Niederlande
0
0
Deutschland

Niederlande-Deutschland im 11FREUNDE-Liveticker

Vielleicht ist es das Beste, wenn wir uns eine Weile nicht sehen

Liebe in Zeiten der Löw-Ära. Das ebenso tor- wie trostlose Unentschieden gegen die Niederlande stellt die Schland-Fans auf eine harte Probe: Ist es noch so schön wie am Anfang? Längst mit Zlatan Ibrahimovic durchgebrannt: der 11FREUNDE-Liveticker!

14:04 Uhr

Die Niederlande gegen Deutschland – das war einmal ein Spiel, für das Männer ihr Trikot hergaben, nur um zuzusehen, wie ihre Gegner sich damit den Allerwertesten abputzten. Doch nun besteht selbst an diesem Klassiker ein Desinteresse, wie es sonst nur geschenkten Meerschweinchen am zweiten Weihnachtstag entgegengebracht wird. Wer bereits alles abgesagt hat: Schweinsteiger, Kroos, Boateng, Özil, Klose, Schmelzer, nun auch Bundestrainer Löw selbst, demzufolge wohl auch Hansi Flick, Dieter Schlindwein, Dieter Eilts, Erich Ribbeck, Maurizio Gaudino, Axel Roos, Walter Frosch, Bernd Dreher, Jiri Nemec, Doktor Theo Zwanziger, Uli Potofski, Uschi Glas, Robbie von »Take That«, der blaue Elefant aus der »Sendung mit der Maus« und Ernst Happel, der wegen der Feierlichkeiten anlässlich seines 20. Todestags leider verhindert ist, wie er ausrichten ließ.  Für uns das eigentlich auch eine Enttäuschung, und wenn man irgendwas erwartet, im positiven Sinne, dann wird man natürlich noch mehr enttäuscht.

14:17 Uhr

Ebenfalls abgesagt hat Tim Wiese. Begründung: »Sorry, Freunde. Die Belastung in der Champions League ist einfach zu hoch.« Angesprochen auf die Tatsache, dass ihn ja gar niemand eingeladen hat und er demzufolge auch nicht abzusagen braucht, reagierte Wiese gegenüber 11FREUNDE patzig: »Ich muss weg, bin zum Geburtstag eingeladen.« Immerhin.

14:20 Uhr

Nicht abgesagt hat bislang Jens Riewa. Begründung hier: »Ich sage nur an, nicht ab.« 

14:29 Uhr

So und nicht anders muss man auf Absagen reagieren! 11FREUNDE fordert: Dieter-Thomas Heck muss Bundestrainer werden!

15:59 Uhr

Während Deutschland die Spieler ausgehen, vermelden die Niederlande die Rückkehr ihres gefährlichsten Stürmers zu alter Stärke. Eine Vorentscheidung? 11FREUNDE sagt: Mindestens.

16:23 Uhr

»Hier trainieren die kranken Superstars!«, bollert »bild.de« zweideutig. Trainieren sie nun, OBWOHL sie krank sind? Oder sind sie krank, WEIL sie trainieren? Wie auch immer: Selten haben Bilder von der Säbener Straße so betroffen gemacht. 

16:47 Uhr

Van Gaal:»Er hat noch nicht viel gewonnen. Ich denke, dass ein Trainer viel gewinnen muss, um ein legendärer Trainer zu sein.«

Löw: »Für Nationaltrainer ist es auch mal wichtig, dass man sich für ein Turnier qualifiziert. Ich glaube, das hat er beim letzten Mal nicht geschafft.«

Van Gaal: »Jogi Löw hat recht. Das ist ein Faktum, das kann ich nicht bestreiten.«

(»Deutschland-Holland«, 2012)

Estragon: »Wir finden doch immer was, um uns einzureden, dass wir existieren. Nicht wahr, Didi?«

Wladimir: »Ja, ja. Wir sind Zauberer.«

(»Warten auf Godot«, 1952)

17:14 Uhr

Ungeachtet der schwindenden Relevanz des Spiels heute Abend bereiten sich die Niederländer weiterhin akribisch darauf vor, wie diese Bilder beweisen.

17:21 Uhr

Wie »Spiegel Online« berichtet, hat die Jugendorganisation der Linkspartei Xavier Naidoo wegen Volksverhetzung angezeigt. Wenn man sich diese erschreckenden Bilder mit dem Abstand von sechs Jahren anschaut, kann man sich dem nur anschließen. Ob Philipp Lahm wohl gerade panisch die Xavier-Poster von der Wand seines Bayern-Internatszimmers reißt?   

17:46 Uhr

Sehr bzw. sehr, sehr aufschlussreich, was uns das »Urban Dictionary« verrät:

Joachim is the name of a still-living legend. He is the best at almost everything he does. Joachim is also used as a nickname for everyone who are unbelieveable talented, no matter he does. If someone, except the real Joachim, should be called Joachim, it has to be someone who is extremely out of scale, such as Chuck Norris and Hansi Hinterseer.

1: »Daaaaamn! That was amazing!«

2: »Yes he is quite talented«

1: »Yeah he's almost a Joachim.«

2: »Calm down, dude....calm down.«

1: »You're right.... There's only one Joachim.«

Aber eben auch:

A name for a boy with an exterior meant to reflect happiness, contentment, and joy, but hides a deep internal pain; basically anyone who puts up a front to hide emotional conflict and burden in order to keep his friends from worrying about him.

»He's being joachim again.«

»Joachims have so many problems.«

19:00 Uhr

»Kann Reus überhaupt Stürmer?«, fragt »bild.de« panisch. EIn besorgter Blick in die Zukunft der Sprache: Dass nur noch Hilfsverben überleben – kann das Wahrheit? 

19:05 Uhr

Mehr Absagen gab es zuletzt, als ich anlässlich meines Geburtstags zum »nachdenklichen Afghanistan-Abend« einlud. Aber wer spielt denn nun heute? Der DFB braucht offenbar unsere Hilfe, liebe Fans: Wen würdet Ihr nachnominieren? Bitte schickt schnell eine Mail mit einer Abschrift eures Notizblocks an online@11freunde.de, Stichwort: »Not am Mann«. Unter allen Einsendungen verlosen wir eine freundliche Absage.

