Bayern München
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VfL Wolfsburg

Mir san nimmer mir

Best of Liveticker 09: Wolfsburg-Bayern

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Freitag, 12:09 Uhr
Torgleich, punktgleich: Bayern und Wolfsburg eilen im Gleichschritt zur Meisterschaft der Herzen. Oder hat einer von beiden die Kraft, Hertha noch abzufangen? Sollte dem VfL dieser Triumph gelingen, müsste dringend ein repräsentativer Balkon her, auf dem die Schale empor gewuchtet und kompromittierende Lieder abgesungen werden können. Bayern-Manager Hoeneß hat vor geraumer Zeit schon angedeutet, dass er die Rechnung im Baumarkt übernehmen würde. Nun hat er mit Franck Ribéry auch noch jemanden im Kader, der selbst anpacken könnte, schließlich hat der Kollege Erfahrungen auf dem Bau. Ein schicker Balkon sollte den Wolfsburgern also sicher sein. Die Frage ist nur: Was macht man mit dem Rest der Stadt?     

Freitag, 12:40 Uhr
Kollege Jonas will auch mithelfen, versaut sich aber leider die Waschmaschine, als er darin Beton zu mischen versucht. Seine Frau ist nicht begeistert über die vollkommen versaute Jeans, die sie aus dem ruinierten Apparat zieht. »Stonewashed, Baby!«, flötet Jonas, muss aber wohl dennoch für den Rest seines Lebens auf der Couch schlafen.  

Freitag, 13:00 Uhr
Viel zu wenig Aufmerksamkeit ist bisher der Rolle geschenkt worden, die Tobias Rau beim kometenhaften Aufstieg der beiden Vereine gespielt hat. Für den VfL Wolfsburg schoss der Mann, der schon bei den Sportfreunden Ölper ein Star war, in 48 Partien zwar nur ein Tor, für den FC Bayern gar null in 13. Aber was sind schon Zahlen gegen die sublime Spur des Genies: Wer erinnert sich nicht an seinen Einwurf im Pokal gegen Borussia Neunkirchen? Seine Einwechslung in der 88. Minute gegen Freiburg? Oder – noch unvergessener – seine Auswechslung gegen Pfullendorf in der 46. Minute? Wir fordern, dass alle Balkone (sowohl in Wolfsburg als auch in München) nach Tobias Rau benannt werden. Sofort!  

Freitag, 14:54 Uhr
Also, liebe Fans! Wenn wir das alles hier jetzt mal zusammenrechnen, kommt Folgendes raus: Entweder Hertha wird Meister, wir werden Zeugen, wie Felix Magath winkend auf einem von Hoeneß bezahlten Balkon steht, oder wir sehen Klinsi und Waldemar Hartmann gemeinsam unter der Weißbierdusche. Alle drei Möglichkeiten steigern nicht gerade die Lebensqualität. Kann man das nicht noch irgendwie verhindern? Werder! Werder! Werder!   

Freitag, 15:42 Uhr
Quo vadis, Journalismus? Soeben drechselte mein Mitarbeiter Benni Kuhlhoff die zeitlos hässliche Schlagzeile: »Nach Backfeige: DFB befürchtet keine Strafe für Podolski durch FIFA«. Auch nach einer schallenden Ohrpfeife von 11FREUNDE-Wortschatzguru Benjamin Apitius fiel Kuhlhoff immer noch nicht auf, was er falsch gemacht haben könnte. »Wer? Was? Ich?«, gab er stammelnd zu Protokoll. »Wer seid ihr überhaupt?« Die quälende Stimmungsmixtur aus Schuldzuweisungen, Dementis und Selbsthass wurde erst durch 11FREUNDE-Feinschmecker Jens Kirschneck aufgelockert. »Hmmmm«, sprach er kauend. »Backfeigen sind doch lecker!«  

Freitag, 17:26 Uhr
Um nach dem Stimmungs-GAU die Atmosphäre wieder aufzuheitern, versuche ich es mit einer Smalltalk-Offensive, frage Kollege Apitius nach seinem Tipp für Wolfsburg gegen Bayern. »2:0«, muffelt er nach mehrfacher Aufforderung, endlich zu antworten. Und wer schießt die Tore? Apitius: »Grafite. Und der andere. Na... hier... Sestak!« Ob ich den Betriebsrat einschalten soll?  

