Marseille
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Dortmund

Marseille - BVB im Liveticker

Kevin und Siegen

Klopp oder Flop? Ohne Defensive, aber mit Großkreutz grinst sich der BVB ins Achtelfinale. Der Junge aus Eving sagt nach seinem Siegtor: »Grüße nach Hause. Jetzt alle feiern.« Geht klar, Kevin. Mit Partyhut und Polonaise in der Provence: der 11FREUNDE-Liveticker.

20:15 Uhr

 

Bonsoir und Bienvenue aus dem Vélodrome in Marseille. Wir freuen uns auf das Siebentagerennen zwischen Jürgen Klopp und José Anigo. Tragen seit Tagen werbeverzierte Radtrikots und Radlerhosen, die unsere schmächtigen Waden unvorteilhaft ausstellen. Wie bitte, heute geht es gar nicht um Radsport? Der Vélodrome ist ein Fußballstadion? Merde! Darauf erstmal ein Stella Artois. Wir tickern im belgischen Kreisel. 

20:17 Uhr

Dortmund heute in tarnfarbenen Trikots, Marseille mit Polizeiuniform. »Warten Sie auf das SEK, machen Sie keine Dummheiten«, knarzt es aus dem Walkie-Talkie von Klopp. Wir glauben: Es geht auch ohne. Zum Beispiel mit Robert Lewandowski. Der Pole muss heute den Ausfall der gesamten Defensive aufwiegen. Erstmal verhaftet er aber mit sehr nordischem Akzent die bösen Jungs. Herrliche Szenen im ZDF.

20:19 Uhr

Was tun, wenn die gesamte Hintermannschaft verletzt ausfällt? Wir empfehlen Jürgen Klopp in dieser Notlage bedingungslose Offensive.

20:25 Uhr

 

Welke, Kahn. Schrieben wir das Jahr 1900, dies wäre der Beginn eines Zwanzigzeilers von Rilke oder Hugo von Hofmannsthal. So aber schreiben wir 2013 und ein unkomischer Komiker und ein pensionierter Torwart moderieren vor südfranzösischer Kulisse die deutsch-deutsche Entscheidung. Champions League im ZDF, das ist Dekadenzdichtung, öffentlich-rechtlich finanziert.

20:27 Uhr

Puh, endlich ist dieser Küstenwachen-Krimi vorbei, das ist ja nicht zum aushalten. Charakter, dünner als bei Germanys Next Topmodel. Und eine Story, so leer wie Heidi Klums Kopf. Wollen wir hoffen, dass das Spiel heute ein höheres Niveau erreicht, sonst kommt der BVB nicht in den Recall und muss sich von Peyman Amin maßregeln lassen. Heja bzw. Aua

20:29 Uhr

Oliver Welke empfängt uns und rechnet Dinge vor, die wir nicht verstehen. Tabellenkonstellationen und so. Warum rechnet er nicht mal vor, wann sein Gesicht die Metamorphose zu einem übergroßen Daumen abgeschlossen hat.

20:32 Uhr

Vor dem Spiel hatten die französischen Kollegen noch die Gelegenheit, ein paar Worte mit Roman Weidenfeller zu wechseln. »Nous voulons in le Gruppenphasé einziehen et je pense que une Sieg würde nous sehr helfen.«, lächelt der smarte Weltmann ins Mikro. Chapeau, Roman

20:33 Uhr

Jetzt Klopp und Welke im Gespräch. Ob sie bei Welke die Haare, die sie Klopp auf die Stirn transplantiert haben, vorne abgenommen haben?

20:34 Uhr

Und falls das tatsächlich so ist: Ich möchte bitte einen Spaßbart aus Welke-Resthaar.

20:38 Uhr

Kommentiert wird heute übrigens von Béla Rethy. Kein Simon, kein Reif, kein Thurn-und-Taxis. Das Glück der kleinen Dinge.

20:42 Uhr

Die Mannschaften laufen ein. Mehr qualitatives Ungleichgewicht zwischen vorne und hinten als bei Borussia Dortmund haben wir zuletzt nur auf dieser Fotografie gesehen:

20:44 Uhr

 

»Das sind alles Namen, die Ihnen wahrscheinlich nicht so viel sagen«, schlaumeierte Réthy eben die Mannschaftsaufstellungen ins Mikrofon. Wie früher dieser widerliche Besserwisser in Klasse 5, der den Mitschülern die Mathe-Lösungen immer zusteckte mit den Worten: »Nur Ergebnisse. Lösungewege versteht ihr sowieso nicht.« Am Ende des Tages fand er sich oft rücklings in der Biotonne hinter der Turnhalle wieder. Dort stank es sehr, zumeist nach Karotten, es war auch sehr dunkel. Warum ich das so genau weiß? Das, liebe Leser, versteht ihr sowieso nicht.

1.

Anpfiff. Das Stadion sieht aus wie von Dalí gemalt. Irgendwie expressiv. Das Spiel aber noch sehr impressionistisch. Und Klopp wie jeher: menschgewordenes Action Painting.

2.

Großkreutz wird umgebareknuckled. Guckt derangiert. Also: wie immer.

4.

Lewandowski wird steil geschickt, Bossa-Nova-König Mendes hängt ihm im Nacken, es wird gezerrt und gezogen, dann liegt der Ball im Netz. Ins Tor gesambatanzt vom sexiesten Polen seit immer. Mit Mendes Worten: Mas Que Nada. Dortmund im Achtelfinale.

8.

