Poldis neuer Verein
0
2
Poldis alter Verein

Wo ist Poldi?

Poldis Ablösespiel im 11FREUNDE-Ticker

Wo ist Poldi?

[ad]

Ab Freitag um 20 Uhr rast Lucas Vogelsang auf seinem Karnevalswagen (Modell »Geißbock rammt Horst Seehofer«) über den Kölner Ring und tickert das wohl größte Spiel aller Zeiten für Euch.

Seid dabei!

18:30 Uhr
In Köln ist momentan grad mal kein Karneval und Dieter Bohlens unendliche Suche nach dem nächsten deutschen Superstar der Güteklasse eines Alexander Klaaws geht erst in ein paar Wochen in die nächste Runde.

Die Stadt und der stadteigene Hofsender haben deshalb beide ein Feten-Konfetti-Gröhl-Defizit aufgeschüttet, dass bald schon in eine tiefe Depression ausarten könnte.

Weshalb es dieses Luftschlangen-Kamelle-Fremdschäm-Vakuum nun zu stopfen gilt.

Thoma sei Dank, ist niemand geschmeidiger im Sommerlochstopfen als die Privaten von RTL, denen es ja auch ohne Weiteres gelingt, ganze Sonntage mit einem Best-Of von Magnum P.I. oder der ständigen Wiederholung von Einsatz in vier Wänden zu überbrücken. Die können das. Leicht muss die Kost nur sein, Niveau liegt oft so schwer im Magen und dann schmeckt das Bier nicht.

Die Sommerpause bis zum Bundesligakarneval in Müngersdorf sollte also im privatmedialen, werbewirksamen Idealfall mit einem Event gefüllt werden, bei dem gerne auch die Höhner auftreten dürfen, ein paar Funkemariechen die Beine in die Luft werfen und der Kölner mal wieder richtiger Kölner sein darf. Dazu gibt es dann Kölsch aus Tanklastern und die Stadionregie legt die ganze Fetenhitssammlung von Guido Cantz auf.

Wie passend also, dass in diesem Sommer der Prinz  nach Köln zurückkehrt. Lukas Podolskis Rückkehr zum Effzeh ist ja irgendwie Karneval und DSDS in einem Abwasch.

Deshalb hat RTL das Ablösefreundschaftsspiel zwischen dem 1. FC Köln und den Bayern aus München auch zu einem Mega-Event der Extraklasse aufgeblasen, gigantischer als der DominoDay mit Ulli Potofski, viel größer auch als der Sat1-FilmFilm mit einer Weltpremiere, und megaeventiger als eine Neuauflage von TuttiFrutti mit Günter Jauch als Hugo Egon Balder, Hape Kerkeling als Hella von Sinnen und Ulrike von der Gröben als verschrumpeltes Fallobst.

Und natürlich haben die Giganten des Privatfernsehens weder Kosten noch Mühen gescheut: Die Poldi-Party bietet alles, was so eine richtige Poldi-Party bieten sollte: Analphabeten-Glücksrad, Blinde Kuh ohne Augenbinde und einen Zungenbrecher-Wettbewerb, in dem die Fans gegen Punkt12-Anchorwoman Katja Burkard antreten. Zu gewinnen gibt es eine Prinzenrolle. Mit einem Autogramm von Matthias Scherz. Wenn das nichts ist.

Wenn um 20:15 Uhr also das wichtigste Spiel seit dem VW-Supercup angepfiffen wird, heißt es auch für den Ticker: da simma dabei!

Von prima war ja eh nie die Rede.

20:05 Uhr
Rechtzeitig, zehn Minuten vor Anpfiff, fällt uns auf, dass wir einen Fernseher benötigen, um das Spiel zu tickern. Auch wenn Vogelsang meint, wie tickern einfach ein Tipp-Kick-Spiel von Gieselmann und Jonas. Sind noch weit weg von Bestform. Fühle mich wie Günther Jauch am Tag, als das Tor umfiel. Oder wie das Tor, als es erfuhr, dass Martin Kree heute Lattenschießen übt.

20:13 Uhr
Zwei Minuten noch. Zu viele Kabel, das eine heißt Scart, das andere Klinke. Oder so. Technik und Bock = Matthäus und Fremdsprachen. Nicht die besten Freunde. Fernsehtechniker im Hause?