19:11 Uhr

Apropos: Uns wurde der Notizblock von Joachim Löw zugespielt. »Mars« klingt ja noch einigermaßen angriffslustig (vielleicht ein eingebürgerter Brasilianer, vergleiche: Hulk), aber wer ist »Kuchen«?

19:18 Uhr

Unser treuer Leser Christian ist der Erste, der dem DFB mit einem – nennen wir ihn: revolutionären – Vorschlag für die heutige Aufstellung zu Seite springt:

Tor: Phillip Heerwagen Abwehr: Marcel »Magic« Maltritz, Florian Brügmann, Carsen Rothenbach, Jonas Acquistapace

Mittelfeld: Christoph Dabrowski, Slawo Freier, Marc Rzatkowski, Leon Goretska, Christoph Kramer

Sturm: Kevin Scheidhauer

Das ist hilfreich, das ist gut. Danke dafür, Christian. Zynisch hingegen die Zuschrift von einem anderen Christian: »Zoltan Sebescen, dann kann der gegen die Niederlande auch noch die zweite Halbzeit spielen.« Soll denn Zenden noch mal enteilen?

19:51 Uhr

Manuel Neuer, bist du es wirklich?

20:08 Uhr

Die »Tagesschau« bringt uns auf den neuesten Stand: Obamas Kader hat noch größere Lücken als Löws, Verteidigungsminister Thomas de Maiziere zieht die Nationalmannschaft aus Holland ab, Schweinsteiger und Kroos müssen dem DFB noch heute einen Krankenschein vorlegen, die EU will 40 Prozent der Trainerposten mit Silvia Neid besetzen, Ralf Rangnick schmeißt beim Verfassungsschutz hin, und Klaus Allofs zieht die Lottozahlen. Die Superzahl lautet 0. Ein Zufall? Eher nicht.  

20:16 Uhr

Matthias Opdenhövel ist auch noch irgendwie in den Kader gerutscht, selbst Mehmet Scholl wurde reaktiviert – offenbar ist halb Deutschland nicht einsetzbar. Joachim Löw »vertraut den Ärzten«. Hat der DFB etwa seinen Medizinerstab neu besetzt?

20:22 Uhr

Opdenhövel lamentiert hier wie ein Streber, der als einziger zur Lernzielkontrolle in Erdkunde erschienen ist: »Sind die wirklich alle krank?« Ja, und zwar wegen dir. 

20:23 Uhr

Jetzt van Gaal, der große, alte Raubvogel des Weltfußballs. Äugt feindselig aus seinem Horst, jederzeit bereit, sich auf possierliche Jogis zu stürzen und sie auszuweiden bei lebendigem Leib. Oder wie Scholl es ausdrückt: »Wenn er Postbote wäre, würde er meinen Hund beißen.« 

20:27 Uhr

Steffen Simon am Apparat. Wenn man nur auflegen könnte! Steffen: Was ist das überhaupt für ein Name? Klingt wie ein Verb: steffen. Steffen verboten. Steffen stefft trotzdem. Totale Versteffung. Ich muss mal steffen. 

20:30 Uhr

Der holländische Verband verabschiedet seine Vergangenheit in Person von Kluivert, Davids, van Nistelrooy und Reiziger. Sie bekommen Blumen. Glück gehabt. Beim Berliner Verfassungsschutz würde man sie jetzt schreddern.

20:31 Uhr

Die vier Altinternationalen horchen in die Stille des Stadions hinein ihrer Midlife Crisis entgegen, da erklingt sie auch schon: die deutsche Nationalhymne. Reus immerhin singt aus vollem Hals. The Reus Of Germany. Wird Nena jetzt Bundestrainer?

20:35 Uhr

Schiri Proenca hat schon das 4:4 gegen Schweden gepfiffen. Scheint eine Art Katastrophentourist zu sein, der gute Mann. Dann der Anstoß. Ein Wunder, dass der Ball nicht explodiert.

1.

Immer, wenn Heitinga am Ball ist, jetzt also schon zwei Mal und damit zwei Mal zu oft, sehe ich vor meinem inneren Auge, wie Steffen Simon in seiner Butze von einem Ex-Dortmunder besucht wird: »Hi, Tinga!« Hi, Steffen. High Five.

3.

Thomas Müller, die Lindenstraße unter den Nationalspielern: Kommt auch aus München und läuft und läuft und läuft.    

4.

Wie Reus da eben nach einer Halbchance sein Trikot nach unten über den Popo zuppelte wie eine Hostess ihren Minirock, bevor sie vom Katzentisch zu den Bossen rüberstöckelt, das war bestimmt ein Sinnbild. Ich traue mich nur nicht, darüber nachzudenken, wofür. 

6.

Was mir an Robben vor allem missfällt, ist seine Lance-Armstrong-Physiognomie. Dieses Asketische, Ausgemergelte. Dieses Gesündersein als alle anderen. Und gerade deshalb Kränkersein. 

8.

Neuer hält, und schon läuft über die Bande: »Krijgt Ballen.« Toll. Wenn das der Programmchef merkt, muss Simon sich was einfallen lassen.

11.

Das war zu erwarten: Löw lässt seine Hand um seine Nase herumspielen, als wäre sie ein Sechzehner. Jede Wette, dass er die Lücke noch findet. Simons Karteikarte mit der Aufschrift »schöne Einzelleistung« liegt schon parat.

13.

Was hat Martins Cindy auf dem Platz zu suchen? Und wessen Cindy hält dieser Abend bloß noch für uns bereit?

16.

»Noch kein echter Torschuss«, so Simon. »Noch überhaupt kein Torschuss«, so ich. Der einzige Grund warum ich nicht davonrenne, ist die vage Hoffnung, dass Löw und van Gaal nach dem Spiel ihre Toupets tauschen. 

18.

Auch ein Sinnbild: Dass Bitburger hier für alkoholfreies Bier wirbt. Ist ja auch ein fußballfreies Spiel. Darauf bilden die Werbestrategen sich bestimmt erst mal einen Schwips ein.

