Schalke 04

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Hamburger SV

Schalke-HSV im 11FREUNDE-Liveticker

Mensch, Meyer

Zunächst ein Spiel wie eine Zaubershow ohne Zauberer. Bis Meyer das Kaninchen aus dem Hut zog und Djourou sich selbst durchsägte. Als unsichtbare Assistentin neben der Bühne: der Liveticker.

19.42 Uhr

Hallo. Es ist Mettwoch, der 2. März 2016. Es ist kalt in Deutschland. Eine Stunde lang In-Ear-Kopfhörer zu tragen, steigert die Anzahl der Bakterien im Ohr um 700 Prozent. Schalke-HSV. Genug geredet. Los geht’s.

19.45 Uhr

Zu den Aufstellungen. Leroy Sané sitzt wieder nur auf der Bank. Dafür beginnt der HSV mit Pierre-Michel Lasogga. Womit das Spiel sich vermutlich auf dem Niveau meiner sieben-minütige Reck-Kür aus dem Jahr 1997 einpendeln wird: nicht schön, aber selten. Aber es gelten wie damals die Worte meines Sportlehrers: Da müssen wir jetzt beide durch.

19.50 Uhr

Auf Schalke ertönt das Steigerlied, die Stadien-Lichter sind aus. Nur noch die Funzeln der Zuschauer sind sichtbar. Schön. Da kommt mir die Millionen-Pfennig-Idee: Eine App namens »Grubenlicht«. Genial!

19.54 Uhr

»FC Schalke 04. Wir leben Dich«, prengelt die Bandenwerbung der Veltins-Arena uns entgegen. Heutzutage nennt man so etwas ja »Branding«. Früher hieß das noch Diagnose.

1.

Anstoss. Oder wie es auf Schalke neuerdings heißt: Grubenzeit.

2.

Und die Bandenwerbung als Spiegel des momentanen Schalker Seelenpegels: Huawei.

3.

Schalke in der Anfangsphase wie ein Formel1-Fahrer, der mal so richtig »Pedal to the metal« gibt. Leider ohne den Vorwärtsgang zu finden.

4.

Und dann finden sie auch den Rückwärtsgang nicht! Freistoß Sakai, Neustädter duckt sich gekonnt weg. Hamburgs Nicolai Müller sagt »Danke« und kullert den Ball durch die Beine von Ralf Fährmann zur Führung in die Maschen. 

7.

Freistoß Geis. Kacar klärt auf Belhanda. Der mit dem Round-House-Kick in Richtung Ball. Doch Adler, ganz Pazifist, nimmt sich der Pille an und streichelt sie zur Ecke. Der alte Emo.

10.

Heidel raus. Meine Meinung.

12.

Riesen-Chance für Aogo, der jedoch vergibt, weil, so der Sky-Kommentator, er »damit nicht rechnete«. Kann man angesichts der jüngsten Auftritte aber auch wirklich nicht mit rechnen, dass Schalke zu einer Chance kommt. 

14.

Immerhin stimmt es in Sachen Teamgeist bei den Schalkern. »Mach Du mal«, scheinen die Mitspieler dem ballführendem Spieler zuzumeinen. Positive Bestärkung nennt man das in der Psychologie. Im Fußball leider: vorprogrammierter Ballverlust.

16.

»Ich denke, dass diese langen Bälle nicht im Matchplan stehen von André Breitenreiter«, so der Sky-Kommentator jetzt. Dafür der folgende Punkt: »« Und das setzen die Jungs auch hervorragend um!

18.

Freistoß HSV. Lasogga kurz auf Holtby, der die rechte Seite entlang traben kann, ungestörter als beim Gang Sofa-Klo-Sofa. Einzig Fährmann, der alte Sitz-Pinkler, stellt sich noch entgegen und klärt den Schußversuch Holtbys zur Ecke.

21.

Die Schalker Angriffsbemühungen derzeit so einfallsreich wie ein Zentralfriedhof. Nach Toreschluss.

22.

Schöpf kommt nach langem Flatterball im Strafraum zu Fall. Die Schalker wollen einen Elfer. Ich will Sommer. Einigen wir uns auf unentschieden und reden nicht weiter drüber.

