Schweiz
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Ecuador

Schweiz – Ecuador im Liveticker

Behramich mir ein!

90 Minuten Qual für drei Minuten Drama. Was klingt wie ein liebloses Date, entpuppte sich als unsere Verabredung mit der Partie Schweiz – Ecuador. Als wir schon gehen wollten, kamen die Nachspielzeit und Valon Behrami, der durchhielt, wo andere schlappmachten. Will doch nur kuscheln: der 11FREUNDE-Ticker.

Los geht´s um 17:45!

Nur echt mit Fabian »Bergriegel« Jonas und Gareth »Reinhold Messners Füße« Joswig.

17:45 Uhr

Guten Tag. ZDF-Azubi Brazzo stellt seinem Ex-Chef Ottmar Hitzfeld genau jene Fragen, die ihn als Aktiven tödlich gelangweilt haben. Wobei ich das vielleicht relativieren muss: Fragen, von denen ich immer annehme, dass sie aktive tödlich langweilen, Brazzo hingegen schien schon immer ziemlich schmerzfrei zu sein und wie möglicherweise gar nicht so wenige Proffis (Hitzfeld) froh, sein gewohntes Programm abspielen zu können. Ja gut, äh, ich sach mal...

17:47 Uhr

Just in diesem Moment erreicht uns ein Leserbrief von Robert T. zum WM-Sonderheft, den Ihr in voller Länge möglicherweise im nächsten Heft nachlesen könnt. Hier aber mal die Quintessenz:

"In der Rubrik Stammtisch weisen Sie auf die Dominanz der Bundesliga im Kader der Schweizer „Nati“ hin. Auch ich freue mich über den hohen Anteil der Bundesligaspieler. Allerdings versuchen Sie sich dann in den letzten beiden Anmerkungen im humoristischen Terrain, was leider aus meiner Sicht völlig daneben gegangen ist."

Na dann viel Spaß heute, Herr T.

17:49 Uhr

Moin auch von mir, liebe WM-Freunde. Gewohnt gefühlsduselig im ZDF-Fernsehgarten begrüßen uns Oli und Oli. Klingt ein bisschen nach schlecht produzierter Popmusik, ist aber gefühlsecht: »Die Ecuadorianischen Spieler haben sich nach dem Warmmachen noch einmal umarmt«, merkt Welke an. Gruppenkuscheln auf der Weltbühne, kann losgehen. Aber wer umarmt mich?

17:54

Eine investigative Blitzrecherche hat soeben ergeben, dass ich sehr viele Schweizer kenne, in einen von ihnen, den aus Lörrach, sogar mal schwer verliebt war, ehe wir uns etwas auseinanderlebten, kaum ein ecuadorianischer Name mir etwas sagt (den Namen Gruezo von Stuttgart hab ich mal gehört, aber für ein Maskottchen gehalten) und ich nicht gedacht hätte, dass es usbekische Schiedsrichter überhaupt gibt.

17:55 Uhr

Hab spaßeshalber mal die Hymnen-Untertitel auf der vielbeworbenen ZDF-Text-Seite 888 aufgerufen. Klingt alles sehr pathetisch-national. Natis raus!

17:58 Uhr

Die Fifa-Grafik für die Aufstellung erinnert ein wenig an Speed-Dating im Laboratory. Ich nehm den kleinen mit der lustigen Frisur. Shaq Attack!

17:58 Uhr

Ecuador mit der Ramba-Zamba-Hymne, die aber erst sehr spät auf Touren kommt. Was sie mit Wolf-Dieter Poschmann gemein hat, der dieses Spiel kommentieren soll. Obwohl er das gar nicht kann. Verrückt.

1.

Wenig überraschend: Anstoß. Sehr überraschend: Mein Kater von gestern ist auf den Punkt wie weggeblasen. Danke, WM, du mein Lebenselixier!

3.

Bloß eines nervt: Die dröhnende Leichtathletik-Stimme von Poshi. Und zwar leider nicht Posh Spice.

4.

Ecuador schon mit der zweiten Ecke. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Denn soviel haben die Ecken in etwa eingebracht: nichts.

6.

Lichtsteiner flitzt auf der Suche nach einem »en« über den rechten Flügel. Schlägt dann eine halbherzige Flanke auf Drmic. Aber der hat auch keine Vokale über.

8.

Poshi Spice glänzt mit Insiderinformationen: In der Vorbereitung hatte eigentlich Schär die Nase vorn in der Innenverteidigung. Aber dann musste er auf Revival-Weltournee zusammen mit Sonny. Sieht ja immer noch so jung aus.

12.