20.

Möglichkeit für Götze. Möglichkeit für mich, in drei Wörtern drei Umlaute unterzubringen.

24.

Vermeer fängt den Freistoß ab. Und Hummels steht da wie das Mädchen mit den Perlenohrringen.

27.

Wie ich mein Auto ausparke, sehr langsam und sehr nachdenklich nach Hause fahre, einen Kultursender anschalte, auf dem melancholischer Jazz läuft, um mir die Welt um mich herum noch trister zu machen, dann wieder einparke, mit dem Fahrstuhl nach oben fahre, meine Wohnung aufschließe, den Kühlschrank öffne und ein Würstchen betrachte, dass man längst nicht mehr essen kann – das alles sehen Sie nach dieser Partie. 

29.

Robben foult sich selbst. Wenn er dazu auch noch glaubhaft »mea maxima culpa« keuchen würde, bekäme er bestimmt die Rolle des masochistischen Mönchs in der Neuverfilmung von »Der Name der Rose«. 

32.

Reus nun mit dem Zidane-Trick, der Drehung auf dem Ball. Stürzt dabei. Und irgendwo in Frankreich rammt Zizou seinen Schädel gegen ein zufällig an der Wand hängendes BVB-Poster. 

35.

Wo ist das Kind, das endlich ruft, dass das hier gar kein Fußballspiel ist?

37.

Wenn das hier ein Testspiel ist, was wird dann getestet? Wie stark man eine vor einigen Monaten noch durchaus solide Fußballbegeisterung im Lande beschädigen kann? Sind das auf dem Feld vielleicht Crash-Test-Dummies? Und daheim vor den Bildschirmen auch? Selbst am Mikrofon? Bin ich der einzige, der sich diesem Test wirklich unterzieht? Wenn ja: Wann befreien mich endlich irgendwelche Aktivisten? 

40.

Irgendein Gestocher. Sieht aus wie ein Schlussverkauf in Castrop-Rauxel. »Juhu, eine Strafraumsituation«, so Simon daraufhin. Und dann sagt er »wacker« und »Schubserchen«. Ich würde ihm ja jetzt gern eine »Wendy« schenken, habe aber Angst, dass er dann wieder »Juhu« sagt.  

42.

42. Minute. 42 – dazu sagte Douglas Adams ja mal: »The answer to this is very simple. It was a joke. It had to be a number, an ordinary, smallish number, and I chose that one. Binary representations, base thirteen, Tibetan monks are all complete nonsense. I sat at my desk, stared into the garden and thought ›42 will do‹. I typed it out. End of story.« Wenn es nur schon das Ende wäre, Douglas.

45.

Würde der Schiedsrichter, von dem wir annehmen, dass er ein Menschenfreund ist, wirklich abpfeifen, wenn er wüsste, dass Opdenhövel auf uns lauert? Wahrscheinlich. Denn noch mehr als die Menschen liebt er die Regeln, die sie gemacht haben.

21:28 Uhr

Hab die Halbzeitpause mal zur Recherche genutzt – und weiß jetzt, woher ich die Tonspur kenne, die die ARD unter dieses Spiel gelegt hat.

21:31 Uhr

Alle Deutschen zusammen sind pro Jahr eine Million Jahre krank, das erfahren wir aus den »Tagesthemen«. Und ein Orang-Utan ist der Star des morgigen ARD-Programms. Besteht ein da vielleicht Zusammenhang? Ich fühle mich zu krank, um es mit einem klugen Affen aufzunehmen. 

21:36 Uhr

»Wenn die Wolken grollen – Stollen! Ist der Rasen trocken – Nocken!«, reimt Scholl plötzlich und unerwartet. Ein Mann, der solche Eselbrücken braucht, um sich die richtigen Schuhe anzuziehen, erklärt uns also den Fußball. Bezeichnend.

21:39 Uhr

»Mal schauen, wen ich gleich vermisse«, macht sich Simon nun interessant. Warum sagt er seinem Schnuffeltuch denn nicht frei heraus, was er empfindet? 

46.

Anstoß. Mal wieder. Wir müssen uns Sisylöw als einen unglücklichen Menschen vorstellen.

47.

Müller hat sich in die innere Playstation zurückgezogen, versucht einfach mal, ein van-Basten-Tor zu schießen, aus spitzestem Winkel hämmert er den Ball in die nächstgelegene Gracht. Es ist erbärmlich anzuschauen, wahrscheinlich der hässlichste Schuss der Fußballgeschichte. Und zum ersten Mal überhaupt ist diese erzbayrische Lebensbejahung aus seinem Gesicht verschwunden, etwas Graues legt sich darüber, er wirkt alt und herbstlich. Zweifel nagt an ihm während er ins Nichts zurückjoggt. Wer san mia? I woiß es net. Ruft Markus Söder jetzt bei der ARD an, um die Zeitlupe zu verhindern? 

52.

Wenn die blinden Statistiker vom FC Barcelona morgen Hummels' Ballkontakte nachzählen, geben sie ihm wahrscheinlich sofort das Trikot mit der Nummer 10. 

54.

Sage niemand, SAT.1 hätte uns nicht gewarnt: Das hier muss es sein – das Vermächtnis der Wanderhure.

56.

Dribbeln, schnibbeln, hibbeln: Affelay macht seinem Namen alle Ehre. »Lasst doch die Affeleien«, würde manche Oma dazu sagen.

58.

Soeben erschienen: Das vorerst letzte Kapitel der Biographie von Doktor Theo Zwanziger – »Wie ich beim Freundschaftsspiel Niederlande-Deutschland verweste (was aber nicht heißt, dass ich mich in Zukunft nicht mehr kritisch zu Wort melden werde)«. 

62.

Miles Davis sagte einmal: »Ich spiele es und sage euch hinterher, was es war.« Löws Problem ist hingegen, dass er vorher gesagt hat, was es sein soll, und das, was er im Moment spielt, dem überhaupt nicht entspricht. Death of the cool.

