18.09.2013 | Neapel-Dortmund im Liveticker
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Kloppo raus!

Dortmund verliert Trainer, Abwehrspieler, Torwart und das Spiel. Neapel hat zwar keinen Gott mehr, dafür aber den ersten Dreier der Champions-League-Saison. Der Ticker war dabei. Zu zweit.

Text: Moritz Herrmann und Alex Raack Bild: Imago
SSC Neapel
2
:
1
Borussia Dortmund

22:48 Uhr

Der Liveticker möchte sich verabschieden. Herrmann wurde bereits vom Platz geschmissen (hatte in seiner Unterhose die Notbremse gezogen), der Gast ist auf den Balkon verwiesen worden (hatte das vierte offizielle Bier zu sehr bedrängt) und ich habe mich bei diesem letzten Satz an der Fingerkuppe verletzt. Gute Nacht!

22:46 Uhr

»Alles was gegen uns laufen konnte, ist gegen uns gelaufen«, analysiert Nuri Sahin messerscharf. Klingt nach einem abendlichen Spaziergang, der in einer wilden Horde Nashörner endete. War aber nur ein Fußballspiel in Neapel. Nashornfrei.

22:45 Uhr

Die Dortmunder gehen vor die Kurve, ein vielkehliges »Scheiß Millionäre!« und »Außer Schieber könnt ihr alle gehn!« kreischt ihnen entgegen. Nicht. Hätte aber zum heutigen Abend gepasst – irgendwie alles absurd.

90.+3.

Schlusspfiff. Die SMS war nicht an uns gerichtet, das Tor ist nicht mehr gefallen. Ein gebrauchter Abend. Auch für die Dortmunder, die nacheinander ihren Trainer, ihren Abwehrchef, ihren Torwart und schließlich das Spiel verloren. Wir schrubben verbittert das Maradona-Konterfei von der Fassade und schauen zur Entspannung die »Plattfuß«-Reihe mit Reiner Calmund als Bud Spencer. Vier Mägen für ein Halleluja.

90.

Hach, Kinder, es ist noch einmal spannend geworden! Wie,  als wenn nach einem eigentlich verkackten Date die Herzensdame doch noch eine SMS schickt. Inhalt: »Würde doch gerne wiedersehen...« Wir hoffen auf Sex, der BVB auf den Ausgleich. Wäre dann irgendwie remisexy. Aber immerhin.

87.

TOOOOR!!! Eigentor von Zuniga. Geht noch was? Anschließend: Freistoß Reus - gerade so gehalten von Reina. Und wir: Haben wieder Hoffnung wie ein Schiffbrüchiger beim Anblick von Festland. Selbst das Bier schmeckt plötzlich nach Salzwasser!

86.

Belá Rethy klärt auf: Jürgen Klopp schaut sich das Spiel im Büro des Hausmeisters an. Hm. Und nach dem Spiel wird er bestimmt die Pressekonferenz schwänzen, um stattdessen Kakao auf dem Schulhof verkaufen und vorlaute Siebtklässler zu maßregeln.

84.

Freistoß Dortmund. Knut Reinhardt legt ab auf Martin Kree, der wichst die Pille rein! Wäre die Welt so erdbeerig, wie wir uns das in unseren Hundehirnen (Mischling) vorstellen. Stattdessen versucht sich Nuri Sahin mit einem gefühligen Lupfer, der weicher ist, als ein Marshmellow nach einer Tracht Prügel. Drüber. Bezeichnend.

83.

Übrigens: Wo ist Kloppo?

81.

Wir legen uns mal fest: Neapel ist so durch wie Partygast nach der dritten durchzechten Nacht am Stück. Wir sagen das, weil wir ein absolut reines Gewissen haben – und darauf hoffe, Lügen gestraft zu werden. Auf, auf, BVB!

78.

Natürlich hätte sich der SSC Neapel über die prallen Cavani-Millionen auch sanieren können. Er erlag aber dem klassischen Hauptstadt-Mitte-Reflex: Mit ausstehenden Geldeingängen spekulieren und Minusbeträge nicht als Schulden, sondern als Spielraum empfinden. Nach dem Spiel flaniert Präsident de Laurentiis noch durch das Kater Holzig und kotzt in den Sonnenaufgang. This is so Berlin!

 

77.

