Schalke 04
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Borussia Dortmund

Schalke - Dortmund im Liveticker

Ruhrkrepierer

Im Nachhinein betrachtet war das Revierderby nur vor dem Anpfiff ein zündender Vergleich. Denn auch danach machten die Dortmunder, was sie wollten und brannten drei Raketen der schöneren Art ab. Schalke dagegen enttäuschte - die eigenen Fans und nicht zuletzt auch den vergeblich auf Spannung wartenden 11FREUNDE-Liveticker.

91.

Und das war's. Dortmund gewinnt also das so genannte Derby 3:1. Und wir bleiben etwas ratlos zurück. DAS ist also ein Derby? Soso. Aha. Na gut. War jetzt nicht so doll, ehrlich gesagt. Also, hey, Glückwunsch, Dortmund, echt spitze für euch, macht die Nacht zum Tage, feuert euch gegenseitig noch ein paar Raketen um die Ohren oder was man dann eben so macht nach so einem Sieg. Aber sonst war das irgendwie ein Spiel wie jedes andere. Mit dem meisten Krach schon vor dem Anpfiff. Nächstes Mal machen dann bitte wieder Ente Lippens, Latal, Wilmots und Böhme mit. Und Jens Lehmann spielt Fliegenden. Dann klappt's auch wieder mit der Spannung. Und sind wir wieder mit dabei, liebe Fans, Ehrenwort. Bis dahin, tschüssi, Glückauf und olé.

90.

Demütigung für Schalke. Und mich. Dortmunds dritte Einwechslung heißt Hofmann. »Siehste, du darfst doch noch mitmachen«, verteilt Ehrmann einen seelischen Schulterklopfer. Wie der Vater, den ich zuhause habe. Kircher hat einen feinen Fühler für derart Harmonie-Hegemonien, beendet das drögste Derby aller Zeiten vor den ersten Seelenkrämpfen.

89.

Wie der Abend wohl bei den »Blue Magic Gladbeck« ausklingt, deren Banner gerade groß zu sehen war? Zum Glück haben die Banken schon zu.

86.

Klopp zitiert Mkhitaryan an die Seitenlinie, lüftet ein schwarzgelbes Banjo und intoniert folgendermaßen:

 

 

85.

Analog zur großen Bandenwerbung in Verlängerung der Mittellinie: Kein Gas mehr in der Schalker Pipeline. Horst Heldt bemüht die Standleitung nach Moskau, kommt aber nur beim Anrufbeantworter raus.

82.

Reif scheint durch die neuen Vaterfreuden leicht verwirrt. »Höger, Ente, Höwedes«, sagt er, und es ist nicht ganz klar, ob es einfach nur ein Verhaspler ist oder der zwanghafte Versuch, die Geschichte irgendwie mit der Gegenwart zu versöhnen.

80.

Hier kann man wohl gefahrlos festhalten: Der Drops ist gelutscht. Auch wenn das hier aus Schalker Sicht eher ein olles Kaubonbon mit der Geschmacksrichtung Bierschinken-Lakritze ist.

78.

Reif hat einen neuen Freund gefunden: Meyer. »Eine Freude, diesem kleinen Kerl zuzugucken.« Will ihn nach dem Spiel adoptieren und dann bei jedem Spiel der E-Jugend am Spielfeldrand stehen.

76.

»Dieser Max Meyer ist 1,65 Meter groß und unglaublich geschickt«, übt sich Reif in einer praepatentierten Mischform aus my-hammer.de und edarling.com. Muss Ehrmann, der die ganze Zeit irgendwas von »gruscheln« murmelt, gewaltsam daran hindern, statt des nächsten Ticks seine Kontaktanzeige zu schalten.

74.

Schalke am Dortmunder Sechzehner, wo allerdings dann Draxler sich selbst tunnelt. Der anschließende Konter in aller Kürze: Micki, Kuba, Tor. Demnächst als Lustiges Taschenbuch, Nummer 143.

70.

Man kann ja immer leicht und viel über Reif meckern, aber er ist vielleicht der letzte Mann im deutschen Fernsehen, der uns in Abständen daran erinnert, dass es Wörter wie »formidabel« nicht nur im Duden gibt. Exquisit.

69.

Benedikt der Pfähler! Dübelt Aubameyang ins Schalker Grün und legt dann diesen grimmigen Blick auf, den Heimwerker angesichts verborgten und nie wieder gesehenen Werkzeugs kultiviert haben.

67.