23.

Dinge, die der HSV tun muss, um Schalke im Griff zu haben:

-- Anwesend sein

25.

Ah! Wir haben das alles nur falsch verstanden. Es geht hier gar nicht darum, Tore zu erzielen oder drei Punkte einzufahren. Die Schalker machen sich einfach einen Spaß draus zu sehen, wer am weitesten passen kann. Derzeitig in der Pole Position: Junior Caicara, 57 Meter, sauberer Telemark.

26.

Jetzt die königsblaue Mauritius unter den Schalker Episoden: Ein schöner Angriff der Gastgeber. Schnell und direkt gespielt kommt Huntelaar frei vor Adler zum Schuß. Ist von der offenbaren Absicht des Geschehens aber derart überrascht, dass er die Beine nicht sortiert bekommt. Bitter.

28.

Distanz-Schuß der Schalker. Doch das hier ist des Adlers Horst, wie es scheint. Denn Hamburgs Torhüter fliegt die Chance zur Seite, wie es nur der König der Lüfte kann. 

31.

Bester Schalker Verteidiger bisher: Josip Drmic. Klärt einen vielversprechenden Konteransatz des HSV souverän.

34.

Was wirklich bitter ist: Man kann Schalke nicht mal das Bemühen absprechen. Als würde man uns Hammer und Meißel in die Hand drücken und auffordern: Mal was Schönes!

37.

Fußball, Du verrücktes Pony. Trabst hier als königsblauer Ackergaul durch die Arena, nur um dann Max Meyer zu küssen und ihm einen Distanzschutz Marke »Jahresrückblick« zu schenken. Was für ein Tor! Als hätte man in der Tombola gewonnen. Ohne eine Los zu kaufen!

39.

Und jetzt kippt hier das Spiel, als wäre der schiefe Turm von Pisa von einer Atombombe getroffen worden. Schalke mit dem nächsten Angriff, Djourou klärt die kleinste denkbare Einheit vor dem Strafraum. Zum Glück für den HSV ist Geis kein Freund von vorzeitigen Happy-Ends und wemmst den fälligen Freistoß genau auf den Horst, den Adler.

42.

Neustädter gegen Lasogga. Im Verkehrsfunk firmiert das in der Regel unter »Auffahrunfall«. Findet auch Schiri Günter Perl und entscheidet auf Foul. 

44.

Johan Djourou, Du bumssympathischer Kerl: Was machst Du nur?! Grätschtst an der Seitenlinie und  jenseits jeglicher Gefahr ein Todesurteil in den Abend. Logische Konsequenz: gelb-rot. Womit nun alles für Schalke spricht. Womit nun alles gegen Schalke spricht.

20.46 Uhr

Halbzeit. Und das ist auch gut so.

20.50 Uhr

Gerald Asamoah im Field-Interview. Endlich Anlass, die Liste derjenigen vorzustellen, die bei Sky als Schalker Halbzeitgast in Frage kommen:

-- Gerald Asamoah

Ende der Liste.

20.55 Uhr

»Da war mehr drin«, so Asamoah. Woher kennt der Mann den Inhalt unsere Grabinschrift?

20.58 Uhr

»Was machst Du, wenn Dein Auto nicht zu Deinem Leben passt«, fragt uns die Werbung jetzt. Und schon beginnen wir zu grübeln. Ehe uns einfällt: Wir haben gar kein Auto. Passt.

20.59 Uhr

So. Noch ein paar letzte Aufwärmübungen, und dann nichts wie rein in die zweite Halbzeit. Juhu! Bzw.: Bäh.

46.

Schiri pfeift zum Anstoss der zweiten Halbzeit. Korrekte Entscheidung? Wir fragen unseren Schiri-Experten Dr. Klenk: »In der Tat!«

49.

Das Bild unverändert. In High-Definition. Das sollte man den Schalkern vielleicht mal sagen..!

50.

Geht doch! Belhanda prüft René Adler, der den Kopfball allerdings mit dem Selbstbewußtsein seiner aktuellen Form zur Ecke lacht. 

53.

Das Spiel als Metapher, die wir auch verstehen: »«

55.