Ich will gerne den Wechsel des BVB beschreiben, finde aber in meinem parallel geöffneten Word-Dokument den Name des neuen Armeniers nicht, der gerade vom Platz geht und den ich sonst via Copy+Paste eingefügt hätte. Sorry, liebe Leser. Denkt euch den Rest.

77.

Auf dem Rasen passiert gar nichts mehr. Auch Réthy schweigt sich aus. Es ist alles sehr bélanglos.

76.

Tolle Erkenntnis: Wiederholt man zwanzigmal hintereinander den Namen Callejon und rollt dabei das j schulspanischmäßig, empfindet der Körper plötzlich Heißhunger auf Tapas.

75.

Der Satz »Man konnte ja nichts tun« hat vor allem aus deutscher Perspektive noch nie gestimmt. Warum also so passiv, Borussia Dortmund?

74.

Bei Réthy muss ich immer an Retinol denken. An Omas doppeltürigen Badezimmerschrank, an all die Pillendöschen. An Sehschwäche und an Falten. Und damit schließt sich dann der Kreis zum Ursprungsgedanken.

73.

Benitez bringt jetzt Mertens für Insignie. Der Coach hat seinen Thomas Bernhard gelesen: »Ersatzdenken ermöglicht unsere Existenz.«

71.

Reus beginnt ein engagiertes Solo, verzettelt sich dann und verendet an der Eckfahne. Die ganze Aktion erinnert an Donald Duck beim Eisfischen. Mit viel Elan sägt der Erpel da ein Loch in die Scholle, dabei aber leider um sich selbst herum, und als die Säge ihren Kreis vollendet, versinkt erst die Scholle in der Flut und dann folgt schnell der ganze Rest nach. Schön bzw. scheiße.

70.

Ach, diese taktischen Neuerungen. Mit der Doppelsechs ist es meines Erachtens wie mit Hemden, denen die Krawatte schon an den Kragen genäht ist: Angeblich modern und praktisch, tatsächlich spießig und überholt. Ich will mich mit meiner Clownsfliege strangulieren.

68.

Da gerade schon wieder Marek Hamsik über den Bildschirm trabt: Wo kriegen wir jetzt ganz schnell diese lustigen Abziehbilder her? Info bitte an arschgeweih@11freunde.de

66.

Freunde, Freunde, uns steht der Mund offener als weiland Gina Wild. Warum? Weil Insignie einen Freistoß aus gefühlten 40 und gemessenen 35 Metern in den Giebel raketet. Langerak fliegt an den Pfosten, das Stadion explodiert, der Stadionsprecher zieht seine HP-Baxxter-Nummer durch. Hyper! Hyper!

65.

Klopps namenloser Co-Trainer wird 'Das Gehirn' genannt. Spitznamen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

63.

Breaking News, II: Jürgen Klopp war während seiner Tribünenabstinenz beim Friseur, hat sich die Strähnen dunkeln lassen und seinen Zweireiher gegen ein schnittiges Polohemd getauscht. Derart gewandet, shakert er mit den Herren Rauball und Watzke und sieht guter Dinge auf den Rasen. Alles bleibt anders.

61.

»Schmelzer klärt«, trompetet Réthy. Aber wen, Béla, wen denn? Die heiße Tresentänzerin von neulich Nacht? Die Schwester von Mats Hummels? Mats Hummels selbst? Nein, der Weisheit letzter Schluss ist banaler: Er klärt auf der Linie gegen Hamsik. Naja.

59.

Lieber Jürgen Klopp, wo immer du bist, wir denken an dich. Hiermit:

 

57.

Dortmund drängt, Dortmund hat mehr Ballbesitzt, aber Dortmund fällt nichts ein. Die Angriffe sind bislang so ideenreich wie ein Brainstorming von frisch Verstorbenen.

55.

Breaking News: Jürgen Klopp sitzt nicht mehr auf seinem Platz! Wo ist der Mann? In den Katakomben? In der S-Bahn auf dem Weg nach Hause? In Gelsenkirchen? Weiß er, wo das Auto des Schiris stand? Oder ist er einfach kacken? Die Welt – ein Mysterium.

52.

Wer macht eigentlich diese Portraitfotos von den Kommentatoren, die alle halbe Stunde mal zaghaft am unteren Bildrand eingeblendet werden? Ein cleverer Schimpanse mit Sehschwäche? Gruselig. Belá Rethy sieht aus, als habe man ihn gerade beim Ladendiebstahl erwischt. Nackt. Mit einem illegal importierten Schimpansen im Kofferraum.