Lucas Mendes hat's übrigens böse erwischt, gab einen kleinen Auffahrunfall seines Gesichts mit dem Knie des Keepers. Sah übel aus, Blut, Zähne, das ganze Splatter-Ding. Und irgendwo in Bremen lässt Andi Reinke seine Schnabeltasse fallen.

11.

Ein kleiner Trost übrigens für alle Schalke-Fans, die kein Sky haben: Wer nicht ganz auf Schalke verzichten möchte, kann auf RTL2 umschalten, da läuft gerade »Mein Weg in ein neues Leben«, heute mit Jens Keller.

15.

Tor bzw. But. Weidenfeller hechtet am Ball vorbei, noch ganz verwirrt von den ganzen Sprachen, die er fehlerfrei spricht. Khalifa nickt gen Latte und Diawara staubt ab. So wird das aber nichts mit der WM, lieber Roman.

18.

Die gute Nachricht zum 1:1: Manuel Friedrich ist in der Champions League nicht spielberechtigt. Ein schiedlich-friedriches Unentschieden wird es also kaum geben...

21.

Für Friedrich spielt heute übrigens Marian Sarr. Der Bub sieht aus, als habe er heute Nachmittag noch Konfirmandenunterricht gehabt, sich danach seinen Turnbeutel und ein paar Butterbrote gepackt und sei auf seinem BMX zum Stadion geradelt. »Ich geh auf den Bolzer, Mama. Bisschen Champions League spielen« - »Gu-huut. Aber mach die neuen Schuhe nicht kaputt«

23.

 

Marseilles Präsident Vincent Labrune soll nach dem 0:1 gegen Nantes zu seinen Spielern gesagt haben: »Gestern habe ich euretwegen Lust verspürt zu kotzen.« Der Spruch wird in La France derzeit sehr diskutiert. Können wir nicht nachvollziehen. So beginnt jede Morgenkonferenz bei 11FREUNDE.

24.

Gignac leitet weiter zu Khalifa, aber Durm läuft den Ball ab. Durm gelaufen.

26.

 

 

Jean-Paul Sartre lehnte beim Schreiben literarischer Texte Drogen ab. Für theoretische Texte indes griff er beherzt zu Amphetaminen. Bei uns ist umgekehrt: Wir lehnen beim Schreiben theoretischer Texte Amphetamine ab. Für den Liveticker aber greifen wir gerne zu Sartre.

27.

Wäre Mickey Rourke eine Fußballarena, er wäre das Stade Vélodrome.

28.

Großkreutz und Sahin brechen durch. Das sieht sehr weltmännisch aus. Aber der Abschluss ist provinziell. Du kannst Kevin aus Eving holen, aber Eving nicht aus Kevin.

32.

 

Seit dem historischen Handschlag zwischen Obama und Castro hat sich der politische Klassenkampf verändert: Kuba plötzlich über rechts.

35.

Schlechtes Wetter auch in Marseille, die Schwalben fliegen tief. Eben Payet, ein wunderschön gelb-rot gefiederter Vogel, segelt im Sturzflug durch den Dortmunder Strafraum und fliegt laut tschilpend direkt weiter in die Kabine. Da geht uns Hobby-Ornithologen das Herz auf.

38.

»Marseille ist hier sehr beliebt, auch wegen der Neureichen aus Paris und Monaco«, klassenkampft Rethy. Jawollja, Kameraden, lasst euch von den Bonzen da oben nix bieten. Dortmund zeigt sich solidarisch mit den Brüdern aus der Arbeiterklasse, Sahin spielt jetzt für beide Teams, bekommt als Erkennungszeichen ein rotes Trikot mit Sichel-Aufdruck. Friede den Hütten, krieg den Palästen und so...

40.

Apropos Hütten: Wär mal wieder an der Zeit.

43.

Fanni hat da oben seine liebe Mühe mit Reus, der dringt immer wieder in seinen Raum ein und macht Ärger. Fanni Games, feinster Home-Invasion-Horror der Dortmunder Schule, aber Lewandowski in der Mitte verzichtet auf den Kill. Ob Michael Hahneke das nochmal drehen kann?

45.

Sahin in der MItte etwas ratlos, zuckt die Schulter und hebt fragend die Arme. Er will ja abspielen, Nuri Wohin?

45 + 2

Während wir hier noch tickern, sind die Kollegen übrigens schon auf der Weinachtsfeier. Die Stimmung ist wohl schon recht gut...

45.+ 4

Mendy, Lemina - die linke Seite der Franzosen klingt wie ein Teil einer Asi-Familie aus dem RTL-Nachmittagsprogramm. »Mendy, Lemina, Scheremy-Paskall, Lavinia, Scheyenn - kommt essen, gibt Kuchenteig aus Aldi«

21:34 Uhr

 

Halbzeit. Angekündigt wurde diese Partie als packendes Finale, als Alles-oder-Nichts-Duell, als historischster Kampf seit Rocky gegen Drago. Es ist bis hierhin nichts davon. Eine Mogelpackung, eine Schimäre. Müsste man es tierisch darstellen, es sähe so aus wie Reichs Hauselefant:

 

21:38 Uhr

Das heute-Journal. Marietta Slomka interviewt Sepp Blatter. Haben Sie sich verfassungsrechtliche Gedanken gemacht? - Das brauchte ich nicht, Frau Slomka. Wir haben keine Verfassung. L'état c'est moi. - Das ist doch jetzt mal interessant. Das heißt doch konsequenterweise, dass man, wenn man einen Posten in der Fifa besetzt, ein besserer Mensch ist. - Seien Sie mir nicht böse, Frau Slomka, aber ich kann diese Argumente wirklich nicht ernst nehmen. Natürlich ist man ein besserer Mensch, wenn man in der Fifa sitzt. Und überdies: Es wird keine bessere Rechtsprechung, wenn ein ganzer Vorstand entscheidet. Ein einziger Mann reicht völlig. Was nützt die Demokratie denn, wenn die Mehrheit irrt. - Ich dachte, die Wahlgewalt geht von den Mitgliedernnationen aus. - Was ist denn dann in Nordkorea? Da entscheiden genauso viele Menschen wie in der Fifa. Tun Sie mir einen Gefallen und lassen Sie uns diesen Quatsch beenden.

