Spanien
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Chile

Spanien-Chile im Liveticker

»Chile ist ja mein Geheimfavorit!« – »Fresse, Hansi. Ich muss
nachdenken.«

Als hätte man über einem sehr feinen Uhrwerk einen Sack rostiger Schrauben geleert: So spielten die Spanier. War es Mourinho? War es die Angst vorm Ausscheiden? Vor den tödlichen Chilenen? Möge dieses Los an uns vorübergehen! Hoffen Hansi, Jogi und der Ticker.

20:55 Uhr

Spanien-Chile. Oder wie Berti Vogts sagen würde: Chpanien-Schile. Viel Chpaß!


20:57 Uhr

Die Hymnen. Wieder ganz laut mitgesungen, ohne Kapelle. Eine tolle neue Tradition. Ein bisschen wie beim Schützenfest morgens um 6, wenn die Top-Fourty-Band schon die Instrumente einpackt und die Dorfjugend noch mal »Freiheit« von Westernhagen zum Besten gibt. Da kriegen sogar die Gänse Menschenhaut.

1.

Anstoß Spanien. Nur ein Ballkontakt. So kennen wir sie! Formkrise überwunden, sag ich jetzt mal.

2.

Doch dann: Chance Chile. Dann noch mal Chance Chile. Also innerhalb von zwei Minuten zwei Mal zwei Wörter, die mit Ch- angfangen. Das muss man erst mal chaffen.

5.

War kurz abgelenkt: Draußen gab es eine Schlägerei. Unter jungen Männern, die ausnahmslos aussahen wie Arturo Vidal. Verblüffend: Vor einem heruntergekommenen Supermarkt in Kreuzberg sieht dieser Phänotyp von zornigem jungem Mann auch nicht weniger behämmert aus als im Fernsehen.

7.

Spanien: Nervös wie Julio Iglesias, wenn er um 1:30 Uhr noch keine Frau mit aufs Hotelzimmer hat nehmen können. Und in der Bar sitzen nur noch chilenische Bauarbeiter.

11.

Noch 0:0. Und del Bosque schreitet an der Seitenlinie entlang wie ein depressiver Barbapapa. Formt er sich gleich selbst zum Weltmeisterpokal und erklärt das Turnier für beendet?

14.

Wäre Spanien eine Band, hätte sie sich 2012 auflösen müssen. Aber all die Kohle aus Greatest-Hits-Alben und Konzerten vor kreischenden Hausfrauen war wohl zu verlockend. Jetzt Freistoß von Xabi Alonso, dem Ozzy Osbourne des Weltfußballs.

18.

Und jetzt irren sie durch den eigenen Strafraum wie Black Sabbath über die Bühne, wenn das Licht ausgefallen ist. Und die Chilenen lachen über das, was diese Opas mal zustande gebracht haben sollen, als sie selbst noch gar nicht geboren waren, sie spucken ihnen auf die Toupets, sie feixen, sie machen das 1:0. Und Xabi Osbourne sagt zu Iker Iommi: »Wir sind tot?«

20.

Und als ein Lakai ihm den Spielstand zuflüstert, knallt irgendwo in Afrika Juan Carlos noch ein paar Elefanten ab. Jetzt ist es ja auch egal.

23.

Wird Spanien nach dem 1. FC Nürnberg der erste Meister sein, der absteigt?

26.

Was machen eigentlich die Fußballhipster, wenn Chile als Favorit gar nicht mehr so geheim ist? Kaufen sie sich dann Neukölln-Trikots?

29.

Den Spanien-Fans zum Troste: Es sieht immer noch aus wie auf der Playstation. Aber als wäre dem bekifften Spieler das Controll-Pad beim Einpennen aus der Hand gefallen.

32.

Ich sag mal so: Wenn ich die Midlife-Crisis hätte, in der Kabine an mir herunterguckte und sähe, dass alles nicht mehr so straff ist wie früher, wenn ich dann auf dem Platz merkte, die Bänder sind zu kurz, wenn ich mich währenddessen erinnerte, dass meine Frau mit diesem jungen Nachwuchsarsch ein bisschen zu lange gesprochen hat vor meiner Abreise nach Brasilien – dann wäre das Letzte, worauf ich Bock hätte, gegen diese Chilenen zu spielen. 

35.

Werden Altherrenspiele nicht eigentlich nach 35 Minuten abgepfiffen? Gnade mit Spanien!

37.