48.

Dortmund übrigen seit der 44. Minute mit Aubameyang für Hummels. »Der soll neulich 35 kmh gerannt sein!«, wortsprintet unser Gast und spritzt aus seinen mitgebrachten Startblöcken zum Kühlschrank. Da! Ein erster Steilpass, ein erster Sprint. Der Road Runner ist dagegen ein hüftsteifer Lahmarsch. Irgendwo im Stadion stellt sich der Kojote selbst eine Falle. Beep! Beep!

46.

Puh, diese erste Halbzeit war aufregend wie ein kaputter Kabelbaum im geliebten Gebrauchtwagen auf der Heimfahrt vom Kroatien-Urlaub irgendwo zwischen Türkei und Polen. Unser Puls ist beständig auf 180, wir hauen uns schon die ganze Zeit gegenseitig in die Fresse, um überschüssiges Adrenalin loszuwerden. Herrmann ringt sogar mit süditalienischen Krokodilen, Gast Dom klettert an meiner Fassade hinab, um frisches Bier vom Späti mit dem ehemaligen Preisboxer hinter der Theke zu klauen.

21:46 Uhr

Kann man die Öffentlichen eigentlich rechtlich belangen?

21:45 Uhr

Während das ZDF wie gewohnt episch die erste Halbzeit mit knackiger Heldentot-Musik präsentiert, macht Herrmann eine kleine Kunstpause. Ihm ist kalt, ich leihe ihm eine wärmende Perücke und meine Sportjacke, werfe dem Mann einen Ball zu. Und dann das:

21:44 Uhr

Den sehr deutschen Hype um Oliver Welke habe ich nie verstanden. Den Hype um die heute-show auch nicht. Meines Erachtens eine Show von gestern. Morgen gebe ich ihr nochmal eine Chance. Nicht.

21:43 Uhr

Erschreckendes, sehr Erschreckendes aus dem 11FREUNDE-Elfenbeinturm. Raack enthüllt nämlich, als das heute-Journal die Lottozahlen präsentiert, eine Jugendsünde: Lange Jahre dachte der Kollege bei der Angabe ohne Gewähr tatsächlich an Waffeneinfluss, fragte sich, was denn die Flinte mit dem Glücksspiel zu tun hat. Ich kann es ihm nicht beantworten, würde mich aber gerne mit diesem Gewähr erschießen.

21:41 Uhr

Der Newsflash von Gause und Kollegen: Tod, Mord, Tod, Totschlag, Sintflut, Ruin, Tod. So ließe sich auch das Spiel des BVB zusammenfassen.

21:40 Uhr

Marcel Reich-Ranicki (II): »Ohne Eitelkeit gibt es kein Schreiben. Egal, ob Autor oder Kritiker – Eitelkeit muss dabei sein. Sonst entsteht nichts. Thomas Mann war wahnsinnig eitel, Richard Wagner auch, und Goethe und natürlich Schiller.« Wir ergänzen: Und Raack. Und natürlich Herrmann.

21:38 Uhr

Das ZDF hat ein Einsehen und schickt uns, alle Emotionen abdrosselnd, alle Stimmung strangulierend, Gundula Gause ins Wohnzimer, auch noch Wilhelm Busch zitierend. Raack ärgert sich zum ersten Mal in seinem Leben, dass er keine GEZ zahlt.

44.

Hamsik fällt, auf die Kreide der Strafraumgrenze! Und was macht Schiedsrichter Proenca? Er lässt weiterspielen. Die Napolitaner protestieren, der Portugiese keift zurück - und behält Recht. In dubio Proenca.

42.

Hummels muss raus. Für ihn kommt Jerome Boateng. Nicht.

41.

Wir zitieren, in eigenem Interesse alle Gagbrachen der nächsten 45 Minuten vorauseilend rechtfertigend und aus aktuellem Anlass, Marcel Reich-Ranicki: »Manchmal ist eine Schreibblockade für die Leser ein Segen, das wollen wir nicht vergessen.«

39.

Immer wieder zeigt uns die Regie den verbannten Jürgen Klopp, grübelnd zwischen italienischen Bocciarentnern und Omas mit geblümten Kopftuch. Und Klopp, den Raack als blondierten Pinguin beschrieb, sieht plötzlich so aus wie David Guetta, nicht nur frisurtechnisch. When Hate Takes Over.

