Spanien
4
0
Irland

Spanien-Irland im 11FREUNDE-Liveticker

»Struuuuunz!«

»Oh Trapattoni!«, sangen die irischen Fans. »He used to be Italian, but he`s Irish now!« Ob dem Mister das so recht ist? Oder sehnt er sich nach dem 0:4 gegen Spanien inzwischen sogar nach Thomas Strunz? Und was erlaube der Ticker?

imago

20:30 Uhr

Dia agus Muire duit, liebe Fans. Wie der Ire sagt. Gott und Maria mit euch. Und der Heilige Giovanni. Der sagt in dem Moment, da wir einschalten: »Las Vegas! Las Vegas! Für uns ist das kein Problem!« Und lacht. Meint er etwa die Machenschaften seiner Landsleute? Weiß er nicht, dass er heute gegen Spanien spielt? Traut sich keiner, es ihm zu sagen? Was denkt er, wo er ist? »Herr Tapattoni, ich habe zwei schlechte Nachrichten für Sie! Die erste: Sie fahren mit Irland zur EM.« – »STRRRRRRUNZ! Und die zweite?« – »Sie haben Alzheimer!« – »Gott sei Dank nicht mit Irland zur EM!« 

20:36 Uhr

Scholl. Es gab ja mal Leute, die ihn süß fanden. Jetzt, da er sich in seiner Gomez-Kritik verrannt hat, hat er das Image eines gefallenen Kinderstars. Schlimmer eigentlich als Macaulay Culcin. Muss ich jetzt weinen? Moment... Nö.

20:39 Uhr

Die Iren sehen aus wie diese komischen sprechenden Bäume in »Der Herr der Ringe«. Wobei sie gerade nicht sprechen, aber man kann ahnen, das sie schon mal so was ähnliches getan haben, etwa beim Bierbestellen. Und jetzt singen sie tatsächlich. Ihre Hymne. Chan eil dona, tapadh leibh. Nicht schlecht, danke.

20:42 Uhr

Jetzt die spanische. Und obwohl sie aussehen wie die Hobbits, gewitzt, freundlich, gesellig, singen sie nicht, sondern hören nur zu bei dieser textlosesten aller Hymnen. Und das mit Mienen wie 13-jährige Tokio-Hotel-Fans beim Kurkonzert auf Norderney. 

20:44 Uhr

David Silva macht Koitus-Bewegungen mit dem Becken. Sehnt sich nach einem Anstoß. Soll er haben. Anstoß.

3.

Cox. Ein Mann, der hier auftritt, als wäre sein Name Programm. Heißt auf Indianisch »Zwei Schwänze«. Schießt. Aus allen Rohren. 

4.

TOOOOOOOR! RES! Schuss aus, wir kennen es ja nicht anders von diesen Latin Lovers, aus SPITZESTEM Winkel! Und Shay, der arme Fabrikarbeiter, Jahrgang 1948, den seine Frau mit zehn Kinder allein gelassen hat, streckt sich vergiventlich.

7.

Gehen Sie bitte nach Hause, hier gibt es nichts mehr zu sehen.

9.

Zumindest hoffe ich, dass es nichts mehr zu sehen gibt, falls doch, dann werde ich es nicht mitbekommen, weil mir die untergehende Sonne direkt ins Gesicht scheint und Gieselmanns Frau sich weigert, mit dem Sonnenschirm vor dem Fenster stehen zu bleiben.

10.

Wobei es so ist, dass die Iren jetzt ein paar Mal den Ball haben dürfen und aus vierzig Metern drauf hauen. Wahrscheinlich, damit sie nicht sofort nach Hause gehen und ihre Fans noch 80 Minuten an den UEFA-Ständen frustsaufen. Respekt!

12.

Diese beiden Flummis, die beim Grand Prix letztes Jahr so hartnäckig an Lena Meyer-Landrut rumgegraben haben, haben mein Irland-Bild anscheinend nachhaltig zerstört, wie ich erst jetzt merke, da es mir absolut unmöglich ist, die Mannschaft in Grün noch ernstzunehmen.