Del Bosque zu seinem Co-Trainer: »Und all das wird eines Tages mal dir gehören, mein Sohn.« Co-Trainer: »Neee! Lass mal, Alter. Ich will studieren.«

40.

Es wird immer trauriger: Xabi Alonso mit dem Frustfoul. Das ist, als würde man Roger Federer beim Tischtennis-Rundlauf im Park sehen, wenn er seinen Schläger vor Wut an der Mülltonne zertrümmert.

43.

Tor. Erst Freistoß Chile. Dann Casillas mit der schlechtesten Faustabwehr seit Axel Schulz. Nachschuss, drin. 2:0. Und wie aus heiterem Himmel sitzt Friedhelm Funkel auf der Tribüne hinter Vicente del Bosque und lässt sich als dessen Nachfolger handeln.

45.

Was man sonst nur sieht, wenn deutsche Touristen auf die Plaza de Colón gekotzt haben, passiert nun bei dieser WM: Kopfschüttelnde Spanier verlassen den Platz.

21:50 Uhr

»Spanien fehlen die beiden Ws«, meint Scholl. Wum und Wendelin? Waren die 2010 noch dabei?

21:57 Uhr

In der Kabine fächelt Manfred Wolke Iker Casillas, dem Axel Schulz des Weltfußballs, mit dem Handtuch Luft zu und krächzt: »Janz ruhich, Iker. Det looft. Du bist zwei Runden vorne! Det looooft.«

22:00 Uhr

Und nebenan lacht Chiles Trainer Jorge Sampaoli sich ins Fäustchen: »Chi, chi, chi!«

46.

In Bezug auf die Vergleiche zwischen Spanien und Black Sabbath merkt ein engagierter Leser an, Ozzy habe neulich auf einem Konzert »sowohl einer Taube als auch einer Fledermaus den Kopf abgebissen«. Das ist dann auch genau das, was die Spanier vor dem Wiederanstoß vollführen. Wenn sonst nichts hift!

47.

Was haben Andres Iniesta und ein kleiner blasser Junge, dem im Freibad die Klamotten geklaut wurden, gemeinsam? Sie sind nicht wieder aus der Kabine gekommen.

48.

Chance Chpanien. Chpannung.

50.

Es geht unaufhörlich bergab. David Silva jetzt mit dem Poldi-Daumen. Nicht mit dem Poldi-WM-2014-Daumen, sondern mit dem Poldi-Köln-Daumen. Botschaft: »Wenn ich wüsste, was Resignation bedeutet, würde ich resignieren.«

52.

Freistoß Spanien. Ramos führt mit dem Kopf aus. Hat er auch schon mal besser gemacht.

53.

Und dann zuckt der tote Stier, den sie schon aus der Arena karren wollten, doch noch mal: Fallrückziehervorlage, dann Busquets: Allein wie ein überforderter Sachbearbeiter im Arbeitsamt von Bilbao, doch – er – trifft – das – leere – Tor – nicht. Unfassbar. Vicente del Bosque schlägt die Hände überm Kopf zusammen, lässt sie dann einfach da oben und sagt zur Stadionpolizei: »Verhaften Sie mich. Ich bekenne mich schuldig.« Große Geste.

56.

Leser Dirk Waterböhr bringt mich auf einen Gedanken. Das hier ist, man wollte es ja ohnehin kaum glauben, gar kein Fußballspiel, das sind vielmehr irgendwelche südamerikanischen Karl-May-Festspiele: Die Inka treiben die Conquistadoren zurück ins Meer! Na, dann...

60.

Iker »Axel« Casillas mittlerweile mit einer Fackelmann-Kappe. Gegen die untergehende Sonne einer spanischen Ära. Ob’s hilft?

64.

Costa geht, Torres kommt. Und mit ihm läuft ein sehr eifriger Philipp Lahm mit aufs Feld, bellt: »Du triffst heute nicht! DU nicht!«

66.

Hab mir gerade für eine Sekunde drei Chilenen mit einem Mario Götze im Zweikampf vorgestellt. Verzweifelte Gesichter. Bei Götze und mir. Kann nicht für immer Vorrunde sein?

68.

Exemplarische Chance der Chilenen: Ein Pass, der wie ein Abschlag aussieht, eine Flanke, die wie ein Schuss aussieht, ein Schuss, der wie eine Grätsche aussieht. Alles ist eine Spur härter als bei allen anderen. Spieler aus Stahl. Wie sind die nur durch die Metalldetektoren am Flughafen gekommen? Wahrscheinlich sind sie aus Chile nach Brasilien gejoggt.

71.

