Schweden
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Deutschland

Schweden-Deutschland im Liveticker

Schürrlechz!

Es hätte alles so schlimm werden können. 0:2 lag Deutschland schon hinten, doch dann kam alles anders. Dann kam vor allem einer: Andre Schürrle. Fast ganz alleine schoss Mourinhos Lieblingsschüler die Nationalelf zu einem Ergebnis, das am Ende eher nach Elfmeterschießen oder Eishockey aussah. Auf der Strafbank: der Ticker.

22:45 Uhr

Anstelle eines Fazits diesmal: Olli Kahn. »Schwierig einzuschätzen.« Dem ist wenig hinzuzufügen. Wäre das hier ein All-Star-Game der DEL gewesen, würden wir uns alle freuen. Aber natürlich verstärkt - spätestens seit Balotelli - jedes leichte Gegentor die diffuse Angst vor einem schlimmen, schlimmen Schmerz an einem lauen Sommerabend in der mittelfristigen Zukunft. Aber, hey, was soll's. Noch ein Bier auf Andre Schürrle. Wird schon. Latürnich.

22:41 Uhr

Faszination: der Bartwuchs des Philipp Lahm. Um den Mund herum und unterhalb der Koteletten sehr üppig. Ansonsten kahl. Oder hat er sich vom Barbier des Vertrauens schon den Umriss von Brasilien ins Gesicht schnippeln lassen?

22:39 Uhr

Großaufnahme: Selige Deutschland-Fans mit schwarz-rot-goldenen Cowboyhüten und Fingerfarben im Gesicht. Fanclub Nationalmannschaft, das sind: The good, the bad and - vor allem - the ugly.

94.

Schluss. Schürrle schnappt sich den Ball. Hat er sich verdient. Meine Meinung.

92.

Ein erstes Fazit: Das nächste Spiel ist immer gegen Italien. Und: Das nächste Spiel ist immer das Hundertste. Diesmal für Löw.

91.

Und ich schwöre, dass ich das geschrieben habe, bevor es fünf Sekunden später angezeigt wurde.

90.

Pssssst, ich verrat euch jetzt mal was: Schweden hat aufgegeben. Wegen Schürrle. Wegen Schürrle ganz allein. Und trotzdem wird gleich einer drei Minuten Nachspielzeit anzeigen.

89.

Noch knapp zwei Minuten, regulär, wie es so schön heißt. Aber was ist schon regulär an diesem Spiel? Stellen wir uns also auf mindestens acht Minuten Nachspielzeit ein.

87.

Ein einsamer schwedischer Ultra macht unverdrossen Stimmung mit einem Megafon. Keiner macht mit. So muss sich Ibrahimovic oft fühlen, wenn er für die Nationalelf spielt.

84.

Jonas und ich, die wir diesen Abend mit einer Stimmung irgendwo zwischen Lustlosigkeit und Schicksalsergebenheit angegangen sind, liegen uns nun in den Armen, ergriffen von so viel Action, von so viel Toren, von so viel Zuneigung, die wir von Jogis Jungs erfahren haben. Weinen Freudentränen in unsere Augustinerflaschen. Werden sie aufbewahren, bis zum WM-Finale, mindestens.

80.

So, so, Draxler trägt jetzt also die 10 in der Nationalelf, weiß wahrscheinlich auch schon jeder außer mir und Bela Rethy, der orakelt, ob Draxler, der für Özil gekommen ist, wohl auch auf dessen Position gehen wird. Tut er.

80.

Die Stille von Solna. Könnte eine Herbstgeschichte von Lagerlöf sein.

76.

Schürrle!! Ich meine: SCHÜRRLEEEEEEEEE!! Was hat dem Mourinho in den Earl Grey gemixt? Erzielt jetzt hier das schönste Tor seit... Hysens 3:4. Mindestens. Schlenzer, wie er schlenziger nicht zu schlenzen ist. Und Lukas Podolski bucht schon mal den Sommerurlaub 2014.