Bin ich eigentlich so etwas wie der Wolf-Dieter Poschmann von 11FREUNDE, wenn ich auffällig viele Spiele mit seiner Beteiligung zugeteilt bekomme? Hoho! Das wäre ja ein Ding! Und ich dachte, das wäre ausgelost worden! So geht’s ja nicht. Nein, nein. Hallo! Hört mich jemand? Hallo? Schwester!

15.

Ich sag’s mal so: Es ist jetzt nicht die beste Anfangsviertelstunde der Fußballgeschichte. Weswegen ein, gemessen an seinen Möglichkeiten, Schüsschen von Shaqiri als Chance herhalten muss, Poschmann jedenfalls schreit, und das bedeutet: Chance. Weiß doch jeder.

18.

Wenn man sich Shaqiris Statur so anschaut: Warum gab es seitens der Schweiz eigentlich noch keine Versuche, Tim Wiese einzubürgern?

20.

Poschi schreit nochmal ein bisschen, aber damit muss ich euch jetzt wirklich nicht behelligen. Vielmehr werde ich mich fortan darum bemühen, Freude an Mittelfeldgeplänkel zu entwickeln. Und Fouls. Hmmm, Fouls.

21.

TOOOOOR, bzw. GOOOOOOOL! Ayovi buttert einen Freistoß von der rechten Strafraumgrenze aus auf den Kopf von Enner Valencia. Der Schiedsrichter hat noch ein bisschen Sprühsahne auf die Kirsche gegeben. Lecker.

23.

Die Schweizer Defensive beim Gegentor:

28.

Die Schweizer wirken etwas unbeteiligt. Fast schon neutral. Trotz Fifa-Weltrangliste lassen sie sich hier den Appenzeller vom Brot klauen. Das würde anders aussehen, wenn das hier das Unspunnensteinstoßen in Interlaken wäre. Ist es aber nicht. WM, bloody hell.

31.

Und noch mal das Tor, diesmal in Zeitlupe aus Benaglios Sicht: Eine ganze Viererkette im Strafraum und kein Glied (in jedem Sinn des Wortes) springt hoch.

33.

Hier mal für Interessierte und Leser mit ähnlich gelagerten Vorlieben zur Beruhigung der aktuelle Spielstand auf meinem Schreibtisch: Wasser – Bier (Beides zu Anpfiff geholt) 0:3 (in Centilitern).

34.

Die Schweizer kommen dem Tor langsam etwas näher, hier eine ganz passable Kopfballchance nach ner Ecke, da ein Schüsschen von Shaqiri, den Poschmann hartnäckig »Tschaqiri« nennt. Mmeine Güte, man wird bescheiden.

37.

»Jaaaaaaaaa! Warum nicht mal mit Fernschüssen«, fragt Poschmann nach einem weiteren Schüsschen. »Warum ausnahmslos mit Fernschüssen?«, frage ich angesichts des nutzlosen Geballeres der Schweizer.

40.

Das Spiel wird rüder. Rueda (Trainer Ecuador) gefällt’s. Tshaqiri weniger.

41.

Shaqiri semmelt einen Freistoß ins Toraus. »Entweder hat er zuviel Kraft oder der Ball ist zu leicht«, baut sich Poschi seine Welt einfach um die Realität herum. Faselt dann noch irgendetwas von Zaubermüsli, das er heute morgen gegessen hat. Hätte er wohl besser nicht gesagt. Aber Kommentator beim ZDF sein, ist wenn man trotzdem redet.

44.

Im Gegensatz zu den Schweizern und Poschi hatten die Ecuadorianer anscheinend ein zünftiges Bircher-Müsli. Erkämpfen sich Chance um Chance, während die Eidgenossen offenbar nur Koka-Blätter gefrühstückt haben. Hat wohl jemand die Speisepläne vertauscht.

Halbzeit, 18:46 Uhr

Ottmars Eidgenossen waren hier in etwa so gefährlich wie die traditionelle Bewaffnung der Schweizergarde. Kommen offenbar nicht mit der Höhenluft klar. Schweiz´ Viererkette sollte sich lieber Schwyzerörgeliquartett nennen. Die Ecuadorianer jodelten durch den Schweizer Strafraum wie sie wollten. Wir rauchen erst mal ein Zaubermüsli durch ein Andenhorn!

18:50 Uhr

Halbzeit. Breaking News in den »heute«-Nachrichten. Der zuvor schon fitte Neuer hat sich heute »richtig fit« gemeldet. Lesen Sie morgen: Neuer meldet sich oberfit!