Weidenfeller versucht seine Vorderleute aufzurütteln, sein Gesicht verzieht sich zu einer grotesken Fratze. Ob er und Klopp das zusammen vor dem Spiegel üben und sich danach gegenseitig benoten? Stare down am Borsigplatz.

65.

Es ist jetzt wie beim Adipösen-Gleitschirmspringen: Ein Anflug von Spannung.

64.

Wir haben es beschrien. Max Meyer, dieser personifizierte Wille direkt aus der Konfirmationsstube, fummelt, fintiert und stochert Schalke zum Anschlusstor. Wir wollen Teil dieser Jugendbewegung sein!

61.

Aus dem Nichts doch mal eine Schalker Chance: Draxler auf Szalai. Doch die beiden verheddern sich in den Konsonanten ihrer Nachnamen.

60.

»Komplettes Mismatch«, muffelt Ehrmann in Richtung seiner Adiletten. Und da muss ich dem Badebelatschten mal Recht geben: Das was Matip, Höwedes und Neustädter da fabrizieren ist eher ein Spielabbau.

57.

Was man nicht tun sollte: Dortmund Platz zum Kontern lassen. Ein Glück, dass sich Lewandowski statt des sicheren Querpasses lieber für die Gegnerdemütigung entscheidet. Die gelingt zwar (Matip getunnelt), aber es bleibt beim 2:0. Und zumindest in dieser Szene: der klassische polnische Abgang.

56.

Boateng lässt Schmelzer per Spagat aussteigen. Und Jane Fonda zupft sich auf der heimischen Isomatte bumsfidel den bordeauxfarbenen Einteiler zurecht.

54.

Kommt da noch was von Schalke? Oder muss sich erst Ingo Anderbrügge selbst einwechseln, dass noch mal Feuer aufs Feld kommt?

52.

Ganz im Ernst: So allein wie vor seinem Tor gerade muss sich Sahin zuletzt im Mutterbauch gefühlt haben. Oder vielleicht auch während seiner Zeit bei Real Madrid. Keller sagt dem Babysitter für heute Abend ab. Er ist doch zu Hause.

51.

Sahin, wo's wehtut: In den Winkel. (Das 2:0 für Dortmund in der Kurzversion.)

49.

Schon ist unser Halbzeits-»Wünsch dir was« in Erfüllung gegangen: Endlich die erste richtige Rudelbildung! Mittendrin: Chefprolet Großkreutz und Ex-Treter-turned-into-UN-Botschafter Kevin-Prince Boateng. Am Ende natürlich viel Lärm um nichts, aber ist es nicht das, wofür sich so viele Menschen bei diesem Sport interessieren?

48.

Der menschgewordene TGV mit der Aufschrift »Aubameyang« entgleist erst im Schalker Strafraum, nachdem Metalldieb Matip die Schienen weggenommen hat. Vor lauter Empörung leitet Neven Subotic den physischen Schienenersatzverkehr ein und steigt auf Christian Fuchs um.

46.

Weiter geht's. Was wir uns für die zweite Hälfte wünschen: Ein bisschen mehr Derby. Danke.

16:31 Uhr

Oh Gott: Seit wann müssen eigentlich in Baumarkt-Werbungen bittere Männertränen fließen, unterlegt mit schmachtender Streichermusik? Dann doch lieber Mike Krüger. Ist genauso traurig, aber anders.

16:29 Uhr

Halbzeitödnis. Dachte ich. Denn Ehrmann und seine groteske Freundin »Ping« bieten eine beeindruckend lebensverneinende Pausenshow dar. Und ich habe mich noch gewundert, wo meine Tischtenniskellen und die Messer aus der Redaktionsküche sind.

 

 

45.

Knut Kircher griffelt enervierend an seinem »ActionWrap«-Sportarmband herum. Robert Kempter schaut auf sein WhatsApp:

»Es wollt nie jemand glauben, denn das Ende das ist nah.
Es wird euch den Atem rauben, alles was gesagt das ist wahr.
Ihr könnt es nicht mehr ändern, denn es ist zu spät.
Wir aufs Ende zu schländern und es ist alles schon gesäht.
Luv ya, Knut.«

44.

»Weide«, wie ihn alle Welt liebevoll nennt, fistet eine Aogo-Flanke zur Ecke. Anmutig wie ein irreparabler Liegestuhl. 

43.

Wäre doch das Schalker Selbstvertrauen nur so breit wie das Kreuz von Kolasinac - wir würden wohl ein packendes Derby auf Augenhöhe erleben. Die Gastgeber vom Aufbau aber eher so Reus, um im Bild zu bleiben.

41.