21:41 Uhr

Auf Schalke steht es noch 0:0. Das reicht nicht für Platz 2. Die Knappen aber mit einem Mann mehr nach roter Karte gegen Ivanov. Andererseits mit Keller auf der Bank. Touché.

21:45 Uhr

 

»Das Problem ist nicht die Verletzung«, hat Jürgen Klopp auf der offiziellen PKvor dem Spiel gesagt. »Das Problem ist die Zeit.« Dieser alte Ruhrpottphilosoph. Stellt da zwischen Werbespotdreh, Rasur und Wutausbruch einfach mal fest, was vor ihm nur die ganz klugen Köpfe zu benennen wussten. Kant, Heidegger, Newston, Bergson, sie alle arbeiteten sich an dem Problem ab. Proust beschrieb sieben Bände und achttausend Seiten damit. Welche Lösung hat der Coach in der Halbzeit anzubieten? Stellt er sein Team fürderhin in Monadenstruktur auf? Zergliedert er sich selbst in verschiedene Bewusstseinszustände? Legt er die Offensive nun diskontinuierlich statt linear an? Uns ist es einerlei, solange Klopp am Ende nicht bemerkt, dass das Achtelfinale nur in seiner Vergangenheit existiert.

21:50 Uhr

Interessante Beobachtung: Starrt man dreiminütig auf Welkes Stirn und dann zweiminütig in den Spiegel, fallen einem die eigenen Geheimratsecken nicht mehr auf.

46.

Weiter geht es. Und es ist sofort Feuer drin. Kuba setzt sich auf dem rechten Flügel durch, legt auf Henrik M. ab, dessen Ball trudelt mit viel Effet gegen das Außennetz – aber Schiedsrichter Strahonja gibt kein Tor. Kennt der Mann das neue Regularium etwa nicht? Ich brych zusammen.

48.

 

Vierter Schiedsrichter übrigens: Modric (Kroatien). Rächt sich Madrid für die Halbfinalniederlage aus der vergangenen Saison?

50.

 

»Schauen Sie mal diese Zahlen an«, sagt Béla Réthy. Schweigt dann desorientiert. An Ugly Mind.

51.

Der BVB drückt wie ein Fixer beim Methadonprojekt. Die Franzosen derweil so konsequent wie an Prokrastination leidende Lanzeitstudenten. Nur Treffer sehen wir nicht. Ein Königreich für einen goldenen Schuss.

54.

SCHALKE FÜÜÜÜÜÜÜÜHRT, LEUTE. IS DAS NICH GEIL, DOH? ICH SACH DIR, MEINE KNAPPEN, SO EIN GEILER VEREI... oh...tschuldigung, falscher Ticker.

57.

Reus an den Pfosten, hier also immer noch Unentschieden, ein Nervenspiel. Jetzt stellt sich den Dortmundern die selbe Frage wie mir jeden morgen: Kann ich dem Druck standhalten? Oder muss ich doch raus?

59.

Das »Das sitarn geht also weiter«, esot Rethy. In der Tat. Fast 18 Minuten geht es:

62.

Dortmund drückt, selbst Sokratis schaltet sich vorne ein, vergibt aber nach der Ecke. Steht in ständigem Dialog mit seinen Mitspielern. Er weiß, dass er nichts weiß. Er weiß auch, das niemand wissentlich etwas Übles tut. Bringt aber auch nix, die Chance is futsch. Er tritt ins Leere und schreit in den Marseiller Nachthimmel. Ein Wuthöhlengleichnis.

65.

Tss, da frag ich Kollege Herrmann, ob er kurz weitertickern will und er winkt nur ab: »Hab hier noch was zu tun, brauche noch n bisschen. Gleich dann, kleinen Moment noch...«

68.

Ach. Du. Kacke. Fehlpass vom OM-Innenverteidiger, Lewandowski spritzt dazwischen, umkurvt den Keeper und schiebt den Ball dann ans Außennetzt. Bei freiem Tor.  Er. Schiebt. Den. Ball. Ans. Außennetzt. Bei. Freiem. Tor. Ein unfassbares Ding. Und am Tegernsee verschwindet ein Vorvertrag in der Wurtspresse.

70.

Dann Reus, ballert drüber. Ganz im Ernst: Um so viel zu verballern wie die Dortmunder hier, müsste man alle Duke-Nukem-Teile durchzocken. Mehrmals. Mit endlos Ammo. Und schlechter Laune.

71.

Aus der Rubrik: »Rethy-Kommetare, die klingen wie klebrige Schlagertitel«: »In die Arme von Mandanda«

73.