14.

Xavi. Ein toller Spieler, zweifelsohne. Mein Problem aber mit diesem Mann: Immer, wenn er am Ball ist, krieg ich Hunger auf Katzenfutter. 

16.

Die Iren wollen köpfen, allein, der Ball fliegt nicht. So sehen sie aus wie Hunde, die die Flöhe plagen, wetzen ihre Nasen am Rasen. Slàinte! Gesundheit!

19.

In der Liste, anhand derer ich gerade Gälisch lerne, stehen lauter Idiotenvokabeln wie »Guten Tag«, »Auf Wiedersehen« und »Schlaf gut«. Normal. Doch plötzlich, vollkommen isoliert: »Tha an t-ainm Gùdrun orm.« Bedeutet: »Ich heiße Gudrun.« Wann und wo, zum Teufel, kann man diesen Satz bitte benutzen? Selbst als Ire? Etwa hier, im Zweikampf mit Piqué? Wenn Shakira das erfährt! Dann gibt's Waka-Waka, Gudrun.

21.

Das Schlimmste an der irischen Unterlegenheit ist ja, dass ihre rustikale Spielweise ja eigentlich ganz hervorragend geeignet wäre, um diesen ganzen spanischen Zaubermäuschen mal ein bisschen weh zu tun, aber es nicht einmal dafür reicht.

23.

Die Spanier flip-floppen hier rum, die irische Hälfte ist ihre Playa, das ganze ein Vorspiel zu einem sexuellen Exzess tief in der Nacht, und wir sind nur deutsche Rentner, auf dem Weg zurück in ihr Rentnerhotel, glotzen nur, denken sich was, ziehen sich die Decke über den Kopf, summen was von der »Gumbay Dance Band«, halten das für spanisch und uns selbst für, wenigstens früher mal, kurz nach dem Krieg, im entferntesten begehrenswert.

 

25.

Kurz eingenickt. Sofort den schrecklichen Alptraum geträumt, dass da unten nicht die Iren gegen die spanischen Hochgeschwindigkeitsweltmeister spielen, sondern die deutsche Elf von 1986 in ihren Auswärtstrikots. Dass das Briegel ist, der Xavi nicht hinterherkommt, oder gar Norbert Eder. Und nicht Ward. Angesichts dessen: Mmmmmmh, Ward!

28.

Trap. Steht unter seinem Plexiglasdach im Regen. Wie ein Greis, den seine Enkel nicht vom Augenarzt abholen, weil sie sich zu Hause Xabi-DVDs reinziehen. 

30.

»Simon Cox läuft sich die Füße platt«, sieht Bartels. Zum Glück heißt er nicht »Simon Füße«. Das täte nun wirklich mal weh.

34.

Ein kostenloser Service von 11FREUNDE! Gälische Sätze, die man in höchster sexueller Not sagen kann: »Greas oirbh! Tha an t-ainm Gùdrun orm.« – »Beeilen Sie sich! Ich heiße Gudrun.« 

35.

Nur einem ist die Dominanz der Spanier noch nicht deutlich genug: dem Schiedsrichter mit dem klingenden Namen Pedro Proenca. Der räumt, bei einer Vier-gegen-Eins-Situation für Spanien, den einzig verbliebenen Iren aus dem Weg, gibt die dafür fällige Gelbe Karte bei der nächsten Gelegenheit Robbie Keane.

39.

So wie man sich kneift, um von einem anderen Schmerz abzulenken, singen die irischen Fans hier so laut, dass sie das Spiel ihrer Mannschaft wahrscheinlich gar nicht mehr sehen können. Zumindest diejenigen unter ihnen, die nicht zuvor vom Saufen schon blind waren. 

44.

»Torres! Der hat den Abschluss!«, ruft Bartels. Aha. Der hat ihn also. Und die ganzen spanischen Hipsterstudenten, die hier in in »I LOVE BERLIN«-Shirts rumrennen, wann haben die ihn endlich?