74.

Teile des schwedischen Publikums singen mittlerweile Kirchenlieder, Neuer hält seinen ersten Ball, bleibt verletzt liegen. Bezeichnend, wenn man den Kommentaren zu Neuer in den asozialen Netzwerken glaubt.

72.

4:3, ein Ergebnis wie sonst nur beim Elfmeterschießen. Oder beim Eishockey. Jonas mit pawlowschem Reflex, singt das komplette Liedgut des ESV Kaufbeuren runter.

69.

Hi. Hihihi. Wie schrieb noch SZ-Reporter Alex Rühle neulich nach der Bundestagswahl bei Twitter: »Deutschland, du Wurst.« Passend dazu die DFB-Defensive weiterhin mit der klassisschen Salamitaktik. One Gegentor at a time. Diesmal allerdings über jeden Zweifel erhaben: Traumvolley von Hysen. Riesig. Bzw.: Hysig.

68.

Gestern Abend habe ich eine Doku über die internationale Wettmafia gesehen. Da ging es um Teams, die deutlich in Führung lagen und dann mit teils haarsträubenden Fehlern in der zweiten Hälfte doch noch zu verlieren. Keine Ahnung, wie ich jetzt darauf komme.

66.

Hummels fällt nach Katastrophenpass von Schweinsteiger einen Schweden an der Strafraumgrenze und das erste Mal heute Abend denken wir an Zlatan Ibrahimovic. Doch während bei Hummels zwar nicht alles, aber doch manches schiefgeht, klappt bei Schürrle mittlerweile ALLES. Aus dem Freistoß resultiert ein Konter, aus dem Konter eine Lücke, und Lücken füllt heute Schürrle, sprintet rein, drückt den Ball am Keeper vorbei, als wäre er der Einzige, der noch weiß, dass das hier doch nur ein Trainingskick ist. Aber was soll’s: TOOOOOOOOOR!!!!!!

63.

Auch in der Zeitlupe noch amüsant: Wie Schürrle bei seinem Tor Herrn Nilsson zum Affen gemacht hat.

62.

Was Max Kruse mit Pippi Langstrumpf gemeinsam hat: Er wird immer von Herrn Nilson begleitet.

60.

Keine Freude ohne Schmerz: Jetzt lärmt wieder dieser unsägliche Gästeblock. »Deutschlaaaaand, Deutschlaaaaand!« Können die nicht mal was anderes singen? Vielleicht: »Schürrleeeee! Schürrleeeee!« Oder: »Tooo-hooooor! Tooo-hoooooor!« Alles besser. Ehrlich wahr.

57.

Schürrle, die schnellste Maus von London. Ersprintet einen schwedischen Aufbaupass, ist dann mit Ball schneller als alle Schweden ohne, trifft zur Führung. Jonas will den Spurt mitstoppen, doch bis er seine Stoppuhr aus dem Sportunterricht draußen hat, ist schon wieder angestoßen worden und die Schweden haben schon den nächsten Fehlpass gespielt. So schnell ging das.

54.

Sehe das jetzt erst: Schweini hat eine schwarze Leggings drunter. Ist es da oben in Schweden echt schon so saukalt? Oder fällt das unter die Kategorie »Ich bin jetzt ein gereifter Profi, der wirklich alles tut, um sich bloß keine Zerrung zu holen, auch wenn's total scheiße aussieht«?

53.

TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR. Und alles, ALLES, AAAAALLLES ist wieder gut. Schürrle erklärt mir mit einer einzigen Ballannahmenpirouette, was alle immer an ihm finden, dann geht es eins, zwei, drei nach vorne und Götze schlenzt den Ball so butterweich ins Kreuzeck, dass mir das Herz aufgeht. In dem nun also auch Götze Platz hat. Fußball, ich liebe dich.

50.