Marseille mit Colonel Kurtz an der Seitenlinie. Passend dazu vermeldet uns Réthy hollywoodeske Spannung: Neapel liegt vorne, ergo reicht dem BVB dieses Remis nicht mehr. Jetzt muss ein Tor her. Ein schönes, ein schnelles, ein dreckiges, ein unverdientes, egal. Hauptsache Tor. Klopp weiß auch Bescheid, ein Vögelchen (im Pelzmantel, zuständig für die Presse) hat es ihm gezwitschert. 

74.

 

Wenn Lewandowski schießt, sieht es so aus, als würde eine Abrissbirne gegen ein Baumhaus wüten. Wenn Gignac schießt, sieht es so aus, als bewerfe ein Käfer einen Elefanten mit Vakuum. Wir hoffen, dass Dortmund diesen ungnädigen Darwinismus überlebt.

76.

 

Seit Jahren schon träume ich diesen einen Traum: Béla Réthy mitten im Spiel die Diakritika klauen und dann mal schauen, was passiert. Ihn vielleicht sogar provozieren, ihn neu ansprechen. Na, Bela Rethy, was jetzt? Hier sind deine Akut, hol sie, na komm! Ihn weg vom Mikrofon locken, weit, weit weg. Aber dann wache ich auf und ein akzentbestückter Béla Réthy ruft: »Nur ein Tor, Dortmund, los geht es. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.« 

78.

Olympique macht gar nichts mehr nach vorne. Glaubt ihr uns nicht? Hier die Liveaufnahme der französischen Offensivbemühung:

79.

 

Sokratis hat genug gesehen. Zwingt seinem Gegenspieler grätschend, tacklend, bodycheckend die Erkenntnis auf, dass von einem Angriff auf das Dortmunder Tor abzusehen ist. Hobbydidaktiker Reich ist begeistert. Moderne Mäeutik.

80.

 

Jürgen Klopp hat gewechselt. Julian Schieber im Spiel. Dachten wir jedenfalls. Müssen uns aber korrigieren. Das ist nicht Schieber, das ist Buster Keaton. Und jetzt baumelt der alte Screwballer an der Kirchturmuhr, das Spiel läuft an ihm vorbei und es ist kurz vor 12.

82.

Lange, hohe Bälle auf Reus. Das ist in etwa so sinnvoll wie einen Alkoholiker zur Therapie in die Trinkhalle zu schicken. »Ich denke, der BVB bekommt noch einige Chancen«, durchhalteparolt Réthy. Wir würden ihm so gerne glauben. Aber denken macht manchmal eben auch sehr einsam.

84.

Nach Lewandowskis Wahnsinns-Chance gerade haben wir direkt mal einen Eilantrag an das Bürgeramt Dortmund-Ost gefaxt. Erbitten sofortige Namensänderung in Robert Frankmilllewandowski.

87.

Jetzt Foul an Lewandowski aber der Schiri entscheidet auf Stürmerfoul. Ist aber vllig egal, denn noch bevor Jürgen Klopp den Vierten Offiziellen ganz verspeist hat, fummelt Großkreutz das Ding irgendwie ins Netzt. Ein Wühler-Tor, ein räudiges Gurkentor, ein Tor, so filigran wie Großkreutz Unterkiefer, alles egal: Toooooooooor durch den Jungen von der Süd...

89.

Jetzt bloß keinen Scheiss mehr bauen, Jungs. Gut, dass der Friedrich nicht mitspielt.

92.

Vier Minuten Nachspielzeit, es gibt nochmal Freistoß für Marseille. Sarr sieht mittlerweile aus, als wolle er nach Hause zu seinem Teddy, vielleicht noch ne Schüssel Cornflakes und »Kevin allein zu Haus« gucken. Allerdings: So fühlen wir uns auch. Warum muss das immer so spannend sein?

94.

Auuuuuuuuuuuuuus, auuuuuuusssss. Bzw. Finiiiiiiiiit, finiiiiiiiiiiit, wie Riman Weidenfeller sagen würde.

22:43 Uhr

Ach, Leute, man kann über den Großkreutz ja sagen, was man will, aber das entscheidende Tor für SEINEN Verein machen, ein Tor, das so so wichtig ist, für den Klub, für den du früher schon auf den Rängen standest: das ist schon ganz schön geil. Ich weiß nicht, ob das jemals schonmal jemand gesagt hat, wahrscheinlich bin ich der erste und es fühlt sich wirklich seltsam an, aber: Ich wäre gerne Kevin Großkreutz.

22:46 Uhr

Jetzt Susi Zorc, spricht über seine Vergangenheit im Hause Slitherin und über die Vorteile des Quidditch. »Wir wussssten, dasss esss schwer werden würde«. Muss kurz den Ticker unterbrechen, meine Narbe brennt....

22:47 Uhr

Jetzt ist natürlich der Weg frei für ein erneutes deutsches Finale in der Champions League. Schalke-Leverkusen wär doch reizvoll...

22:49 Uhr

»Ein Taxifahrer heute morgen sagte mir, das Spiel würde langweilig werden. Der hat ja wohl gar keine Ahnung«, ölt Welke. Wir können nur hoffen, dass der Taxifahrer heute das ZDF eingeschaltet hat, dann hat er nämlich sicherlich das gleiche über Welke gesagt.

22:52 Uhr

Alles klar, Freunde. Dortmund weiter, Schalke weiter. Leverkusen auch weiter, Bayern eh, auch wenn sie verloren haben. Wie Olli Kahn, dieser weise, weise Mann schon wusste: »Immer weiter, immer weiter«. Das beherzigen wir jetzt auch, lassen den Welke einen guten Mann sein, setzen die schwarz-gelbe Brille auf und gehn zur Weihnachtsfeier. Da kocht die Stimmung mittlerweile. In diesem Sinne: Rave on...