Freitag, 17:30 Uhr
Toll: Kollege Andreas Bock fällt mir in den Rücken. Es gebe gar keinen Betriebsrat, behauptet er. Hätte ich bloß damals das Stellenangebot von LIDL nicht so leichtfertig abgelehnt!

Freitag, 17:41 Uhr
Immerhin hat Kollege Benni Kuhlhoff seinen Fauxpas längst weggesteckt, übt quietschvergnügt Flanken auf dem Redaktionsflur. Nun will er massiert werden, stößt dabei allerdings auf wenig Gegenliebe. »Was'n mit euch los?«, fragt er frech. »Habt euch wohl ein Glas schlechte Laune geteilt.« Ja. Mit Schuss.  

Freitag, 19:13 Uhr
»Spitzenspiel im Windschatten der Backpfeife«, betitelt spiegel.de einen Vorbericht. Rein physikalisch kann also nichts Großes draus werden. Oder? Naja, wir warten mal ab. Im Windschatten unserer eigenen Schatten. Bis morgen, liebe Fans!  

[page] 15:10 Uhr
Puh, das war knapp! Wir sind an einer Katastrophe vorbei geschrammt. Beim Verlassen der Party anlässlich des neunten Geburtstags von 11FREUNDE wurden wir vom Rausschmeißer kurzzeitig in Gewahrsam genommen, weil er dachte, wir hätten den Premiere-Decoder geklaut. Kollege Jonas warf sich zu Boden und schrie »Freiiiiiiiiheiiiiiit!« wie Braveheart. Erst Gieselmanns lupenreines Alibi »Ich bin Dirk, das ist Fabian, der Decoder gehört uns« rettete uns aus der Situation. Ein abschätziger Blick noch, ein missbilligendes »Tickern? Wat is dat denn?« des Rausschmeißers, und wir durften gehen. Da sind wir also zum »Spitzenspiel im Windschatten der Backpfeife«, wie es so schön im Vorfeld hieß. Hallo, liebe Fans! Wir freuen uns auf Euch, uns und diese Partie.  

15:15 Uhr
Freiheit ist Ansichtssache. Jonas befindet sich immer noch im Klammergriff des Alkohols, hat sich mit zähflüssigen Schnäpsen volllaufen lassen. »Der weiße Mann hat mir Feuerwasser gegeben«, sagt er, will sich in sein Reservat zurückziehen. Geht nicht, er muss mir assistieren. »Mach mal den Fernseher lauter«, sage ich ihm, das Ding läuft schließlich auf Mäuschenstärke. »Noch lauter?«, stöhnt das Wrack. »Aua.«  

15:18 Uhr
Rangnick und Jol im Doppelinterview. Der Hoffenheim-Coach sieht neben dem wuchtigen HSV-Holländer aus wie Donald Duck auf Kater Carlos Schoß. Süß.  

15:20 Uhr
Im Premiere-Studio drehen sich die Fernseher. Aber diese Information habe ich von Kollege Jonas. Also: Vorsicht!   

15:25 Uhr 
Im Veltins-Spot sehe ich plötzlich Bruce Willis und Rudi Assauer auf einem Fleck. Frage mich, wieviel ich eigentlich gestern getrunken habe. Stirb langsam.  

15:28 Uhr
In einem Mini-Zeppelin schwebt Effe über das Spielfeld. Dieser Mann versteht Zeichen zu setzen. Weltklasse.   

15:29 Uhr
Schreckliche Techno-Sounds aus Wolfsburg! Jonas bricht zuckend zusammen, reißt verzweifelt Fäden aus der Auslegware und stopft sie sich in die Ohren. Können wir weitermachen? Bleiben Sie dran, liebe Fans.  

1.
Ja, wir können! Frühlingshafter Anstoß, Poldi mit zartem Moos auf der Oberlippe, 23 Grad.  

2.
Was Effe im Zeppelin kann, kann van Bommel am Boden schon lange: Zeichen setzen. Er haut Dzeko um, sieht die siebte Gelbe der Saison. Auch diese Karte ist frühlingsfrisch, »vom Eise befreit sind Strom und Schiri« (Goethe, »Osterspaziergang«).  

5.
Zappzarapp! Flanke Schweini, Poldi versucht, den Ball ins Tor zu ohrfeigen. Knapp vorbei.
 
6.
Van Bommel möchte ins Freibad, will endlich Rot sehen. Die Badehose hat er schon drunter.  

8.
Angrillen im Mittelfeld. Doch aus dem Pulk befreit sich Grafite, hat keinen Bock auf Bratmaxe und Nackensteaks. Breno schaltet, holt ihn ein. Konter, Poldi stolpert, Freistoß für die Bayern, abgeblockt. Noch'n Würstchen?  

