Schalke 04
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FC Chelsea

Schalke - Chelsea im Liveticker

The Normal One

Mit billiger Gier greift Chelsea auf der Schalker Torresterampe zu und siegt 3:0. Mourinho macht nichts und damit alles richtig, Gelsenkirchen stürzt in den Stimmungskeller. Und der Ticker? Berichtete wie immer aus dem Elfenbeinturm.

22:42 Uhr

Na gut, der Blues ist traditionell traurig, das hätte man wissen können. Aber das es gleich so hässlich wird, hätten auch wir nicht gedacht. Auch Wolff Fuss wirkt geschockt. Aufgedunsen wie Boris Becker und ebenso bleich. Auf dem Schalker Rasen gibt's derweil mehr lange Gesichter als auf einem Familientreffen der Schumachers, Benedikt Höwedes wagt eine erste Analyse »äh äh äh« Treffend. Wir schließen uns an, lassen den Fußballabend austrudeln und übergeben das abschließende Fazit an unseren guten Freund aus Gelsenkirchen. In diesem Sinne...

93.

Jens Keller in Großaufnahme, ratloser als ein Blinder im Farben- und Lacke-Fachgeschäft. Sorgenfalten auf der Stirn, so tief und eingefurcht, dass man wahrscheinlich Kartoffeln drin pflanzen könnte. Der Schiri hat ein EInsehen und pfeifft ab. Die Deutlichen verlieren gegen die Blues mit 0:3

93.

Dann sollen die Londoner jetzt eben noch einen machen, dann stimmt wenigstens Schalke NullVier wieder...

90.

Zerfahren, unstrukturiert, ungeordnet, traurig, unglücklich - unser Fazit zu Jermaine Jones neuer Frisur. 

89.

Tja, wieder ein Konter und schon steht es Nulldrei. Torres läuft durchs Bild, zieht Matip magisch an, der ihm folgt, Hazard hat freie Bahn und schiebt wunderschön ein. Wir wussten es eh schon: Hazard ist halt gefährlich.

87.

»So trinkt man lässig«, sagt Fuss, und: »Eher ein Spucken«. War er etwa auch auf der letzten 11FREUNDE-Betriebsfeier?

86.

0:2 also. Macht Chelsea jetzt noch einen, müssen die Schalker ihren Spitznamen von »die Knappen« in »die Deutlichen« umbennenen

84.

Was schreibt José Mourinho heute Nacht in sein Tagebuch? Vielleicht ja dies:

Irgendwo ein Spiel gehabt. Entsetzlich ennuiert. Und dann ständig dieser Mensch mit den traurigen Augen, der mich um ein Autogramm anging. Sehr lästig. Habe mich, vor allem aus Mitleid, dazu herabgelassen, ihm vor und nach dem Spiel die Hand zu schütteln. Jetzt schon Rückflug. Gute Nacht, Tagebuch. PS: Ich bin der Größte.

Und was schreibt Jens Keller heute Nacht in sein Tagebuch? Vielleicht ja dies: 

Wie blöd verloren. Kein Autogramm von Mourinho, dafür Handshake. Geiles Gefühl. Man muss auch mal, das predige ich auf Schalke immer wieder, Erwartungen nach unten korrigieren. Prince ohne Tor. Will der mich etwa absägen? Morgen Einzelgespräch (Autorität!). Gute Nacht, Tagebuch. PS: …ach, nichts.

82.

Wolf Fuß sagt: »Chelsea hat eben einen Torres mehr.« Reich zählt nach und, ja, stimmt. Guter Mann. Also Fuß. Nicht Torres. Torres: Böser Mann.

81.

Das Spiel wird zunehmend banaler. Es hat eigentlich, bei genauer Betrachtung, mit Fußball gar nichts mehr zu tun. Mikel und Neustädter sehen aus, als würden sie einander mit Wattebausch bewerfen, und was Draxler da jetzt im Halbfeld veranstaltet, ist allenfalls lose der Ursprungsidee des Spiels verpflichtet. Wie befand Raoul Duke einst über den Bazooka-Zirkus? »Das ist, was alle hippen Leute Samstagnacht täten, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten. Das war das sechste Reich.« Bringt Keller gleich Dr. Gonzo?