22:52 Uhr

Alles klar, Freunde. Dortmund weiter, Schalke weiter. Leverkusen auch weiter, Bayern eh, auch wenn sie verloren haben. Wie Olli Kahn, dieser weise, weise Mann schon wusste: »Immer weiter, immer weiter«. Das beherzigen wir jetzt auch, lassen den Welke einen guten Mann sein, setzen die schwarz-gelbe Brille auf und gehn zur Weihnachtsfeier. Da kocht die Stimmung mittlerweile. In diesem Sinne: Rave on...

22:49 Uhr

»Ein Taxifahrer heute morgen sagte mir, das Spiel würde langweilig werden. Der hat ja wohl gar keine Ahnung«, ölt Welke. Wir können nur hoffen, dass der Taxifahrer heute das ZDF eingeschaltet hat, dann hat er nämlich sicherlich das gleiche über Welke gesagt.

22:47 Uhr

Jetzt ist natürlich der Weg frei für ein erneutes deutsches Finale in der Champions League. Schalke-Leverkusen wär doch reizvoll...

22:46 Uhr

Jetzt Susi Zorc, spricht über seine Vergangenheit im Hause Slitherin und über die Vorteile des Quidditch. »Wir wussssten, dasss esss schwer werden würde«. Muss kurz den Ticker unterbrechen, meine Narbe brennt....

22:43 Uhr

Ach, Leute, man kann über den Großkreutz ja sagen, was man will, aber das entscheidende Tor für SEINEN Verein machen, ein Tor, das so so wichtig ist, für den Klub, für den du früher schon auf den Rängen standest: das ist schon ganz schön geil. Ich weiß nicht, ob das jemals schonmal jemand gesagt hat, wahrscheinlich bin ich der erste und es fühlt sich wirklich seltsam an, aber: Ich wäre gerne Kevin Großkreutz.

94.

Auuuuuuuuuuuuuus, auuuuuuusssss. Bzw. Finiiiiiiiiit, finiiiiiiiiiiit, wie Riman Weidenfeller sagen würde.

92.

Vier Minuten Nachspielzeit, es gibt nochmal Freistoß für Marseille. Sarr sieht mittlerweile aus, als wolle er nach Hause zu seinem Teddy, vielleicht noch ne Schüssel Cornflakes und »Kevin allein zu Haus« gucken. Allerdings: So fühlen wir uns auch. Warum muss das immer so spannend sein?

89.

Jetzt bloß keinen Scheiss mehr bauen, Jungs. Gut, dass der Friedrich nicht mitspielt.

87.

Jetzt Foul an Lewandowski aber der Schiri entscheidet auf Stürmerfoul. Ist aber vllig egal, denn noch bevor Jürgen Klopp den Vierten Offiziellen ganz verspeist hat, fummelt Großkreutz das Ding irgendwie ins Netzt. Ein Wühler-Tor, ein räudiges Gurkentor, ein Tor, so filigran wie Großkreutz Unterkiefer, alles egal: Toooooooooor durch den Jungen von der Süd...

84.

Nach Lewandowskis Wahnsinns-Chance gerade haben wir direkt mal einen Eilantrag an das Bürgeramt Dortmund-Ost gefaxt. Erbitten sofortige Namensänderung in Robert Frankmilllewandowski.

82.

Lange, hohe Bälle auf Reus. Das ist in etwa so sinnvoll wie einen Alkoholiker zur Therapie in die Trinkhalle zu schicken. »Ich denke, der BVB bekommt noch einige Chancen«, durchhalteparolt Réthy. Wir würden ihm so gerne glauben. Aber denken macht manchmal eben auch sehr einsam.

80.

Jürgen Klopp hat gewechselt. Julian Schieber im Spiel. Dachten wir jedenfalls. Müssen uns aber korrigieren. Das ist nicht Schieber, das ist Buster Keaton. Und jetzt baumelt der alte Screwballer an der Kirchturmuhr, das Spiel läuft an ihm vorbei und es ist kurz vor 12.

79.

Sokratis hat genug gesehen. Zwingt seinem Gegenspieler grätschend, tacklend, bodycheckend die Erkenntnis auf, dass von einem Angriff auf das Dortmunder Tor abzusehen ist. Hobbydidaktiker Reich ist begeistert. Moderne Mäeutik.

78.

Olympique macht gar nichts mehr nach vorne. Glaubt ihr uns nicht? Hier die Liveaufnahme der französischen Offensivbemühung:

76.

Seit Jahren schon träume ich diesen einen Traum: Béla Réthy mitten im Spiel die Diakritika klauen und dann mal schauen, was passiert. Ihn vielleicht sogar provozieren, ihn neu ansprechen. Na, Bela Rethy, was jetzt? Hier sind deine Akut, hol sie, na komm! Ihn weg vom Mikrofon locken, weit, weit weg. Aber dann wache ich auf und ein akzentbestückter Béla Réthy ruft: »Nur ein Tor, Dortmund, los geht es. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.« 

74.

Wenn Lewandowski schießt, sieht es so aus, als würde eine Abrissbirne gegen ein Baumhaus wüten. Wenn Gignac schießt, sieht es so aus, als bewerfe ein Käfer einen Elefanten mit Vakuum. Wir hoffen, dass Dortmund diesen ungnädigen Darwinismus überlebt.

73.