18:53 Uhr

WM, schön und gut, aber diese Kakophonie aus Weltmusik mit singenden Kinderstimmen, Sambarhythmen, Oliver Kahn, und ZDF-Mediathek-Werbespots machen mir ein etwas flaues Gefühl im Magen. Aber vielleicht ist es auch das Zaubermüsli.

18:55 Uhr

Was mir ja erst jetzt bei Ansicht einer Zeitlupe auffällt: Ronald Schill, in einem früeheren Leben einmal ein »Richter Gnadenlos«, hat sich von seinem Schnupfen anscheinend bestens erholt und fungiert mittlerweile als Betreuer für die Schweizer Nati. Wo bleibt dann aber die rechtsstaatliche Offensive?

18:57 Uhr

Oliver Kahn beschwert sich über fehlende Rochaden im Schweizer Spiel. Eröffnet dann mit Schäfer-Zug und kündigt an: »Matt in fünf Zügen.« So wie ich damals in der achten Klasse.

18:58 Uhr

Vorbericht über Portugal, für morgen. Zwangsläufig also ein Vorbericht über IHN, CR7, über den schon alles vor- und nachberichtet wurde, was überhaupt denkbar ist (»Er duldet kein einziges Härchen an seinem Körper«). Der Newswert ist also überschaubar. Vielleicht das hier: »Es ist immer wichtig, fit zu sein.« (Joao Moutinho)

45.

»Wir freuen uns auf die zweite Halbzeit«, lügt sich Welke selbst in die Tasche. Poshi dann folgerichtig: »Freuen?« Keine Pointe. Immerhin: Anpfiff.

47.

TOR! SCHWYZ! Auf einmal ist die Freude auch bei Poschi wieder da. »Alles wieder offen«, posaunt er. Die alten Wunden, das ecuadorianische Tor, das Spiel. Die Vorlage von einem Spieler mit einem durchschnittlichen schweizerischen Namen: Rodriguez! Tor: Mehmedi: per: Kopf. Kippt jetzt der Schweizer Volksentscheid über die Zuwanderung?

52.

Auf der anderen Seite: ein weiterer Freistoß für Ecuador mit schön viel Sprühsahne. Aber offenbar zuviel, der Ecuadorianer flankt den Ball ins Nichts. Zuviel FCKW.

55.

Das Schweizer Tor in der Kurzfassung. Ecke Rodriguez, Mehmedi sagt »Gruezi«, Gruezo sagt »Gruezo, es heißt Gruezo, mit o, wie in GOOOOOOOOOOL«, 1:1.

60.

Scheint ein neuer Trend im Weltfußball zu sein, dass die Mannschaft, die gerade nicht das Momentum auf ihrer Seite hat, es einfach aus allen Lagen probiert. Ein Schuss von Valencia streicht nur knapp vorbei. Vielleicht sollte man Entwicklungen im Weltfußball aber auch nicht gerade am Spiel Schweiz – Ecuador festmachen.

62.

Poschmann versucht auf sich selbst überleiten, greift das Wort »überschaubar« aus dem letzten Satz auf, baut es in den nächsten ein, um Werbung für seinen Arbeitgeber machen zu können, elegant, wie es nur die ganz Großen vermögen, die werden schon noch erkennen müssen beim ZDF, was sie an ihm haben, das Finale mindestens muss her, verwechselt dabei nur leider »überschaubar« mit »übersichtlich«. »Überschaubar ist auch unser Angebot im Internet«. Dafür blinkt es überall so schön, Poschi.

66.

Geht ganz hübsch hin und her mittlerweile, als wäre den Mannschaft erst jetzt aufgefallen, das die vorher so apokalyptisch beschriebenen äußeren Bedingungen bei 20 Grad eigentlich gar nicht so schlimm sind, geben plötzlich alle noch mal Gas, Benaglio hält.

69.

TOOOOR! Nicht. Poschi und ich hatten schon einen Urschrei auf den Lippen, aber der Schiedsrichter mit dem klangvollen Namen Ravshan Irmatov macht uns einen Strich durch die Rechnung. Bisher noch keine Fehlentscheidung, übrigens. Nicht.

70.

Der Ecuadorianische Stürmer Caicedo muss gehen. Wirkt ein bisschen so als sei er kürzlich aus der JVA Moabit ausgebrochen. Die tätowierte Träne unter seinem Auge tut dem keinen Abbruch. Hat wohl auch die Bosstransformation von Kollegah mitgemacht. Damit wäre Tim Wiese wohl die einzige Person auf der Welt mit noch mehr Juice in den Muckis.

74.