Gerade bei der Ecke wiederentdeckt: Mein Freund, der Linienrichter, der aus dem schottischen Pub (11FREUNDE berichtete). Er ist wirklich genau der Typ, der einem morgens um zwei väterlich die vom Spülwasser noch etwas feuchte Hand auf die Schulter legt und sagt: »Junge, das reicht für heute.« Das gleiche scheint er eben wohl auch Özil gesagt zu haben.

48.

Thomas Müller hat derweil auf der Ersatzbank Platz genommen und erzählt dem großäugig lauschenden Sidney Sam vom Krieg gegen Schweden (1618 - 1648). René Adler fährt mit seinem Torwartfinger dazwischen: »Lasst euch nix anmerken, aber schaut mal, da oben, wir sind im Fernsehen.«

46.

Weiter geht's. Jetzt mit Mario Götze für Müller. Bayern für Bayern. Für Jonas ist das allerdings alles andere als das gleiche. »Nein, Götze ist noch nicht in meinem Herz angekommen«, urteilt er unerbittlich. Einleuchtender Grund: »Hat noch nicht die Champions League gewonnen.« Der kalte Atem des Erfolgs.

21:45 Uhr

Ehrliche Trauer, als das heute journal wieder zu Ende ist, und wir uns wieder mit diesem Spiel beschäftigen sollen. Natürlich unterlegt mit Kirmes-Techno und fachkundig erklärt von Kathrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn, dessen Gesicht von Minute zu Minute zerfurchter erscheint. Wann kommt der samtglatte Jens Lehmann und löst ihn ab?

21:38 Uhr

ZDF-Reporter fragt x-beliebigen Iraner auf der Straße: »Braucht Iran die Atombombe?« Antwort: »Auf keinen Fall.« Frage an uns selbst: Brauchen wir die zweite Halbzeit? Antwort: Auf gar keinen Fall. Aber nutzt ja nix.

21:37

heute journal. Bei den Beratungen der Grünen über die Sondierungsgespräche mit der Union gibt es Kassler mit Wirsing oder vegetarische Pasta. Bei Johannes Ehrmann gibt es Bier und Whiskey oder Whiskey und Bier. DAS sind echte Probleme. Liebe Fans.

45.

Und zack. 1:2. Özil. Ein Anschlusstreffer, so humorlos wie das Tourprogramm von Atze Schröder. Und die schwedische Abwehr so: »Hömma, wat is datt denn?!« Datt, liebe Schweden, is der Halbzeitstand.

43.

Ganz ehrlich, so egal scheint das Spiel dann doch nicht zu sein, wir baden auf jeden Fall schon wieder im Zynismus. Kollege Ehrmann klatscht, ich benutze Versalien, Grund: TOOOOOOOOOOOOOOR für SCHWEDEN! Zweiter Konter, zweiter Treffer, Deutschland ist abgestiegen, Schweden auch, sonst wären wir ja vielleicht doch gut, Neuer ist der schlechteste Torwart der Welt, D’Artagnan der schlechteste Innenverteidiger außer Boateng. To be continued.

40.

Wer glaubte, es könne nicht schlimmer werden, erfährt nun, dass hinterher noch die Zusammenfassung von Litauen gegen Bosnien läuft.

39.

Die Partie bislang aus deutscher Sicht so erwärmend wie ein Wintergedicht von Selma Lagerlöf. »Schenken heißt, einem anderen etwas geben, was man am liebsten selbst behalten möchte.« Wird Schweden also Weltmeister?

38.

Wobei es im Übrigen egal ist, wer einen -> Dosenöffner braucht, wer einen hat und worin er besteht.

37.

Begriffe, die wir beim Fußball und in der Disko nicht mehr ertragen können, Teil 243: Dosenöffner.

34.

Teilzeit-Brasilianer Rethy erklärt nun, ein Großteil des deutschen Kaders habe »den Zuckerhut schon auf«. Entzündet dann auf der Pressetribüne eine Feuerzangenbowle. So geht Vorglühen heute.

32.