Für die Heatmap der Chilenen muss eine neue Farbe erfunden werden: röter als rot, heißer als heiß. Am besten, die Fußball-Informatiker verbrennen ihre Computer gleich an Ort und Stelle.

74.

Del Bosque lässt Brillen an seine Spieler verteilen. Sein letztes taktisches Mittel: Brillenträger schlägt man nicht.

77.

Kinder, wie ich mich schon auf Spanien gegen Australien freue! Ein Klassiker der Bedeutungslosigkeit.

80.

Als hätte man über einem sehr feinen Uhrwerk einen Sack rostiger Schrauben geleert: So spielen die Spanier. War es Mourinho?

83.

Als hätte der Fußballsatan die Bande kurzgeschlossen und würde darüber jetzt seine Verse senden: »All in or nothing: I’m lovin it!« Dann lacht er, mit seinen neuen Zähnen, die er sich aus den Goldmedaillen der Spanier hat machen lassen.

87.

Jorge Sampaoli und Luis van Gaal sind mir schon so zwei Feierbiester. Doch während der Holländer nach einem Sieg in der Kellerbar so lange Portwein trinkt und mit seiner Frau tanzt, bis er in deren Dekolleté einschläft, fährt der Chilene gleich mit seinem weißen Techno-Cabrio aufs Feld und verteilt Energydrinks aus dem Kofferaum.

90.

Sechs Minuten Nachspielzeit. Schafft es der eilends herbeitelefonierte Carles Puyol noch rechtzeitig vom Flughafen hierher, um mit dem Ball unterm Arm drei Mal ins Tor zu rennen?

95.

Auf der spanischen Bank: Gesichter, mit denen man ganz gut eine Grafik zur Jugendarbeitslosigkeit in Spanien unterlegen könnte. Und Piquet denkt sich: »Hätte ich doch bloß was Anständiges gelernt!«

96.

Und Schluss. Die Spanier werden von tätowierten, matrosenhaften, sehnigen, knallharten, schnellen, schlauen, unermüdlichen, stolzen Chilenen besiegt, die ganz offenbar für etwas wesentlich Größeres kämpfen, als einfach nur noch berühmter zu werden. Eine Mannschaft, vor der man zittern muss. »Chile ist ja mein Geheimfavorit!«, sagt im Lounge-Zelt in Campo-Bahia Hansi Flick ganz schlau. Und Jogi Löw sagt stimmlos: »Fresse, Hansi. Ich muss nachdenken.« Möge dieses Los an uns vorübergehen. Einstweilen gute Nacht, liebe Fans.

96.

Und Schluss. Die Spanier werden von tätowierten, matrosenhaften, sehnigen, knallharten, schnellen, schlauen, unermüdlichen, stolzen Chilenen besiegt, die ganz offenbar für etwas wesentlich Größeres kämpfen, als einfach nur noch berühmter zu werden. Eine Mannschaft, vor der man zittern muss. »Chile ist ja mein Geheimfavorit!«, sagt im Lounge-Zelt in Campo-Bahia Hansi Flick ganz schlau. Und Jogi Löw sagt stimmlos: »Bitte sei mal ein paar Minuten leise, Hansi. Ich muss nachdenken.« Möge dieses Los an uns vorübergehen. Einstweilen gute Nacht, liebe Fans.

95.

Auf der spanischen Bank: Gesichter, mit denen man ganz gut eine Grafik zur Jugendarbeitslosigkeit in Spanien unterlegen könnte. Und Piquet denkt sich: »Hätte ich doch bloß was Anständiges gelernt!«

90.

Sechs Minuten Nachspielzeit. Schafft es der eilends herbeitelefonierte Carles Puyol noch rechtzeitig vom Flughafen hierher, um mit dem Ball unterm Arm drei Mal ins Tor zu rennen?

87.

Jorge Sampaoli und Luis van Gaal sind mir schon so zwei Feierbiester. Doch während der Holländer nach einem Sieg in der Kellerbar so lange Portwein trinkt und mit seiner Frau tanzt, bis er in deren Dekolleté einschläft, fährt der Chilene gleich mit seinem weißen Cabrio aufs Feld und verteilt Energydrinks aus dem Kofferaum.

83.

Als hätte der Fußballsatan die Bande kurzgeschlossen und würde darüber jetzt seine Verse senden: »All in or nothing: I’m lovin it!« Dann lacht er und macht sich neue Zähne aus den Goldmedaillen der Spanier.

80.