79.

Es gibt einen Grund dafür, dass Jens Keller heißt und nicht Penthouse. Meine Meinung.

78.

Draxler pubertiert durch das Mittelfeld, narrt Ramires und Oscar, stolpert dann aber über sein erstes Barthaar. 

76.

Weil sich Schalke im Mittelfeld verkrampft, machen wir weiter mit Fuß, dessen Sprecherkabine sich gerade in eine Sylter Dünenbar verwandelt, er sitzt nicht mehr in Gelsenkirchen, sondern im Strandkorb bei Gosch in List, neben ihm Udo Walz und Wolfgang Joop, und wie sie da so Hummerschwänze in Knoblauchdip tunken und Montecristos rauchen und in den Sonnenuntergang anstoßen, weil der Dax prosperiert, sagt Fuß: »Und jetzt ein kleiner Shake für die Seele.« Hast du dir verdient, Wolff. Nicht.

74.

Wolff Fuß hat das Marc-Aurel-Syndrom. Anders sind seine versonnenen Betrachtungen nicht zu erklären. Wie der Imperator auf dem Zenit der römischen Hochkultur blickt Fuß auf diese Wiese da vor seinen Augen und diesen Prachtbau ringsherum, ihm gefällt, was er sieht, aber zugleich ist das alles auch zu perfekt, zu schön, und er weiß, ein wenig Zeit nur noch, dann schlägt alles um in Dekadenz und geht nieder und vorbei.

73.

Auch unser Tickergast hat keine Lust mehr auf die Blues, entledigt sich seines Blaumanns. Neuer Dresscode: White Tie. Derweil macht Schalke weiter, trotz 0:2, trotz Mourinhos genialischer Schläue, angetrieben von Meyer. Kadavergehorsam, will man schreiben, merkt dann aber: Ein Kadaver wäre effektiver als S04.

 

72.

Der FC Chelsea bleibt mir ein Rätsel. Defensiver als Kaninchen vor der Schlange, und dann so ein Konter und das 0:2. Eklig? Effizient? Erstaunlich? Rechtsstaatlich auf jeden Fall nicht. Aber wie sagt man so hässlich? Das Leben ist kein Spargelhof.

71.

Herbst in Gelsenkirchen, draußen fallen die Blätter, drinnen die Gegentore und leise plätschert ein warmer Schauer vergebener Chancen auf den königsgrünen Rasen. Jens Keller steht melancholisch vor der Bank und denkt an Rilke: Der Sommer war sehr groß und wer jetzt kein Anschlusstor mehr baut, gibt die Tabellenführung ab. Oder so.

68.

Und das dürfte es gewesen sein. Ein Konter wie an unsichtbaren Schnüren gezogen, am Ende der Verwertungskette steht Torres, umkurvt noch den ewig hinfallenden Hildebrandt und schiebt gelassen ein. Das Chelsea-Team fühlt sich in Gelsenkirchen wie zuhause und benimmt sich ordentlich daneben. Aber das kennt man ja von blauen englischen Touristen.

66.

Die vierte Ecke für die Schalker. Vielleicht eine Gelsenkirchener Glückszahl? Neunzehnhunedrtvier, Hartz Vier....

64.

Torres ist schon wirklich kein Schlechter, tanzt da mit zwei Schalkern nonchalant Tango bis sie ihm zu Füßen liegen, klatscht dann ab mit Eden Hazard. Der Belgier scheint aber kein großer Tänzer zu sein und huft den Ball ins Dickicht der umstehenden Schalker. Herrmann und ich tanzen derweil den einzigen tanz, den wir können: den Bierdosenschwenkenden-Oberkörperfrei-Punkrockpogo

61.

Und hier die Reaktion von Roman Abramowitsch, als ihm sein Tribünennachbar vom deutschen Bischoff Tebartz-van Elst erzählt, der sich wegen Prasssucht vor dem Papst verantworten muss:

60.