Marseille mit Colonel Kurtz an der Seitenlinie. Passend dazu vermeldet uns Réthy hollywoodeske Spannung: Neapel liegt vorne, ergo reicht dem BVB dieses Remis nicht mehr. Jetzt muss ein Tor her. Ein schönes, ein schnelles, ein dreckiges, ein unverdientes, egal. Hauptsache Tor. Klopp weiß auch Bescheid, ein Vögelchen (im Pelzmantel, zuständig für die Presse) hat es ihm gezwitschert. 

71.

Aus der Rubrik: »Rethy-Kommetare, die klingen wie klebrige Schlagertitel«: »In die Arme von Mandanda«

70.

Dann Reus, ballert drüber. Ganz im Ernst: Um so viel zu verballern wie die Dortmunder hier, müsste man alle Duke-Nukem-Teile durchzocken. Mehrmals. Mit endlos Ammo. Und schlechter Laune.

68.

Ach. Du. Kacke. Fehlpass vom OM-Innenverteidiger, Lewandowski spritzt dazwischen, umkurvt den Keeper und schiebt den Ball dann ans Außennetzt. Bei freiem Tor.  Er. Schiebt. Den. Ball. Ans. Außennetzt. Bei. Freiem. Tor. Ein unfassbares Ding. Und am Tegernsee verschwindet ein Vorvertrag in der Wurtspresse.

65.

Tss, da frag ich Kollege Herrmann, ob er kurz weitertickern will und er winkt nur ab: »Hab hier noch was zu tun, brauche noch n bisschen. Gleich dann, kleinen Moment noch...«

62.

Dortmund drückt, selbst Sokratis schaltet sich vorne ein, vergibt aber nach der Ecke. Steht in ständigem Dialog mit seinen Mitspielern. Er weiß, dass er nichts weiß. Er weiß auch, das niemand wissentlich etwas Übles tut. Bringt aber auch nix, die Chance is futsch. Er tritt ins Leere und schreit in den Marseiller Nachthimmel. Ein Wuthöhlengleichnis.

59.

Das »Das sitarn geht also weiter«, esot Rethy. In der Tat. Fast 18 Minuten geht es:

57.

Reus an den Pfosten, hier also immer noch Unentschieden, ein Nervenspiel. Jetzt stellt sich den Dortmundern die selbe Frage wie mir jeden morgen: Kann ich dem Druck standhalten? Oder muss ich doch raus?

54.

SCHALKE FÜÜÜÜÜÜÜÜHRT, LEUTE. IS DAS NICH GEIL, DOH? ICH SACH DIR, MEINE KNAPPEN, SO EIN GEILER VEREI... oh...tschuldigung, falscher Ticker.

51.

Der BVB drückt wie ein Fixer beim Methadonprojekt. Die Franzosen derweil so konsequent wie an Prokrastination leidende Lanzeitstudenten. Nur Treffer sehen wir nicht. Ein Königreich für einen goldenen Schuss.

50.

»Schauen Sie mal diese Zahlen an«, sagt Béla Réthy. Schweigt dann desorientiert. An Ugly Mind.

48.

Vierter Schiedsrichter übrigens: Modric (Kroatien). Rächt sich Madrid für die Halbfinalniederlage aus der vergangenen Saison?

46.

Weiter geht es. Und es ist sofort Feuer drin. Kuba setzt sich auf dem rechten Flügel durch, legt auf Henrik M. ab, dessen Ball trudelt mit viel Effet gegen das Außennetz – aber Schiedsrichter Strahonja gibt kein Tor. Kennt der Mann das neue Regularium etwa nicht? Ich brych zusammen.

21:50 Uhr

Interessante Beobachtung: Starrt man dreiminütig auf Welkes Stirn und dann zweiminütig in den Spiegel, fallen einem die eigenen Geheimratsecken nicht mehr auf.

21:45 Uhr

»Das Problem ist nicht die Verletzung«, hat Jürgen Klopp auf der offiziellen PKvor dem Spiel gesagt. »Das Problem ist die Zeit.« Dieser alte Ruhrpottphilosoph. Stellt da zwischen Werbespotdreh, Rasur und Wutausbruch einfach mal fest, was vor ihm nur die ganz klugen Köpfe zu benennen wussten. Kant, Heidegger, Newston, Bergson, sie alle arbeiteten sich an dem Problem ab. Proust beschrieb sieben Bände und achttausend Seiten damit. Welche Lösung hat der Coach in der Halbzeit anzubieten? Stellt er sein Team fürderhin in Monadenstruktur auf? Zergliedert er sich selbst in verschiedene Bewusstseinszustände? Legt er die Offensive nun diskontinuierlich statt linear an? Uns ist es einerlei, solange Klopp am Ende nicht bemerkt, dass das Achtelfinale nur in seiner Vergangenheit existiert.

21:41 Uhr

Auf Schalke steht es noch 0:0. Das reicht nicht für Platz 2. Die Knappen aber mit einem Mann mehr nach roter Karte gegen Ivanov. Andererseits mit Keller auf der Bank. Touché.