Plitsch, Platsch, Plätscherderby. Der Soundtrack zum aktuellen Spielverlauf wird Ihnen präsentiert vom Verband Deutscher Gießkannenhersteller.

39.

An der Linie übrigens Robert Kempter, der Bruder von Michi (BUNTE berichtete). Man erkennt ihn an der schwarzen Hose.

38.

Scheinbar hat Jens Keller den Gelsenkirchener Offensivbemühungen das altbewährte »Zwanglos III«-Mantra auferlegt: Alles muss, nichts kann.

35.

Sekunden nach dem Elfmeter will es Boateng dann wie früher im Pankekäfig machen: hat eigentlich keine Zeit, keinen Platz, bringt dennoch den Ball fast im Tor unter. Mit der Pike. Dem Bauernspann, wie wir es früher nannten. Wäre das abgezockteste Tor des Jahrzehnts gewesen. Wäre - dieses Wort ist bislang symptomatisch für das Schalker Spiel.

33.

»Roman Weidenfeller! Der große Unvollendete...«, mystisiert Reif und schiebt glücklicherweise »Torwart« hinterher, bevor ihn der Geist von Paul Cézanne heimsucht.

29.

Fuchs, du hast dem Gast gestohlen: Der Schalker Kult-Ösi abgezockt im Strafraum, spitzelt den Ball weg und wird von Subotic (nicht ganz so abgezockt) elfmeterwürdig gelegt. Boateng schießt, realisiert aber wohl selbst, dass ein Ausgleich ziemlich lächerlich wäre, so rein spielverlaufstechnisch. Verschießt also. Muss zur Strafe 100 Mal den richtigen Refrain singen: Fuchs, du hast dem Gast nicht gestohlen.

29.

Schalke zunehmend verzweifelter. Matip ist die schlechteste Lucio-Imitation der Welt, läuft mit 50 Metern Anlauf auf den erstbesten Dortmunder auf, Jens Keller merkt sich seinen Namen für die dritte Mannschaft vor.

28.

Die beiden Kevins im verbalen Engtanz der Unterwelten. Und Hades erleidet in diesem Augenblick eine schlimme Seelenzerrung.

25.

Schalke probiert mal eine Weile, ob man vielleicht auch ohne Absicherung ein Fußballspiel gewinnen kann. Tendenz: eher nein. Höwedes als letzter Mann. Lewandowski schießt sich selbst an. Derbe.

22.

»Schalke in Gefahr«, orakelt Reif. Könnte auch der neue Titel einer Reality-Soap-Reihe aus dem Herzen des Ruhrgebiets sein. Das ganz normale Leben zwischen Trinkhalle, Polizeirevier, Jobcenter und dem Stammplatz in der Arena. Jeden Donnerstag, 22.15 Uhr, auf RTL II.

21.

Schmelzer sieht irgenwie eher nach grippalem Infekt und Dekubitus als nach Derby-Führung aus. Oder macht ihm der Dortmunder Band-Durm das Leben schwer?

18.

Es wird, natürlich, jetzt ein bisschen hektischer, ein bisschen ruppiger. Hakeleien hier, versteckte Fouls dort. Lehmann zieht sich die Krawatte aus, geht bei der nächsten Schalker Ecke mit in den Sechzehner.

16.

Der Torjubel in der Zeitlupe: Obenauf Kevin Großkreutz, das lebende Beispiel dafür, dass man neben Raketen und Leuchtspurmunition auch Menschen von der Kurve aufs Spielfeld ballern kann.

15.

Von Henrikh zu Marco zu Pierre-Emerick. Was nach Anti-Agressions-Aussprache in einer Neuköllner Inklusionsklasse klingt, ist ein realitätgewordener feuchter Traum von Jürgen Klopp. An dessen Ende keine heimliche Säuberung, sondern das ziemlich öffentliche 1:0 für Schwarz-Gelb steht. Klopp schaut drein wie nach drei Stunden Heavy Petting mit fünf Diskoschönheiten: Mischung aus gequält und verzückt.

12.

Lewandowski vernascht die gesamte rechte Seite der Schalker. Und immer wieder aufs Neue die Verwunderung darüber, wie so viel Energie und Spielfreude in jemandem stecken können, dessen Mimik stets so komplett teilnahmslos wirkt. Vielleicht das eigentliche Geheimnis seines Erfolgs.

11.

Die Action auf dem Spielfeld bislang verhält sich zum Geschehen im Gästeblock vor dem Anpfiff so wie ein Bibelkreis in Recklinghausen zu einem Videoabend mit Wolfgang Kubicki.

10.

