Kaiserlautern
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FC St. Pauli

Sam's Tag

Lautern-St.Pauli im 11FREUNDE-Liveticker

  

19:19 Uhr
Eckel, Briegel, Ratinho, Toppmöller, Axel Roos, selbst Sepp Stabel: Alle sind sie gekommen, um mit uns auf der Tastatur zu tanzen. Die FCK-Gang nimmt's wörtlich. Resultat: Laptop kaputt! Doch Rettung naht! »Toppi« lässt seine alten Verbindungen zum ehemaligen FCK-Sponsor OKI spielen, organisiert einen Nadeldrucker für jeden Anwesenden. Super, Sturmtank! Jetzt können wir drucken. Fragt sich bloß, was. Mindestens das Üpsilon ist irreparabel. Gut, dass der Eigenrauch in Gelsenkirchen geblieben ist! 

19:25 Uhr
Axel Roos hat die Lösung: Kartoffeldruck! Ecke Bugera, Kopfball Amedick, filigran aus dem Erdapfel geschält. Holt Euch die Zettel bei uns ab, liebe Fans!  

19:28 Uhr
»Schicken wir die Piraten in die Hölle!«, schallt es uns aus dem FCK-Kult-Forum »derbetzebrennt« entgegen. Das schreit nach einer Verfilmung mit untoten Seeleuten, Geisterschiffen, irgendwas mit Fluch, irgendwo in der Karibik. Mit Johnny Depp als Walz aus der Pfalz! Und Keira Knightley als Italia Walter! Gibt's schon? Egaaaal! 

19:32 Uhr
»Die Pfälzer sind einfach nur hochemotional«, so die etwas waschlappige Replik des Users »Eddie« im St. Pauli Fanforum. Da muss mehr kommen. Wesentlich mehr. 

19:58 Uhr
FCK-Boss Stefan Kuntz ist da ungleich bissiger, legt sich aus dem Stand mit Ministerpräsident Beck an. Es geht um Stadionkosten, die der SPD-Dachs klein reden wollte. »Hospitality ist teuer, ungefähr sechs Mille im Jahr«, so Kuntz polyglott, und Hinz (DSF-Moderator) witzelt: »Ich glaube nicht, dass der Kurt Beck noch ne Schatzkiste im Wohnzimmer stehen hat.« Nein, aber vielleicht nimmt er gerade eine Geburtstags-CD mit Frank Zander auf. Was macht eigentlich Rene C. Jäggi? 

20:00 Uhr
Kollege Lucas Vogelsang, der zwar keinen Dienst hat, aber vor lauter Lebensfreude trotzdem hier aufgelaufen ist, zirpelt: »Das ist gefühlte erste Liga! Mehr Spitzenspiel geht nicht! Live im DSF! Darf ich noch jemanden grüßen?« Nein. 

20:06 Uhr
Vogelsang berichtet von einer Fanumfrage, die er am Wochenende gemacht hat. »Was wäre der 1. FC Köln, wenn er ein Land wäre?«, war die Frage. Ein Fan antwortete: »Weltmeister!« In diesem Sinne: Jetzt geht's los, inklusive Andreas Bock, verkleidet als Kurt Beck (»Meine Frau sagt, ich habe Haare wie ein Meerschweinchen!«). E-kel-haft! 

20:10 Uhr
Basketball-Guru Frank Buschmann kommentiert, vermeldet einen Blitztransfer: St. Pauli holt Kareem Abdul-Jabbar! Was kann Tobias Sippel gegen den Sky Hook ausrichten? 

20:14 Uhr
»Warum heißt Takyi eigentlich Sir?«, fragt Bock. »Weil du das eben erfunden hast«, sage ich. »Nee, jetzt mal ehrlich«, quengelt Bock. Also schreiben Sie uns an online@11freunde: Warum heißt Takyi »Sir«? Zu gewinnen gibt es so Manches.  

20:15 Uhr
Uns ereilt ein Anruf aus der Pfalz. Wir glauben, es ist 11FREUNDE-Mann und FCK-Cheftrompeter Johannes Ehrmann. Könnte aber – der Lautstärke nach zu urteilen – auch eine Flatrateparty in der Sesamstraße sein. 

1.
Anstoß. Wer gewinnt? St. Pauli? Lautern? Das DSF? Kurt Beck? Walter Frosch? Knifflige Fragen zu Beginn. Wir bewahren die Spannung und lösen sie nicht vor 22 Uhr. 

2.
Zweite Liga fühlt sich ganz anders an. Irgendwie riecht der Fernseher nach Leder, und die Bildröhre schwitzt ins Zimmer hinein. Fühlt sich an wie Fußball, wie er früher war. Jedenfalls solange, bis die Kamera Betzi einfängt. 