Seit Mehmedi drin ist, wirkt die Schweiz wie aufgedreht. Shaqiri mit der nächsten Großchance, nagelt die Pille ans Außennetz. Hitzfelds Händchen müsste man haben. Dann wird das auch was mit dem Nachbarn, äh Tippspiel.

75.

Hammer, das klarste Abseitstor aller Zeiten war gar kein Abseits. Wir wollten erst nicht mal davon berichten, so einsam war Drmic bei seinem Treffer, da zeigt die Zeitlupe: Der letzte Schweizer war eine halbe Stunde vorher am Ball, da war Drmic zwar gerade Getränke holen, aber nicht im Abseits. Wird in Usbekistan vielleicht anders gepfiffen.

79.

Sollen wir uns jetzt eigentlich über die erneute Fehlentscheidung aufregen oder mal lieber die Schnauze halten, weil wir es auch nicht gesehen haben, liebe Fans? Schreibt uns an online@11freunde.de. Zu gewinnen gibt es ein Meet & Greet mit Richter Gnadenlos.

80.

Immerhin scheinen sich die Schweizer durch den Abeitstreffer daran erinnert haben, dass sie dieses Spiel doch eigentlich als Favorit angegangen sind und auch gewinnen wollten. Vielleicht jetzt durch einen Freistoß? Der dann natürlich ein Sprühsahnefreistoß wäre?

81.

Nein, Shaqiri in die Mauer, reklamiert wild gestikulierend Handspiel, wir reklamieren nicht weniger empört einen beschissenen Freistoß.

82.

Das Spielt nimmt deutlich an Höhenmetern auf. Rote Blutkörperchen bewähren sich am Ende. Eben ist der Ball noch da - jetzt ist er schon wieder da. Mehr Dada gab´s zuletzt im Zürcher Cabaret Voltaire.

84.

Djourou sieht Gelb nach einem taktischen Foul. Beim HSV hätte er sich vermutlich beim Grätschversuch die Hüfte gebrochen. Aber hier: Chance vereitelt, weiter 1:1.

86.

Poschi nervt der Schiri-Rasierschaum langsam: »Was hier an Zeit verströmt!« Und während wir unser Konzept von Zeit noch einmal neu überdenken, hämmert Ayovi den Ball aufs Schweizer Tor. Doch Benaglio ist im hier und jetzt und lässt ihn prallen.

87.

Apropos Zeit: Noch ca. fünf Minuten. Aber das ist relativ.

89.

»Was tun?«, raunt Poschmann. »Die Entscheidung erzwingen?« Nein, lieber nicht, aber höflich drum bitten könnte man ja mal.

92.

Witzig ist ja immerhin mitanzusehen, dass auf dem Feld nicht einer zu wissen scheint, ob er jetzt das Spiel schnell machen oder den Ball halten soll. Wo ist die Schwarmintelligenz, wenn man sie wirklich braucht?

93.

Die Schlussphase: Beide Mannschaften laufen wie rivalisierende Hühnerhaufen über den Platz. Ich glaub, ich brauch einen Korn.

93.

Allein für diese letzte Minute hat sich alles, alles, alles gelohnt. Erst Monsterchance für Ecuador, aber der Ecuadorianer verwechselt sich mit Robben, wird abgeblockt, im Gegenzug macht sich Behrami auf den Weg, wird per Open-Ice-Hit frontal umgehauen, steht aber einfach auf, läuft weiter, spielt ab, und kurz darauf macht Seferovic, von dem ich noch nie gehört habe, auch nicht in diesem Spiel, das TOOOOOOOOR zum 2:1. Was unfassbar geil ist, nicht, weil wir Eurozentristen wären, sondern wegen des Abseitstors vorher, und weil Behrami einfach wieder aufgestanden ist, wo andere sich hätten wegtragen lassen.

95.

Wahnsinn! Aus! Aus! Aus! Buzzer-Beater von der Schweiz eingeleitet durch Eidgenossen-Terminator Behrami. Wird umgetaschenmessert im Mittelfeld, der Schiri lässt weiter laufen, Behrami steht auf wie ein T1000 und läuft auch weiter. Leitet mit dem anschließenden Seitenwechsel das Siegtor ein. Un-glaub-lich. Wenn Oliver Kahn gleich »immer weiter machen« sagt, muss ich weinen. Gutegüte. Die Nerven.

20 Uhr

90 Minuten Qual für 3 Minuten Drama. Ein Spiel wie ein liebloses Date. Wir verabschieden uns versöhnt mit dem Spiel und, weil Urs Meier uns darauf hinweist, auch versöhnt mit dem Schiedsrichter, der seinen Fehler beim nicht gegebenen Tor gutmacht, indem der den Vorteil für Behrami, von dem er eigentlich nicht wissen konnte, dass er sich noch ergeben würde, hat laufenlassen. Viel Spaß gleich bei Frankreich – HonSieras. Tschüssi.