»Neun Spiele, sieben Siege, ein Unentschieden«, sabbert Reif angesichts der momentanen »BVB-Serie«. Doch welche Serien halten schon ewig? Vor kurzem fand »Breaking Bad« sein abnormes Ende. Selbst Alf wurde irgendwann abgesetzt. 

8.

Jetzt geht das gleiche für den FC Schalke los. »Gegründet wurde der Verein 1904...« Don't call it Kommentieren.

7.

Weil auf dem Feld weiter nichts passiert, rattert Reif alle BVB-Spiele seit dem Champions-League-Finale 1997 herunter. »Und dann kam das Heimspiel gegen den VfL Bochum, in dem Dariusz Wosz...« Verheerende Folgen dieser Litanei in der Tickerstube: Mir selbst sind beide Augenlider eingeschlafen, Hofmann kann seine Hände nicht mehr bewegen. Wir, der Kollateralschaden dieser Übertragung.

6.

Freistoß Boateng – Hildebrand fängt dieses 15 km/h-Kissen milde lächelnd ab. Ein Torversuch so ansehnlich wie Nagelpilz.

4.

Don't call it Heimspiel: Konter Schalke, Boatengs Pass auf Draxler aber zu ungenau. Don't call him Alfred.

2.

PR-Coup für den BVB: Ein gelbes Werbebanner läuft durch die Arena, mit einer Hommage an die Einzigartigkeit des Tomas Rosicky: Don't call it Schnitzel.

1.

Die Mannschaft stehen mittlerweile wieder auf dem Rasen, Kircher kann dann doch anpfeifen. Kurz den Ekel abschütteln, das Ganze wird jetzt hoffentlich ein sportliches Knallbonbon. Anpfiff!

15:33 Uhr

Und statt des Anstoßes sehen wir wieder: Jessica Kastrop, die irgendeinen Unsinn aufsagt. Wie gesagt: Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun.

15:29 Uhr

Von wegen der Tiefpunkt ist schon erreicht: Aus dem Dortmunder Block fliegen Raketen aufs Spielfeld und in die umliegenden Blöcke. Kircher bittet die Mannschaften in die Kabine. Selbst Weidenfeller wird beschossen. Da hört, auch für uns, der Spaß auf.

15:27 Uhr

Die Aufstellungen. Schmelzer für Durm. Und alle unsere Schachfigur-Witze sind obsolet.

15:24 Uhr

»Die Partie wird begleitet von unserem - und ihrem - Chefkommentator Marcel Reif!« Jetzt geht Kastrop wirklich einen Schritt zu weit, dass sie uns da mit reinzieht. Meine Hand schnellt reflexhaft zur Stadionton-Taste, aber Hofmann war schneller.

15:21 Uhr

Jetzt wird's unterirdisch. Sky hat statt dem obligatorischen Peter Lohmeyer einen C-Mimen ans Mikro gebeten. Kastrop muss dazu sagen, dass man ihn aus »Switch Reloaded« kennt. Dann ein Einspieler, in dem Christoph Metzelder einen spanischen Autofahrer spielt. In unseren Köpfen schon vor dem Anpfiff: der Superstau. Hoffentlich kommt gleich Jörg Böhme und schießt uns ein paar Bälle ins Gesicht.

15:20 Uhr

Revierderby? War da was? Hofmann (Arsenal-Fan) und ich (Crystal Palace) können uns nicht vom London-Schlager im Selhurst Park losreißen, kreischen um die Wette wie zwei Waschweiber, als Palace hintereinander zwei Riesenchancen zum 1:1 hat. Haben dann ein schlechtes Gewissen (Stichwort: Kundenorientierung), schalten kleinlaut zurück auf »Sky Bundesliga«.

15:17 Uhr

Keller, die Ulknudel gefangen im Körper einer Hausstaubmilbe im Klimakterium, gibt stolz wie Oskar seine Aufstellung bekannt: Drei Linksverteidiger. Auf einen gelernten Torhüter hat er deswegen verzichtet.

15:11 Uhr

Die Trainer im Doppel-Interview. Jürgen Klopp weltmännisch: »Wir sind alle so, wie wir sind.« Keller wagt nicht zu widersprechen. Ist das Derby schon entschieden? Jessica Kastrop bricht das Gespräch sofort ab.

15:11 Uhr

Jens Lehmann hat sich von seiner Frau fürs Derby extra eine neue Krawatte stricken lassen. Leider in der Farbgebung Rot-Schwarz. Geht so Neutralität heute?

