass wir kein Debattierzirkel werden. Wenn das Spiel unterbrochen ist, dann kann man darüber diskutieren. Das mag in Holland gehen, aber da ist das Spiel auch etwas langsamer", sagte der BVB-Boss beim Fußball-Talk Sky90.

Watzke ergänzte: "Der Fußball hat immer davon gelebt, dass er einfach war. Es geht doch nicht ums Geld, der Fußball muss Freude machen. Die Zuschauer wollen unterhalten werden. Ich bin tendenziell mehr dagegen." Dass am Samstag beim Abseitstor von Pierre-Emerick Aubaymeyang zum 1:0 gegen den FC Ingolstadt (2:0) die Szene auf den Dortmunder Stadionleinwänden zu sehen war, beurteilte Watzke als "menschliches Versagen". 

Einer möglichen Bestrafung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) sieht der 56-Jährige gelassen entgegen: "Mit Abstand betrachtet, muss man sagen, das kann auch mal passieren. Was sollen wir von der DFL befürchten. Strafen bekommen wir ja immer mal von denen, die müssen sich ja auch refinanzieren. Aber das war ja keine Absicht."

Dagegen ist Präsident Klaus Hofmann vom Liga-Rivalen FC Augsburg "zu 100 Prozent für den Videobeweis". Nur die Torlinientechnik zu haben, sagte Hofmann dem SID auf dem SpoBis in Düsseldorf, sei "halbschwanger. Ich bin viel in den USA und glaube, dass sich das technisch lösen lässt, ohne dass man Werbepausen und Unterbrechungen haben muss".

Auch Ex-Nationalspieler Marcell Jansen positionierte sich klar für den Videobeweis. "Man muss die Schiedsrichter mal in Schutz nehmen", sagte er dem SID: "Man überlässt die Entscheidung drei Leuten auf dem Platz, für die es nicht möglich ist. Und wenn so ein Tor oben eingeblendet wird, ist das natürlich ein Schlag ins Gesicht für einen Schiedsrichter, der es mit dem menschlichen Auge gar nicht sehen kann." Jansen kann sich "nicht vorstellen, dass es den Fußball stört, etwas in Sekunden zu überprüfen und es kurz durchzugeben".

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