21:38 Uhr

Das heute-Journal. Marietta Slomka interviewt Sepp Blatter. Haben Sie sich verfassungsrechtliche Gedanken gemacht? - Das brauchte ich nicht, Frau Slomka. Wir haben keine Verfassung. L'état c'est moi. - Das ist doch jetzt mal interessant. Das heißt doch konsequenterweise, dass man, wenn man einen Posten in der Fifa besetzt, ein besserer Mensch ist. - Seien Sie mir nicht böse, Frau Slomka, aber ich kann diese Argumente wirklich nicht ernst nehmen. Natürlich ist man ein besserer Mensch, wenn man in der Fifa sitzt. Und überdies: Es wird keine bessere Rechtsprechung, wenn ein ganzer Vorstand entscheidet. Ein einziger Mann reicht völlig. Was nützt die Demokratie denn, wenn die Mehrheit irrt. - Ich dachte, die Wahlgewalt geht von den Mitgliedernnationen aus. - Was ist denn dann in Nordkorea? Da entscheiden genauso viele Menschen wie in der Fifa. Tun Sie mir einen Gefallen und lassen Sie uns diesen Quatsch beenden.

21:34 Uhr

Halbzeit. Angekündigt wurde diese Partie als packendes Finale, als Alles-oder-Nichts-Duell, als historischster Kampf seit Rocky gegen Drago. Es ist bis hierhin nichts davon. Eine Mogelpackung, eine Schimäre. Müsste man es tierisch darstellen, es sähe so aus wie Reichs Hauselefant:

45.+ 4

Mendy, Lemina - die linke Seite der Franzosen klingt wie ein Teil einer Asi-Familie aus dem RTL-Nachmittagsprogramm. »Mendy, Lemina, Scheremy-Paskall, Lavinia, Scheyenn - kommt essen, gibt Kuchenteig aus Aldi«

45 + 2

Während wir hier noch tickern, sind die Kollegen übrigens schon auf der Weinachtsfeier. Die Stimmung ist wohl schon recht gut...

45.

Sahin in der MItte etwas ratlos, zuckt die Schulter und hebt fragend die Arme. Er will ja abspielen, Nuri Wohin?

43.

Fanni hat da oben seine liebe Mühe mit Reus, der dringt immer wieder in seinen Raum ein und macht Ärger. Fanni Games, feinster Home-Invasion-Horror der Dortmunder Schule, aber Lewandowski in der Mitte verzichtet auf den Kill. Ob Michael Hahneke das nochmal drehen kann?

40.

Apropos Hütten: Wär mal wieder an der Zeit.

38.

»Marseille ist hier sehr beliebt, auch wegen der Neureichen aus Paris und Monaco«, klassenkampft Rethy. Jawollja, Kameraden, lasst euch von den Bonzen da oben nix bieten. Dortmund zeigt sich solidarisch mit den Brüdern aus der Arbeiterklasse, Sahin spielt jetzt für beide Teams, bekommt als Erkennungszeichen ein rotes Trikot mit Sichel-Aufdruck. Friede den Hütten, krieg den Palästen und so...

35.

Schlechtes Wetter auch in Marseille, die Schwalben fliegen tief. Eben Payet, ein wunderschön gelb-rot gefiederter Vogel, segelt im Sturzflug durch den Dortmunder Strafraum und fliegt laut tschilpend direkt weiter in die Kabine. Da geht uns Hobby-Ornithologen das Herz auf.

32.

Seit dem historischen Handschlag zwischen Obama und Castro hat sich der politische Klassenkampf verändert: Kuba plötzlich über rechts.

28.

Großkreutz und Sahin brechen durch. Das sieht sehr weltmännisch aus. Aber der Abschluss ist provinziell. Du kannst Kevin aus Eving holen, aber Eving nicht aus Kevin.

27.

Wäre Mickey Rourke eine Fußballarena, er wäre das Stade Vélodrome.

26.

Jean-Paul Sartre lehnte beim Schreiben literarischer Texte Drogen ab. Für theoretische Texte indes griff er beherzt zu Amphetaminen. Bei uns ist umgekehrt: Wir lehnen beim Schreiben theoretischer Texte Amphetamine ab. Für den Liveticker aber greifen wir gerne zu Sartre.

24.

Gignac leitet weiter zu Khalifa, aber Durm läuft den Ball ab. Durm gelaufen.

23.

Marseilles Präsident Vincent Labrune soll nach dem 0:1 gegen Nantes zu seinen Spielern gesagt haben: »Gestern habe ich euretwegen Lust verspürt zu kotzen.« Der Spruch wird in La France derzeit sehr diskutiert. Können wir nicht nachvollziehen. So beginnt jede Morgenkonferenz bei 11FREUNDE.

21.

Für Friedrich spielt heute übrigens Marian Sarr. Der Bub sieht aus, als habe er heute Nachmittag noch Konfirmandenunterricht gehabt, sich danach seinen Turnbeutel und ein paar Butterbrote gepackt und sei auf seinem BMX zum Stadion geradelt. »Ich geh auf den Bolzer, Mama. Bisschen Champions League spielen« - »Gu-huut. Aber mach die neuen Schuhe nicht kaputt«

18.

Die gute Nachricht zum 1:1: Manuel Friedrich ist in der Champions League nicht spielberechtigt. Ein schiedlich-friedriches Unentschieden wird es also kaum geben...

15.

Tor bzw. But. Weidenfeller hechtet am Ball vorbei, noch ganz verwirrt von den ganzen Sprachen, die er fehlerfrei spricht. Khalifa nickt gen Latte und Diawara staubt ab. So wird das aber nichts mit der WM, lieber Roman.

11.

Ein kleiner Trost übrigens für alle Schalke-Fans, die kein Sky haben: Wer nicht ganz auf Schalke verzichten möchte, kann auf RTL2 umschalten, da läuft gerade »Mein Weg in ein neues Leben«, heute mit Jens Keller.

8.