20 Uhr

90 Minuten Qual für 3 Minuten Drama. Ein Spiel wie ein liebloses Date. Wir verabschieden uns versöhnt mit dem Spiel und, weil Urs Meier uns darauf hinweist, auch versöhnt mit dem Schiedsrichter, der seinen Fehler beim nicht gegebenen Tor gutmacht, indem der den Vorteil für Behrami, von dem er eigentlich nicht wissen konnte, dass er sich noch ergeben würde, hat laufenlassen. Viel Spaß gleich bei Frankreich – HonSieras. Tschüssi.

95.

Wahnsinn! Aus! Aus! Aus! Buzzer-Beater von der Schweiz eingeleitet durch Eidgenossen-Terminator Behrami. Wird umgetaschenmessert im Mittelfeld, der Schiri lässt weiter laufen, Behrami steht auf wie ein T1000 und läuft auch weiter. Leitet mit dem anschließenden Seitenwechsel das Siegtor ein. Un-glaub-lich. Wenn Oliver Kahn gleich »immer weiter machen« sagt, muss ich weinen. Gutegüte. Die Nerven.

93.

Allein für diese letzte Minute hat sich alles, alles, alles gelohnt. Erst Monsterchance für Ecuador, aber der Ecuadorianer verwechselt sich mit Robben, wird abgeblockt, im Gegenzug macht sich Behrami auf den Weg, wird per Open-Ice-Hit frontal umgehauen, steht aber einfach auf, läuft weiter, spielt ab und Seferovic, von dem ich noch nie gehört habe, auch nicht in diesem Spiel, macht das TOOOOOOOOR zum 2:1. Was unfassbar geil ist, nicht, weil wir Eurozentristen sind, sondern wegen des Abseitstors voerher, und weil Behrami einfach wieder aufgestanden ist, wo andere sich hätten wegtragen lassen.

93.

Die Schlussphase: Beide Mannschaften laufen wie rivalisierende Hühnerhaufen über den Platz. Ich glaub, ich brauch einen Korn.

92.

Witzig ist ja immerhin mitanzusehen, dass auf dem Feld nicht einer zu wissen scheint, ob er jetzt das Spiel schnell machen oder den Ball halten soll. Wo ist die Schwarmintelligenz, wenn man sie wirklich braucht?

89.

»Was tun?«, raunt Poschmann. »Die Entscheidung erzwingen?« Nein, aber höflich drum bitten könnte man ja mal.

87.

Apropos Zeit: Noch ca. fünf Minuten. Aber das ist relativ.

86.

Poschi nervt der Schiri-Rasierschaum langsam: »Was hier an Zeit verströmt!« Und während wir unser Konzept von Zeit noch einmal neu überdenken, hämmert Ayovi den Ball aufs Schweizer Tor. Doch Benaglio ist im hier und jetzt und lässt ihn prallen.

84.

Djourou sieht Gelb nach einem taktischen Foul. Beim HSV hätte er sich vermutlich beim Grätschversuch die Hüfte gebrochen. Aber hier: Chance vereitelt, weiter 1:1.

82.

Das Spielt nimmt deutlich an Höhenmetern auf. Rote Blutkörperchen bewähren sich am Ende. Eben ist der Ball noch da - jetzt ist er schon wieder da. Mehr Dada gab´s zuletzt im Zürcher Cabaret Voltaire.

81.

Nein, Shaqiri in die Mauer, reklamiert wild gestikulierend Handspiel, wir reklamieren nicht weniger empört einen beschissenen Freistoß.

80.

Immerhin scheinen sich die Schweizer durch den Abeitstreffer daran erinnert haben, dass sie dieses Spiel doch eigentlich als Favorit angegangen sind und auch gewinnen wollten. Vielleicht jetzt durch einen Freistoß? Der dann natürlich ein Sprühsahnefreistoß wäre?

79.

Sollen wir uns jetzt eigentlich über die erneute Fehlentscheidung aufregen oder mal lieber die Schnauze halten, weil wir es auch nicht gesehen haben, liebe Fans? Schreibt uns an online@11freunde.de. Zu gewinnen gibt es ein Meet & Greet mit Richter Gnadenlos.

75.