46.

Bin ich eigentlich der einzige, der findet, dass Andres Iniesta einem anderen André, nämlich Agassi in seiner haarlosen Spätphase, immer ähnlicher sieht? I’m in love with Steffi Graf.

47.

Ein Kameraschwenk über irische Schlachtenbummler wirft die Frage auf: Warum verehren so viele von ihnen den deutschen Finanzkrisenguru Hans-Werner Sinn so sehr, dass sie sich als dieser verkleiden? 

48.

Ein Schuss noch von Iniesta. Drüber. Wie ein Signal: Ich kille euch. Nicht jetzt. Aber später. Ist das schon Folter? Darüber denken wir nach. In der Halbzeit. 

21:45 Uhr

Die Tagesthemen enthalte ich euch jetzt mal vor, viel zu deprimierend das Ganze.  Sehr schön aber die Super-Slomo von Torres’ Jubel nach seinem Treffer, in der man genau erkennen kann, wie er extra hoch springt, damit ihn die Küsse der Kollegen an den Brustwarzen erreichen. Was Cassano wohl dazu sagen würde?

46.

Robby Keane hat in der Kabine mit einer Quetschkommode auf dem Tisch getanzt. Nicht aus Motivationszwecken. Aus Gewohnheit. Auch aus Gewohnheit: der Anstoß.

47.

Verdammt, das kann nichts mehr werden. Cox wird ausgewechselt, bevor Long eingewechselt wird. Hängende, ähm, Köpfe auf der irischen Ersatzbank.

47.

Silva. Schuss. Gehalten zwar, aber immer noch besser als der Goldene Schuss.

49.

Jetzt aber. Tor. Given lässt den Ball abklatschen wie ein kaukasischer Tanzbär einen brennenden Heuballen. Dann wieder Silva. Macht den Jay Jay Okocha. Aber ohne sich zu bewegen. Warum sollte er auch? Die Iren grätschen ja von ganz allein ins Leere. Ministry of Silly Tacklings. Silva schiebt ein. Ein 12:0, das sich als 2:0 vekleidet. 

50.

Und hier noch mal die Bemühungen der Iren, das 0:2 zu verhindern:

53.

Auf der Tribüne sieht man eine irischen Anhängerin beten. Genaugenommen, sieht man sehr lange nur ihre sehr langen, sehr in den Landesfarben lackierten Fingernägel beten, man denkt noch, wie naiv, muss man sein, dass man jetzt noch Hoffnung hat, da zieht die Kamera auf, und man sieht, wofür sie gebetet hat. Nicht für einen Anschlusstreffer, sondern dafür, ins Fernsehen zu kommen. Erhört. Für so was hat Gott also Zeit.

55.

Während Kollege Gieselmann den Tick aus der 50. Minute vorbereitete, lief über seine Lautsprecher der Ton aus dem Monty-Python-Video weiter. Man hörte also permanentes Lachen. Passt leider nur zu gut zu den Angriffsversuchen der Iren.

56.

Unser ARD-Mann nennt Piqué konsequent »Picke«. Damit wissen die Spanier nun auch, wo der Bartels den Most holt.

58.

Ballbesitz ist Diebstahl. Mit dem Satz bewerb' ich mich für irgend ein Amt bei der »Linken«.

62.

Ein namenloser Ire foult sich jetzt aus purer Verzweiflung selbst im eigenen Strafraum. Jetzt bekommt man einen Eindruck davon, wie depressiv die letzten noch lebenden Dinosaurier gewesen sein müssen.  

64.

Wo ist eigentlich Spacegodzilla, wenn man ihn braucht?

65.

Jetzt wechselt del Bosque einfach einen Spanier ein. Normal. Aber der hier ist NUR Spanier, nicht mal ein spezieller, kein Fußballer. Ist er DER Spanier, von dem in Klischees immer die Rede ist? Oder warum zieht Kollege Jonas sich gerade den Lippenstift nach?