10.
Lell tankt sich auf rechts durch, Barzagli kann abblocken, muss danach jedoch zum Friseur.  

11.
Lucio steht allein mit dem Ball in der Bayern-Defensive, da entwickelt er plötzlich einen unerklärlichen Hass auf das Spielgerät, den Sport und das Leben an sich, kloppt die Pille mit aller Kraft auf einen zufällig vorbeikommenden Wolfsburger. Wahrscheinlich die hässlichste Szene, die der Fußball jemals hervorgebracht hat.  

14.
Schulterschluss der Schlümpfe auf Bayerns linker Seite, Zé Roberto, Lahm und Ribéry planen irgendwas, sieht clever aus, fasert dann aber zusehends aus. Wo ist Schlaubi, wenn man ihn am meisten braucht?  

16.
Kollege Jonas erwacht aus dem Spirituosen-Koma: Luca Toni setzt im Stürzen einen Fallrückzieher an, verfehlt das Tor nur knapp. Kommentator Fritz von Thurn und Taxis erreichen die Bilder erst Minuten später. »Das... wäre... (plötzlich hysterisch) VIELLEICHT! ein... Tor... des Jahres... geworden...«, sagt er wie aus einem fliederfarbenen Nebel heraus. Welche Chemikalien der Teppich in der Kommentatoren-Box wohl ausdünstet?  

20.
Hier Jonas. Ausgerechnet heute legt sich mein Rechner anscheinend zum Sterben hin, will partout nicht mehr ins Internet, was man ja an sich verstehen könnte, aber eben doch nicht heute bei diesem Spiel, in das ich deswegen überhaupt noch nicht hineingefunden habe. Die Mannschaften aber auch noch nicht.  
 
23.
Chance für Wolfsburg: Dzeko zieht ab, Lahm nimmt den Schuss aber nicht ernst, klärt beiläufig mit der Hacke, denkt lieber schon mal an Barcelona.  

27.
»Jetzt gibt es keine Alibis mehr, sagt Klinsmann«, sagt von Thurn und Taxis. Mist. Wo waren wir dann gestern Abend?  

28.
Jetzt denken alle Bayern lieber schon mal an Barcelona, spielen sich den Ball vor dem Wolfsburger Tor ausnahmslos mit der Hacke zu, vertändeln so aber eine an sich aussichtsreiche Situation. Künstlerpech.   

30.
»Herzlich willkommen im Informationszeitalter«, entgegnet Gieselmann von Thurn und Taxis, als dieser einen in Wolfsburg umjubelten Zwischenstand nicht weitersagen will. Gieselmann googelt, findet und... sagt's nicht weiter. Blödmann.  

35.
Lucio ereilt das gleiche Schicksal wie Jonas' Computer. Rüssel an Rüssel begeben sich die beiden auf den Elefantenfriedhof. Ein schönes Bild, doch Schiri Kinhöfer wird ungeduldig. »Der Mann aus Herne kann sehr hart sein«, intoniert Thurn und Taxis, empfiehlt sich so für die Moderation von »Akte 09«.  

37.
Poldi bekommt eine Chance, doch was heißt schon Chance, wenn der Junge den Ball auf dem rechten Fuß hat? Er dreht sich im Kreis, sucht seinen linken Fuß, links ist da, wo der Daumen rechts ist oder andersrum, dann ist der Ball plötzlich weg. Niedlich wäre das, wenn Poldi fünf Jahre alt wäre und Ostereier auf der Dorfwiese suchte. Aber er ist Nationalstürmer – also: Buuuuuh!  

39.
Lahm schießt aus der Distanz. Jonas will plötzlich »Tabu« spielen: »Beschreib mal diese Szene ohne die Wörter Costa Rica, WM und Eröffnungsspiel«, befiehlt er. Geht nicht. Tschüs.   

40.
Magath lässt seinen Spielern keine Ruhe. Wer noch nicht schwimmen kann, muss es jetzt lernen. Die Ersatzspieler üben »Schwänzchen in die Höh'« an der Seitenlinie. Sieht gar nicht mal so cool aus.   