64.

Lahm, Mertesacker, Podolski – Namen, die so präsent sind wie einst Helmut Kohl. Die ewigen Kanzler des Fußballs. Stellt euch das mal vor, liebe Fans: Es gibt Kinder, die kennen kein Leben ohne diese Typen. »Ecke Deutschland«, so Regierungssprecher Simon jetzt. Ich lass mich ausbürgern.

68.

68 – das war unsere alte Hausnummer! Ich muss heulen. Heeder Dorfstraße 68. Damals, als Bobbele Wimbledon gewann und ich so dumm war, mich nicht für Tennis zu entscheiden.

71.

Sind das wirklich noch Minuten, die wir hier zählen, oder längst Stunden, Tage, Jahre? Dieses Spiel wäre damit älter als Hans Meyer. Gehen Sie davon aus, dass wir nicht gratulieren. 

72.

Wenn man annimmt, dass die Spieler zu ihren Nationaltrainern in etwa das gleiche Verhältnis haben wie Kinder zu einem Vater, der in Scheidung lebt und sie nur einmal im Monat besucht, dann kommt dieses Spiel einem Ausflug in einen Streichelzoo gleich, in dem bis auf einen gichtkranken Esel alle Tiere verreckt in ihren Gehegen liegen. Und die Mayo auf der Pommes ist auch noch ranzig. »Ich will nach Hause, Joachim!«, quengelt der kleine Philipp. Und Löw, kurz vor der Ohrfeige: »Du sollst mich Papa nennen!« 

75.

Gespenstischerweise nun zwei Chancen für die Niederländer. Aber wachsen bei Toten nicht auch die Haare weiter?

79.

Bender für Bender. Asche zu Asche. Staub zu Staub.

82.

»Immerhin: Ecke für die Niederlande«, so Simon jetzt. Da fällt mir ein sehr schlimmer Witz ein. Also. Kommt ein Mann zum Arzt. Arzt: »Ich habe zwei schlechte Nachrichten für Sie. Die erste: Sie haben Krebs.« Mann: »Mist. Und die zweite?« Arzt: »Sie haben Alzheimer.« Mann: »Immerhin kein Krebs!«  

84.

Die Schlussphase, Erinnerungen an das Schwedenspiel werden wach. Und die Angst geht wieder um: Lassen sich die Deutschen dieses tolle 0:0 noch nehmen?

86.

86! 1986! Mexiko! Als Briegel unter den 20 Sonnen von Guadalajara schmolz. Und Beckenbauer Karo-Hosen trug. Habe ich schon Fieberträume? Geht allein weiter, liebe Fans. Lasst mich zurück.

88.

Dicke Kinder, denen es egal ist, dass sie schon mit sieben Jahren wie Stefan Mappus aussehen, tragen aufblasbare Kronen auf dem Kopf und schauen zu, wie 22 Männer in einem absurden Spiel, in dem es einzig und allein darum geht, eine Schweinsblase möglichst oft zwischen zwei Stangen zu treten, genau dies nicht ein einziges Mal ernsthaft versuchen – dass sich dies, genau dies jetzt gerade ereignet, wäre wohl auch Nostradamus eine Nummer zu viel gewesen.   

90.

Und Schluss mit nicht lustig. 0:0. Auch in dieser Höhe verdient. Dass sie hier jetzt Trikots tauschen ist dasselbe, als würde man einen Gastroenterologen nach seiner privaten Telefonnummer fragen. 

22:30 Uhr

Jetzt wird es haarsträubend: Philipp Lahm bezeichnet das Spiel als »Fußballklassiker«. Wie kann ein solch kleiner Mensch bloß so hoch greifen? Und alles, was dieser Bezeichnung nicht entsprochen hat, also wirklich alles, nennt er »völlig normal«. Völlig normal also, dass wir unsere Lebenszeit verbrannt haben wie Herbstlaub, völlig normal, dass der Fußball längst vermarktet wird als Teil der Unterhaltungsindustrie, aber sich im Zweifel systematisch den daraus sich ergebenden Ansprüchen entzieht. Ihr habt wirklich zugeguckt? Ihr Idioten. 

22:35 Uhr

»Wir schauen nur auf uns«, sagt Lewis Holtby. Blöd nur, dass auch da eine Null steht. Obwohl Scholl jetzt versucht, diese Null mit der Null der Niederländer zu multiplizieren. Mathematik für Realitätsflüchtlinge. Ich substrahiere mich aus dieser Angelegenheit.

22:39 Uhr

Während die beiden Laienpfarrer warten, dass Sünder Löw seine Beichte ablegt, peitsche ich mich einfach schon mal selbst aus – mit einem Blick auf das Spiel Schweden gegen England. Da geschah nämlich dies.

22:24 Uhr

Jetzt ist er da, der Bundestrainer. Er sagt: »Für mich war dieses Spiel auuuuuuuuuuuuuuuuuuu, sagen wir mal, sehr, sehr POSITIV!« Hm. Vielleicht eine Art Yoga für ihn, so ein 0:0. Sieht von außen ja auuuuuuuuuuuuuuuuuuu sehr, sehr langweilig aus.

22:45 Uhr

Löw. Eine Karikatur von irgendwem. Sieht aus wie... er selbst. Und doch anders. Wenn Kasimir aus »Hallo, Spencer!« da jetzt stehen würde und genau dasselbe sagen würde, zum Beispiel jetzt: »Man muss ja alles auuuuuuuuuuuu ein bisschen aufarbeiten!«, es wäre nicht weniger verwunderlich. 

22:48 Uhr

Plötzlich Aufregung. Outet Scholl jetzt Löw? Er will unbedingt erzählen, was der Bundestrainer in irgendeinem Netzwerk gepostet hat, kichert, giggelt, Löw bangt, schwitzt, dann kommt aber nichts, außer einer unbeholfenen Geste und der vagen Andeutung, es habe dort einen Smiley gegeben. Aber vielleicht ist er ja genau das, der deutsche Fußball im November 2012: unbeholfene Gesten und die vage Andeutung, es habe dort einen Smiley gegeben. Wo genau, das will gar nicht so genau wissen: euer und immer euer 11FREUNDE-Liveticker. Schönes Leben noch.