66.

Immerhin scheinen die Iren langsam auf den Trichter zu kommen, dass es jetzt ja auch schon egal ist, und sie, wenn sie schon mal da sind, ja auch ein wenig nach vorne rennen können. So kommt es zu zwei Angriffen innerhalb von wenigen Minuten. Nicht gerade Chancen, soweit darf man nicht gehen, und wir würden unter normalen Umständen auch den Mantel des Schweigens darüber hüllen, aber so: immerhin Angriffe.

68.

Die Iren singen nun: »Oh Trapattoni! He used to be Italian, but he`s Irish now!« Den Mister fröstelt's. Das hat er so ähnlich schon von vielen Schwiegermüttern gehört, die ihn mit Spaghetti vollgestopft und so an der Flucht gehindert haben. Du bist jetzt einer von uns. Bis heute zahlt er Alimente. Deshalb muss er ja mit 73 noch arbeiten.

71.

Bartels empfiehlt den Iren, sich bloß nicht »locken zu lassen«. Bevor ich mich darüber echauffieren kann, dass das ja jetzt wohl auch schon egal ist, holt Torres für ihn den Most, überläuft die rausgelockten Iren, schießt sein zweites Tor, und ich hoffe, dass sich die Sportpresse nicht locken lässt, und auf TORero-Wortspiele verzichtet.* Wie ich es hasse, wenn Kommentatoren recht haben.

* Nachtrag 22:54 Uhr: vergeblich

74.

»Durch Zufall Robbie Keane!«, brüllt Bartels auf einmal. Eine neue Highschool-Serie auf Super RTL, auf die er sich besonders freut?

76.

McClean kommt ins Spiel. McClean? Mit Verlaub: Heißen so nicht die Toiletten auf dem Hauptbahnhof von Leipzig?

80.

Wie stark sind diese Spanier denn jetzt? Wir können es nur ahnen.

82.

Green kommt ins Spiel. Für Whelan. Inzwischen vielleicht doch ganz gut, dass Cox nicht mehr im Spiel ist.

83.

Ein Spanier und sechs Iren im Strafraum, und was passiert? Tor. Fabregas. Gewaltschuss ohne Gewalt. Magie, aber irgendwie auch: normal. Und auf der Tribüne sitzt David Copperfield und Zaubermaus Sergio Zarate und weinen, ohne es zu wissen. 

86.

»Auch Joachim Löw und Hansi Flick sind im Stadion«, weiß Bartels. »Sie sehen das, was sie immer gesehen haben.« Unser Tipp: Sie sollten aufhören, sich gegenseitig zu betrachten. Das Spiel ist ja nämlich eigentlich ganz schön.

87.

4:0 für Spanien. Das ist mein Tipp für heute Abend im 11FREUNDE-Tippspiel. Soll ich mich darüber jetzt freuen? Irgendwie beschleicht mich gerade das Gefühl, dass Tippspiele genauso veraltet sind wie der irische Fußball.

89.

Jetzt muss ich die ganze Zeit drüber nachdenken, wie Löw und Flick nachher in ihrem Polski Fiat durch die Danziger Nacht nach Hause fahren. »Du, Olli«, sagt Löw in die Freisprechanlage. »Wir sind gleich da. Schieb schon mal die Analyse-DVD rein.«

90.

Jetzt wird hier nur noch gesungen. Wer will, kann das nebenbei laufen lassen wie eine CD mit gregorianischen Gesängen und Wäsche falten. 

93.

Welcher Idiot in welchem Fußballverband hat sich eigentlich ausgedacht, dass man auch bei einem Spielstand von 4:0 noch unbedingt drei Minuten nachspielen lassen muss? Damit alles seine Ordnung hat. Wahrscheinlich derselbe Mensch, der den Schiri auf Lebenszeit sperren würde, sollte er es wagen, sich darüber hinwegzusetzen. For the good of the game. Das jetzt vorbei ist. Endlich. Und über das wir nicht mehr reden wollen, weil es einfach genauso einseitig war, wie man das vorher befürchten musste. Ein Spiel also, bei dem selbst die Experten recht haben. Also wir. Gute Nacht.