20:16 Uhr
Ächz. Fernseher geht. Es läuft »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«. Leon lebt immer noch. Krass. Achtung, Herr Germer steht mit Messer im Schrank. Vielleicht.

20:18 Uhr 
Eeeendlich. Lukas Grinsen. Breiter als 16:9. Wir sind zu Hause.

20:19 Uhr
Eins ist nach zwei Stunden intensivem RTLschauen auf jeden Fall sicher: Wenn Podolski heute nur annährend eine so erbärmliche Figur abgibt wie Daniel Fehlow als Leon bei Gute Zeiten Schlechte Zeiten wird wohl schnell Katerstimmung in Köln aufkommen. Wie es weitergeht, seht ihr nach nur einem Spot! (melodramatsiche Musik, Close-Up auf das Gesicht von Podolski und dann Schnitt, Werbung - so einfach kann Fernsehen sein)

20:20 Uhr
Uli Hoeneß lobt »unsere Gesellschaft«. Und Florian König hat zusammen mit Nicki Lauda 16 Meter Zeitungen mit Poldi auf dem Titel ausgelegt. Gleich zeigt er uns seine Poldi-Tätowierung. Gleich. Jetzt. Da.

20:25 Uhr
Nun noch der andere Formel1-Experte Kai Ebel und Reiner Calmund. Ebel hat sich heute als Dompteur verkleidet. Calmund als Calmund.

20:26 Uhr 
Bastian Schweinsteiger schickt eine Grußbotschaft nach Köln. Lässig aus dem Tour-Nightliner, später ist er beim Meet-and-Greet mit Hennes dem Geißbock, heute Nacht beim Domian.

20:27 Uhr
RTL dreht weiter an der längsten Telenovela in der Geschichte des Fußballs. In den Hauptrollen (noch): Lukas Podolski, Uli Hoeneß und irgendwie auch: Rainer Calmund, der hier seine ganze Erfahrung als verfressenes Vox-Maskottchen in die Waagschale wirft. Gestikuliert so wild, als würde Luca Toni in ihm drin (irgendwo zwischen Dickdarm und Milz) auf Knöpfe drücken und an Seilen ziehen, damit sich dieser Fleischberg bewegt. Ein Wahnsinnsshow.

20:30 Uhr
RTL macht da weiter, wo sie beim letzten DominoDay aufgehört haben: Mit nichts eine halbe Stunde Sendezeit in die Epik strecken. Moderator Florian König ist das ja gewöhnt: Der muss sonst sieben Stunden Formel1-Vorspiel kommentieren. Mit Niki Lauda. Da ist das heute Abend nur lässiges Warm-Up.

20:35 Uhr
Jetzt ist es passiert: Pierre Littbarski ist aus seinem Raainer Calmund-Kostüm geklettert. Florian König empfängt den kleinsten Kölner nach Icke Hässler mit einem Werher's Echte Bonbon und streichelt ihm über das schüttere Haar. Neben Littbarski sieht König aus wie Dirk Nowitzki auf Stelzen.

20:37 Uhr
Während des Interviews suchen Littis Augen ständig den Boden nach Antworten ab, als hätte er die Wörter zwischen den einzelnen Grashalmen versteckt, finden aber keine. Stattdessen improvisiert Littbarski und erzählt von seinem letzten Urlaub in Vorarlberg. Nur mäßig spannend. RTL geht in die Werbung.

20:40 Uhr
Langsam steigt die Spannnung ins Unermessliche. Andreas Bock hat bereits auf die Wichtigkeit dieses Abends reagiert und in seinem Personalausweis mit TippEx ein Geiß vor seinen Nachnamen getaggt und trägt den alten FC-Schlafanzug von Wolfgang Niedecken. 

Schon jetzt ist dieses Spiel mehr als surreal. Sicher ist nur: Hier kann gleich alles passieren, ist schließlich Privatfernsehen.

Wird also Guido Cantz als Christian Lell auflaufen, kommt Christoph Daum zurück, um die Strafraumlinien nachzuweißeln und gibt Marcel Reif sein RTL-Comeback?

Wir werden es sehen? Gleich!

20:43 Uhr
Bayern spielt in jedem Fall auf links mit dem neuen Niederländer Braafheid, dessen Nachname sich immer irgendwie anhört wie eine von einem holländischen Waldorflehrer oder von Fred Rutten erfundene Charaktereigenschaft.