22:48 Uhr

Plötzlich Aufregung. Outet Scholl jetzt Löw? Er will unbedingt erzählen, was der Bundestrainer in irgendeinem Netzwerk gepostet hat, kichert, giggelt, Löw bangt, schwitzt, dann kommt aber nichts, außer einer unbeholfenen Geste und der vagen Andeutung, es habe dort einem Smiley gegeben. Aber vielleicht ist er ja genau das, der deutsche Fußball im November 2012: unbeholfene Gesten und die vage Andeutung, es habe dort einem Smiley gegeben. Wo genau, das will gar nicht so genau wissen: Euer und immer euer 11FREUNDE-Liveticker. Schönes Leben noch.

22:45 Uhr

Löw. Eine Karikatur von irgendwem. Sieht aus wie... er selbst. Und doch anders. Wenn Kasimir aus »Hallo, Spencer!« da jetzt stehen würde und genau dasselbe sagen würde, zum Beispiel jetzt: »Man muss ja alles auuuuuuuuuuuu ein bisschen aufarbeiten!«, es wäre nicht weniger verwunderlich. 

22:24 Uhr

Jetzt ist er da, der Bundestrainer. Er sagt: »Für mich war dieses Spiel auuuuuuuuuuuuuuuuuuu, sagen wir mal, sehr, sehr POSITIV!« Hm. Vielleicht eine Art Yoga für ihn, so ein 0:0. Sieht von außen ja auuuuuuuuuuuuuuuuuuu sehr, sehr langweilig aus.

22:39 Uhr

Während die beiden Laienpfarrer warten, dass Sünder Löw seine Beichte ablegt, peitsche ich mich einfach schon mal selbst aus – mit einem Blick auf das Spiel Schweden gegen England. Das geschah nämlich dies.

22:35 Uhr

»Wir schauen nur auf uns«, sagt Lewis Holtby. Blöd nur, dass auch da eine Null steht. Obwohl Scholl jetzt versucht, diese Null mit der Null der Niederländer zu multiplizieren. Mathematik für Realitätsflüchtlinge. Ich substrahiere mich aus dieser Angelegenheit.

22:30 Uhr

Jetzt wird es haarsträubend: Philipp Lahm bezeichnet das Spiel als »Fußballklassiker«. Wie kann ein solch kleiner Mensch bloß so hoch greifen? Und alles, was dieser Bezeichnung nicht entsprochen hat, also wirklich alles, nennt er »völlig normal«. Völlig normal also, dass wir unsere Lebenszeit verbrannt haben wie Herbstlaub, völlig normal, dass der Fußball längst vermarktet wird als Teil der Unterhaltungsindustrie, aber sich im Zweifel systematisch den daraus sich ergebenden Ansprüchen entzieht. Ihr habt wirklich zugeguckt? Ihr Idioten. 

90.

Und Schluss mit nicht lustig. 0:0. Auch in dieser Höhe verdient. Dass sie hier jetzt auch noch Trikots tauschen ist dasselbe, als würde man einen Gastroenterologen nach seiner privaten Telefonnummer fragen. 

88.

Dicke Kinder, denen es egal ist, dass sie schon mit sieben Jahren wie Stefan Mappus aussehen, tragen aufblasbare Kronen auf dem Kopf und schauen zu, wie 22 Männer in einem absurden Spiel, in dem es einzig und allein darum geht, eine Schweinsblase möglichst oft zwischen zwei Stangen zu treten, genau dies nicht ein einziges Mal ernsthaft versuchen – dass sich dies, genau dies jetzt gerade ereignet, wäre wohl auch Nostradamus eine Nummer zu viel gewesen.   

86.

86! Als Briegel unter den 20 Sonnen von Guadalajara schmolz. Und Beckenbauer Karo-Hosen trug. Habe ich schon Fieberträume? Geht allein weiter, liebe Fans. Lasst mich zurück.

84.

Die Schlussphase, Erinnerungen an das Schwedenspiel werden wach. Und die Angst geht wieder um: Lassen sich die Deutschen dieses tolle 0:0 noch nehmen?

82.

»Immerhin: Ecke für die Niederlande«, so Simon jetzt. Da fällt mir ein sehr schlimmer Witz ein. Also. Kommt ein Mann zum Arzt. Arzt: »Ich habe zwei schlechte Nachrichten für Sie. Die erste: Sie haben Krebs.« Mann: »Mist. Und die zweite?« Arzt: »Sie haben Alzheimer.« Mann: »Immerhin kein Krebs!«  

79.

Bender für Bender. Asche zu Asche.

75.

Gespenstischerweise nun zwei Chancen für die Niederländer. Aber wachsen bei Toten nicht auch die Haare weiter?

72.

Wenn man annimmt, dass die Spieler zu ihren Nationaltrainern in etwa das gleiche Verhältnis haben wie Kinder zu einem Vater, der in Scheidung lebt und sie nur einmal im Monat besucht, dann kommt dieses Spiel einem Ausflug in einen Streichelzoo gleich, in dem bis auf einen gichtkranken Esel alle Tiere verreckt in ihren Gehegen liegen. Und die Mayo auf der Pommes ist auch noch ranzig. »Ich will nach Hause, Joachim!«, quengelt der kleine Philipp. Und Löw, kurz vor der Ohrfeige: »Du sollst mich Papa nennen!« 

71.

Sind das wirklich noch Minuten, die wir hier zählen, oder längst Stunden, Tage, Jahre? Dieses Spiel wäre damit älter als Hans Meyer. Gehen Sie davon aus, dass wir nicht gratulieren. 

68.

68 – das war unsere alte Hausnummer. Ich muss heulen. Heeder Dorfstraße 68. Damals, als Bobbele Wimbledon gewann und ich so dumm war, mich nicht für Tennis zu entscheiden.

64.