Lucas Mendes hat's übrigens böse erwischt, gab einen kleinen Auffahrunfall seines Gesichts mit dem Knie des Keepers. Sah übel aus, Blut, Zähne, das ganze Splatter-Ding. Und irgendwo in Bremen lässt Andi Reinke seine Schnabeltasse fallen.

4.

Lewandowski wird steil geschickt, Bossa-Nova-König Mendes hängt ihm im Nacken, es wird gezerrt und gezogen, dann liegt der Ball im Netz. Ins Tor gesambatanzt vom sexiesten Polen seit immer. Mit Mendes Worten: Mas Que Nada. Dortmund im Achtelfinale.

2.

Großkreutz wird umgebareknuckled. Guckt derangiert. Also: wie immer.

1.

Anpfiff. Das Stadion sieht aus wie von Dalí gemalt. Irgendwie expressiv. Das Spiel aber noch sehr impressionistisch. Und Klopp wie jeher: menschgewordenes Action Painting.

20:44 Uhr

»Das sind alles Namen, die Ihnen wahrscheinlich nicht so viel sagen«, schlaumeierte Réthy eben die Mannschaftsaufstellungen ins Mikrofon. Wie früher dieser widerliche Besserwisser in Klasse 5, der den Mitschülern die Mathe-Lösungen immer zusteckte mit den Worten: »Nur Ergebnisse. Lösungewege versteht ihr sowieso nicht.« Am Ende des Tages fand er sich oft rücklings in der Biotonne hinter der Turnhalle wieder. Dort stank es sehr, zumeist nach Karotten, es war auch sehr dunkel. Warum ich das so genau weiß? Das, liebe Leser, versteht ihr sowieso nicht.

20:42 Uhr

Die Mannschaften laufen ein. Mehr qualitatives Ungleichgewicht zwischen vorne und hinten als bei Borussia Dortmund haben wir zuletzt nur auf dieser Fotografie gesehen:

20:38 Uhr

Kommentiert wird heute übrigens von Béla Rethy. Kein Simon, kein Reif, kein Thurn-und-Taxis. Das Glück der kleinen Dinge.

20:34 Uhr

Und falls das tatsächlich so ist: Ich möchte bitte einen Spaßbart aus Welke-Resthaar.

20:33 Uhr

Jetzt Klopp und Welke im Gespräch. Ob sie bei Welke die Haare, die sie Klopp auf die Stirn transplantiert haben, vorne abgenommen haben?

20:32 Uhr

Vor dem Spiel hatten die französischen Kollegen noch die Gelegenheit, ein paar Worte mit Roman Weidenfeller zu wechseln. »Nous voulons in le Gruppenphasé einziehen et je pense que une Sieg würde nous sehr helfen.«, lächelt der smarte Weltmann ins Mikro. Chapeau, Roman

20:29 Uhr

Oliver Welke empfängt uns und rechnet Dinge vor, die wir nicht verstehen. Tabellenkonstellationen und so. Warum rechnet er nicht mal vor, wann sein Gesicht die Metamorphose zu einem übergroßen Daumen abgeschlossen hat.

20:27 Uhr

Puh, endlich ist dieser Küstenwachen-Krimi vorbei, das ist ja nicht zum aushalten. Charakter, dünner als bei Germanys Next Topmodel. Und eine Story, so leer wie Heidi Klums Kopf. Wollen wir hoffen, dass das Spiel heute ein höheres Niveau erreicht, sonst kommt der BVB nicht in den Recall und muss sich von Peyman Amin maßregeln lassen. Heja bzw. Aua

20:25 Uhr

Welke, Kahn. Schrieben wir das Jahr 1900, dies wäre der Beginn eines Zwanzigzeilers von Rilke oder Hugo von Hofmannsthal. So aber schreiben wir 2013 und ein unkomischer Komiker und ein pensionierter Torwart moderieren vor südfranzösischer Kulisse die deutsch-deutsche Entscheidung. Champions League im ZDF, das ist Dekadenzdichtung, öffentlich-rechtlich finanziert.

20:19 Uhr

Was tun, wenn die gesamte Hintermannschaft verletzt ausfällt? Wir empfehlen Jürgen Klopp in dieser Notlage bedingungslose Offensive.

20:17 Uhr

Dortmund heute in tarnfarbenen Trikots, Marseille mit Polizeiuniform. »Warten Sie auf das SEK, machen Sie keine Dummheiten«, knarzt es aus dem Walkie-Talkie von Klopp. Wir glauben: Es geht auch ohne. Zum Beispiel mit Robert Lewandowski. Der Pole muss heute den Ausfall der gesamten Defensive aufwiegen. Erstmal verhaftet er aber mit sehr nordischem Akzent die bösen Jungs. Herrliche Szenen im ZDF.

20:15 Uhr

Bonsoir und Bienvenue aus dem Vélodrome in Marseille. Wir freuen uns auf das Siebentagerennen zwischen Jürgen Klopp und José Anigo. Tragen seit Tagen werbeverzierte Radtrikots und Radlerhosen, die unsere schmächtigen Waden unvorteilhaft ausstellen. Wie bitte, heute geht es gar nicht um Radsport? Der Vélodrome ist ein Fußballstadion? Merde! Darauf erstmal ein Stella Artois. Wir tickern im belgischen Kreisel. 

14:50

Doppelbelastung für den Liveticker heute: Einerseits 11FREUNDE-Weihnachtsfeier, andererseits CL-Ticker. Anders ausgedrückt: Einerseits Alkohol, flache Herrenwitze und Niveaulosigkeiten. Andererseits Niveaulosigkeiten, flache Herrenwitze und Alkohol.

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