22:45 Uhr

PS: Ich heiße Gudrun.

22:45 Uhr

PS: Ich heiße Gudrun.

93.

Welcher Idiot in welchem Fußballverband hat sich eigentlich ausgedacht, dass man auch bei einem Spielstand von 4:0 noch unbedingt drei Minuten nachspielen lassen muss? Damit alles seine Ordnung hat. Wahrscheinlich derselbe Mensch, der den Schiri auf Lebenszeit sperren würde, sollte er es wagen, sich darüber hinwegzusetzen. For the good of the game. Das jetzt vorbei ist. Endlich. Und über das wir nicht mehr reden wollen, weil es einfach genauso einseitig war, wie man das vorher befürchten musste. Ein Spiel also, bei dem selbst die Experten recht haben. Also wir. Gute Nacht.

90.

Jetzt wird hier nur noch gesungen. Wer will, kann das nebenbei laufen lassen wie eine CD mit gregorianischen Gesängen und Wäsche falten. 

89.

Jetzt muss ich die ganze Zeit drüber nachdenken, wie Löw und Flick nachher in ihrem Polski Fiat durch die Danziger Nacht nach Hause fahren. »Du, Olli«, sagt Löw in die Freisprechanlage. »Wir sind gleich da. Schieb schon mal die Analyse-DVD rein.«

87.

4:0 für Spanien. Das ist mein Tipp für heute Abend im 11FREUNDE-Tippspiel. Soll ich mich darüber jetzt freuen? Irgendwie beschleicht mich gerade das Gefühl, dass Tippspiele genauso veraltet sind wie der irische Fußball.

86.

»Auch Joachim Löw und Hansi Flick sind im Stadion«, weiß Bartels. »Sie sehen das, was sie immer gesehen haben.« Unser Tipp: Sie sollten aufhören, sich gegenseitig zu betrachten. Das Spiel ist eigentlich ganz schön.

83.

Ein Spanier und sechs Iren im Strafraum, was passiert? Tor. Fabregas. Gewaltschuss ohne Gewalt. Magie, aber irgendwie auch: normal. Und auf der Tribüne sitzt David Copperfield und weint, ohne es zu wissen. 

82.

Green kommt ins Spiel. Für Whelan. Inzwischen vielleicht doch ganz gut, dass Cox nicht mehr im Spiel ist.

80.

Wie stark sind diese Spanier denn jetzt? Wir können es nur ahnen.

76.

McClean kommt ins Spiel. McClean? Mit Verlaub: Heißen so nicht die Toiletten auf dem Hauptbahnhof von Leipzig?

74.

»Durch Zufall Robbie Keane!«, brüllt Bartels auf einmal. Eine neue Highschool-Serie auf Super RTL, auf die er sich besonders freut?

71.

Bartels empfiehlt den Iren, sich bloß nicht »locken zu lassen«. Bevor ich mich darüber echauffieren kann, dass das ja jetzt wohl auch schon egal ist, holt Torres für ihn den Most, überläuft die rausgelockten Iren, schießt sein zweites Tor, und ich hoffe, dass sich die Sportpresse nicht locken lässt, und auf TORero-Wortspiele verzichtet.* Wie ich es hasse, wenn Kommentatoren recht haben.

* Nachtrag 22:54 Uhr: vergeblich

68.

Die Iren singen nun: »Oh Trapattoni! He used to be Italian, but he`s Irish now!« Den Mister fröstelt's. Das hat er so ähnlich schon von vielen Schwiegermüttern gehört, die ihn mit Spaghetti vollgestopft und so an der Flucht gehindert haben. Du bist jetzt einer von uns. Bis heute zahlt er Alimente. Deshalb muss er ja mit 73 noch arbeiten.

66.

