19.03.2014 | Real Madrid-Schalke im Liveticker
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Ihr werdet nie Deutscher Meister!

Real Madrid zerlegt den S04 zum zweiten Mal, doch das dicke Ende kommt zum Schluss: Schalke hat noch immer die Chance, die deutsche Meisterschale zu holen, Real jedoch nicht mal theoretisch. Cristiano Ronaldo und seine Traumtänzer sind am Boden zerstört, in Gelsenkirchen darf weiter geträumt werden. Und wer spritzt wieder mit dem Schampus? Na klar, der Ticker.

Text: Fabian Jonas und Ron Ulrich Bild: Imago

Real:  Casillas - Nacho, Varane,  Ramos, Coentrao - Isco,  Alonso,  Illarramendi - Jese,  Morata, Ronaldo. - Trainer: Ancelotti
Schalke: Fährmann -  Hoogland, Höwedes, Matip, Kolasinac - Ayhan, Neustädter - Obasi, Meyer, Draxler - Huntelaar. - Trainer: Keller

Real Madrid
3
:
1
Schalke 04

20.15 Uhr

So, da sind wir. Madrid-Schalke und alle denken: »Hoffentlich wird's nicht so peinlich wie beim letzten Mal.« Das Problem: Das hoffen wir auch vor jeder 11FREUNDE-Weihnachtsfeier - vergebens.

20:23 Uhr

Jens Lehmann im Sky-Studio, dazu Frank Rijkaard. Klingt nach »Kratzen, spucken, beißen« heute abend.

20:25 Uhr

Kleiner Spaß: Ist doch Ruud Gullit. Oder Dennis Bergkamp - wir können das auf die Entfernung nicht erkennen.

20:30 Uhr

Es ist schon vorher zum Heulen. Vor allem für Benedikt Höwedes, der wie immer sein Bestes gibt, im Pre-Match-Interview aber ausnahmslos Sätze sagt, die im hinterher höchstwahrscheinlich um die Ohren fliegen werden. 1. »Real ist nicht fünf Tore besser als wir.« 2. »Im Bernabeu zu spielen, nimmt man immer gerne mit.« Wie gerne und wieviele Tore es in Wirklichkeit sind, besprechen wir dann nachher nochmal. Aber Höwedes hatte ja auch im Hinspiel (1:6) festgestellt, dass es bis zum 0:1 (13. Minute) echt super gelaufen sei.

20:36 Uhr

Real Madrid hat mit einem Plakat, das die Spieler als römische Gladiatoren zeigt, um Unterstützung geworben. Russell Crowe hat Ronaldo extra eingeölt. Aber Majestix dafür Jens Keller die Mundwinkel nach oben geboxt. Also lasst die Spiele beginnen.

20:44 Uhr

Fritz von Thurn und Taxis und Christoph Metzelder. Die Spiel findet trotzdem statt.

20:45 Uhr

Schock, schwere Not. Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Scheißdreck her. Kommentatorenduo heute Abend (Und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich ja auch nichts dafür kann): Fritz von Thurn und Taxis und Christoph Metzelder. Der eine total aufgeregt, der andere versucht aus dem Bild zu rücken, der eine legt prompt den Arm um ihn, fängt an, zu massieren, will nie wieder aufhören, hört auf nicht mehr auf. Armer Metze.

1.

Anstoß Madrid-Schalke. Oder wie Spötter sagen: Der zweite Satz. Aufschlag Schalke.

3.

Eines muss man TuT ja lassen, er bringt im Vorfeld jeden Welttrainer dazu, seine Taktik preiszugeben. Jens Keller plant also, »nicht zu zerbrechen«. Genial.

5.

Kolasinac haut Jese um. »Das gibt einen schönen Pferdekuss«, sagt Metzelder. Und irgendwo in Hannover oder Moskau täuscht Doris Schröder-Köpf einen Orgasmus vor.

7.

Es gibt doch noch Grund zur Freude, wie ein Blick auf die Schalker Bank uns feststellen lässt. Offenbar ist für später noch das Comeback von Martin Max (63) geplant.

9.

Die Tickergemeinde hofft und zündet eine Kerze an für meine Kumpels Tomek, Pi, Kasper und Sascha, die gerade in Madrid sind. Wir alle hoffen, dass sie das einzige Ziel erreicht haben, das auf internationalen Auswärtsfahrten wichtig ist: im Komplettdelirium und trotz drei Promille irgendwie ins Stadion zu kommen. Viel Glück, Jungs!

10.