20:45 Uhr
Kai Ebel, der heute aussieht wie eine halb geschmolzene Wachsfigur des späten Elvis, versucht in der Boxengasse des Müngersdorfer Stadions noch ein paar letzte O-Töne zu sammeln. Kai Ebel ist nämlich O-Ton-Kleptomane. Die Spieler allerdings gehen ihm aus dem Weg. Nur Pierre Littbarski, der sich als Einlaufkind verkleidet hat, um Hand in Hand mit Poldi auflaufen zu dürfen, gibt bereitwillig Auskunft. Aufegeregt sei er nicht. Er habe noch einen Mittagsschlaf gemacht. Wir schalten um zu Kinderquatsch mit Michael.

1.
Anstoß. Schon wird's spannend. Fast.

3.
Badstuber machts wie Lucio und schleicht sich nach vorne. Kopfball daneben. Abgepfiffen. Irgendwas war. Denn irgendwas ist immer.

4.
So Kommentator Veltmann fängt an, den Mythos van Gaal am Leben zu halten. Ein anderer Wind wehe, seit der Niederländer an der Säbener Straße wütet. Wie anders dieser Wind wohl weht? Eine Frage, die einem ins Irrenhaus bringen kann, je häufiger man sie stellt.

6.
Veltmann, der normalerweise den Domino-Day oder »Unter uns« kommentiert, kommt in Fahrt. Beim Gassenhauer »Zieht den Bayern die Lederhosen aus«, mimt er den Kenner: »Die übliche Begrüßung.« Sitzt dort ein alter weiser Druide und kommentiert seine kristallene Wahrsagekugel?

9.
Das Spiel ist ähnlich spannend wie das WM-Finale 1994. Oder Wattenscheider E-Jugend gegen Bochum-Altstars. Lukas Podolski soll einmal am Ball gewesen sein, wirft ein fachkundiger Zuschauer in den Raum. Ein anderer sagt, Podolski habe sich die Calmund-Kostümierung übergezogen und sei längst in der VIP-Lounge am Hackbällchen-All-you-can-eat-Stand.

11.
Matthias Scherz hat Wind vom Hackbällchen-Stand bekommen und verlässt das Feld.

15.
Nachtrag: In der 11. oder 12. schoss ein Bayern-Spieler – Vogelsang vermutet Pranjic – aufs Tor. Mondragon riss die Arme hoch, wehrte ab. Zur Verifizierung bitte auf RTl-Text-Seite 789 nachschauen oder direkt bei Kai Ebel anrufen: 0177-L-o-v-e-b-o-a-t.

13.
In Wahrheit war es sein allerletztes Spiel für den FC. Am Spielfeldrand bohrt ein Investigativjournalist: »Ist das nur Schweiß oder sind das auch Tränen?« Wir möchten umschalten zum Musikantenstadl, Vogelsang hat aber das Kabel so sehr in den Fernseher gerammt, dass er nur noch einen Sender anzeigen kann. Lost in RTL! Baby!
17.
Kai Ebel ruft an, ist außer sich: hat Sauce-Flecken auf seinem weißrosa Anzug, weiß aber auch: Podolski spielt wirklich nicht mit. Bock will ihn abwimmeln, bevor ihm der Ebel noch eine Zwei-Stopp-Strategie aufschwatzt.

19.
Jetzt aber: Tor für Bayern. Nach einer Vorarbeit von Klose, der den Ball wie mit dem Seziermesser durch die FC-Abwehr spielt, lässt Gomez Mondragon keine Chance. Beim Abtauchen merkt der Kolumbianer, dass er langsam auf die 40 zugeht und versucht sich noch ein Kissen unter den Hüftknochen zu schieben. Zu spät. Während Mondragon knirschend auf den Rasen schlägt, dreht Gomez jubelnd ab. Dem Neu-Bayern scheint scheinbar egal zu sein, in wlechem trikot er spielt. Hauptsache nicht das mit dem Adler. Soldo überlegt deshalb schon, ihm in der Pause zu erklären, dass das bayern-trikot mindestens so viel wiegt wie das vom DFB. Mal sehen, ob diese perfide Taktik Wirkung zeigt.