Immerhin scheinen die Iren langsam auf den Trichter zu kommen, dass es jetzt ja auch schon egal ist, und sie, wenn sie schon mal da sind, ja auch ein wenig nach vorne rennen können. So kommt es zu zwei Angriffen innerhalb von wenigen Minuten. Nicht gerade Chancen, soweit darf man nicht gehen, und wir würden unter normalen Umständen auch den Mantel des Schweigens darüber hüllen, aber so: immerhin Angriffe.

65.

Jetzt wechselt del Bosque einfach einen Spanier ein. Normal. Aber der hier ist NUR Spanier, nicht mal ein spezieller, kein Fußballer. Ist er DER Spanier, von dem in Klischees immer die Rede ist? Oder warum zieht Kollege Jonas sich gerade den Lippenstift nach?

64.

Wo ist eigentlich Spacegodzilla, wenn man ihn braucht?

62.

Ein namenloser Ire foult sich jetzt aus purer Verzweiflung selbst im eigenen Strafraum. Jetzt bekommt man einen Eindruck davon, wie depressiv die letzten noch lebenden Dinosaurier gewesen sein müssen.  

58.

Ballbesitz ist Diebstahl. Mit dem Satz bewerb' ich mich für irgendwas bei der »Linken«.

56.

Unser ARD-Mann nennt Piqué konsequent »Picke«. Damit wissen die Spanier nun auch, wo der Bartels den Most holt.

55.

Während Kollege Gieselmann den Tick aus der 50. Minute vorbereitete, lief über seine Lautsprecher der Ton aus dem Monty-Python-Video weiter. Man hörte also permanentes Lachen. Passt leider nur zu gut zu den Angriffsversuchen der Iren.

53.

Auf der Tribüne sieht man eine irischen Anhängerin beten. Genaugenommen sieht man sehr lange nur ihre sehr langen, sehr in den Landesfarben lackierten Fingernägel beten, man denkt noch, wie naiv, muss man sein, dass man jetzt noch Hoffnung hat, da zieht die Kamera auf und man sieht, wofür sie gebetet hat. Nicht für einen Anschlusstreffer, sondern dafür, ins Fernsehen zu kommen. Erhört. Für so was hat Gott also Zeit.

50.

Und hier noch mal die Bemühungen der Iren, das 0:2 zu verhindern:

49.

Jetzt aber. Tor. Given lässt den Ball abklatschen wie ein kaukasischer Tanzbär einen brennenden Heuballen. Dann wieder Silva. Macht den Jay Jay Okocha. Aber ohne sich zu bewegen. Warum sollte er auch? Die Iren grätschen ja von ganz allein ins Leere. Ministry of Silly Tacklings. Silva schiebt ein. Ein 12:0, das sich als 2:0 vekleidet. 

47.

Silva. Schuss. Gehalten zwar, aber immer noch besser als der Goldene Schuss.

47.

Verdammt, das kann nichts mehr werden. Cox wird ausgewechselt, bevor Long eingewechselt wird. Hängende, ähm, Köpfe auf der irischen Ersatzbank.

46.

Robby Keane hat in der Kabine mit einer Quetschkommode auf dem Tisch getanzt. Nicht aus Motivationszwecken. Aus Gewohnheit. Auch aus Gewohnheit: der Anstoß.

21:45 Uhr

Die Tagesthemen enthalte ich euch jetzt mal vor, viel zu deprimierend das Ganze.  Sehr schön aber die Super-Slomo von Torres’s Jubel nach seinem Treffer, in der man genau erkennen kann, wie er extra hoch springt, damit ihn die Küsse der Kollegen an den Brustwarzen erreichen. Was Cassano wohl dazu sagen würde?

48.

Ein Schuss noch von Iniesta. Drüber. Wie ein Signal: Ich kille euch. Nicht jetzt. Aber später. Ist das schon Folter? Darüber denken wir nach. In der Halbzeit. 

47.

Ein Kameraschwenk über irische Schlachtenbummler wirft die Frage auf: Warum verehren so viele von ihnen den deutschen Finanzkrisenguru Hans-Werner Sinn so sehr, dass sie sich als er verkleiden? 