Also bisher spielt Chelsea das Ding hier samtweich runter. Blue Velvet sozusagen. Nach einem Drehbuch des David Lynch des internationalen Fußballs: Josè »Mindfuck« Mourinho.

58.

»Die gehen immer mit dem Knie voran«, petzt Fuss. Ja und? Machen wir auch so. Im Supermarkt. In der Ubahn. Auf Familientreffen. In der Redaktion...

55.

Gelbe für Cahill. Vielleicht sollte er das Kicken bleiben lassen und weiter in der Musik sein Glück suchen. Wir würden seine Platte kaufen. Und seine Moves nachmachen:

51.

Ein perfekter Konter, eigentlich, aber dann kommt Uchida an den Ball und wir müssen perfekt und Konter wieder streichen. Ein ______________. Schalke bestimmt wie ein unbestimmter Artikel.

50.

Im direkten Gegenzug: Lampard mit dem Freistoß, Torres scheitelt den Ball gen Kreuzeck, Lampard hat den Torschrei schon auf den Lippen, aber Hildebrandt guckt das Kunstleder ans Gebälk. Stille bei Chelsea, Vorentscheidung verpasst. Silence of the Lampards.

49.

Oha! Fuß moniert Handspiel, ich habe nichts gesehen, Reich auch nicht, aber wir glauben dem Mikrofonmann blind und praktizieren ein Sündenbock-Ritual. Reich hat eine lebensechte Pappmachéattrappe von José Mourinho ausgestanzt, die wir nun, auf ein Schafott geschnallt, mit überreifen Tomaten traktieren. Das fühlt sich ziemlich gut an, bis wir merken: Das ist gar keine Attrappe. Das ist George Clooney. 

 

47.

Schalke hält ja eigentlich gut dagegen, aber meist eben ohne Ideen. Es ist das Bündnis-Grüne-Syndrom: Opposition um der Opposition willen. Und am Ende geht das Spiel dann mit fünf Prozentpunkten verloren.

46.

Ach, das Spiel setzt sich auch fort. Welcome to the Pleasuredome. Vorschlag für Jens Keller: Alles anders machen. Ende des Vorschlags.

21:45 Uhr

Da kommen sie, ganz frisch, gutaussehend, man will sie sofort befassen und befühlen - die nächste Rutsche Bier ist da.

21:41 Uhr

Oh, unsere 11FREUNDE-Lesereporter, die wir pro zugesendetem Promi-Bild mit einem Mettendchen entlohnen, haben uns den Beweis gerade zugesendet: Frank Lampard spielt gar nicht mit, der ist noch im Urlaub. Profi müsste man sein...

21:44 Uhr

Kühne These von Reich: »Könnte ich kicken wie Hazard, würde ich nicht beim FC Chelsea spielen.« Kühne These von mir: »Könnte Hazard tickern wie Reich, würde er nicht für 11FREUNDE arbeiten.«

21:43 Uhr

Jetzt die Halbzeitanalyse von Ottmar Hitzfeld. Ist ganz schön alt geworden, der Mann. Sieht aus, als würde er eine Ray Ban aus Tränensäcken und Krähenfüßen tragen. Modell »Costa Cordalis«

21:40 Uhr

User Fachmann zitiert liebvoll aus dem Wiki: »11 Freunde wurde in den Jahren 2005, 2009, 2011 von den Sportlern bei der Wahl der besten Sportfachzeitschrift beim Herbert-Award jeweils hinter Sport Bild und dem Kicker-Sportmagazin zur drittbesten Sportfachzeitschrift gewählt.« Dann schiebt Fachmann hinterher: »Und das seid ihr geblieben, drittbeste Sportfußballzeitung, wenn man die reviersport ausklammert, weil sie nur regional ist.« Lieber Fachmann, Danke. Aber was nützt die ganze Demokratie, wenn die Mehrheit irrt? Wir sehen uns eher auf Platz 17, hinter Reviersport, JuFuMa und der Stadiongazette von Altona 93.

21:39 Uhr

Noch gar nicht im Spiel bisher: Frank Lampard. Ob Fat Frank in der zweiten Halbzeit endlich zeigt, was für ein Pfundskerl er ist?