Hammer, das klarste Abseitstor aller Zeiten war gar kein Abseits. Wir wollten erst nicht mal davon berichten, so einsam war Drmic bei seinem Treffer, da zeigt die Zeitlupe: Der letzte Schweizer war eine halbe Stunde vorher am Ball, da war Drmic zwar gerade Getränke holen, aber nicht im Abseits. Wird in Usbekistan vielleicht anders gepfiffen.

74.

Seit Mehmedi drin ist, wirkt die Schweiz wie aufgedreht. Shaqiri mit der nächsten Großchance, nagelt die Pille ans Außennetz. Hitzfelds Händchen müsste man haben. Dann wird das auch was mit dem Nachbarn, äh Tippspiel.

70.

Der Ecuadorianische Stürmer Caicedo muss gehen. Wirkt ein bisschen so als sei er kürzlich aus der JVA Moabit ausgebrochen. Die tätowierte Träne unter seinem Auge tut dem keinen Abbruch. Hat wohl auch die Bosstransformation von Kollegah mitgemacht. Damit wäre Tim Wiese wohl die einzige Person auf der Welt mit noch mehr Juice in den Muckis.

69.

TOOOOR! Nicht. Poschi und ich hatten schon einen Urschrei auf den Lippen, aber der Schiedsrichter mit dem klangvollen Namen Ravshan Irmatov macht uns einen Strich durch die Rechnung. Bisher noch keine Fehlentscheidung, übrigens. Nicht.

66.

Geht ganz hübsch hin und her mittlerweile, als wäre den Mannschaft erst jetzt aufgefallen, das die vorher so apokalyptisch beschriebenen äußeren Bedingungen bei 20 Grad eigentlich gar nicht so schlimm sind, geben plötzlich alle noch mal Gas, Benaglio hält.

62.

Poschmann versucht auf sich selbst überleiten, greift das Wort »überschaubar« aus dem letzten Satz auf, baut es in den nächsten ein, um Werbung für seinen Arbeitgeber machen zu können, elegant, wie es nur die ganz Großen vermögen, die werden schon noch erkennen müssen beim ZDF, was sie an ihm haben, das Finale mindestens muss her, verwechselt dabei nur leider »überschaubar« mit »übersichtlich«. »Überschaubar ist auch unser Angebot im Internet«. Dafür blinkt es überall so schön, Poschi.

60.

Scheint ein neuer Trend im Weltfußball zu sein, dass die Mannschaft, die gerade nicht das Momentum auf ihrer Seite hat, es einfach aus allen Lagen probiert. Ein Schuss von Valencia streicht nur knapp vorbei. Vielleicht sollte man Entwicklungen im Weltfußball aber auch nicht gerade am Spiel Schweiz – Ecuador festmachen.

55.

Das Schweizer Tor in der Kurzfassung. Ecke Shaqiri, Mehmedi sagt »Gruezi«, Gruezo sagt »Gruezo, es heißt Gruezo, mit o, wie in GOOOOOOOOOOL«, 1:1.

52.

Auf der anderen Seite: ein weiterer Freistoß für Ecuador mit schön viel Sprühsahne. Aber offenbar zuviel, der Ecuadorianer flankt den Ball ins Nichts. Zuviel FCKW.

47.

TOR! SCHWYZ! Auf einmal ist die Freude auch bei Poschi wieder da. »Alles wieder offen«, posaunt er. Die alten Wunden, das ecuadorianische Tor, das Spiel. Die Vorlage von einem Spieler mit einem durchschnittlichen schweizerischen Namen: Rodriguez! Tor: Mehmedi: per: Kopf. Kippt jetzt der Schweizer Volksentscheid über die Zuwanderung?

45.

»Wir freuen uns auf die zweite Halbzeit«, lügt sich Welke selbst in die Tasche. Poshi dann folgerichtig: »Freuen?« Keine Pointe. Immerhin: Anpfiff.

18:58 Uhr

Vorbericht über Portugal, für morgen. Zwangsläufig also ein Vorbericht über IHN, CR7, über den schon alles vor- und nachberichtet wurde, was überhaupt denkbar ist (»Er duldet kein einziges Härchen an seinem Körper«). Der Newswert ist also überschaubar. Vielleicht das hier: »Es ist immer wichtig, fit zu sein.« (Joao Moutinho)

18:57 Uhr

Oliver Kahn beschwert sich über fehlende Rochaden im Schweizer Spiel. Eröffnet dann mit Schäfer-Zug und kündigt an: »Matt in fünf Zügen.« So wie ich damals in der achten Klasse.