Mal im Ernst: Das ist doch eine super Truppe, die die Schalker da auf dem Rasen haben. Und sie gehen damit so um wie wir, wenn wir hundert Euro finden und damit nichts Besseres anzufangen wissen, als einen Papierflieger zu basteln. Der in den Gulli abschmiert. 

57.

Die Schalker Raumaufteilung ähnelt einem Service-Center der Deutschen Bahn. Überall Warnhinweise »Bitte Diskretionsabstand bewahren«. Und wenn doch einer an den Ball, respektive in die Ahnung eines freien Mitarbeiters kommt, heißt es: »Schalter geschlossen.«

60.

Schalkes Mannschaft wirkt wie eine »Sammlung der elf schönsten Puzzleteile«. Aus elf verschiedenen Puzzlen.

61.

Oha. Klarer Elfmeter von Cleber an Huntelaar. Der vom Brasilianer umgerissen wird, als wäre das hier Ringen im griechisch-römischen Stil. Ohne die Elemente griechisch-römisch. Aber kein Pfiff. Warum, weiß vermutlich nur Schiri Günter Perl. Apropos. Prost!

63.

Auf der Gegenseite verlangt der HSV Elfmeter wegen Handspiel von Schöpf. Und ich fordere »Freibier muss bezahlbar bleiben!« Einen Comedy-Preis bekommen wir dafür beide nicht.

65.

Schöpf wird gefoult. Freistoß? »Ne, es gibt einen Elfmeter«, so der Sky-Kommentator. Und dann gibt es tatsächlich: Ecke. Bezeichnend.

66.

Tor! Die anschließende Ecke, liebe Zuleser, bringt ausnahmsweise einmal etwas ein. Huntelaar mit dem Kopfball-Treffer. Im Abseits und zugleich der Luft stehend. Aber ganz ehrlich: Für diesen unfassbar ausgebliebenen Elfer-Pfiff von vor fünf Minuten ist das nun wirklich mal hart, aber fair. 

69.

Derweil schickt Johan Djourou eine Botschaft auf Reisen:

72.

Das Spiel plätschert jetzt dahin wie das Still-Leben eines Baches. Der ausgetrocknet ist. Ecke HSV. Ein Moment der Stille. Schön, in diesen hektischen Zeiten. 

75.

Warum Leroy Sané nicht ins Spiel kommt? Hier die Antwort:

76.

Tor. Schöpf, der sich als Einziger auf dem Rasen eine wirklich gute Note verdient hat. Auf die hässlichste Art und Weise, die der Fußball im Köcher hat: Mit einem abgefälschten Schuß. Aber schön, das wusste schon Oscar Wilde, sind nur die Dinge, die uns nichts angehen. In diesem Sinne: 3:1.

79.

Hier die Ergebnisse der Blitz-Umfrage unter Schalke-Fans zum »Besten Trainer der Welt«:

-- André Breitenreiter
-- André Breitenreiter
-- André Breitenreiter

82.

Tor. Bzw.: Kein Tor. Schalke kreiselt sich bis drei Zentimeter vor die Torlinie, Schöpf vollendet. Doch abseits, entscheidet das Schiedsrichtergespann. Was soll man dazu sagen? Vielleicht das hier: Der Elefant ist das einzige Tier, mit vier Kniescheiben. #Aha

85.

Das Schalker Publikum nahe der Extase. Wir auch. 

88.

Wenn der Schiri ein ganz Großer ist, reist er für zehn Minuten in der Zeit zurück und pfeift ab. Meine Meinung. 

90.

»Don't call it a Schnitzel« ist die Werbung auch kurz vor Schluß noch mit Argusaugen auf uns gerichtet. Ok. Nennen wir es Schalke-Hamburg. Oder mit der Wahrheit: »Joaaahh..«

90. +1

Ha. Ha. Ha. Der HSV verkürzt durch Kacar. Als würde man im Lotto gewinnen. Zwei Sekunden, bevor der Arzt den Totenschein ausstellt. 

21.50 Uhr

Und dann ist es einfach vorbei. Was soll man dazu sagen? Am besten einfach: Gute Nacht. 

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