Schürrle wird im Strafraum getroffen, sieht aber Gelb wegen einer Schwalbe. Rethy zieht sich aus der Affäre: »War kein Foul, aber auch keine Schwalbe.« Will nachher wohl noch in Ruhe in Södermalm ein paar Bierchen zischen. Auch hierfür gilt, wie für das Spiel: Ende offen.

30.

Wie gesagt, ich war bis gestern im Urlaub und habe rein gar nichts mitbekommen von der Welt. Für alle anderen ist das vielleicht ein alter Hut, aber: Der Typ, der Müller eben beinahe die Beine gebrochen hätte, ist der Schwager von Dirk Nowitzki? Ernsthaft? No Witzki?

28.

Die Schweden mit ihrem Führungstor wie die Eltern von Michel aus Lönnberga aus dem gleichnamigen Astrid-Lindgren-Buch. Haben Lahm und Co. in den Holzschuppen geschickt. Schürrle sucht im Mittelkreis seine »Büsse«. Özil schnitzt missmutig an einer Holzfigur seiner eigenen Traurigkeit.

26.

»Attraktivität heißt Risiko«, erklärt Rethy zum tausendsten Mal das Prinzip Löw. Ganz ehrlich: Ich kann den Mist nicht mehr hören. Können wir bitte, bitte einfach wieder Weltmeister werden? Egal wie? Am besten noch heute. Danke.

25.

Wenn ich das in der Glotze richtig erkenne, lässt sich Mesut Özil inzwischen zwischen Jerome Boateng und Mats Hummels fallen und bekommt selbst dort keinen Ball.

23.

Die Deutschen mit Guardiola-Pässen und Hackentricks. Aber die Schweden stehen hinten stur und unbeweglich wie ein Wildhüter im Wald irgendwo in Smaland. Elch eine Ruhe. Beeindruckend.

22.

Jansen will irgendwas. Sich beweisen vermutlich. In diesem Spiel. Herzliches Beileid, Marcell.

20.

»Hela vägen« steht da auf der Bande. Keine Ahnung, was das heißt. Erinnert mich aber an den »Hela-Baupark« in meiner Heimatstadt. Im Kassenbereich zu haben: die Brechstange (rostfreier Stahl). Müller steht noch ein bisschen unschlüssig davor herum. Macht nichts. Kommt Zeit, kommt Not.

19.

Marcell Jansen erobert den Ball derart energisch, dass man sich nur wundern kann. Jansen selbst wundert sich allerdings auch, man kann es ihm quasi ansehen, wie er sich danach fragt, was er mit dem eroberten Ball denn nun anfangen soll, der darauf folgende Querpass segelt zurück in die eigene Hälfte. Und man wundert sich gar nicht mehr.

17.

Schrecklicher Verdacht: Ist das am Ende gar nicht das belangloseste, sondern stattdessen einfach das ätzendste Spiel, das man sich hätte vorstellen können? Bitte nicht.

15.

Lahm grätscht. Am Ball vorbei, voll in den Mann. Schon zum zweiten Mal. Das sieht man selten, vielleicht alle 50 Länderspiele mal. Der Mann grätscht doch nie, NIE ohne Ball. Gegentor hin oder her. Aber das macht mir jetzt wirklich Sorgen.

14.

Özil versucht einen Pass auf Schürrle. Die Fahne ist oben. Immerhin noch nicht die weiße.

12.

Weil die Deutschen gar nichts hinkriegen, zieht die schwedische Regie mal ab, aus einer Zeitlupe heraus fliegt der Ball an die Latte. Rethy hat sofort den unsichtbaren Schützen parat, aber weil es Rethy ist, hören wir nicht hin, müssen euch die Info deswegen leider vorenthalten. Sorry.

11.

Noch mal zum Gegentor: Das sah so erschreckend einfach aus, wie diese Spieler, von denen wir bis heute nie was gehört hatten, mit einer Aktion alles zum Einstürzen bringen konnten. Wäre jetzt das Jahr 2000, würden wir einfach wieder den Libero einführen und dafür Michael Ballack reaktivieren. Aber jetzt, in dieser verdammten fußballerischen Postmoderne? Hilft wohl nicht mal beten.