41.
Knifflige Szene im Bayernstrafraum. »Schäfer will einen Elfer, Misimovic einen Einwurf«, analysiert Thurn und Taxis wie der Blitz. »Und ich hätt' gern ein Haus«, wirft Kollege Max Ost ein.   

44.
TOOOOOOOOOOOOOOOR! 1:0 für Wolfsburg. Ecke, Gentner steigt hoch, köpft den Ball bilderbuchhaft ins Tor. Dass er dabei vollkommen unbedrängt war, wollen wir zu Gunsten der Bayern-Defensive geflissentlich verschweigen. Oh, zu spät! Ist uns so rausgerutscht. Sorry, Breno. Ganz Wolfsburg probiert gerade, wie sich Partymachen anfühlt, dann das: TOOOOOOOOOOOOR! Oder? Lucio! Benaglio! Toni! Benaglio! War das Ding drin? Ja? Nein? Vielleicht? Toni macht schon die Kopfschraube, als alle noch reklamieren, da zeigt Kinhöfer zum Mittelkreis. 1:1! »Mein Gott, ist das aufregend!«, ächzt Thurn und Taxis. Ein Koitus interuptus für Magath, von dem er sich nun 15 Minuten erholen kann. Halbzeit, liebe Fans. Jonas trinkt ein Fass Konterbier, ich schaue ihm dabei zu und staune, wie tief ein Mann sinken kann. Aus rein anthropologischem Interesse. Bis später.  

[page] 16:15 Uhr
Ein schwammiges Spiel, gute Szenen ersaufen in Fehlerkaskaden – und anders herum. Nervosität ist der beste Mann auf dem Platz. Der Tordoppelschlag ist so dann auch die Pointe der ersten Hälfte. Der Rathausbalkon für die Meisterfeier erhob sich nach Gentners Treffer schon schemenhaft in der Wolfsburger Fußgängerzone, dann stürzte er durch die Hämmerchenschläge von Lucio und Toni wieder in sich zusammen. Doch war der Treffer wirklich ein Treffer? Uli Hoeneß eilt durch die Arena und manipuliert eigenhändig alle Torkameras.  

16:29 Uhr
Borowski schleicht über den Platz, wirkt wie ein Praktikant. Kollege Ost präzisiert: »Ich glaube, der wurde von McKinsey eingeschleust!« Könnte stimmen.   

16:30 Uhr
Frühling ist die schöne Jahreszeit, in der der Winterschlaf aufhört und die Frühjahrsmüdigkeit beginnt. Und die zweite Halbzeit. Gähn bzw. Hurrah! Anstoß.  

46.
»95 Kilo gegen Josue.«, kommentiert Thurn und Dingsbums einen rüden Einsatz von Toni. »Der Brasilianer bringt nur etwas mehr als die Hälfte auf die Waage.« – »Dann kann er sich ja immer noch bei Germany's Next Topmodel bewerben«, empfiehlt Kollege Jonas fachmännisch.  

48.
Poldis Tanz um eine leere Mitte geht weiter, er sucht seinen linken Fuß, findet nur den rechten, verliert die Lust.  

51.
Wenn sich jemand selbst hochheben kann, dann Lucio. Mein Gott, ist dieser Mann entschlossen! Aber wozu?   

52.
Beim Einwurf blitzt Christian Lells Oberarm-Tätowierung auf. Es zeigt die Geschichte der Stadt München in Bildern. Kollege Jonas glaubt, Karl Valentin und Franz-Josef Strauß erkannt zu haben, weint vor Glück.   

53.
Kollege Jonas versucht nun, sich das Lell-Tattoo auf den Arm zu kopieren, gibt sich besondere Mühe beim Nachzeichnen von Philipp Lahms Geburt.  

57.
Während sich Tut und Kannix in der Aufschlüsselung der Wolfsburger Dauerkartenbilanz ergeht, müssen wir konstatieren: das Spiel geht so. Immer noch fehlt der letzte Schmiss, werden die Keeper nicht geprüft, wird nicht mal richtig gegrätscht. Eine Darbietung wie beim doch eigentlich zu Recht abgeschafften Fuji-Cup.  

62.
Eine Halbchance für Dzeko, der letztlich aber zwei Köpfe zu klein ist, wird von Dings zum Jahrhundertereignis hochgejazzt. Was soll er aber auch machen, sonst passiert ja nix.   

63.
Sonst passiert ja nix? Denkste. TOOOOR für Wolfsburg, Breno geht spazieren, Dzeko läuft in den Fünfer und drückt die Hereingabe von Schäfer über die Linie.  