Lahm, Mertesacker, Podolski – Namen, die so präsent sind wie einst Helmut Kohl. Die ewigen Kanzler des Fußballs. Stellt euch das mal vor, liebe Fans: Es gibt Kinder, die kennen kein Leben ohne diese Typen. »Ecke Deutschland«, so Regierungssprecher Simon jetzt. Ich wähl mich ab.

62.

Miles Davis sagte einmal: »Ich spiele es und sage euch hinterher, was es war.« Löws Problem ist hingegen, dass er vorher gesagt hat, was es sein soll, und das, was er im Moment spielt, dem überhaupt nicht entspricht. Death of the cool.

58.

Soeben erschienen: Das vorerst letzte Kapitel der Biographie von Doktor Theo Zwanziger – »Wie ich beim Freundschaftsspiel Niederlande-Deutschland verweste (was aber nicht heißt, dass ich mich in Zukunft nicht mehr kritisch zu Wort melden werde)«. 

56.

Dribbeln, schnibbeln, hibbeln: Affelay macht seinem Namen alle Ehre. »Lasst doch die Affeleien«, würde manche Oma dazu sagen.

54.

Sage niemand, SAT.1 hätte uns nicht gewarnt: Das hier muss es sein – das Vermächtnis der Wanderhure.

52.

Wenn die blinden Statistiker vom FC Barcelona morgen Hummels' Ballkontakte nachzählen, geben sie ihm wahrscheinlich sofort das Trikot mit der Nummer 10. 

47.

Müller hat sich in die innere Playstation zurückgezogen, versucht einfach mal, ein van-Basten-Tor zu schießen, aus spitzestem Winkel hämmert er den Ball in die nächstgelegene Gracht. Es ist erbärmlich anzuschauen, wahrscheinlich der hässlichste Schuss der Fußballgeschichte. Und zum ersten Mal überhaupt ist diese erzbayrische Lebensbejahung aus seinem Gesicht verschwunden, etwas Graues legt sich darüber, er wirkt alt und herbstlich. Zweifel nagt an ihm während er ins Nichts zurückjoggt. Wer san mia? I woiß es net. Ruft Markus Söder jetzt bei der ARD an, um die Zeitlupe zu verhindern? 

46.

Anstoß. Mal wieder. Wir müssen uns Sisylöw als unglücklichen Menschen vorstellen.

21:39 Uhr

»Mal schauen, wen ich gleich vermisse«, macht sich Simon nun interessant. Warum sagt er seinem Schnuffeltuch denn nicht frei heraus, was er empfindet? 

21:36 Uhr

»Wenn die Wolken grollen – Stollen! Ist der Rasen trocken – Nocken!«, reimt Scholl plötzlich und unerwartet. Ein Mann, der solche Eselbrücken braucht, um sich die richtigen Schuhe anzuziehen, erklärt uns also den Fußball. Bezeichnend.

21:31 Uhr

Alle Deutschen zusammen sind pro Jahr eine Million Jahre krank, das erfahren wir aus den »Tagesthemen«. Und ein Orang-Utan ist der Star des morgigen ARD-Programms. Besteht ein da vielleicht Zusammenhang? Ich fühle mich zu krank, um es mit einem klugen Affen aufzunehmen. 

21:28 Uhr

Hab die Halbzeitpause mal zur Recherche genutzt – und weiß jetzt, woher ich die Tonspur kenne, die die ARD unter dieses Spiel gelegt hat.

45.

Würde der Schiedsrichter, von dem wir annehmen, dass er ein Menschenfreund ist, wirklich abpfeifen, wenn er wüsste, dass Opdenhövel auf uns lauert? Wahrscheinlich. Denn noch mehr als die Menschen liebt er die Regeln, die sie gemacht haben.

42.

42. Minute. 42 – dazu sagte Douglas Adams ja mal: »The answer to this is very simple. It was a joke. It had to be a number, an ordinary, smallish number, and I chose that one. Binary representations, base thirteen, Tibetan monks are all complete nonsense. I sat at my desk, stared into the garden and thought ›42 will do‹. I typed it out. End of story.« Wenn es nur schon das Ende wäre, Douglas.

40.

Irgendein Gestocher. Sieht aus wie ein Schlussverkauf in Castrop-Rauxel. »Juhu, eine Strafraumsituation«, so Simon daraufhin. Und dann sagt er »wacker« und »Schubserchen«. Ich würde ihm ja jetzt gern eine »Wendy« schenken, habe aber Angst, dass er dann wieder »Juhu« sagt.  

37.

Wenn das hier ein Testspiel ist, was wird dann getestet? Wie stark man eine vor einigen Monaten noch durchaus solide Fußballbegeisterung im Lande beschädigen kann? Sind das auf dem Feld vielleicht Crash-Test-Dummies? Und daheim vor den Bildschirmen auch? Selbst am Mikrofon? Bin ich der einzige, der sich diesem Test wirklich unterzieht, weil er die Ankündigung des DFB nicht gelesen hat? Wenn ja: Wann befreien mich endlich irgendwelche Aktivisten? 

35.

Wo ist das Kind, das endlich ruft, dass das hier gar kein Fußballspiel ist?

32.

Reus nun mit dem Zidane-Trick, der Drehung auf dem Ball. Stürzt dabei. Und irgendwo in Frankreich rammt Zizou seinen Schädel gegen ein zufällig an der Wand hängendes BVB-Poster. 

29.

Robben foult sich selbst. Wenn er dazu auch noch glaubhaft »Mea maxima culpa« keuchen würde, bekäme er bestimmt die Rolle des masochistischen Mönchs in der Neuverfilmung von »Der Name der Rose«. 

27.

Wie ich mein Auto ausparke, sehr langsam und sehr nachdenklich nach Hause fahre, einen Kultursender anschalte, auf dem Jazz läuft, um mir die Welt um mich herum noch trister zu machen, dann wieder einparke, mit dem Fahrstuhl nach oben fahre, meine Wohnung aufschließe, den Kühlschrank öffne und ein Würstchen betrachte, dass man längst nicht mehr essen kann – das alles sehen sie nach dieser Partie. 

24.

Vermeer fängt den Freistoß ab. Und Hummels steht da wie das Mädchen mit den Perlenohrringen.