18:55 Uhr

Was mir ja erst jetzt bei Ansicht einer Zeitlupe auffällt: Ronald Schill, in einem früeheren Leben einmal ein »Richter Gnadenlos«, hat sich von seinem Schnupfen anscheinend bestens erholt und fungiert mittlerweile als Betreuer für die Schweizer Nati. Wo bleibt dann aber die rechtsstaatliche Offensive?

18:53 Uhr

WM, schön und gut, aber diese Kakophonie aus Weltmusik mit singenden Kinderstimmen, Sambarhythmen, Oliver Kahn, und ZDF-Mediathek-Werbespots machen mir ein etwas flaues Gefühl im Magen. Aber vielleicht ist es auch das Zaubermüsli.

18:50 Uhr

Halbzeit. Breaking News in den »heute«-Nachrichten. Der zuvor schon fitte Neuer hat sich heute »richtig fit« gemeldet. Lesen Sie morgen: Neuer meldet sich oberfit!

Halbzeit, 18:46 Uhr

Ottmars Eidgenossen waren hier in etwa so gefährlich wie die traditionelle Bewaffnung der Schweizergarde. Kommen offenbar nicht mit der Höhenluft klar. Schweiz´ Abwehr sollte sich lieber Schwyzerörgeliquartett. Die Ecuadorianer jodelten durch den Schweizer Strafraum wie sie wollten. Wir rauchen erst mal ein Zaubermüsli durch ein Andenhorn!

44.

Im Gegensatz zu den Schweizern und Poschi hatten die Ecuadorianer anscheinend ein zünftiges Bircher-Müsli. Erkämpfen sich Chance um Chance, während die Eidgenossen offenbar nur Koka-Blätter gefrühstückt haben. Hat wohl jemand die Speisepläne vertauscht.

41.

Shaqiri semmelt einen Freistoß ins Toraus. »Entweder hat er zuviel Kraft oder der Ball ist zu leicht«, baut sich Poschi seine Welt einfach um die Realität herum. Faselt dann noch irgendetwas von Zaubermüsli, das er heute morgen gegessen hat. Hätte er wohl besser nicht gesagt. Aber Kommentator beim ZDF sein, ist wenn man trotzdem redet.

40.

Das Spiel wird rüder. Rueda (Trainer Ecuador) gefällt’s. Tshaqiri weniger.

37.

»Jaaaaaaaaa! Warum nicht mal mit Fernschüssen«, fragt Poschmann nach einem weiteren Schüsschen. »Warum ausnahmslos mit Fernschüssen?«, frage ich angesichts des nutzlosen Geballeres der Schweizer.

34.

Die Schweizer kommen dem Tor langsam etwas näher, hier eine ganz passable Kopfballchance nach ner Ecke, da ein Schüsschen von Shaqiri, den Poschmann hartnäckig »Tschaqiri« nennt. Mmeine Güte, man wird bescheiden.

33.

Hier mal für Interessierte und Leser mit ähnlich gelagerten Vorlieben zur Beruhigung der aktuelle Spielstand auf meinem Schreibtisch: Wasser – Bier (Beides zu Anpfiff geholt) 0:3 (in Centilitern).

31.

Und noch mal das Tor, diesmal in Zeitlupe aus Benaglios Sicht: Eine ganze Viererkette im Strafraum und kein Glied (in jedem Sinn des Wortes) springt hoch.

28.

Die Schweizer wirken etwas unbeteiligt. Fast schon neutral. Trotz Fifa-Weltrangliste lassen sie sich hier den Appenzeller vom Brot klauen. Das würde anders aussehen, wenn das hier das Unspunnensteinstoßen in Interlaken wäre. Ist es aber nicht. WM, bloody hell.

23.

Die Schweizer Defensive beim Gegentor:

21.

TOOOOOR, bzw. GOOOOOOOL! Ayovi buttert einen Freistoß von der rechten Strafraumgrenze aus auf den Kopf von Enner Valencia. Der Schiedsrichter hat noch ein bisschen Sprühsahne auf die Kirsche gegeben. Lecker.

20.

Poschi schreit nochmal ein bisschen, aber damit muss ich euch jetzt wirklich nicht behelligen. Vielmehr werde ich mich fortan darum bemühen, Freude an Mittelfeldgeplänkel zu entwickeln. Und Fouls. Hmmm, Fouls.

18.

Wenn man sich Shaqiris Statur so anschaut: Warum gab es seitens der Schweiz eigentlich noch keine Versuche, Tim Wiese einzubürgern?

15.

Ich sag’s mal so: Es ist jetzt nicht die beste Anfangsviertelstunde der Fußballgeschichte. Weswegen ein, gemessen an seinen Möglichkeiten, Schüsschen von Shaqiri als Chance herhalten muss, Poschmann jedenfalls schreit, und das bedeutet: Chance. Weiß doch jeder.