3.
Sogar der Kommentator klingt anders. Er benutzt Vokabeln wie »flunkern« und »Bären aufbinden«. Wir vermuten, Buschmann hat zwischenzeitlich die Ressorts »Dart« und »Snooker« übernommen. 

5.
Also zum Spiel. Bisher tasten sich die beiden Teams ab wie Wünschelruten Felder in Ostfriesland. Ehrmann ruft nicht mehr an. Er pfeift mittlerweile das Spiel. 

8.
Acht Minuten, Zeit für ein Zwischenfazit. Auf dem Feld ist so viel los wie bei einer Wodkaparty ohne Wodka. Oder ohne Party. Je nachdem. 

10.
Hennings wird an der Seitenlinie behandelt – »hat sich wahrscheinlich die Adduktoren gezerrt«, so Buschmann mit der Erfahrung aus drei Staffeln »Emergency Room«. Walter Frosch raucht sich schon warm. Wann kommt der große alte Mann des Lungenzugs? 

12.
Sam bislang ganz gut – »ist ja auch Samstag«, witzelt Vogelsang. Knapp daneben. 

16.
Während Poldi seit 1300 Minuten nicht mehr getroffen hat, kommt dieses Spiels seit mittlerweile einer Viertelstunde ohne Bude aus, und unser FCK-Kriegsreporter Johannes »Antonia Rados« Ehrmann hat sich seit 19 Minuten nicht mehr gemeldet. Krise? Sogar ein ganzes Krisengebiet? Wir würden gern berichten, haben aber momentan keinen Mann mehr vor Ort. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. 

18.
Die größte Chance der Menschheitsgeschichte! Amedick köpft, Hain wischt wie Mama durch die Küche, kann dennoch parieren, Rodney stochert, doch im Tor stehen plötzlich Corny Littmann, Hans Albers und Kalle Schwensen, verhindern den Treffer. Hurra bzw. Kotz. 

19.
Und es ist doch Sam's Tag! Sam schießt das 1:0! Er sam, sah und siegte! Mit der Pieke durch Hains Schlüppi! 1:0! Fritz Walter dreht sich ausnahmsweise mal nicht im Grab um, er tanzt Disco-Fox! Bahnt sich da wieder ein Durchmarsch an, wie 1997/98? Wo ist Pavel Kuka? Wann kommt Jürgen Rische? Harry Koch! Die Hölle ist heiß. Ungefähr 35 Grad im Schatten. Schwitz.  

22.
Was wir immer noch nicht geklärt haben: Warum heißt Takyi »Sir«? »Weil er gern Sirtaki tanzt!«, blitzmerkert Vogelsang, staubt alle Preise ab, die wir zu vergeben haben (Playmobil-Bahnhof, Nemo aus Plüsch, Mikrowelle), tanzt Sirtaki. Wenn Fritz Walter das wüsste, er würde... lassen wir das. 

23.
Was passiert eigentlich, wenn es auf dem Betze zu heiß wird? Stirbt dann eine ganze Region?   

26.
»Das sind alles Fußball-Fans hier im Stadion!«, weihnachtet Buschmann. Is ja n Ding. Dann hätten wir die Tennis-Röckchen ja auch im Schrank lassen können. Hat jemand die Nummer von Anke Huber (»Milchschnitte«)?  

29.
Momentan hilft es St. Pauli wenig, die Trikots von Sampdoria zu tragen. Da fällt mir der Spot ein, in dem Ruud Gullit auf Attilio Lombardos Glatze Conga spielte. Bumm tschicki bumm-bumm! »Das geht in die Beine«, so Fritz Walter aus dem Off. 

31.
»Sidney Sam auffällig nicht nur wegen seines Tores«, erklärt Buschmann. Er rennt auch mit Pauken und Trompeten und ner Fußrassel die Seitenlinie auf und ab. Für Gunesch und Morena etwa ähnlich nervig wie bolivianische Panflötenmusiker in der Einkaufspassage am Samstagnachmittag.   

34.
Ehrmann, immer noch auf dem Betzenberg, versucht wieder anzurufen. Dumm nur, dass er sich im Euphoriestrudel in eine mitgebrachten Werbeteppich eingerollt hat und sich nun durchs Stadion tragen lässt. Heraus kommt er als Branco-Zebec-Gedächtnis-Puppe. 

37.
Die St. Paulianer verirren sich. Ihr Spiel so lyrisch wie ein Gedicht über Aktienkurse, spannend wie eine Reportage zum Thema »Spazierfahrten im PKW«, inspirierend wie das kleine Einmaleins. 