38.

Jürgen Klopp sitzt auf der Tribüne, schmollt wie ein kleines Kind, dem man gerade gesagt hat, dass es sich die Playmobileisenbahn zu Weihnachten abschminken kann, weil es icht brav genug war. Irgendwo im San Paolo sitzt bestimmt der Weihnachtsmann und notiert sich Klopps Vehalten in einem kleinen goldenen Büchlein. In seinem Sack hält Diego Maradona ein Rentier mit der Hacke hoch.

35.

Die Kulisse ist wahrlich bedrohlich wie ein weißer Hai im Pinkelbecken. Wir würden uns ja rasch einnässen und dafür vom Bademeister rausgeschmissen werden, aber die Dortmunder, ohne ihren Werwolf an der Seitenlinie, bleiben bislang cool wie Shaft am Südpol. Lewandowski setzt sich durch, Reus mit einem volley – knapp daneben. Fußballersprache, wat lieb ick Dir!

29.

Flanke Zuniga, Kopfball Higuain. Tor. Und Neapel flippt aus. Der Stadionsprecher kreischt vollkommen fassungslos etwa zehnmal »GONZALO!!!!!« in sein Mikrophon, klingt wie eine Mischung aus Reichspropagandaminister und Death Metal. Derweil fletscht Jürgen Klopp die Zähne wie tollwütiger Dobermann auf Crack, wird dafür auf die Tribüne verwiesen. Heiderdeist, hier ist was los wie am Freibier-Tag (muss noch erfunden werden) in Berlin-Kreuzberg. Wir brauchen Schnaps. Oder Crack. Oder einen Dobermann.

27.

Und endlich: Blut! Ein junger Italiener namens Stallion hat denm erfahrenen Apollo C. einen schönen linken Haken verpasst! Ich erwache aus meinen stündlichen Rocky-Tagesträumen und stelle fest: Es ist Subotic, der da blutet frisches Schlachtvieh, hat einen harten italienischen Schädel abbekommen. Jetzt ist er wieder da.Mit Pflaster. Echte Hiebe.

25.

Und da! Jetzt! Ja! Nein! Oder? Nein! Nein, wirklich nicht. Lewandowski spermt gegen das Ganzkörperkondom, der Ball trudelt ins Toraus. Da wäre mehr gegangen.

24.

Im Tor bei den Gastgebern: Reina. Weist verblüffende Ähnlichkeit zur Bielefelder Legende Billy Reina auf. Trägt sogar statt Trikot ein Ganzkörperkondom. Fraglich, ob er damit Tore verhüten kann.

23.

»Neapel mit leichten Vorteilen, was die Qualität der Torchancen angeht«, doziert Réthy. Raack rechnet nach: BVB 0 Torchancen, Neapel 1 Torchance. Réthy hat also Recht.

21.

Einen Satz, den ich nie hören möchte, nachdem ich mit 3 Promille in der BVG einschlafe: Endstation Großkreutz.

19.

Aus unserer Kategorie: Wer hat's gesagt?

 

»Uns erwartet eine krasse Atmosphäre, aber die Vorfreude ist riesengroß.«

 

a) Sven Bender, vor dem Spiel

b) Unbekanntes Swingerpaar, vor der Party

17.

Auf der gestrigen PK wurde Jürgen Klopp fälschlicherweise als Trainer von Bayern München vorgestellt. Das ist das zweite Mal binnen zwei Tagen, dass einem großen Visionär Unrecht getan wird - nachdem Unbekannte in Kreuzberg die Wahlplakate von Christian Ströbele mit Joopi Heesters überklebt haben.

15.

Higuain reitet durch die Dortmunder Hälfte, die Borussen prallen an ihm ab wie ich immer an den Frauen, frei vor Weidenfeller grätscht ihm Subotic den Ball weg. Réthy, dieses Emotionstier des Fußballs, klärt auf: »Sehr gute Abwehrleistung.« Danke, Béla.

13.

Stolz, sich auf die Brust trommelnd hat mir Raack übrigens seinen neuen Couchtisch gepriesen, eine glasplattentragende Meerjungfrau. Es fielen dabei Vertretervokabeln wie »unwahrscheinlich stabil«, »sehr elegant« und »unwahrscheinlich günstig«. Ich konnte die Begeisterung des Kollegen nicht teilen. Wäre die Erde dieser Couchtisch, ich würde Raack von der Kante stoßen.