15:10 Uhr

Werte erschienene und unerschienene Erscheinungen, Fraktale, Mutanten, Schamanen, Weichorganismen und Geistreisende. Kollege Ehrmann weist uns beherzt drauf hin, es ist: Derbyzeit. Wir sind: Wieder hier, in unserm Revier. Waren nie wirklich weg: Johannes »Pfefferminz« Ehrmann und Paul »Dicke« Hofmann.

91.

Und das war's. Dortmund gewinnt also das so genannte Derby 3:1. Und wir bleiben etwas ratlos zurück. DAS ist also ein Derby? Soso. Aha. Na gut. War jetzt nicht so doll, ehrlich gesagt. Also, hey, Glückwunsch, Dortmund, echt spitze für euch, macht die Nacht zum Tage, feuert euch gegenseitig noch ein paar Raketen um die Ohren oder was man dann eben so macht nach so einem Sieg. Aber sonst war das irgendwie ein Spiel wie jedes andere. Mit dem meisten Krach schon vor dem Anpfiff. Nächstes Mal machen dann bitte wieder Ente Lippens, Latal, Wilmots und Böhme mit. Und Jens Lehmann spielt Fliegenden. Dann klappt's auch wieder mit der Spannung. Und sind wir wieder mit dabei, liebe Fans, Ehrenwort. Bis dahin, tschüssi, Glückauf und olé.

90.

Demütigung für Schalke. Und mich. Dortmunds dritte Einwechslung heißt Hofmann. »Siehste, du darfst doch noch mitmachen«, verteilt Ehrmann einen seelischen Schulterklopfer. Wie der Vater, den ich zuhause habe. Kircher hat einen feinen Fühler für derart Harmonie-Hegemonien, beendet das drögste Derby aller Zeiten vor den ersten Seelenkrämpfen.

89.

Wie der Abend wohl bei den »Blue Magic Gladbeck« ausklingt, deren Banner gerade groß zu sehen war? Zum Glück haben die Banken schon zu.

86.

Klopp zitiert Mkhitaryan an die Seitenlinie, lüftet ein schwarzgelbes Banjo und intoniert folgendermaßen:

85.

Analog zur großen Bandenwerbung in Verlängerung der Mittellinie: Kein Gas mehr in der Schalker Pipeline. Horst Heldt bemüht die Standleitung nach Moskau, kommt aber nur beim Anrufbeantworter raus.

82.

Reif scheint durch die neuen Vaterfreuden leicht verwirrt. »Höger, Ente, Höwedes«, sagt er, und es ist nicht ganz klar, ob es einfach nur ein Verhaspler ist oder der zwanghafte Versuch, die Geschichte irgendwie mit der Gegenwart zu versöhnen.

80.

Hier kann man wohl gefahrlos festhalten: Der Drops ist gelutscht. Auch wenn das hier aus Schalker Sicht eher ein olles Kaubonbon mit der Geschmacksrichtung Bierschinken-Lakritze ist.

78.

Reif hat einen neuen Freund gefunden: Meyer. »Eine Freude, diesem kleinen Kerl zuzugucken.« Will ihn nach dem Spiel adoptieren und dann bei jedem Spiel der E-Jugend am Spielfeldrand stehen.

76.

»Dieser Max Meyer ist 1,65 Meter groß und unglaublich geschickt«, übt sich Reif in einer praepatentierten Mischform aus my-hammer.de und edarling.com. Muss Ehrmann, der die ganze Zeit irgendwas von »gruscheln« murmelt, gewaltsam daran hindern, statt des nächsten Ticks seine Kontaktanzeige zu schalten.

74.

Schalke am Dortmunder Sechzehner, wo allerdings dann Draxler sich selbst tunnelt. Der anschließende Konter in aller Kürze: Micki, Kuba, Tor. Demnächst als Lustiges Taschenbuch, Nummer 143.

70.

Man kann ja immer leicht und viel über Reif meckern, aber er ist vielleicht der letzte Mann im deutschen Fernsehen, der uns in Abständen daran erinnert, dass es Wörter wie »formidabel« nicht nur im Duden gibt. Exquisit.

69.

Benedikt der Pfähler! Dübelt Aubameyang ins Schalker Grün und legt dann diesen grimmigen Blick auf, den Heimwerker angesichts verborgten und nie wieder gesehenen Werkzeugs kultiviert haben.

67.

Weidenfeller versucht seine Vorderleute aufzurütteln, sein Gesicht verzieht sich zu einer grotesken Fratze. Ob er und Klopp das zusammen vor dem Spiegel üben und sich danach gegenseitig benoten? Stare down am Borsigplatz.

65.

Es ist jetzt wie beim Adipösen-Gleitschirmspringen: Ein Anflug von Spannung.