12.

Bin ich eigentlich so etwas wie der Wolf-Dieter Poschmann von 11FREUNDE, wenn ich auffällig viele Spiele mit seiner Beteiligung zugeteilt bekomme? Hoho! Das wäre ja ein Ding! Und ich dachte, das wäre ausgelost worden! So geht’s ja nicht. Nein, nein. Hallo! Hört mich jemand? Hallo? Schwester!

8.

Poshi Spice glänzt mit Insiderinformationen: In der Vorbereitung hatte eigentlich Schär die Nase vorn in der Innenverteidigung. Aber dann musste er auf Revival-Weltournee zusammen mit Sonny. Sieht ja immer noch so jung aus.

6.

Lichtsteiner flitzt auf der Suche nach einem »en« über den rechten Flügel. Schlägt dann eine halbherzige Flanke auf Drmic. Aber der hat auch keine Vokale über.

4.

Ecuador schon mit der zweiten Ecke. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Denn soviel haben die Ecken in etwa eingebracht: nichts.

3.

Bloß eines nervt: Die dröhnende Leichtathletik-Stimme von Poshi. Und zwar leider nicht Posh Spice.

1.

Wenig überraschend: Anstoß. Sehr überraschend: Mein Kater von gestern ist auf den Punkt wie weggeblasen. Danke, WM, du mein Lebenselixier!

17:58 Uhr

Ecuador mit der Ramba-Zamba-Hymne, die aber erst sehr spät auf Touren kommt. Was sie mit Wolf-Dieter Poschmann gemein hat, der dieses Spiel kommentieren soll. Obwohl er das gar nicht kann. Verrückt.

17:58 Uhr

Die Fifa-Grafik für die Aufstellung erinnert ein wenig an Speed-Dating im Laboratory. Ich nehm den kleinen mit der lustigen Frisur. Shaq Attack!

17:55 Uhr

Hab spaßeshalber mal die Hymnen-Untertitel auf der vielbeworbenen ZDF-Text-Seite 888 aufgerufen. Klingt alles sehr pathetisch-national. Natis raus!

17:54

Eine investigative Blitzrecherche hat soeben ergeben, dass ich sehr viele Schweizer kenne, in einen von ihnen, den aus Lörrach, sogar mal schwer verliebt war, ehe wir uns etwas auseinanderlebten, kaum ein ecuadorianischer Name mir etwas sagt (den Namen Gruezo von Stuttgart hab ich mal gehört, aber für ein Maskottchen gehalten) und ich nicht gedacht hätte, dass es usbekische Schiedsrichter überhaupt gibt.

17:49 Uhr

Moin auch von mir, liebe WM-Freunde. Gewohnt gefühlsduselig im ZDF-Fernsehgarten begrüßen uns Oli und Oli. Klingt ein bisschen nach schlecht produzierter Popmusik, ist aber gefühlsecht: »Die Ecuadorianischen Spieler haben sich nach dem Warmmachen noch einmal umarmt«, merkt Welke an. Gruppenkuscheln auf der Weltbühne, kann losgehen. Aber wer umarmt mich?

17:47 Uhr

Just in diesem Moment erreicht uns ein Leserbrief von Robert T. zum WM-Sonderheft, den Ihr in voller Länge möglicherweise im nächsten Heft nachlesen könnt. Hier aber mal die Quintessenz:

"In der Rubrik Stammtisch weisen Sie auf die Dominanz der Bundesliga im Kader der Schweizer „Nati“ hin. Auch ich freue mich über den hohen Anteil der Bundesligaspieler. Allerdings versuchen Sie sich dann in den letzten beiden Anmerkungen im humoristischen Terrain, was leider aus meiner Sicht völlig daneben gegangen ist."

Na dann viel Spaß heute, Herr T.

17:45 Uhr

Guten Tag. ZDF-Azubi Brazzo stellt seinem Ex-Chef Ottmar Hitzfeld genau jene Fragen, die ihn als Aktiven tödlich gelangweilt haben. Wobei ich das vielleicht relativieren muss: Fragen, von denen ich immer annehme, dass sie aktive tödlich langweilen, Brazzo hingegen schien schon immer ziemlich schmerzfrei zu sein und wie möglicherweise gar nicht so wenige Proffis (Hitzfeld) froh, sein gewohntes Programm abspielen zu können. Ja gut, äh, ich sach mal...

Los geht´s um 17:45!

Nur echt mit Fabian »Bergriegel« Jonas und Gareth »Reinhold Messners Füße« Joswig.

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