Erster Schalker Schuss aufs Tor von Casillas. So schlapp, dass wir uns weigern, den Schützen herauszufinden. Lohnt nicht.

12.

Jetzt geht Madrid auf dem Zahnfleisch. Die Spanier müssen nun schon einen Mann aus Wales einwechseln, wo auch immer das liegt. Wir legen uns fest: Die sind zu packen.

14.

Nach dreizehn Minuten, in denen absolut nichts irgendwie Erfolgversprechendes geschehen ist, fängt Tut & Kannix an zu raunen, ob Metzelder denn glaube, wenn Schalke nun auf ein schnelles Tor drängte, ob dann nicht doch noch das Wunder... Mehr bekomme ich nicht mit, weil meine Ohren zu bluten beginnen.

18.

Vielleicht drängt Schalke ja wieder auf ein spätes Tor.

22.

Schalke heut in grün, mit roten Schuhen und dem Aufdruck auf dem Ärmel: »Respect«. Hoffentlich nur eine Reminiszenz an Aretha Franklin und keine Demutsbekundung.

22.

Respekt! Plötzlich wird Real das Trainingsspielchen zu langweilig, Morata drückt plötzlich das Gas durch, legt ab auf Bale, und während Höwedes gerade ruft »He, wir müssen morgen alle wieder arbeiten«, drückt Cristiano Ronaldo den Ball auch schon über die Linie.

24.

Schalke müsste jetzt 7-1 gewinnen, um weiterzukommen. Also das ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein guter Film von Til Schweiger.

27.

Laufduell von Bale gegen Matip. Bale prüft unterwegs noch den Einkaufszettel, den ihn seine Frau in den Stutzen gesteckt hat, rasiert sich die Beinhaare, summt alle Strophen von »Bohemian Rapsody« – und nimmt Matip trotzdem noch fünf Meter ab.

31.

Nä! Glaub ich nicht!Tor! Also Toor! Tooor! TOOOOOOOOOOOOR FÜR SCHALKE! Das Wunder ist jetzt ganz nah! Quatsch, das Tor war schon das Wunder, es wurde nämlich erzielt von Tim Hoogland! Im Bernabeu! Weil ihn keiner angegriffen hat! Weil alle dachte, er sei ein Flitzer, und als dann ein Madrider seinen Schlappen reinhielt, weil er weiterspielen wollte, fälscht er den Ball in den Winkel ab. 1:1 Jetzt ist alles möglich.

33.

Es ist das erwartete Privatduell zwischen Cristiano Ronaldo und Tim Hoogland.

35.

Und Madrid?! Hält mit Hackespitzeeinszweidrei dagegen! Na, die werden sich wundern! Vielleicht. Also, eventuell.

40.

Dritte Parade von Ralf Fährmann, während Höwedes ungelogen zum dritten Mal im Strafraum ausrutscht. Gegenangriff von Schalke, genialer Pass von Max Meyer in den Lauf von Huntelaar. Doch der vergibt. Aber dieser Pass von Max Meyer, dagegen sieht das weiße Madrid-Ballett aus wie eine Horde Bauarbeiter in Tutus und Pumps.

42.

Ronaldo verzieht einen Flankenwechsel bis auf die gegenüberliegende Tribüne, ist sich aber natürlich keiner Schuld bewusst, fordert stattdessen die Exekution des Mitspielers, der den Ball nicht aus der Luft geholt hat, oder zumindest des Balles selbst.

44.

Aus der Serie: Leser beschimpfen 11FREUNDE während des Livetickers: »11 Freunde? Kauf ich nicht mehr der scheiß. Ihr Hohlpfosten.« Werner Lorant, bist du das?

46.

Sensorische Verwirrung bzw. Darkroomgeplauder bei Thurn und Taxis. Er spüre den den Moskauer Schiedsrichter kaum, bekennt er, weil er ihn nicht sehe. Soso, und Draxler, der plötzlich nochmal durch den Real-Strafraum stolpert und plötzlich freisteht, sieht die freie lange Ecke nicht. Vielleicht, weil er sie nicht spürt. Halbzeit.

21:38 Uhr

Moderiert die Skyrunde beim Finale eigentlich Jan Henkelpott?

21:45 Uhr

Täusche ich mich, oder wirkt Jens Lehmann irgendwie gebückt, als drücke ihn eine tonnenschwere Last zu Boden? Ihn, der früher den Vorwurf, er sei arrogant, mit der Behauptung konterte, das wirke nur so, weil er eine so gerade Körperhaltung habe. Tja. Vergangene Zeiten, vergangene Ausreden.