64.

Wir haben es beschrien. Max Meyer, dieser personifizierte Wille direkt aus der Konfirmationsstube, fummelt, fintiert und stochert Schalke zum Anschlusstor. Wir wollen Teil dieser Jugendbewegung sein!

61.

Aus dem Nichts doch mal eine Schalker Chance: Draxler auf Szalai. Doch die beiden verheddern sich in den Konsonanten ihrer Nachnamen.

60.

»Komplettes Mismatch«, muffelt Ehrmann in Richtung seiner Adiletten. Und da muss ich dem Badebelatschten mal Recht geben: Das was Matip, Höwedes und Neustädter da fabrizieren ist eher ein Spielabbau.

57.

Was man nicht tun sollte: Dortmund Platz zum Kontern lassen. Ein Glück, dass sich Lewandowski statt des sicheren Querpasses lieber für die Gegnerdemütigung entscheidet. Die gelingt zwar (Matip getunnelt), aber es bleibt beim 2:0. Und zumindest in dieser Szene: der klassische polnische Abgang.

56.

Boateng lässt Schmelzer per Spagat aussteigen. Und Jane Fonda zupft sich auf der heimischen Isomatte bumsfidel den bordeauxfarbenen Einteiler zurecht.

54.

Kommt da noch was von Schalke? Oder muss sich erst Ingo Anderbrügge selbst einwechseln, dass noch mal Feuer aufs Feld kommt?

52.

Ganz im Ernst: So allein wie vor seinem Tor gerade muss sich Sahin zuletzt im Mutterbauch gefühlt haben. Oder vielleicht auch während seiner Zeit bei Real Madrid. Keller sagt dem Babysitter für heute Abend ab. Er ist doch zu Hause.

51.

Sahin, wo's wehtut: In den Winkel. (Das 2:0 für Dortmund in der Kurzversion.)

49.

Schon ist unser Halbzeits-»Wünsch dir was« in Erfüllung gegangen: Endlich die erste richtige Rudelbildung! Mittendrin: Chefprolet Großkreutz und Ex-Treter-turned-into-UN-Botschafter Kevin-Prince Boateng. Am Ende natürlich viel Lärm um nichts, aber ist es nicht das, wofür sich so viele Menschen bei diesem Sport interessieren?

48.

Der menschgewordene TGV mit der Aufschrift »Aubameyang« entgleist erst im Schalker Strafraum, nachdem Metalldieb Matip die Schienen weggenommen hat. Vor lauter Empörung leitet Neven Subotic den physischen Schienenersatzverkehr ein und steigt auf Christian Fuchs um.

46.

Weiter geht's. Was wir uns für die zweite Hälfte wünschen: Ein bisschen mehr Derby. Danke.

16:31 Uhr

Oh Gott: Seit wann müssen eigentlich in Baumarkt-Werbungen bittere Männertränen fließen, unterlegt mit schmachtender Streichermusik? Dann doch lieber Mike Krüger. Ist genauso traurig, aber anders.

16:29 Uhr

Halbzeitödnis. Dachte ich. Denn Ehrmann und seine groteske Freundin »Ping« bieten eine beeindruckend lebensverneinende Pausenshow dar. Und ich habe mich noch gewundert, wo meine Tischtenniskellen und die Messer aus der Redaktionsküche sind.

45.

Knut Kircher griffelt enervierend an seinem »ActionWrap«-Sportarmband herum. Robert Kempter schaut auf sein WhatsApp:

»Es wollt nie jemand glauben, denn das Ende das ist nah.
Es wird euch den Atem rauben, alles was gesagt das ist wahr.
Ihr könnt es nicht mehr ändern, denn es ist zu spät.
Wir aufs Ende zu schländern und es ist alles schon gesäht.
Luv ya, Knut.«

44.

»Weide«, wie ihn alle Welt liebevoll nennt, fistet eine Aogo-Flanke zur Ecke. Anmutig wie ein irreparabler Liegestuhl. 

43.

Wäre doch das Schalker Selbstvertrauen nur so breit wie das Kreuz von Kolasinac - wir würden wohl ein packendes Derby auf Augenhöhe erleben. Die Gastgeber vom Aufbau aber eher so Reus, um im Bild zu bleiben.

41.

Plitsch, Platsch, Plätscherderby. Der Soundtrack zum aktuellen Spielverlauf wird Ihnen präsentiert vom Verband Deutscher Gießkannenhersteller.

39.

An der Linie übrigens Robert Kempter, der Bruder von Michi (BUNTE berichtete). Man erkennt ihn an der schwarzen Hose.

38.

