PSG

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FC Chelsea

PSG-Chelsea im 11FREUNDE-Liveticker

Ganz Paris träumt von dem Titel

Endlich! Der Beweis ist erbracht: Geld schießt Tore. Und zwar drei. Zwei für Paris, eins für Chelsea, keins für den Ticker. Toller Beweis.

20:30 Uhr

Schießt Geld denn nun Tore oder nicht? Wenn dieses Spiel 0:0 ausgeht, könnte das das Ende des Kapitalismus sein. Studioexperte Boris Becker versucht zur Sicherheit noch schnell, seine Rolex an den Kollegen Lothar Matthäus zu verschachern. Der schiebt lässig seinen Sakko-Ärmel hoch: »Kein Bedarf, Bobbele, ich hab schon acht.«

20:33 Uhr

Noch aber ist Geld die gängige Währung. Und beim Blick auf die millionenschweren Kader der Kontrahenten fühlt sich mancher Salmrohr-, Meppen- oder Werder-Fan wie ein prekäres Kind, das seine Nase am Schaufenster des Spielzeugladens plattdrückt, während der Schnösel von der besseren Schule mit dem ferngesteuerten Auto unter Arm rausmarschiert. Und etwas abseits ruft ein Junge im Schalke-Trikot seinen russischen Onkel an und leiht sich einfach die Kohle.

20:40 Uhr

»Alle elf Minuten verliebt sich ein Single über Parship«, so heißt es jetzt. Romantischer wäre es ja, wenn sich zwei verlieben würden. Aber hey, das ist Champions League, das ist Kapitalismus: Da ist sich jeder selbst der nächste. PS: Ich liebe mich.

20:43 Uhr

Was man mit Geld offenbar nicht kaufen kann: Schönheit. Die erste Elf von Chelsea sieht aus wie die Stadtkämmerei von Bad Gandersheim am Morgen nach einer eskalierten Weihnachtsfeier, die von Paris wie die Statisten der Karl-May-Festspiele.

1.

Anstoß. Kaum Emotionen auf der VIP-Tribüne

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3.

Schon mehrere Chancen für Paris. Aus der Chelsea-Kurve fliegen die ersten Hummer-Schwänze auf den Platz.

8.

PSG-Trainer Laurent Blanc hadert mit den vergebenen Möglichkeiten. Zlatan wirft ihm einen strengen Blick zu: »Noch einmal, Freundchen, und ich wechsel dich aus.« Auf der Tribüne läuft sich bereits José Mourinho warm.

11.

Zu Hause in London hat sich der verletzte Abwehrchef John Terry im Klo eingeschlossen. Seine seit Stunden klopfende Lebensgefährtin weist er schroff mit den Worten ab: »In diesen Strafraum lass ich keinen rein.« Er kann einfach nicht anders.

15.

Weiß Zlatan, dass der Männer-Dutt inzwischen in etwa so cool ist wie ein Knight-Rider-Poster über dem Bett? Ist es ihm egal? Sollte es uns deshalb auch egal sein? Und wann läuft er mit Buffalo-Boots auf? Irrgarten Mode: Während wir uns darin verlaufen, fährt Zlatan einfach mit dem Rasenmäher durch.

17.

75 Prozent Ballbesitz für Paris. Und von seiner Yacht aus erschießt Roman Abramowitsch vor Wut einen Therapiedelfin.

19.

Rasantes Spiel, durchaus. So rasant, dass mich das Gefühl beschleicht, ich schaue zwei Elfjährigen beim Playstation-Zocken zu, bin aber zu alt, um den Unterschied zwischen Realität und Virtualität noch zu erkennen. Immerhin das dürfte ich mit Guus Hiddink gemein haben.

22.

Sensationell: Aus David Luiz’ Haaren ist eben noch ein Tor gefallen. Das amtliche Endergebnis des WM-Halbfinales zwischen Brasilien und Deutschland lautet somit 1:8.

25.

Latte Chelsea! Grenzenloser Jubel bei Guus Hiddink: Es ist seine erste seit den neunziger Jahren.

29.

Auf der Tribüne: Mourinho zeigt sich zusehends gelangweilt von Maradonas nicht enden wollender Hubschrauber-Anekdote.

32.