Als hätte man über einem sehr feinen Uhrwerk einen Sack rostiger Schrauben geleert: So spielen die Spanier. War es Mourinho?

77.

Kinder, wie ich mich schon auf Spanien gegen Australien freue! Ein Klassiker der Bedeutungslosigkeit.

74.

Del Bosque lässt Brillen an seine Spieler verteilen. Sein letztes taktisches Mittel: Brillenträger schlägt man nicht.

71.

Für die Heatmap der Chilenen muss eine neue Farbe erfunden werden: röter als rot, heißer als heiß. Am besten, die Fußball-Informatiker verbrennen ihre Computer gleich an Ort und Stelle.

68.

Exemplarische Chance der Chilenen: Ein Pass, der wie ein Abschlag aussieht, eine Flanke, die wie ein Schuss aussieht, ein Schuss, der wie eine Grätsche aussieht. Alles ist eine Spur härter als bei allen anderen. Spieler aus Stahl. Wie sind die nur durch die Metalldetektoren am Flughafen gekommen? Wahrscheinlich sind sie aus Chile nach Brasilien gejoggt.

66.

Hab mir gerade für eine Sekunde drei Chilenen mit einem Mario Götze im Zweikampf vorgestellt. Verzweifelte Gesichter. Bei Götze und mir. Kann nicht für immer Vorrunde sein?

64.

Costa geht, Torres kommt. Und mit ihm läuft ein sehr eifriger Philipp Lahm mit aufs Feld, bellt: »Du triffst heute nicht! DU nicht!«

60.

Iker »Axel« Casillas mittlerweile mit einer Fackelmann-Kappe. Ob’s hilft?

56.

Leser Dirk Waterböhr bringt mich auf einen Gedanken. Das hier ist, man wollte es ja ohnehin kaum glauben, gar kein Fußballspiel, das sind irgendwelche südamerikanischen Karl-May-Festspiele: Die Inka treiben die Conquistadoren zurück ins Meer! Na, dann...

53.

Und dann zuckt der tote Stier, den sie schon aus der Arena karren wollten, doch noch mal: Fallrückziehervorlage, dann Busquets: Allein wie ein Sachbearbeiter im Arbeitsamt von Bilbao, doch – er – trifft – das – leere – Tor – nicht. Unfassbar. Vicente del Bosque schlägt die Hände überm Kopf zusammen, lässt sie dann einfach da oben und sagt zur Stadionpolizei: »Verhaften Sie mich. Ich bekenne mich schuldig.« Große Geste.

52.

Freistoß Spanien. Ramos führt mit dem Kopf aus. Hat er auch schon mal besser gemacht.

50.

Es geht aufhörlich bergab. David Silva jetzt mit dem Poldi-Daumen. Nicht mit dem Poldi-WM-2014-Daumen, sondern mit dem Poldi-Köln-Daumen. Botschaft: Wenn ich wüsste, was Resigantion bedeutet, würde ich resignieren.

48.

Chance Chpanien. Chpannung.

47.

Was haben Andres Iniesta und ein kleiner blasser Junge, dem im Freibad die Klamotten geklaut wurden, gemeinsam? Sie sind nicht wieder aus der Kabine gekommen.

46.

In Bezug auf die Vergleiche zwischen Spanien und Black Sabbath merkt ein engagierter Leser an, Ozzy habe neulich auf einem Konzert »sowohl einer Taube als auch einer Fledermaus den Kopf abgebissen«. Das ist dann auch genau das, was die Spanier vor dem Wiederanstoß vollführen.

22:00 Uhr

Und nebenan lacht Chiles Trainer Jorge Sampaoli sich ins Fäustchen: »Chi, chi, chi!«

21:57 Uhr

In der Kabine fächelt Manfred Wolke Iker Casillas, dem Axel Schulz des Weltfußballs, mit dem Handtuch Luft zu und krächzt: »Janz ruhich, Iker. Det looft. Du bist zwei Runden vorne!
Det looooft.«

21:50 Uhr

»Spanien fehlen die beiden Ws«, meint Scholl. Wum und Wendelin? Waren die 2010 noch dabei?

45.

Was man sonst nur sieht, wenn deutsche Touristen auf die Plaza de Colón gekotzt haben, passiert nun bei dieser WM: Kopfschüttelnde Spanier verlassen den Platz.

43.

Tor. Erst Freistoß Chile. Dann Casillas mit der schelchtesten Faustabwehr seit Axel Schulz. Nachschuss, drin. 2:0. Und wie aus heiterem Himmel sitzt Friedhelm Funkel auf der Tribüne hinter Vicente del Bosque und lässt sich als dessen Nachfolger handeln.