21:35 Uhr

Oh, ein Gazprom-Werbespot in der Halbzeitpause, wie überraschend. Aber auch clever, nach 45 Minuten Anti-Gazprom-Werbung.

46.

Abpfiff. Schalke versucht es, aber so richtig gefährlich ist eher Chelsea. Irgendwie größer, besser, stärker. Wir können hier natürlich keine bewegtbilder zeigen, aber für alle, die das Spiel nicht sehen können, lassen wir den bisherigen Spielverlauf von unserem Redaktionselefant "Fernando" und unserem Redaktionsstrauss "Julian" nachstellen:

45.

Boateng gegen Terry, bleibt an The Wall hängen und fällt um. Das, lieber KPB, wäre mal einer für eine Ballack-Sprungelenksgulasch-Gedächtnisgrätsche.

43.

So ein Blödsinn, in Gelsenkirchen ist das Leben sehr wohl ein Grabbeltisch.

42.

Wieder Schalke, im Londoner Strafraum mehr schwitzig-wühliges Durcheinander als beim Übergrößen-Unterwäschen-Sonderausverkauf bei Walmart. Höwedes hat irgendwann genug und kickt den Ball mit der Hacke - neben das Tor. Das Leben ist kein Grabbeltisch.

40.

Eden Hazard, so Wolff Fuss, habe die letzten 30 Minuten auf der Hebebühne gelegen und nun stehe er wieder auf der Straße. Verstehen wir nicht. Fuss ist seltsam, was meint er damit? Ist das Poesie? Eine Metapher, die wir nicht verstehen? Wenn ja, woführ steht die Hebebühne? Oder die Straße? Wir haben unsere Wortwitze gerne leicht verständlich und luftig-locker. Etwa: Wenn Hazard für die Mannschaft ackert und Gras frisst, ist er dann Biohazard? Haha. Ha. Hahaha. Oh Gott, ich habe Fippsassmusseritis.

38.

Das Schöne im Sportjournalismus ist ja, dass man sich umgehend revidieren darf: Eben noch in die sportliche Zweitklassigkeit geschrieben, nimmt Boateng aus cirka 70 Metern Maß, Chelseas Keeper lenkt über die Latte. Erst hat Schalke kein Glück, und jetzt kommt auch noch Cech dazu.

36.

Kevin-Prince Boateng will noch nichts gelingen. Liegt es am Video, das wir aus unseren Archivuntiefen ausgegraben haben? Hemmt es den Bad Boy? Schalke tut die Abstinenz des Prinzen jedenfalls nicht gut. Es wie früher bei TKKG (und das bitte nicht rassistisch verstehen), aber wenn Tarzan die Fälle nicht regelmäßig im Alleingang an sich gerissen hätte, hätte das Format nie funktioniert. Meine Meinung.

34.

Terry senst Meyer um. Ein Foul, fast so eklig wie der Artikel im Tagesspiegel gestern, der von Berliner Hunden berichtete, die sich an Junkie-Kot gütlich tun und dann geflasht entschlafen. Ein Königlicher für eine Brechtüte.

32.

Dann wieder erinnert Keller an James Bond. Graue Schläfen, durchgedrücktes Kreuz. Beton leider nur angeschüttelt, nicht gerührt. Mit der Lizenz zum Träumen.

31.

Bisweilen erinnert mich Jens Keller an einen Komparsen in einer schundigen Erotikproduktion, mit diesem windbeuteligen Blick, am Anfang sieht man eine reiche Ehefrau, sich von ihrem Ehemann verabschiedend, die beiden wohnen in einer guten Vorortreihenhaussiedlung, er muss auf Geschäftsreise, hat die Aktentasche unterm Arm, mit dem Porsche dröhnt er von dannen und - SCHNITT - in der nächsten Einstellung schon wird die Verlassene von einem irgendwie auf dem Grundstück herumlungernden Poolreiniger durchgeferkelt. Diesen Poolreiniger könnte Keller spielen. Das ist nicht appetitlich, freilich. Aber Keller ja auch nicht immer und deshalb passt es.