8.

Das Tor hat natürlich immerhin den erfreulichen Effekt, dass wir nun ungehindert unserer grundsätzlich negativen Haltung nachhorchen dürfen und ungehindert abkotzen. Schlechtestes Spiel aller Zeiten. Ganz ehrlich.

7.

Tja. Falls Sie, liebe Fans, sich gefragt haben, was aus der notorischen Abwehrschwäche der deutschen Elf geworden ist in den letzten Spielen, nun, sie lebt noch. Feiert ein hübsches Comeback. Die Schweden hebeln mit einem Diagonalpass alles aus den Angeln, was da in Weiß-Schwarz herumläuft, und ein Mann names Hysen macht das 1:0. Und plötzlich geht es doch um was, und wenn auch nur um unser Gemüt. Sommer. Brasilien. Da war doch was.

4.

Beunruhigende Entwicklung, die ich schon seit geraumer Zeit beobachte: Dass inzwischen selbst die Ersatzspieler im Stadion das Spiel auf dem Videowürfel anschauen, offenbar in der Hoffnung, sich selbst darauf zu entdecken. Immerhin winken sie nicht in die Kamera. Noch nicht.

4.

Zlatan auf der Tribüne. Im Trainingsanzug, also in dem Outfit, das sie in dem Viertel, in dem er aufwuchs, eh am liebsten tragen. Heute vielleicht auch als Drohung zu verstehen: Je nachdem, wie das läuft, bringe ich mich doch noch selbst.

2.

Um Himmels willen: Jonas. Man darf in der Gegenwart des Kalle-Rummenigge-Fußballcamp-Teilnehmers von 1985 ja nicht mal den Namen eines Bayern-Spielers im falschen Tonfall aussprechen, schon droht er mit Schlägen oder zumindest der Einführung der PKW-Maut für alle Nicht-Kaufbeurer. Also, for the record: Badstuber. Bester Spieler aller Zeiten.

1. Minute

Anpfiff. Und Erleichterung, weil damit endlich die Auto-Scooter-Mucke aufhört, die uns gnadenlos bis zum Beginn in die Gehirne geblasen wird. Der Tinnitus in der deutschen Abwehr dauert prompt noch an, erste Chance Schweden, nur Neuer raved weiter, tanzt den Ball ab.

20:45 Uhr

Der Schiri, ein Religionslehrer aus Glasgow. Hat einen Linienrichter dabei, der aussieht wie eine Mischung aus dem ehemaligen griechischen Keeper Nikopolidis und einem Barkeeper aus einem schottischen Highland-Pub.

20:43 Uhr

Auch die schwedische Hymne wird vorgetragen von einer Frau, die aussieht, als wäre sie direkt aus einer ABBA-Revival-Band weggecastet worden. Und auch so singt. »Ich mag Polizeiorchester«, seufzt Jonas. Und es klingt wahnsinnig aufrichtig.

20:40

Ich war ja bis gestern im Urlaub, Sardinien, Sonne 27 Grad, und jetzt dieses Spiel. Deutlicher kann einem ja nicht mitgeteilt werden, dass es jetzt vorbei ist mit Dolce Vita und so. Nur Thomas Müller zwinkert noch so, wie ich mich bis gestern gefühlt habe. Derweil die Hymnen, Vaterland und so weiter, vorgetragen von einer Dame, deren Gesicht ich erst nach zwei Minuten eher durch Zufall entdecke. Wenn Sie verstehen, was ich meine. Zwinker.

20:38 Uhr

Erkenntnis aus der schwedischen Aufstellung: Die Schweden klingen jetzt schon wie Finnen. Toivonen. Könnte auch ein Rallye-Champion aus dem Umland von Helsinki sein.