46.

Bin ich eigentlich der einzige, der findet, dass Andres Iniesta einem anderen André, nämlich Agassi in seiner haarlosen Spätphase, immer ähnlicher sieht? I’m in love with Steffi Graf.

44.

»Torres! Der hat den Abschluss!«, ruft Bartels. Aha. Der hat ihn also. Und die ganzen spanischen Hipsterstudenten, die hier in in »I LOVE BERLIN«-Shirts rumrennen, wann haben die ihn endlich?

39.

So wie man sich kneift, um von einem anderen Schmerz abzulenken, singen die irischen Fans hier so laut, dass sie das Spiel ihrer Mannschaft wahrscheinlich gar nicht mehr sehen können. Zumindest diejenigen unter ihnen, die nicht zuvor vom Saufen schon blind waren. 

35.

Nur einem ist die Dominanz der Spanier noch nicht deutlich genug: dem Schiedsrichter mit dem klingenden Namen Pedro Proenca. Der räumt, bei einer Vier-gegen-Eins-Situation für Spanien, den einzig verbliebenen Iren aus dem Weg, gibt die dafür fällige Gelbe Karte bei der nächsten Gelegenheit Robbie Keane.

34.

Ein kostenloser Service von 11FREUNDE! Gälische Sätze, die man in höchster sexueller Not sagen kann: »Greas oirbh! Tha an t-ainm Gùdrun orm.« – »Beeilen Sie sich! Ich heiße Gudrun.« 

30.

»Simon Cox läufts sich die Füße platt«, sieht Bartels. Zum Glück heißt er nicht »Simon Füße«. Das täte nun wirklich mal weh.

28.

Trap. Steht unter seinem Plexiglasdach im Regen. Wie ein Greis, den seine Enkel nicht vom Augenarzt abholen, weil sie sich zu Hause Xabi-DVDs reinziehen. 

25.

Kurz eingenickt. Sofort den schrecklichen Alptraum geträumt, dass da unten nicht die Iren gegen die spanischen Hochgeschwindigkeitsweltmeister spielen, sondern die deutsche Elf von 1986 in ihren Auswärtstrikots. Dass das Briegel ist, der Xavi nicht hinterherkommt, oder gar Norbert Eder. Und nicht Ward. Angesichts dessen: Mmmmmmh Ward!

23.

Die Spanier flip-floppen hier rum, die irische Hälfte ist ihre Playa, das ganze ein Vorspiel zu einem sexuellen Exzess tief in der Nacht, und wir sind nur deutsche Rentner, auf dem Weg zurück in ihr Rentnerhotel, glotzen nur, denken sich was, ziehen sich die Decke über den Kopf, während die Alte schnarcht, summen was von der »Gumbay Dance Band«, halten das für spanisch und uns selbst für, wenigstens früher mal, kurz nach dem Krieg, im entferntesten begehrenswert.

 

21.

Das Schlimmste an der irischen Unterlegenheit ist ja, dass ihre rustikale Spielweise ja eigentlich ganz hervorragend geeignet wäre, um diesen ganzen spanischen Zaubermäuschen mal ein bisschen weh zu tun, aber es nicht einmal dafür reicht.

19.

In der Liste, anhand derer ich gerade Gälisch lerne, stehen lauter Idiotenvokabeln wie »Guten Tag«, »Auf Wiedersehen« und »Schlaf gut«. Normal. Doch plötzlich, vollkommen isoliert: »Tha an t-ainm Gùdrun orm.« Bedeutet: »Ich heiße Gudrun.« Wann und wo, zum Teufel, kann man diesen Satz bitte benutzen? Selbst als Ire? Etwa hier, im Zweikampf mit Piqué? Wenn Shakira das erfährt! Dann gibt's Waka-Waka, Gudrun.

16.