20.

Möglichkeit für Götze. Möglichkeit für mich, in drei Wörtern drei Umlaute unterzubringen.

18.

Auch ein Sinnbild: Dass Bitburger hier für alkoholfreies Bier wirbt. Ist ja auch ein fußballfreies Spiel. Darauf bilden die Werbestrategen sich bestimmt erst mal einen Schwips ein.

16.

»Noch kein echter Torschuss«, so Simon. »Noch überhaupt kein Torschuss«, so ich. Der einzige Grund warum ich nicht davonrenne, ist die vage Hoffnung, dass Löw und van Gaal nach dem Spiel ihre Toupets tauschen. 

13.

Was hat Martins Cindy auf dem Platz zu suchen? Und wessen Cindy hält dieser Abend bloß noch für uns bereit?

11.

Das war zu erwarten: Löw lässt seine Hand um seine Nase herumspielen, als wäre sie ein Sechzehner. Jede Wette, dass er die Lücke noch findet. Simons Karteikarte mit der Aufschrift »schöne Einzelleistung« liegt schon parat.

8.

Neuer hält, und schon läuft über die Bande: »Krijgt Ballen.« Toll. Wenn das der Programmchef merkt, muss Simon sich was einfallen lassen.

6.

Was mir an Robben vor allem missfällt, ist seine Lance-Armstrong-Physiognomie. Dieses Asketische, Ausgemergelte. Dieses Gesündersein als alle anderen. Und gerade deshalb Kränkersein. 

4.

Wie Reus da eben nach einer Halbchance sein Trikot nach unten über den Popo zuppelte wie eine Hostess ihren Minirock, bevor sie vom Katzentisch zu den Bossen rüberstöckelt, das war bestimmt ein Sinnbild. Ich traue mich nur nicht, darüber nachzudenken, wofür. 

3.

Thomas Müller, die Lindenstraße unter den Nationalspielern: Kommt auch aus München und läuft und läuft und läuft.    

1.

Immer, wenn Heitinga am Ball ist, jetzt also schon zwei Mal und damit zwei Mal zu oft, sehe ich vor meinem inneren Auge, wie Steffen Simon in seiner Butze von einem Ex-Dortmunder besucht wird: »Hi, Tinga!« Hi, Steffen. High Five.

20:35 Uhr

Schiri Proenca hat schon das 4:4 gegen Schweden gepfiffen. Scheint eine Art Katastrophentourist zu sein, der gute Mann. Dann der Anstoß. Ein Wunder, dass der Ball nicht explodiert.

20:31 Uhr

Die vier Altinternationalen horchen in die Stille des Stadions hinein ihrer Midlife Crisis entgegen, da erklingt sie auch schon: die deutsche Nationalhymne. Reus immerhin singt aus vollem Hals. The Reus Of Germany. Wird Nena jetzt Bundestrainer?

20:30 Uhr

Der holländische Verband verabschiedet seine Vergangenheit in Person von Kluivert, Davids, van Nistelrooy und Reiziger. Sie bekommen Blumen. Glück gehabt. Beim Berliner Verfassungsschutz würde man sie jetzt schreddern.

20:27 Uhr

Steffen Simon am Apparat. Wenn man nur auflegen könnte! Steffen: Was ist das überhaupt für ein Name? Klingt wie ein Verb: steffen. Steffen verboten. Steffen stefft trotzdem. Totale Versteffung. Ich muss mal steffen. 

20:23 Uhr

Jetzt van Gaal, der große, alte Raubvogel des Weltfußballs. Äugt feindselig aus seinem Horst, jederzeit bereit, sich auf possierliche Jogis zu stürzen und sie auszuweiden bei lebendigem Leib. Oder wie Scholl es ausdrückt: »Wenn er Postbote wäre, würde er meinen Hund beißen.« 

20:22 Uhr

Opdenhövel lamentiert hier wie ein Streber, der als einziger zur Lernzielkontrolle in Erdkunde erschienen ist: »Sind die wirklich alle krank?« Ja, und zwar wegen dir. 

20:16 Uhr

Matthias Opdenhövel ist auch noch irgendwie in den Kader gerutscht, selbst Mehmet Scholl wurde reaktiviert – offenbar ist halb Deutschland nicht einsetzbar. Doch Joachim Löw »vertraut den Ärzten«. Hat der DFB etwa seinen Medizinerstab neu besetzt?

20:08 Uhr

Die »Tagesschau« bringt uns auf den neuesten Stand: Obamas Kader hat noch größere Lücken als Löws, Verteidigungsminister Thomas de Maiziere zieht die Nationalmannschaft aus Holland ab, Schweinsteiger und Kroos müssen dem DFB noch heute einen Krankenschein vorlegen, die EU will 40 Prozent der Trainerposten mit Silvia Neid besetzen, Ralf Rangnick schmeißt beim Verfassungsschutz hin, und Klaus Allofs zieht die Lottozahlen. Die Superzahl lautet 0. Ein Zufall? Eher nicht.  

19:51 Uhr

Manuel Neuer, bist du es wirklich?

19:18 Uhr

Unser treuer Leser Christian ist der Erste, der dem DFB mit einem – nennen wir ihn: revolutionären – Vorschlag für die heutige Aufstellung zu Seite springt:

Tor: Phillip Heerwagen Abwehr: Marcel „Magic“ Maltritz, Florian Brügmann, Carsen Rothenbach, Jonas Acquistapace

Mittelfeld: Christoph Dabrowski, Slawo Freier, Marc Rzatkowski, Leon Goretska, Christoph Kramer

Sturm: Kevin Scheidhauer

Das ist hilfreich, das ist gut. Danke dafür, Christian. Zynisch hingegen die Zuschrift von einem anderen Christian: »Zoltan Sebescen, dann kann der gegen die Niederlande auch noch die zweite Halbzeit spielen.« Soll denn Zenden noch mal enteilen?

19:11 uhr

Apropos: Uns wurde der Notizblock von Joachim Löw zugespielt. »Mars« klingt ja noch einigermaßen angriffslustig (vielleicht ein eingebürgerter Brasilianer, vergleiche: Hulk), aber wer ist »Kuchen«?