39.
Sidney Säm wirbelt weiter durch die Hälfte des FC St. Pauli. Rasanter und unverstehbarer als »Takeshis Castle«.  

42. 
Buschmann glaubt, dass Stanislawski seiner Mannschaft »mehr Mut einimpft«. Wir glauben, er impft sich aus Selbstschutz selbst weniger Wut ein, um keine Schlägerei in der Kabine anzufangen.  

45.
Halbzeit. Zweite Liga ist doch nicht mehr das, was sie mal war. Spieler nennen sich Sirtaki Takyi und sehen aus wie die lebendig gewordene Photoshop-Bearbeitung. Wo ist Sven Demandt? Dieter Schatzschneider? 

21:09 Uhr
Bock wälzt noch immer seinen »Almanach 2. Liga Nord 1981« und grunzt wohlig. »Hmmm, Dirk Hupe! Den ruf ich mal an, ob er nicht Lust hat, mit mir n Stück Topfkuchen zu essen! Hmmm, Rosinen! Hmmm, Dirk Hupe!« 

21:12 Uhr
Werbungwerbungwerbung. Bei mir funktioniert's, hab schon drei Versicherungen abgeschlossen, zwei Kilo zugenommen und ein Auto zu Schrott gefahren. Bin ja versichert! 

21:14 Uhr
Es ist der Tag, an dem Mario Basler entlassen wurde. Wir spielen traurig Poker, surfen auf Supermarios Facebook-Profil. Dort steht: »Hast du gestern gesehen DSDS?« Rätselhaft. 

21:15 Uhr
Arme Ex-Stars. Carsten Jancker tritt als Crashtest-Dummy in der Auto-Werbung auf. Thomas Helmer tritt als Journalist in der DSF-Werbung auf. Wenigstens Matthäus geht's gut. 

21:16 Uhr
Anruf von Kollege Ehrmann, total besoffen. Kündigt an, beim 2:0 blank zu ziehen und den Flitzer zu machen. Noch nie war ich so sehr für den FC St. Pauli. 

46.
Zweite Halbzeit. Stimmung immer noch semi-super. Takyi spielt nun wieder zentral, informiert Buschmann nach zwei Sekunden. Er liest komplette Spiele schneller als andere eine Sprechblase in Lucky Luke. 

49.
Buschmann erkennt jetzt Dinge in Windeseile. Zunächst sagt er »Ball ist im Spiel«. Und tatsächlich: Der Ball ist im Spiel. Dann krächzt er: »Abseitsposition«. Und tatsächlich: Der Linienrichter hebt die Fahne. Analysen schärfer als ein Samuraischwert. 

51.
Buschmann spricht mittlerweile alles ins Mikrofon, was ihm einfällt. »Kaiserslautern gewann mal gegen Bielefeld. 1:0. Und raten Sie mal, wer das Tor gemacht hat?« Stundenlange Minuten Stille. Dann konspirativ flüsternd: »Sidney Sam!« Sachen gibt's. 

54.
Das DSF geht nun in die Vollen, will die Sky- und Sportschau-Zuschauer für immer an das eigene Halligalliprogramm binden. Deshalb hat Thomas Helmer nachher noch Ewald Lienen zu Gast. Und wir das Sams. Vielleicht. Kommt alle! 

57.
Frank Buschmann wird wütend. »Das ist ein Pass, der kann gar nicht ankommen.« Irgendjemand hat ihm geflüstert: Mehr Emotionen, Buschi, nicht nur knallhart analysieren. Wenn's zu langweilig wird, auch mal den Räusperknopf vergessen! 

59.
Wir haben jetzt den Gefühlshaushalt des Frank Buschmann entschlüsselt: Wie bei »Schillerstraße« werden ihm über Kopfhörer Befehle gegeben, wie er sich fühlen soll. »Jetzt sei mal angewidert vom Offensivspiel der Hamburger, Frank!«, kommt es aus der Regie. Und Frank: »Das Offensivspiel der Hamburger – Puh!« Brav. 

60.
Laaaaangweilig! Spannender: Bock zählt sein Füße, ist schon bei 1,5. Wie das wohl ausgeht? 

62.
»Jetzt mal schnell und direkt«, befiehlt die Regie. Doch Buschmann gibt direkt weiter: »Jetzt mal schnell und direkt!« Da hat er was falsch verstanden.  

64.
Jetzt mal schnell und direkt: Matthias Lehmann mit einem direkten Freistoß, den Teil mit »schnell« hat er vergessen, das Ding öddelt ins Aus. »Mit einem 0:1 wollen sie nicht zurück nach Hamburg fahren«, weiß Buschmann, der blinde Seher. 