30.

Schalke jetzt bemüht, kommt mit Aogo über links. Flankt aber, wie er heißt: Ein absolutes A-no-go

28.

Aber nicht nur die Schalker, auch die Engländer haben einen neuen Prinz, den kleinen George. In wenigen Tagen soll der Thronfolger übrigens getauft werden, wir haben hier schonmal ein Bild des kleinen Rackers mit den stolzen Eltern:

26.

Tja, von Prince, dem Pottprinz, dem Anführer, die »Schulter zum Anlehnen«, wie Fuss ihn rosemundapilchernd nennt, ist noch nix zu sehen. Noch fehlt die Aggressivität. Vielleicht mal ein Beispiel an Ernst-August nehmen, der weiß, wie man den Gegner einschüchtert.

22.

Kurze Zwischenfrage zum Torschützen: Was ist eigentlich so rein optisch mit Fernando Torres passiert? Vor nicht allzu langer Zeit sah er noch aus wie das Mitglied einer Neunziger-Boyband, blonde Strähnchen, immer smart in die Kameras lächelnd und der Grund für unzählige weiche Teenie-Knie. Jetzt wirkt er wie ein stiernackiger, pintsaufender Thresenskinhead, der am Ende des Monats seine Schneidezähne versetzen würde, um Geld für den Glücksspielautomaten zu erlösen.

19.

Aogo ist frei durch, Reich winkt ab, der Linienrichter winkt ab, Abseits und vorbei. Schalke so gefährlich wie ein Bareknucklefighter ohne Bareknuckle.

18.

Die Schalker trompeten ihr Fanlied, sensible Zeilen über Herzschmerz und den Pott. Und das gegen die Briten, immerhin die verbürgten Begründer des Stadionschlachtgesangs! Kulturpessimismus made in Germany.

16.

»Und dann geht das Knie raus und er fliegt aus der Kurve«, vermengt Fuß furios die Sportarten. Schalkes Offensive verweigert sich bis jetzt aller Logik und Konvention.

15.

Seit am Wochenende der Tweet des Fans, der auf der Tribüne plötzlich neben Mourinho saß, die Runde machte, hofft Reich, dass ihm selbiges passiert. Immer wieder linst er aufgeregt nach links, die Augen hoffnungsschwanger geweitet, und muss dann doch erkennen, dass ich es bin. Immer noch. Immer nur. Wütend twittert er ein heimlich aufgenommenes Foto: OMG I'M STILL SITTING NEXT TO THAT SCUMBAG WTF!!!

13.

Dieses selbstbewusste Kaugummikauen der Briten schon! Diese markanten Kiefer, auf dem Extra Strong Mint malmend, als stünde das weiche Dragee höchstselbst für die Hoffnung der Schalker! Dieses souveräne Durchspeicheln, dieses abgeklärte Ausspucken! Wir sind beeindruckt. Und stellen den Fritz-von-Thurn-und-Taxis-Modus wieder aus.

11.

Eine Anfangsphase als Bondagetreff: Schalke befreit sich langsam aus der Umklammerung der Londoner. Aoga versucht sich über links am Durchbruch, hat aber die abschließbare Fußfessel vergessen. Aus.

9.

Mourinho habe noch nie in Deutschland gewonnen, besserwisserte Fuß vorhin. Stimmt nicht. 2004 holte der Trainer in eben dieser Arena die Champions League, damals noch mit dem FC Porto. Rückkehr dahin also, wo alles begann: die Weltkarriere, das Unheil, der Untergang des Abendlandes. Man könnte meinen, damals sei Mourinho noch ein leidlicher, zurückhaltender Demütling gewesen. Man könnte.

8.

Die Schalker Fans scheinen nix vom Gegentor mitbekommen zu haben, singen und feiern immer noch lautstark, als hätten sie gerade die Schale geholt. Wann lässt Rudi Assauer die Leute wissen, dass in Hamburg noch gespielt wird?

5.