19:05 Uhr

Mehr Absagen gab es zuletzt, als ich anlässlich meines Geburtstags zum »nachdenklichen Afghanistan-Abend« einlud. Aber wer spielt denn nun heute Abend? Der DFB braucht offenbar unsere Hilfe, liebe Fans: Wen würdet Ihr nachnominieren? Bitte schickt schnell eine Mail mit einer Abschrift eures Notizblocks an online@11freunde.de, Stichwort: »Not am Mann«. Unter allen Einsendungen verlosen wir eine freundliche Absage.

19:00 Uhr

»Kann Reus überhaupt Stürmer?«, fragt »bild.de« panisch. EIn besorgter Blick in die Zukunft der Sprache: Dass nur noch Hilfsverben überleben – kann das Wahrheit? 

17:46 Uhr

Sehr bzw. sehr, sehr aufschlussreich, was uns das »Urban Dictionary« verrät:

Joachim is the name of a still-living legend. He is the best at almost everything he does. Joachim is also used as a nickname for everyone who are unbelieveable talented, no matter he does. If someone, except the real Joachim, should be called Joachim, it has to be someone who is extremely out of scale, such as Chuck Norris and Hansi Hinterseer.

1: »Daaaaamn! That was amazing!«

2: »Yes he is quite talented«

1: »Yeah he's almost a Joachim.«

2: »Calm down, dude....calm down.«

1: »You're right.... There's only one Joachim.«

Aber eben auch:

A name for a boy with an exterior meant to reflect happiness, contentment, and joy, but hides a deep internal pain; basically anyone who puts up a front to hide emotional conflict and burden in order to keep his friends from worrying about him.

»He's being joachim again.«

»Joachims have so many problems.«

17:21 Uhr

Wie »Spiegel Online« berichtet, hat die Jugendorganisation der Linkspartei Xavier Naidoo wegen Volksverhetzung angezeigt. Wenn man sich diese erschreckenden Bilder mit dem Abstand von sechs Jahren anschaut, kann man sich dem nur anschließen. Ob Philipp Lahm wohl gerade panisch die Xavier-Poster von der Wand seines Bayern-Internatszimmers reißt?   

17:14 Uhr

Ungeachtet der schwindenden Relevanz des Spiels heute Abend bereiten sich die Niederländer weiterhin akribisch darauf vor, wie diese Bilder beweisen.

16:47 Uhr

Van Gaal:»Er hat noch nicht viel gewonnen. Ich denke, dass ein Trainer viel gewinnen muss, um ein legendärer Trainer zu sein.«

Löw: »Für Nationaltrainer ist es auch mal wichtig, dass man sich für ein Turnier qualifiziert. Ich glaube, das hat er beim letzten Mal nicht geschafft.«

Van Gaal: »Jogi Löw hat recht. Das ist ein Faktum, das kann ich nicht bestreiten.«

(»Deutschland-Holland«, 2012)

Estragon: »Wir finden doch immer was um einzureden daß wir existieren. Nicht wahr, Didi?«

Wladimir: »Ja ja. Wir sind Zauberer.«

(»Warten auf Godot«, 1952)

16:28 Uhr

Sind wir nicht alle ein bisschen erkältet?

16:23 Uhr

»Hier trainieren die kranken Superstars!«, bollert »bild.de« zweideutig. Trainieren sie nun, OBWOHL sie krank sind? Oder sind sie krank, WEIL sie trainieren? Wie auch immer: Selten haben Bilder von der Säbener Straße so betroffen gemacht. 

15:59 Uhr

Während Deutschland die Spieler ausgehen, vermelden die Niederlande die Rückkehr ihres gefährlichsten Stürmers zu alter Stärke. Eine Vorentscheidung? 11FREUNDE sagt: Mindestens.

14:32 Uhr

Doch auch Dieter-Thomas Heck kann den Exodus offenbar nicht stoppen. 11FREUNDE fordert: Heck raus!  

14:29 Uhr

So und nicht anders muss man auf Absagen reagieren! 11FREUNDE fordert: Dieter-Thomas Heck muss Bundestrainer werden!

14:20 Uhr

Nicht abgesagt hat bislang Jens Riewa. Begründung hier: »Ich sage nur an, nicht ab.« 

14:17 Uhr

Ebenfalls abgesagt hat Tim Wiese. Begründung: »Sorry, Freunde. Die Belastung in der Champions League ist einfach zu hoch.« Angesprochen auf die Tatsache, dass ihn ja gar niemand eingeladen hat und er demzufolge auch nicht abzusagen braucht, reagierte Wiese gegenüber 11FREUNDE patzig: »Ich muss weg, bin zum Geburtstag eingeladen.« Immerhin.

14:04 Uhr

Die Niederlande gegen Deutschland – das war einmal ein Spiel, für das Männer ihr Trikot hergaben, um zuzusehen, wie ihre Gegner sich damit den Allerwertesten abputzten. Doch nun besteht selbst an diesem Klassiker nur noch ein Desinteresse, wie es sonst nur geschenkten Kaninchen am zweiten Weihnachtstag entgegengebracht wird. Wer bereits alles abgesagt hat: Schweinsteiger, Kroos, Boateng, Özil, Klose, Schmelzer, nun auch Bundestrainer Löw selbst, demzufolge wohl auch Hansi Flick, Dieter Schlindwein, Dieter Eilts, Erich Ribbeck, Maurizio Gaudino, Axel Roos, Walter Frosch, Bernd Dreher, Jiri Nemec, Doktor Theo Zwanziger, Uli Potofski, Uschi Glas, Robbie von »Take That«, der blaue Elefant aus der »Sendung mit der Maus« und Ernst Happel, der wegen der Feierlichkeiten anlässlich seines 20. Todestags leider verhindert ist, wie er ausrichten ließ.  Für uns das eigentlich auch eine Enttäuschung, und wenn man irgendwas erwartet, im positiven Sinne, dann wird man natürlich noch mehr enttäuscht.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!