Scheinbar hat Jens Keller den Gelsenkirchener Offensivbemühungen das altbewährte »Zwanglos III«-Mantra auferlegt: Alles muss, nichts kann.

35.

Sekunden nach dem Elfmeter will es Boateng dann wie früher im Pankekäfig machen: hat eigentlich keine Zeit, keinen Platz, bringt dennoch den Ball fast im Tor unter. Mit der Pike. Dem Bauernspann, wie wir es früher nannten. Wäre das abgezockteste Tor des Jahrzehnts gewesen. Wäre - dieses Wort ist bislang symptomatisch für das Schalker Spiel.

33.

»Roman Weidenfeller! Der große Unvollendete...«, mystisiert Reif und schiebt glücklicherweise »Torwart« hinterher, bevor ihn der Geist von Paul Cézanne heimsucht.

29.

Fuchs, du hast dem Gast gestohlen: Der Schalker Kult-Ösi abgezockt im Strafraum, spitzelt den Ball weg und wird von Subotic (nicht ganz so abgezockt) elfmeterwürdig gelegt. Boateng schießt, realisiert aber wohl selbst, dass ein Ausgleich ziemlich lächerlich wäre, so rein spielverlaufstechnisch. Verschießt also. Muss zur Strafe 100 Mal den richtigen Refrain singen: Fuchs, du hast dem Gast nicht gestohlen.

29.

Schalke zunehmend verzweifelter. Matip ist die schlechteste Lucio-Imitation der Welt, läuft mit 50 Metern Anlauf auf den erstbesten Dortmunder auf, Jens Keller merkt sich seinen Namen für die dritte Mannschaft vor.

28.

Die beiden Kevins im verbalen Engtanz der Unterwelten. Und Hades erleidet in diesem Augenblick eine schlimme Seelenzerrung.

25.

Schalke probiert mal eine Weile, ob man vielleicht auch ohne Absicherung ein Fußballspiel gewinnen kann. Tendenz: eher nein. Höwedes als letzter Mann. Lewandowski schießt sich selbst an. Derbe.

22.

»Schalke in Gefahr«, orakelt Reif. Könnte auch der neue Titel einer Reality-Soap-Reihe aus dem Herzen des Ruhrgebiets sein. Das ganz normale Leben zwischen Trinkhalle, Polizeirevier, Jobcenter und dem Stammplatz in der Arena. Jeden Donnerstag, 22.15 Uhr, auf RTL II.

21.

Schmelzer sieht irgenwie eher nach grippalem Infekt und Dekubitus als nach Derby-Führung aus. Oder macht ihm der Dortmunder Band-Durm das Leben schwer?

18.

Es wird, natürlich, jetzt ein bisschen hektischer, ein bisschen ruppiger. Hakeleien hier, versteckte Fouls dort. Lehmann zieht sich die Krawatte aus, geht bei der nächsten Schalker Ecke mit in den Sechzehner.

16.

Der Torjubel in der Zeitlupe: Obenauf Kevin Großkreutz, das lebende Beispiel dafür, dass man neben Raketen und Leuchtspurmunition auch Menschen von der Kurve aufs Spielfeld ballern kann.

15.

Von Henrikh zu Marco zu Pierre-Emerick. Was nach Anti-Agressions-Aussprache in einer Neuköllner Inklusionsklasse klingt, ist ein realitätgewordener feuchter Traum von Jürgen Klopp. An dessen Ende keine heimliche Säuberung, sondern das ziemlich öffentliche 1:0 für Schwarz-Gelb steht. Klopp schaut drein wie nach drei Stunden Heavy Petting mit fünf Diskoschönheiten: Mischung aus gequält und verzückt.

12.

Lewandowski vernascht die gesamte rechte Seite der Schalker. Und immer wieder aufs Neue die Verwunderung darüber, wie so viel Energie und Spielfreude in jemandem stecken können, dessen Mimik stets so komplett teilnahmslos wirkt. Vielleicht das eigentliche Geheimnis seines Erfolgs.

11.

Die Action auf dem Spielfeld bislang verhält sich zum Geschehen im Gästeblock vor dem Anpfiff so wie ein Bibelkreis in Recklinghausen zu einem Videoabend mit Wolfgang Kubicki.

10.

»Neun Spiele, sieben Siege, ein Unentschieden«, sabbert Reif angesichts der momentanen »BVB-Serie«. Doch welche Serien halten schon ewig? Vor kurzem fand »Breaking Bad« sein abnormes Ende. Selbst Alf wurde irgendwann abgesetzt. 

8.