20:36 Uhr

Nachzureichen gilt es die einzig wertvolle Information aus der ZDF-Vorberichterstattung: Olli Kahn hat hier mal den Videowürfel abgeschossen. Wenn so etwas in der Preisklasse heute passiert, sind wir schon froh.

20:32 Uhr

Böses, böses ZDF. Blendet eine Fantasie-Aufstellung ein. Plötzlich kein Schweini weit und breit. Fabian Jonas (FC-Bayern Mitglied seit 1979) reißt die Balkontür auf, will seinem plötzlich sinnlos gewordenen Leben ein Ende setzen, dann doch die Entwarnung: war nur die Elf mit den meisten Einsätzen der Quali. Und ich hatte mich schon gefragt, warum Neuer die 9 hat.

20:30 Uhr

Bierhoff im Interview. Worum geht's heute? »Um die Ehre.« Mit Tom Cruise als Philipp Lahm und Demi Moore als Jogi Löw.

20:28 Uhr

Guten Abend, hier ... äh... Dings. Habe vor lauter Aufregung meinen eigenen Namen vergessen. Was noch nützlich sein könnte. Nützlich werden könnte allmählich auch mal eine wissenschaftliche Studie, inwieweit HD-Glotzen unsere Wahrnehmung von Hautstrukturen verändern. Ich entdecke jedenfalls bei jedem Spiel neue beunruhigende Details, heute Altersflecken in Löws Gesicht, die Nivea ihm nicht gestatten sollte, sowie ein tiefblaues Veilchen in Kathrin Müller-Hohensteins Antlitz, das seine Ursache in ungünstigem Schattenwurf haben mag, aber irgendwie trotzdem ein schlechtes Licht auf Oliver Kahn wirft.

20:24 Uhr

Tatsache: Jogi Löws erstes Länderspiel als Teamchef gegen Schweden. Und ich kann mich sogar daran erinnern. Das erste Spiel nach der WM 2006. Es ging um nichts. Und doch war da diese fast kindliche Euphorie, die noch über dem Land, über uns lag. Wie der beste Rausch aller Zeiten, der auch am Morgen danach noch nachklingt und sich erst ganz, ganz langsam mit dem beginnenden Kater vermischt. Und heute? Sind wir fast schon auf Cold Turkey. Den Winter vor der Brust, 17 Jahre Titellosigkeit in den Knochen. Wir sind alt geworden und grau wie die Schläfen von Schweini. Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

19:59 Uhr

Die Partie zwischen dem sicheren Ersten und dem sicheren Zweiten der Gruppe steigt, natürlich, in der Friends Arena. Ist das hier doch nicht mehr als ein herbstliches Freundschaftsspiel, ähnlich diesen lockeren Benefiz-Kicks, wobei es allerdings diesmal keinen gibt, der auch nur ansatzweise profitieren würde. Außer Zlatan, der sich gerade noch rechtzeitig die Sperre abgeholt hat. Andererseits: da sage noch einer, Schweini würde sich immer drücken, wenn's um nix geht.

19:55 Uhr

Bastian Schweinsteiger hätte wirklich einen schöneren Anlass für sein 100. Länderspiel verdient gehabt. Ein WM-Halbfinale, mindestens. Wobei, wenn wir da so an die letzten WM-Halbfinals zurückdenken, die er gespielt hat, heißt das Motto wohl eher: Be careful what you wish for. Heute kann wenigstens nichts schiefgehen. Es sei denn, Didier Drogba ist noch fix von den Schweden eingebürgert worden.

19:52 Uhr

Willkommen zum vielleicht egalsten Spiel der Fußballgeschichte. Nicht viel fällt uns ein zur Konstellation (wurscht), den beiden Mannschaften (Zlatan nicht dabei, Hummels dabei, beides ziemlich wurscht) und dem Weltenzustand (alles scheiße, eh schon wurscht). Immerhin pfeift Gollum das Spiel, wie wir gerade lesen. Fußball kann in all seiner Hässlichkeit dann auch wieder ziemlich konsequent sein.

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