66.
TOOOOOOOR! 3:1 für Wolfsburg. Misimovic schickt Dzeko, der Ball ist fünf Minuten unterwegs, aber Lahm denkt gerade an was anderes, vielleicht Busen. Dzeko denkt an den Ball, nimmt ihn an, wie wir auch gerne mal einen Ball annehmen würden, schert sich einen Dreck darum, dass da ein Typ namens Rensing im Tor steht, schiebt die Kugel überlegt ins rechte Eck.  

67.
Parallel zum sich andeutenden Debakel weiß spiegel.de zu berichten: »Klinsmann hofft auf viele, viele Jahre in München.« Bald wird dann also jeder 1860-Spieler jeden Tag besser.   

70.
Ottl und Breno, das softeste Innenverteidigerduo des Universums. Schon jetzt steht die Freude auf das Entmüdungsbecken den beiden ins Gesicht geschrieben.  

71.
Uli Hoeneß hat die Kabel in den Torkameras wieder zusammen gelötet. Die Zeitlupe zeigt: Beim 2:1 war Dzeko einen Nanometer im Abseits.   

72.
TOOOOOOOOOOOOR! 4:1! Grafite verarscht Breno nach Strich und Faden bzw. der sich selbst. »Eine Packung darf Klinsmann sich hier nicht abholen«, rumort Thurn und so weiter. Aber was, wenn doch? Gibt's dann Schimpfe? Keinen Pudding? Wir werden berichten.   

76.
Also doch kein Pudding! Da ist sie, die Packung: 5:1 für Wolfsburg. Und wie! »Nicht sprechen, nicht sprechen, nur schauen«, sagt Thurn und Taxis – und spricht dann doch. Egal! Grafite legt eine Kür aufs Eis, die wir seit Kufengott Norbert Schramm nicht mehr gesehen haben. Dribbelt die gesamte Abwehr aus, umkurvt Rensing, schließt dann gegen die Laufrichtung des gesamten Freistaats Bayern mit der Hacke ab. »Das schönste Tor, das ich jemals in der Bundesliga gesehen habe«, zirpelt Taxi. Die Kollegen Jonas und Ost sind da anderer Meinung, versinken in Depression. Jonas streicht Breno aus seinem Testament, Ost verbrennt sein »Magirus«-Trikot (Größe XS) im Aschenbecher.   

80.
»Lass uns doch mal zappen«, schlägt Ost vor. »Vielleicht kommt Lafer, Lichter, Lecker.« Abgelehnt.  

84.
»Spitzenreiter! Spitzenreiter!«, skandiert die gesamte Arena. Dennoch versucht Thurn und Taxis weiterhin verbissen, uns das Resultat der Begegnung Hertha-BVB zu verheimlichen. Wir lassen die Bombe jetzt mal platzen: 3:1 für Kloppo.

86.
Das Spiel ist schon seit ein paar Minuten zu Ende. Die Wolfsburger wechseln ein bisschen zum Zwecke des Schaulaufens, Klinsmann nimmt Lahm raus, bringt Borowski, will den Außenverteidiger wahrscheinlich noch zehn Minuten für Barcelona schonen. Barcelona... da mag man jetzt als Bayernfan aber überhaupt nicht dran denken.  

89.
Magath hat anscheinend saugute Laune, wechselt kurz vor Schluss den Torhüter. Lenz für Benaglio und wunderschöne Grüße an Uli Hoeneß.

90.
+ x. Ehe ich die Spielminute lesen kann, verschwindet sie. Grund: Abpfiff. Hier macht sich der Blues breit. Kollege Ost und ich graben sowieso schon länger an einem sehr tiefen Loch, ich tippe seit einer Viertelstunde mit der Stirn, da verkündet Gieselmann, sich nicht mehr für die Bundesliga interessieren zu wollen, wenn Wolfsburg Meister wird. Wie wird die Bundesliga sich entscheiden? Wir werden berichten. Wolfsburg prügelt die Bayern windelweich, Magath haut zum Schluss auch noch mal drauf, die Münchner verlieren nach 90 Minuten ohne jede Idee vollkommen zu Recht. Wir gehen jetzt wieder raus in die Frühlingssonne, in Bayern dürfte erstmal wieder Winter angesagt sein. Mindestens bis Mittwoch. Bis dahin überlegen wir uns einen Superlativ für Winter. Tschüssi!

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