11.

Neapel dringt von rechts in den Strafraum ein, Insignie vernascht zwei Borussen und zieht auf das lange Eck. Knapper daneben als Thomas Helmer beim Phantomtor. Also quasi: Die Insignie der Niederlage. 

10.

Das Spiel: Noch ausgeglichen wie ein Tennismatch zwischen Boris Becker und Boris Becker. Herrmann glaubt die ganze Zeit, den jungen Diego Maradona wiederzuerkennen, immer wieder streichelt er verliebt den Fernseher. Doch die Maradonas der Gegenwart heißen Inler, Higuain oder Hamsik. Als wenn man statt Kavier ein paar Schnittchen mit Leberwurst bekommen würde.

8.

Jürgen Klopp, schwarzer Anzug, weißes Hemd, sieht aus, wie ein blondierter Pinguin, der vor lauter Testosteron im Hering Barthaare gewachsen sind. Musste mal gesagt werden.

6.

Bei Neapel spielt ein Mann, der eine Frisur trägt, die aussieht, wie diese Riesenkämme, die man früher auf dem Rummel schießen konnte: Marek Hamsik. Und ganz vorne? Der gute alte Gonzalo Higuain, ehemals Real Madrid, nun also beim SSC. Zur Begrüßung hat der sich gleich mal das Kinn auf seiner Yacht blutig gehauen. Seine Luxusfreundin leistetr erste Hilfe, sein Präsident wollte die Stadt Capri auf 100 Millionen Euro verklagen. Ich bin übrigens neulich mal auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad gestürzt, Knie aufgeschrammt. Wo war da bitte meine Luxusfreundin und mein wahnsinniger Präsident?

5.

Na toll. Die Schwin habn uns das »e« gklaut!

3.

So. Neapel also. Die Stadt von Maradona, Mafia und Marmelade! Marmelade stimmt nicht, klang aber irgendwie ganz nett. Wir haben vorsorglich unsere Hosentaschen zugenäht, die Laptops werden von acht Bluthunden bewacht, über meiner Wohnung kreisen drei Hubschrauber. Auf dem Klo hockt ein GSG9-Beamter. Uns kriegt ihr nicht, Taschendiebe!

1.

Die halbe Tribüne lodert noch, Bela Rethy spricht von Strafen, die da kommen werden, da hat der Schiri schon angepfiffen. So ein paar Quadratkilometer Rauch? Pff, ist ihm doch Latte wie Hose. PS: Es sieht immer noch nach Krieg aus, lieber Herr Knopp! Ihre Helfer.

20:44 Uhr

Lechzilechz, die Stimmung in Neapel macht uns neidisch! Wir hocken nicht etwa zwischen 80.000 aufgepeitschten Tifosi, sondern zu dritt auf meinem kackbraunen Sofa, trinken schales Bier, das auf einem Glastisch steht, der von einer Nixe getragen wird. Derweil zündeln die Dortmunder, als gäbe es keinen Morgen mehr. Sieht irgendwie nach Bombenangriff aus. Wo bleibt Guido Knopp, wenn man ihn mal braucht?

20:42 Uhr

Die Mannschaften laufen ein. Schmeckt nach Gladiotoren! Tickergast Dom reißt sich die Kleidung vom Leib, ölt sich selbst mit süditalienischem Olivenöl ein und fordert einen Löwen zum Zweikampf. Der Löwe pisst ihn eiskalt aus. Champions League!

20:40 Uhr

Meine Güte: Im legendären San Paolo läuft nicht etwa dieser Song, sondern einfach mal »Go West« von den verdammten Pet Shop Boys. Herrmann wächst plötzlich ein Vokuhila, ich sehe an mir herab und entdecke: Latzhosen! Die 90er haben uns brutal im Griff. Darauf einen Chantré-Cola!

20:35 Uhr

Froinde! Da sind wir. Leicht verspätet. Ich (El Barto, äh, Raacko) musste noch mein Bett zusammen bauen, Herrmann schneit gerade zur Tür hinein, sagt, er habe noch Maurizio Gaudino nach dem Uefa-Cup-Finale interviewt. Dann fällt ihm ein: Das war 1989 und Herrmann war da wahrscheinlich noch nicht mal geplant. Ekelhaft. Dieser Ticker ist auf Lügen gebaut!


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