40.

Es wird immer trauriger: Xabi Alonso mit dem Frustfoul. Das ist, als würde man Roger Federer beim Tischtennis-Rundlauf im Park sehen, wie er seinen Schläger vor Wut an der Mülltonne zertrümmert.

37.

Del Bosque zu seinem Co-Trainer: »Und all das wird eines Tages mal dir gehören, mein Sohn.« Co-Trainer: »Neee! Lass mal, Alter. Ich will studieren.«

35.

Werden Altherrenspiele nicht eigentlich nach 35 Minuten abgepfiffen? Gnade mit Spanien!

32.

Ich sag mal so: Wenn ich die Midlife-Crisis hätte, in der Kabine an mir herunterguckte und sähe: Alles nicht mehr so straff wie früher, wenn ich dann auf dem Platz merkte, die Bänder sind mehr so elastisch wie früher, wenn ich mich währenddessen erinnerte, dass meine Frau mit diesem jungen Nachwuchsarsch ein bisschen zu lange gesprochen hat vor meiner Abreise nach Brasilien – dann wäre das Letzte, worauf ich Bock hätte, gegen diese Chilenen zu spielen. 

29.

Den Spanien-Fans zum Troste: Es sieht immer noch aus wie auf der Playstation. Aber als wäre dem bekifften Spieler das Controll-Pad beim Einpennen aus der Hand gefallen.

26.

Was machen eigentlich die Fußballhipster, wenn Chile als Favorit gar nicht mehr so geheim ist? Kaufen sie sich dann Neukölln-Trikots?

23.

Wird Spanien nach dem 1. FC Nürnberg der erste Meister sein, der absteigt?

20.

Und als ein Lakai ihm den Spielstand zuflüstert, knallt irgendwo in Afrika Juan Carlos noch ein paar Elefanten ab. Jetzt ist es ja auch egal.

18.

Und jetzt irren sie durch den eigenen Strafraum durch den Strafraum wie Black Sabbath über die Bühne, wenn das Licht ausgefallen ist. Und die Chilenen lachen über das, was diese Opas mal zustande gebracht haben sollen, als sie selbst noch gar nicht geboren waren, sie spucken ihnen auf die Toupets, sie feixen, sie machen das 1:0. Und Xabi Osbourne sagt zu Iker Iommi: »Wir sind tot?«

14.

Wäre Spanien eine Band, hätte sie sich 2012 auflösen müssen. Aber all die Kohle aus Greatest-Hits-Alben und Konzerten vor kreischenden Hausfrauen war wohl zu verlockend. Jetzt Freistoß von Xabi Alonso, dem Ozzy Osbourne des Weltfußballs.

11.

Noch 0:0. Und del Bosque schreitet an der Seitenlinie entlang wie ein depressiver Barbapapa. Formt er sich gleich selbst zum Weltmeisterpokal und erklärt das Turnier für beendet?

7.

Spanien: Nervös wie Julio Iglesias, wenn er um 1:30 Uhr noch keine Frau mit aufs Hotelzimmer hat nehmen können. Und in der Bar sitzen nur noch chilenische Bauarbeiter.

5.

War kurz abgelenkt: Draußen gab es eine Schlägerei. Unter jungen Männern, die ausnahmslos aussahen wie Arturo Vidal. Verblüffend: Vor einem heruntergekommenen Supermarkt in Kreuzberg sieht dieser Phänotyp von zornigem jungem Mann auch nicht weniger behämmert aus als im Fernsehen.

2.

Doch dann: Chance Chile. Dann noch mal Chance Chile. Also innerhalb von zwei Minuten zwei Mal zwei Wörter, die mit Ch- angfangen. Das muss man erst mal chaffen.

1.

Anstoß Spanien. Nur ein Ballkontakt. So kennen wir sie! Formkrise überwunden, sag ich jetzt mal.

20:57 Uhr

Die Hymnen. Wieder ganz laut mitgesungen, ohne Kapelle. Eine tolle neue Tradition. Ein bisschen wie beim Schützenfest morgens um 6, wenn die Top-Fourty-Band schon die Instrumente einpackt und die Dorfjugend noch mal »Freiheit« von Westernhagen zum Besten gibt. Da kriegen sogar die Gänse Menschenhaut.

20:55 Uhr

Spanien-Chile. Oder wie Berti Vogts sagen würde: Chpanien-Schile. Viel Chpaß!


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