21.
Angsteinflößende Bewusstseinserweiterung in Strafraumhöhe: Bayerns Badstuber tritt Sanou zu Boden, weil er sich selbst für Michael Tarnat, Winfried Sanou aufgrund der Ähnlichkeit des Namens für Bachirou Salou und dieses absonderliche Ablösespiel für das DFB-Pokal-Finale 1998 hält. Der Schiedsrichter belässt es daraufhin bei einer Ermahnung, empfiehlt aber einen guten Nervenarzt in der Kölner Innenstadt.

24.
Veltman versucht weiterhin Bayern-Spieler zu erraten. Kleiner Tipp: Der langhaarige Belgier in der Innenverteidigung ist nicht hamit Altintop.

26.
In Köln hat es zu regnen angefangen zu regnen. Mitten im Kölner Monsun sieht van Buyten, der eigentlich Catcher werden wollte, weil sein Vater schon Catcher auf der Kirmes war,  nun tatsächlich aus wie Mickey Rourke in dem Film Der Wrestler. Noch 9 einhalb Wochen bis zum Abpfiff. Mit Werbung.

28.
Beide Teams kämpfen weiterhin, als ginge es in diesem Spiel um mehr, als nur um das Eintrittsgeld, um Podolski zu finanzieren. Besonders die Bayern spielen, als würde hier die Rudolph-Moshammer-Gedächtnis-Trophäe ausgespielt: Ein, von dem Modezar posthum geschnitzter Phallus aus Elfenbein.

31.
Bayerns neue Nummer 10 Thomas Müller ist so etwas wie der Günter Jauch des Bayern-Spiels. Er ist einfach überall. Gerade hat er noch vorne einen Zuckerpass auf Klose gespielt, schon klärt er am eigenen Strafraum. Unglaublich. Zvonimir Soldo weiß nicht, wie er auf diese gruselige Omnipräsenz reagieren soll und zieht seinen Publikumsjoker.

34.
Haben gerade gerätselt, wer Badstuber vertritt, sollte er sich mal verletzten. Ein fachkundiger Beobachter wirft den Namen Andreas Görlitz in die Runde. Wer ist das nochmal? Frage mich heimlich (weil unwissend), ob Tobias Rau noch spielt. Spreche es laut aus, werde ausgelacht. D'oh.

36.
Demichelis wäre eine weitere Alternative. »Demichelis spricht ›De mitschelis‹, meine Damen und Herren, also mit scharfem ›tsch‹ wie in ›Schule‹.« Sagte Jörg Wontorra einst. Oder der andere weise Mann.

38.
Mit Thomas Müller gibt es nun endlich einen neuen Müller in der langen Müller-Tradition bei den Bayern, die Kollege Bock noch einmal Revue passieren lässt: “Gerd Müller, Thomas Müller und dieser Andreas Herzog.”

40.
Ein Zeichen vor der Pause, wünscht sich Veltmann. Bitteschön: #

41.
Okay, untere Witz-Schublade. Zu häufig an den HSV gedacht.

42.
Apropos: Warum tickern wir den eigentlich nicht? Läuft bestimmt irgendwo im Internet ein Testspiel gegen Tus Eiterfeld 2 oder sechste Herren von Bad Bevensen. Wenn ich nur wüsste, wie dieses Internet funktioniert, meine Damen und Herren, dieses Internet! Wie »Interessant« ohne »essant« und »netz« ohne »z«. Es scheint so einfach.

[page]

45.
Zurück zum Spiel. – – – Halbzeit.

Das beliebte Halbzeitquiz: Wir verlosen drei 11FREUNDE-Bundesliga-Sonderhefte. Einfach die folgende Frage beantworten: 

Wo war Lukas Podolski in der ersten Halbzeit?

a. Beim Hackbällchenstand in der VIP-Lounge
b. Beim Fotoshooting für das neue Kinderschokolade-Gesicht
c. Er hält sich für »essant«, und versucht das »Inter« in der Kölner Innenstadt zu finden.
d. ....

Antworten bitte an andreas.bock@11freunde.de

Highlight des Halbzeitzirkus: RWE macht jetzt Werbung mit Rainer Calmund, der sich mit Tesafilm Merklin-Modellbäumchen und einen alten Autoteppich auf den Rücken geklebt hat und mit riesen Appetit und einem debilen Grinsen Riesenräder in den Rhein stellt.

