Bundesliga

Krawez-Tor sichert VfB-Sieg gegen HSV

Der VfB Stuttgart hat den Hamburger SV trotz eines überaus verschwenderischen Auftritts wieder mitten in den Abstiegskampf der Bundesliga gezogen. PIXATHLON/PIXATHLON/SID/

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat den Hamburger SV trotz eines überaus verschwenderischen Auftritts wieder mitten in den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gezogen. Die Schwaben setzten ihren positiven Lauf fort, obwohl sie etliche Chancen liegenließen und die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia wesentlich höher als mit 2:1 (0:0) hätten bezwingen müssen. 

Vor allem wegen einer fürchterlich schlechten Abschlussquote musste die Mannschaft von Jürgen Kramny lange um den Erfolg zittern. Ein Eigentor von Aaron Hunt, der einen Kopfball von Daniel Didavi (66.) ablenkte, brachte den VfB in Führung. Nach dem Ausgleich von Artjoms Rudnevs (75.) erlöste Neuzugang Artjom Krawez (88.) die Mehrzahl der 46.600 Zuschauer mit dem späten Siegtreffer.

Der VfB steht mit jetzt 21 Punkten auf Platz 15, gewann in der Bundesliga zum dritten Mal nacheinander und ist unter Kramny seit nunmehr sechs Pflichtspielen in Folge ungeschlagen. Die Hamburger knüpften dagegen nicht an die recht mutige Vorstellung gegen  Bayern München (1:2) an und waren in jeder Beziehung unterlegen.

Neben dem Unvermögen der Stuttgarter verhinderte auch Torwart René Adler eine höhere Niederlage. Nach nur einem Zähler aus den vergangenen fünf Spielen muss sich der HSV wieder Sorgen machen, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt gerade noch drei Punkte.

Der VfB begann flott und verschaffte sich recht schnell ein klares Übergewicht, sündigte aber sträflich vor Adler. Erst traf Christian Gentner (3.) den Ball freistehend nicht sauber, danach scheiterte Didavi (15.) und schließlich setzte wieder Gentner (18.) einen Schuss aus exzellenter Position daneben. Timo Werner (38., 42., 47.) stand seinem Kapitän später aber in nichts nach. Die Krönung war jedoch eine ungenutzte Doppelchance von Neueinkauf Kevin Großkreutz und Lukas Rupp (48.).

Der HSV fiel offensiv erstmal nur auf, als Pierre-Michel Lasogga (8.) im Abseits stehend an die Latte zielte. Ansonsten war das Spiel der Hanseaten doch eher eindimensional und vor allem vor etlichen leichten Fehlern durchsetzt. Zudem waren die Stuttgarter im Zweikampf präsenter und auch gedanklich agiler.

VfB-Coach Kramny hatte den gleichen Biss, das gleiche Feuer wie zuletzt gefordert, und in puncto Einstellung war seiner Elf auch kein Vorwurf zu machen. Es wurde zudem wieder deutlich, dass die Stuttgarter im Vergleich zur Zeit unter Alexander Zorniger wesentlich gefestigter wirken. Die Zeit des Wildwest-Fußballs ist am Neckar vorüber, allerdings erinnerte diesmal die groteske Chancenverwertung an die kurze Zorniger-Ära.

Den "heißen Fight", von dem Labbadia an seiner alten Wirkungsstätte ausgegangen war, bot fast ausschließlich der VfB. Insbesondere über die Flügel, und da über die spielfreudigen Filip Kostic sowie Rupp, beschäftigten die Stuttgarter den häufig behäbigen HSV gehörig. Konstruktive Befreiungen der Labbadia-Elf waren gerade vor der Pause eine Seltenheit.   

Nach dem Wechsel schlichen sich zwar beim VfB im Passspiel zunehmend Konzentrationsschwächen ein, dennoch behielt die Kramny-Elf ihre optischen Vorteile - auch weil der HSV aus den sich immer mal ergebenden Räumen lange Zeit viel zu wenig machte. Nach dem Konter zum Ausgleich scheiterte noch Ivo Ilicevic (79.) freistehend.

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