46.

Vielleicht bringt Real das doch noch über die Zeit. Keller bringt Szalai für Huntelaar.

48.

Jubelpose bei Jonas, der Grund: ESV Kaufbeuren gleicht aus. Wir schalten auf SkyEishockeyDel2, auch Thurn und Taxis wird immer mehr hanszachiger. IQ vom Eis.

51.

Ancelotti wechselt, Casemiro springt jetzt auf den Real-Zug mit auf. Madridbrettfahrer.

52.

Fährmann war nach dem Hinspiel offenbar Komasaufen, weiß nichts mehr von der Pleite, glaubt noch immer ans Weiterkommen, packt eine Parade nach der anderen aus, aktuell eine Fußabwehr gegen einen Lehrbuchkopfball von Cristiano Ronaldo. Aus dem Cristiano-Ronaldo-Lehrbuch versteht sich. Aus dem für Fußball, wenn ihr versteht, was ich meine. Fährmann wird auf jeden Fall vermutlich ebenfalls bald exekutiert.

55.

Isco und Ronaldo spielen die Schalker Verteidigung schwindelig, doch dann ist wieder einmal Ralf Fährmann da. Paraden wie Brachialerotik für alle Schalke-Hardcore-Fans. Porno, Ralle!

61.

Schluss mit lustig. Papdopoulos im Spiel. Ein Mann, bei dessen Tackles selbst die blutrünstigsten Metzger sich das Beil vor die Augen halten.

62.

Problem jetzt: Spiel ist absolut undurchschaubar. Netter Frühlingskick, Schalke schlägt sich achtbar, will ja auch nicht mehr, wenn ich den Experten glauben darf, gleichzeitig werd ich das Gefühl nicht los, dass das alles innerhalb von Sekunden vollkommen in sich zusammenstürzen könnte, wenn Real nur ein, zwei, drei Mal schnell macht.

64.

Aber: Pille – Fährmann!

68.

Großes Kompliment für den Schalker Jüngling im Mittelfeld. Kaan Ayhan. Nicht verwandt oder verschwägert mit dem ehemaligen Nationaltorwart.

71.

Plätscherplätscherplätscherplätscherplätscherplätscherplätscherplätscher.

Aber:

75.

Ronaldo lässt Matip und Papdopoulos stehen und schickt den Ball ins kurze Eck. Und nur kurz darauf macht das Bale das 3:1. Jetzt wirds schwer für Schalke. Selbst wenn sie Wonderwoman, Angus Young, Hulk Hogan, Spiderman und Didi Hallervorden einwechseln.

79.

Jetzt gehts dahin. Bale ist auf rechts auf und davon, Papadopoulos japst hinterher, hat naturgemäß keine Chance, wirft sich schließlich in einem Akt der Verzweiflung in Bales Hacken, was ähnlich effektiv ist, wie sich hinter einen Zug zu werden, Real aber zumindest einen Freistoß einbringt.

81.

Schalke bringt Annan. Jetzt versuchen sie es also mit den Vereinten Nationen, der Brechstange der Diplomatie.

83.

Nachtrag: Morata hat das 3:1 geschossen. Wir hatten es Bale gut geschrieben. Zu viel Bale-yhoo um den Waliser unsererseits.

84.

CR7 mit dem ganzen Frust über die neuesten Erotikfotos seiner Modelfreundin mit einem Rapper jetzt zum zweiten Mal ans Aluminium. Danach große Gesten, warum, Gott, hast du mich verlassen usw. usf. Solange es nur Gott ist und nicht Irina Shayk geht’s ja noch. Meine Meinung.

89.

Die Schalker Fankurve hüpft durchs Bild, Kollege Ulrich winkt in den Fernseher, der Fernseher winkt nicht zurück. Szenen einer Ehe.

90.

Wenn die Schalker Humor haben, sagen sie den Madrilenen zum Abschied: »Ihr werdet nie Deutscher Meister!«

93.

Memo an mich: Sich genau einen Schluck Bier aus der ersten Halbzeit für die Nachspielzeit der zweiten aufzuheben, ist nicht zielführend. Szenen einer anderen, schöneren Ehe.

94.

Liebe Schalker, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein. Das wird nichts mehr, der Schiri pfeift viel zu früh ab. Ein Skandal. Aber eine Tatsachenentscheidung. Mit Blick auf die umgehend beginnende Trikotwechselei: eine nackte Tatsachenentscheidung. Und damit Gute Nacht.


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