Die Iren wollen köpfen, allein, der Ball fliegt nicht. So sehen sie aus wie Hunde, die die Flöhe plagen, wetzen ihre Nasen am Rasen. Slàinte! Gesundheit!

14.

Xavi. Ein toller Spieler, zweifelsohne. Mein Problem aber mit diesem Mann: Immer, wenn er am Ball ist, krieg ich Hunger auf Katzenfutter. 

12.

Diese beiden Flummis, die beim Grand Prix letztes Jahr so hartnäckig an Lena Meyer-Landrut rumgegraben haben, haben mein Irland-Bild anscheinend nachhaltig zerstört, wie ich erst jetzt merke, da es mir absolut unmöglich ist, die Mannschaft in Grün noch ernstzunehmen.

10.

Wobei es so ist, dass die Iren jetzt ein paar Mal den Ball haben dürfen und aus vierzig Metern drauf hauen. Wahrscheinlich, damit sie nicht sofort nach Hause gehen und ihre Fans noch 80 Minuten an den UEFA-Ständen frustsaufen. Respekt!

9.

Zumindest hoffe ich, dass es nichts mehr zu sehen gibt, falls doch, dann werde ich es nicht mitbekommen, weil mir die untergehende Sonne direkt ins Gesicht scheint und Gieselmanns Frau sich weigert, mit dem Sonnenschirm vor dem Fenster stehen zu bleiben.

7.

Gehen Sie bitte nach Hause, hier gibt es nichts mehr zu sehen.

4.

TOOOOOOOR! RES! Schuss aus, wir kennen es ja nicht anders von diesen Latin Lovers, aus SPITZESTEM Winkel! Und Shay, der arme Fabrikarbeiter, Jahrgang 1948, den seine Frau mit zehn Kinder allein gelassen hat, streckt sich vergiventlich.

3.

Cox. Ein Mann, der hier auftritt, als wäre sein Name Programm. Heißt auf Indianisch »Zwei Schwänze«. Schießt. Aus allen Rohren. 

20:44 Uhr

David Silva macht Koitus-Bewegungen mit dem Becken. Sehnt sich nach einem Anstoß. Soll er haben. Anstoß.

20:42 Uhr

Jetzt die spanische. Und obwohl sie aussehen wie die Hobbits, gewitzt, freundlich, gesellig, singen sie nicht, sondern hören nur zu bei dieser textlosesten aller Hymnen. Und das mit Mienen wie 13-jährige Tokio-Hotel-Fans beim Kurkonzert auf Norderney. 

20:39 Uhr

Die Iren sehen aus wie diese komischen sprechenden Bäume in »Der Herr der Ringe«. Wobei sie gerade nicht sprechen, aber man kann ahnen, das sie schon mal so was ähnliches getan haben, etwa beim Bierbestellen. Und jetzt singen sie tatsächlich. Ihre Hymne. Chan eil dona, tapadh leibh. Nicht schlecht, danke.

20:36 Uhr

Scholl. Es gab ja mal Leute, die ihn süß fanden. Jetzt, nachdem er sich in seiner Gomez-Kritik verrannt hat, hat er das Image eines gefallenen Kinderstars. Schlimmer eigentlich als Macaulay Culcin. Muss ich jetzt weinen? Moment... Nö.

20:30 Uhr

Dia agus Muire duit, liebe Fans. Wie der Ire sagt. Gott und Maria mit euch. Und der Heilige Giovanni. Der sagt in dem Moment, da wir einschalten: »Las Vegas! Las Vegas! Für uns ist das kein Problem!« Und lacht. Meint er etwa die Machenschaften seiner Landsleute? Weiß er nicht, dass er heute gegen Spanien spielt? Traut sich keiner, es ihm zu sagen? Was denkt er, wo er ist? »Herr Tapattoni, ich habe zwei schlechte Nachrichten für Sie! Die erste: Sie fahren mit Irland zur EM.« – »STRRRRRRUNZ! Und die zweite?« – »Sie haben Alzheimer!« – »Gott sei Dank nicht Irland zur EM!« 

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!