46.
Wiederanpfiff. Bayern hat kollektiv gewechselt. Neuer Trainer ist Paul Breitner. Guido Cantz ist als Lell für Lahm gekommen. bei Köln ist alles beim Alten. Die Zuschauer spielen. Wo ist Poldi? Bock hat zumindest schonmal seinen Gehstock gefunden uind den rotweiß gestreifetn Ringelpulli.

50.
Veltmann stellt fest: Südamerikanische Innenverteidigung bei den Bayern. Wir prüfen nach: Breno (Brasilianer) und Demichelis (Argentinier). Alles richtig. Beim Geographie-Quiz in der fünften Klasse hat Veltmann einmal einen Diercke-Weltatlas gewonnen. Und einen Globus, mit einer schwarzen DDR drauf.

51.
Veltman schwelgt weiter in südamerikansichen Gedankengängen. hat sich einen selbstgebrannten Tequila eingeschenkt und spielt den passenden Song auf einer Mundorgel, die er sich aus und  einem Mundschutz von Sven Ottke und Zahnseide gebastelt hat.

53.
Klose kommentiert jetzt an der Seitenlinie. hat Kai Ebels Anzug an, ist aber um einiges souveräner.

54.
Beste Aktion von Podolski bis dato: Langer Einwurf die Linie entlang. Extrem langer Einwurf.

55.
Stoisch beklatschen die FC-Fans ihren Liebling. Es wirkt ein bisschen wie bei den Zeugen Jehovas nach siebzehn Stunden Dauerfeilbieten von »Der Wachturm« an einer Bushaltestelle in der Provinz, wo zuletzt anno 1983 ein Mensch vorbeikam.

56.
»Anatoli Timotschuk erinnert ein bisschen an Bernd Schuster«, weiß Veltmann zu berichten. »Er hat die selbe Haarfarbe«. Wir wissen zu berichten: Angela Merkel erinnert ein bisschen an Kate Moss – sie sind beide Frauen.

58.
Mondragon tappst aus dem Tor wie ein Waschbär beim Balztanz. Im Gegenzu kommt Petit zu einer Halb, nun ja, Viertelchance. Kopfball landet irgendwo an der Werbebande, dort, wo sich vermutlich auch Lu Lu Lukas Podolski versteckt.

61.
Beim 1. FC Köln spielt ein Mann mit dem Namen Chihi. Wenn er nun noch so spielen würde, chihig, könnte er ein ganz Großer werden. Er erinnert zumindest schon ein bisschen an Zidane – er hat auch ein »i« im Namen.

63.
Erstaunt festgestellt, dass Christian Lell immer noch beim FC Bayern spielen darf. Mittlerweile vermutlich so etwas wie ein Führungsspieler. Auch wenn Thomas Kempe da nur müde drüber lachen würde. Thomas Kempe!

65.
Podolski spielt nun doch mit. Veltman feiert dessen ersten Ballkontakt wie die Ankunft des Papstes. RTL reagiert sofort, ersetzt sein Icon durch ein Poldi-Portrait.

Demnächst wird Podolski wohl fester Bestandteil der RTL-Familie. Mögliches Sendeformat: Eine Heimkehrer-Reality-Soap mit dem vielversprechenden Titel “Zurück zu Hause” oder “Der zweite Versuch-Hauptsache Leistung”.

67.
Mario Gomez hat nun doch das DFB-Trikot drunter und spielt, als wollte er Carsten Jancker pantomimisch darstellen. Der mittlerweile eingewechselte Baumjohan will miträtseln, tippt auf Adolfo Valencia, wird wieder ausgewechselt.

68.
Ecke für Köln. Podolski führt aus und Veltman, der einfach alles zu wissen scheint, weiß: Der führt die Ecken oft aus. Bei den Bayern unter Heynckes, bei Löw und jetzt auch in Köln. Veltman kommentiert scheinbar sonst die Mittelgewichtsboxkämpfe im RTL-Nachtprogramm und sitzt dabei häufig zu nah am Ring.

70.
Kölns Boateng und Martin Demichelis, der so gebückt durch den Regen streicht wie eine guatemaltekische Bäuerin, führen einen Zweikampf im Mittelfeld, der vermuten lässt, dass beide zu lange mit dem neuen Axe Hot Fever geduscht ahben. Veltman spielt spontan noch einmal Tequila auf seiner selbst gebastelten Mundorgel.