Zlatan steigt zu hoch, um den Kopfball platziert aufs Tor zu bringen. Hier wäre Icke Häßler der richtige Mann am richtigen Ort gewesen, dafür hätte Zlatan sicherlich Yordan Letchkov im Viertelfinale der WM 1994 am Kopfball hindern können. Nur so als Anregung für die Aufstellung.

37.

Gelbe Karte für Obi Mikel. Protestiert wie ein MC-Hammer-Imitator, den Dieter Bohlen nicht in den Recall lässt.

39.

Freistoß also. Hässlich: Zlatan macht die Beine noch breiter als Cristiano, offenbar wächst das Skrotum mit dem Ego. Noch hässlicher: Der Schuss wird abgefälscht, plumpst rein. Das soll jetzt Glamour sein, oder was? Da hätte ich ja auch zu Hause bleiben und zugucken können, wie eine olle Kartoffel in den Bio-Mülleimer fällt. Wie gestern Abend schon. Und morgen Abend auch wieder.

43.

John Obi Mikel, der Mann, der seinen Namen einst an einen Baumarkt verkaufte, avanciert hier zum Mann des Spiels: Verursacht den Freistoß, fälscht den Schuss ab – und macht postwendend den Ausgleich. Und wie er sich freut!

45.

Lothar Matthäus zum Freistoßtor: »Da muss der Abwehrspieler Eier haben und sich da auch mal hinschießen lassen.« Boris Becker lacht mit demonstrativ hoher Stimme. Champions der Männlichkeit unter sich.

46.

Zlatan richtet sich den Dutt, David Luiz durchsucht seinen Schopf nach weiteren Gegentoren. Nichts! Weiterhin 1:1. Anstoß.

48.

Diego Costa scheitert erneut an Kevin Trapp. Und sein Förderer Armin Veh weint vor Rührung in seine Noten-Jacke.

52.

Di Maria mit der emotionslosen Duracellhasenhaftigkeit eines marokkanischen 5000-Meter-Läufers beim ISTAF. Und Dieter Baumann putzt sich vor Begeisterung die Zähne.

55.

Wenn Thiago Silva Deutscher wäre, würde er sicherlich Bernd Bremse heißen.

58.

Fabregas wirkt wie einer, der in einem Haus, das gerade abgerissen wird, das Schlafzimmer tapeziert. Irgendwie rührend.

61.

Auch rührend: Die PSG-Ergänzungsspieler tanzen Can-Can. Offenbar eine Imagekampagne, um der wachsenden Entfremdung der Fans entgegenzuwirken.

63.

David Luiz scheut nach wie vor keinen Zweikampf.

66.

Paris drückt jetzt wie Gerard Depardieus Blase nach drei Flaschen Rotwein.

70.

Eden geht, Oscar kommt. Ein Wechsel wie in der Spielecke einer Kita im Prenzlauer Berg.

72.

Noch 18 Minuten. Quelle: Internet.

75.

Cavani kommt für Lucas. Sieht nach nur einem Sprint aus wie Conchita Martinez nach drei Sätzen.

77.

Aber das war offenbar nur ein genialer Bluff: Cavani bzw. Martinez haut hier das Ass rein. 2:1 bzw. 40:30 für PSG. Matchball. Boris Beckers Gesicht knirscht anerkennend.

82.

Adrien Rabiot wird eingewechselt, Typ sensibles Klavierwunderkind. Spielt er gleich im Mittelkreis Chopins »Nocturne«? Dann weint Jessica Kastrop, ohne es zu wissen.

85.

Auch nach 85 Minuten macht es mich schlicht wahnsinnig, dass Willian nicht William heißt, will ihm die ganze Zeit mit einem weißen Stift noch einen Bogen ans N machen, aber er ist zu weit weg, einfach zu weit weg. Und mein Therapeut geht auch nicht mehr ans Telefon.

88.

Guus Hiddink am Seitenrand wie ein Hausmeister, der jetzt endlich mal die Halle abschließen will, aber die Jungs hängen immer noch auf der Hochsprungmatte rum und rauchen Marihuana.

90.

Verblüffend: Trapp, in Frankfurt noch Typ Kevin, sieht nach nur einem halben Jahr in Paris aus wie ein Thilo, der an der Sorbonne Kunstgeschichte studiert, hält aber immer noch wie ein Kevin. Hält das 2:1 fest. Nennen wir ihn: Kévin. Mit dem accent aigu ehrenhalber. In diesem Sinne: Guté Nacht, liebé Fans.

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