Und da is dat Ding bzw. there is the Thing, wie der Engländer sagen würde. Ecke Chelsea, Ivanovics Waschmaschine eines Kopfes verlängert den Ball auf  Torres Milchbubischädelund es steht Eins Null Chelsea. Dumm gelaufen bzw. Stupid walked.

4.

Handspiel von Cahill, wird aber nicht gepfiffen. Jens Keller in der Wiederholung, bläst ungläubig die Backen auf. Das Ploppen seiner Sorgenfalten hört man bis hier.

1.

Anpfiff. Die Blues also gegen Königs...äh...türkis? Egal. Hinten links bei Chelsea übrigens ein junger Mann namens Azpilicueta. Gerüchten zufolge sollen Dortmunder Scouts im Stadion sein, um das Konsonantenwunder für das Dortmunder Orthographiedurcheinander zu scouten.

20:44 Uhr

Und aus gegebenem Anlass hier auch nochmal das Fundstück der Woche: Kennen Sie diesen jungen Mann? Nein? Kleiner Tipp: Kurz nach seinem Anruf im Kinderfernsehen musste er in den Käfig, ein paar Bollos umgrätschen. Oh, du süße Jugendzeit.

20:38 Uhr

Jetzt Erik Meijer bei dem, was er eine Analyse nennt. Ich bin mir sicher, dass man für jede Silbe eine Gehirnzelle verliert. Riskant, denn so viele haben wir nicht...

20:34 Uhr

Warum wir Schalke gegen Chelsea tickern und nicht Arsenal versus Dortmund? Weil wir keinen Bock haben auf Hurrafußball, auf Tore, auf Kloppgrinsen und Özilzauber. Wir sind Malochebewunderer alter Schule, wollen gequält werden, haben den Tickerverschlag deshalb im alten Parkstadion aufgebaut und, uns zur Seite Ingo Anderbrügge und Jiri Nemec, »Fußball ist unser Leben« angeschaut. Zehnmal. Rückwärts. 

20:33 Uhr

So, Freunde, auch von mir ein herzliches Willkommen zum Schalke-Chelsea-Ticker. Eben noch hatten wir mehr Probleme mit der Sky-Fernbedienung als Lothar Matthäus mit seinen 12 Schwiegereltern. Die sind aber ausgestanden und die »Experten« im Studio »beglücken« uns mit ihrem »Fachwissen«. Bevor wir jetzt aber auf die Kollegen einprügeln, wollen wir uns für den Titel des heutigen Tickers entschuldigen, der sicherlich dem ein oder anderen heute das klebrigste Solo der Musikgeschichte ins Ohr gesetzt hat. Aber hey: Wir saßen den ganzen Vormittag im Konferenzraum und haben nach Halbwitzen mit »blau« oder »blue« gesucht. Wenigstens haben wir nicht »Blue« von Eiffeil 65 verwendet...

20:28 Uhr

Gutgemeinter Ratschlag an Timo Hildebrandt: Beim Abstoß nicht aufprellen.

20:24 Uhr

Begeisterung beim Redaktionsklempner eben schon, als Sky zum Tresenexperten Steffen Freund schaltete, der die Vorzüge der Mourinho-Elf listen sollte, sich stattdessen aber, in einem Pub stehend, mit schweißbefleckter Stirn, zur einer Whiskylese verstieg. »Die sind alle brandgefährlich«, verkostete Freund, und der Sky-Mann retournierte abgeklärt: »Hätten wir das also auch geklärt.« Cheers.

20:22 Uhr

Königsblau gegen die Blues: Seit Stunden schon bereiten wir diesen Farbvergleich vor. Ich lasse John-Lee-Hooker-Vinyls rotieren, Reich litert Hochprozentigen (»…bis ich blau bin!«). Als Tickergast haben wir uns den Redaktionsklempner auf die Couch geladen. Im Blaumann. 

20:20 Uhr

Hallo und herzlich willkommen, liebe Fans, zu diesem Fußballfest am Dienstagabend. Mantel gegen Steppjacke, Weltbühne gegen Provinz, The Special One gegen The Normal One, oben gegen unten - braucht es noch mehr Extreme, um das Tastaturduell zwischen Reich und mir anzuteasern? Wir freuen uns.

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