72.
TOOOR. Schweinsteiger ist gefühlte drei Sekunden im Spiel, und macht das 2:0. Wir freuen uns fast so sehr wie 1990, als Andi Brehme den Elfmeter versenkte. Fast. (Vogelsang startet spontan eine Telefonlawine – Stichwort: Autokorso durchs Brandenburger Tor).

75.
Der rasende Reporter Kai Ebel kommt wieder in die heitere Runde. Interviewt Michael Meier, der über gepflegtes Kurzpassspiel referiert. Dompteur Ebel hat Blut geleckt und geckot immer weitere Fragen in dieses Puschelding namens Mikrofon. Danach storcht er wieder in die Katakomben. In sein Zirkuszelt. Ein echter Gecko-Storch (ausgestorbenes Kriechtier, noch erhältlich über ebay und in alten YPS-Heften).

78.
Podolski ist jetzt Kapitän. RTL spielt die  Traumschiffmelodie ein. Privatfernsehen ist schon was anderes. Wie ARD ohne Netzer.

80.
Ganz hartes Foul von einem Kölner, der aussieht wie der Clanchef einer mexikanischen Straßengang, an  diesem Torwart der Bayern, als dessen Name uns aus irgendwelchen Gründen immer nur Wessels einfällt. Wessels kann weiter machen. Der Kölner bekommt Bewährung und tätowiert sich einen dunkelblauen Torwarthandschuh auf das rechte Schulterblatt. Mit Pelikan-Tinte.

83.
Christian Lell versucht einen Doppelpass mit Tymoschuk. Doch der Russenbeckhamschuster muss lachen. Ballbesitz Köln.

85.
Van Gaal hat nun damit begonnen seinen jüngeren Amtskollegen Soldo zu verhöhnen: Bringt neben Lell auch noch Ottl. Vielleicht kommt auch noch Christian Saba.

87.
Das sieht in den letzten Minuten jetzt alles aus wie ein FIFA 09-Match zwischen einem ADS-Patienten (Köln) und einem Kippspecht (Bayern). Der Schiedsrichter schaut seit der 80. Minute nervös auf seine Uhr. Will endlich abpfeifen.

90.
Abpfiff. Van Gaal holt seine erste Trophäe mit dem FC Bayern München: Die RTL-Poldi-Party-Kanone aus Silikon, die dem Gesicht von Frauke Ludowig nachempfunden wurde. Wenn das nichts ist.

Podolski und der 1. FC Köln aber bleiben in diesem Spiel tor und chancenlos. Das hat sich wohl n icht nur RTL anders vorgestellt. Aber Van Gaal ist eben nicht Klinsmann und Podolski ganz bestimmt nicht Mario Gomez. Egal. Am Ende wird der Verein mit den, laut Poldi, besten Fans der Welt trotzdem Deutscher Meister. Mindestens.

Poldi, der mehr Gras im gesicht, als an den Schuhen hat, verabschiedet sich bei den Fans und steht dann einige Sekunden vor der kniffligen Denkaufgabe, in welcher Kabine er duschen gehen soll, trottet dann aber einfach Kai Ebel hinterher. Schönen Gruß an Niki Lauda.

In diesem Sinne. Gute Nacht!Hier noch die Quizauflösung: 

Platz 1: Matthias Gehrig
Er hatte doch bereits in der siebten Minute eine hundertprozentige 
Chance, stand frei vor seinem alten Kumpel Rensing, hat den Ball aber am Strafraumeck aufgehoben, ein Autogramm draufgekrizelt und sich bei 
Rensing ne Rolle Prinzenrolle dafür abgeholt - jetzt sitzt er unter der 
Werbebande und mampft die leckeren Schokokekse ... Sportlernahrung würde Schweini sagen ... 

Platz 2: Ulrike Stamm
Er entwirft mit Kai Ebel gerade seine neuen Fußballschuhe.

Platz 3: Bianca Baader (für die richtige Antwort)
Ganz klar, er war Hackbällchen futtern. Hätte ich auch gemacht.

Schickt uns bitte eure Postadressen, dann gehen die Sonderhefte Montag raus.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!