Jetzt geht das gleiche für den FC Schalke los. »Gegründet wurde der Verein 1904...« Don't call it Kommentieren.

7.

Weil auf dem Feld weiter nichts passiert, rattert Reif alle BVB-Spiele seit dem Champions-League-Finale 1997 herunter. »Und dann kam das Heimspiel gegen den VfL Bochum, in dem Dariusz Wosz...« Verheerende Folgen dieser Litanei in der Tickerstube: Mir selbst sind beide Augenlider eingeschlafen, Hofmann kann seine Hände nicht mehr bewegen. Wir, der Kollateralschaden dieser Übertragung.

6.

Freistoß Boateng – Hildebrand fängt dieses 15 km/h-Kissen milde lächelnd ab. Ein Torversuch so ansehnlich wie Nagelpilz.

4.

Don't call it Heimspiel: Konter Schalke, Boatengs Pass auf Draxler aber zu ungenau. Don't call him Alfred.

2.

PR-Coup für den BVB: Ein gelbes Werbebanner läuft durch die Arena, mit einer Hommage an die Einzigartigkeit des Tomas Rosicky: Don't call it Schnitzel.

1.

Die Mannschaft stehen mittlerweile wieder auf dem Rasen, Kircher kann dann doch anpfeifen. Kurz den Ekel abschütteln, das Ganze wird jetzt hoffentlich ein sportliches Knallbonbon. Anpfiff!

15:33 Uhr

Und statt des Anstoßes sehen wir wieder: Jessica Kastrop, die irgendeinen Unsinn aufsagt. Wie gesagt: Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun.

15:29 Uhr

Von wegen der Tiefpunkt ist schon erreicht: Aus dem Dortmunder Block fliegen Raketen aufs Spielfeld und in die umliegenden Blöcke. Kircher bittet die Mannschaften in die Kabine. Selbst Weidenfeller wird beschossen. Da hört, auch für uns, der Spaß auf.

15:27 Uhr

Die Aufstellungen. Schmelzer für Durm. Und alle unsere Schachfigur-Witze sind obsolet.

15:24 Uhr

»Die Partie wird begleitet von unserem - und ihrem - Chefkommentator Marcel Reif!« Jetzt geht Kastrop wirklich einen Schritt zu weit, dass sie uns da mit reinzieht. Meine Hand schnellt reflexhaft zur Stadionton-Taste, aber Hofmann war schneller.

15:21 Uhr

Jetzt wird's unterirdisch. Sky hat statt dem obligatorischen Peter Lohmeyer einen C-Mimen ans Mikro gebeten. Kastrop muss dazu sagen, dass man ihn aus »Switch Reloaded« kennt. Dann ein Einspieler, in dem Christoph Metzelder einen spanischen Autofahrer spielt. In unseren Köpfen schon vor dem Anpfiff: der Superstau. Hoffentlich kommt gleich Jörg Böhme und schießt uns ein paar Bälle ins Gesicht.

15:20 Uhr

Revierderby? War da was? Hofmann (Arsenal-Fan) und ich (Crystal Palace) können uns nicht vom London-Schlager im Selhurst Park losreißen, kreischen um die Wette wie zwei Waschweiber, als Palace hintereinander zwei Riesenchancen zum 1:1 hat. Haben dann ein schlechtes Gewissen (Stichwort: Kundenorientierung), schalten kleinlaut zurück auf »Sky Bundesliga«.

15:17 Uhr

Keller, die Ulknudel gefangen im Körper einer Hausstaubmilbe im Klimakterium, gibt stolz wie Oskar seine Aufstellung bekannt: Drei Linksverteidiger. Auf einen gelernten Torhüter hat er deswegen verzichtet.

15:11 Uhr

Die Trainer im Doppel-Interview. Jürgen Klopp weltmännisch: »Wir sind alle so, wie wir sind.« Keller wagt nicht zu widersprechen. Ist das Derby schon entschieden? Jessica Kastrop bricht das Gespräch sofort ab.

15:11 Uhr

Jens Lehmann hat sich von seiner Frau fürs Derby extra eine neue Krawatte stricken lassen. Leider in der Farbgebung Rot-Schwarz. Geht so Neutralität heute?

15:10 Uhr

Werte erschienene und unerschienene Erscheinungen, Fraktale, Mutanten, Schamanen, Weichorganismen und Geistreisende. Kollege Ehrmann weist uns beherzt drauf hin, es ist: Derbyzeit. Wir sind: Wieder hier, in unserm Revier. Waren nie wirklich weg: Johannes »Pfefferminz« Ehrmann und Paul »Dicke« Hofmann.

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