67.
Kollege Vogelsang, verdammterweise Hertha-Fan, bekommt plötzlich panische Angst vor der 2. Liga. »Darf ich mich in Eure Badewanne legen?Mir ist so kalt!« Ich lasse ihm nur allzu gern das Wasser ein, denn was ich nun sehe, gönne ich nicht mal ihm: Jendrisek mit fulminantem Flankenlauf, Nemec macht die Katschow-Grätsche. Einwurf. Buschmann: entrüstet. 

69.
Buschmann, sei mal meteorologisch-halluzinogen! Buschmann: »Es reeeeeeegnet!« Es funktioniert! A Wahnsinn. 

70.
Immer noch laaaaangweilig! Hans-Peter Briegel macht vor lauter Ödnis einen Zehnkampf, Jürgen Hingsen kommt hinzu, scheidet aber aus: drei Fehlstarts.

72.
Wechselmarathon beim FCK. Ojigwe kommt für Schjönberg, kurz danach bricht Ramzy zusammen, Ottos Mops kotzt. Keiner merkt's, denn in Wahrheit macht der soeben eingewechselte Steinhöfer das 2 zu Nuuuuuuull! Der Mann ist minus acht Sekunden im Spiel, zieht ab, wird zum Gott. »Jubel, Trubel, Lauterkeit!«, komponiert Buschmann. »Da brat mir doch einer n Storch! Gute Nacht, Marie!« Wir ergänzen: Es ist zum junge-Hunde-Kriegen, aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, und nachts ist es kälter als draußen. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! Ja! Jaha!

74.
»Ich würde sie gern hier auf den Betze beamen!«, droht Buschmann nun. Erbarmen, Scotty!

76.
Gieselmann ist schon verschwunden. Grüßt nun von der Mittellinie auf dem Betzenberg. Neben ihm: Lothar Matthäus, der dummerweise gerade eben vom DMAX zum DSF gezappt hatte und ebenfalls in Buschmanns Beaming-Zauberei geriet.

79.
Die Hamburger laufen an gegen mauerhafte Lauterer. Immer wieder, in der Hoffnung, dass Buschmann die Mauer in Zuckerwatte verwandelt. Der Mann hat aber durch sein sinnloses Rumgebeame sämtliche übernatürlichen Kräfte für heute Abend aufgebraucht, Freunde! 

83.
Mario Ebbers mit einem Seitfallzieher. Elegant wie ein Satz von Franz Kafka. Nützlich wie ein C64 bei einer W-Lanparty.

86.
Matthias Lehmann mit einem Freistoß so gefährlich wie Tasmania Berlin anno 1966.

88.
Wäre der FC St. Pauli heute ein Haustier, er wäre eine Sitzkatze. Kaiserslautern indes wäre ein Silberfisch, flink, rasend schnell und immer einen Schritt voraus.   

90.
TOOOR. Lakic nickt ein zum 3:0. St. Pauli nickt ein zum Mittagsschlaf am Abend.

92.
Und Sense! Wir heißen den FCK herzlich willkommen in der Bundesliga, vorausgesetzt, Menschen vierter Klasse dürfen das überhaupt. Ach, komm! Wir tun's einfach, der Betze brennt, Buschmann brennt, wir brennen, Rom brennt auch. Was macht eigentlich Nero? »Nero fiedelt, während Rom brennt«, heißt es ja in einer alten Redewendung. Ist Nero Thomas Helmer? Der faselt schon: »Louis van Gaal hat die Zorro-Taktik ausgegraben!«, sitzt in einem sterilen Studio mit Strunz und Zettel-Ewald, während wir doch Bilder erwartet hätten von der Region, die jetzt wieder lebt! Tanzende Greise! Lachende Kinder, die Malzbier trinken! Briegel und Jäggi schmusen! Liebe! Aufstieg! FCK! Mein Gott, sind wir neidisch auf den Kollegen Ehrmann, der dieses Woodstock der Zweitklassigkeit live erleben kann. Und mein Gott, sind wir im Herzen bei den St. Pauli-Fans, die den Totenkopf nurmehr auf Halbmast wehen lassen. Unser Tipp: Hast du Sorge um die Deinen, trink dir einen. Ist die Sorge dann vorbei, trink dir zwei! Klappt prima! So machen wir es auch, und wir haben ooooooft Sorgen. Zum Beispiel jetzt: War dieser Liveticker gut? Fragen sich besorgt: Andreas Bock und Dirk Gieselmann. Prost.

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