Werder Bremen
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Bayern München

Louis van Baal

Pokalfinale: Bremen-Bayern im 11FREUNDE-Liveticker

Louis van Baal

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19:40 Uhr
Willkommen live aus Berlin, Benjamin Kuhlhoff (Der menschliche Kaugummi) und Lucas Vogelsang begrüßen euch zum stürmigsten Pokalfinale seit der Erfindung der Windhose. Im Olympiastadion treffen die Torfabrikanten aus München und Bremen aufeinander. Da könnte eigentlich auch noch mal kurz die Sonne hervor kommen, doch ein Blick in den Himmel über einem dämmernden Berlin lässt nur  einen Schluss zu: Das Wetter sitzt mit Jörg Kachelmann in U-Haft, oder der Schweizer Experte für Hochdruckgebiete hat auch noch den Frühling sexuell belästigt, weshalb der vor lauter Scham einfach auf der Südhalbkugel geblieben ist.

Zu allem Überfluss (Achtung: Wortspiel!) haben die Bremer auch noch einige Hektoliter nass-nordischen Herbst mit nach Berlin gebracht, und damit sogar geschafft, die Münchner Champions League Stimmung zu ertränken. Und so schleppen sich seit Stunden durchnässte, menschliche Schals durch die Stadt, die aussehen, als ginge es heute nicht um den DFB-Pokal, sondern um die Relegation zur Dritten Liga.

Ob wenigstens Oliver Kahn Pokal-Stimmung in Berlin entfachen kann, erfahrt ihr hier!

19:45 Uhr
Und da ist er auch gleich: Der Sonnen-Olli, der einzige Mensch, der Bananen auf Kunstrasen wachsen lassen kann. Kahn strahlt, als würde das ZDF sein Studio mit UV-Licht ausleuchten, hat sich seinen Kommentatoren-Platz mit einem Handtuch reserviert. Neben ihm steht Pauschalurlauberin Kathrin Müller-Hohenstein mit einem Zettel voller All-Inclusive-Fragen und der neue Fanexperte des ZDF, Dennis Wiese, Publizistik- und Anglistikstudent in Berlin, der sich so selbstverständlich im Studio bewegt, als hätte er schon mit Dieter Kürten das Aktuelle Sportstudio moderiert. Dabei hat er, natürlich, noch nie vor der Kamera gestanden. Genau. Und er ist natürlich auch nur zufällig da rein geschlittert, in diesen Job als Fanexperte. Die Lena-Mayer-Landrut-Taktik. Dennis Wiese: Unsere Stimme für Johannesburg. 

19:55 Uhr
Während Kuhlhoff schon aufgeregt Nippel-Bilder von Dennis Wiese sucht, laufen die Mannschaften ein. Den Pokal trägt eine mit Goldfarbe bestrichene Eva Padberg, Topmodel und Goldelse-Stuntdouble. ZDF-Mann Oliver Schmidt trägt heute nichts außer Gänsehaut, könnte der neue Look des Sommers werden, wenn der Kachelmann in U-Haft bleibt. Wir berichteten.

19:57 Uhr
Jetzt die Hymnen, bzw. die Hymne. Also DIE Hymne. Einigkeit und Recht und Freiheit. Die Kamera fliegt an den Spielern vorbei. Mertesacker blüht im Glanze, auch Philipp Lahm singt mit, nur Frings schweigt. Aus Protest. Es ist nicht mehr sein Vaterland.

20:00 Uhr
Jetzt tragen alle im Olympiastadion Gänsehaut. Nur Eva Padberg nicht, die ist unter der Goldfarbe längst erstickt. Kuhlhoff will ihr helfen, wählt aber 007. Ein Freudscher. Kann ja mal passieren.

1. Minute
Anstoß. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, wenn aber auch stimmt, dass man schon im Anfang das Ende sehen kann, sieht das hier alles stark nach einem 0:0 aus. 

3. 
Kuhlhoff hier. Und los geht es gleich im klassischen Bayern-Strickmuster. Zwei lang, einen unten durch und dann Robben mit links. Erster Fernschuss, den Wiese gerade noch so über die Latte watschelt. 

4.
Ecke Bayern. Und Kopfball Demichelis, der sich sein Haupthaar heute extra für das Finale noch einmal glatt gebürstet hat wie ein edles Ross. Köpft drüber. 

5.
Bayern bläst hier mächtig zum Angriff. Wir blasen mit: 



6.
Auch Vogelsang geht in die Offensive. Sucht nach Sexualpartnern, die gerne mit Schlagsahne experimentieren. Pasanen quasi.

8.
Piff, Puff, Paff. Bremen mit der Triple-Chance, die den Bayern beinahe das Selbige verhagelt. Wer genau geschossen hat, wissen wir auch nicht mehr. Ging zu schnell. Fast so schnell wie das Röcheln eine Hamsters auf Asthma.

10.
Mark van Bommel setzt zur Fluggrätsche an, bei deren Vollendung ihm Tim Borowski selbstlos zur Seite steht. Jeder, aber auch wirklich jeder (Werder Fan) hätte Rot gezeigt. Schiri Kinhöfer gibt Gelb. Van Bommel trottet traurig davon. Das hatte er sich anders vorgestellt. 

13.
Liebe Fans, liebe Menschen. Was hier gerade in Berlin gespielt wird, ist zu schnell, als das es Fußball sein könnte. Wir glauben es ist Air-Hockey in XXXXXXXXXXXXXXXXXXL. Der Spielstand 0:0. Plong.
 
15.
Ein Spiel, wie ein Abend in Tim Wieses Stammdisco: Feucht, flutschig und mit viel Körperkontakt.

19.
Bayerns fiesestes Wiesel Olic verwandelt sich in Bruchteilen von Sekunden in Bayerns wieseligsten Fiesling Van Bommel. Grätsche, Gelb.

21.
Harakiri mit Özil. Der Bremer spielt einen Pass, der nur tödlich gewesen wäre, wenn er es auf einen Selbstmord angelegt hätte. hat er aber nicht, sonst würde statt Schmidt längst Domian kommentieren.

23.
Nächste Chance für Bayern: Robben versucht es mit einem Distanzschuss, setzt dabei aber seine Pension aufs Spiel, indem er nicht annährend so genau zielt wie seinerzeit Karl-Heinz Kurras. An der Deutschen Oper randalieren trotzdem schon die ersten Bremer Studenten.

25.
Weiter die Bayern. Ribery setzt sich auf links durch wie sonst nur Oskar Lafontaine, passt dann aber in die Mitte, was den überzeugten PDSlern Müller und Olic gar nicht gefällt. Sie verweigern die Unterstützung. Chance vertan. 

26.
Die Bremer spielen so uninspiriert als wären sie kollektiv durch ein Zeittor gefallen. Aad de Mos gestikuliert hektisch an der Seitenlinie, wird gleich Maximov und Trares bringen. Wenn die Vergangenheit aufbricht, blutet das Herz.

28.
Langer Pass auf Ribery, der aber von Tim Wiese abgegrätscht wird. Wiese spielt mittlerweile die Votava-Position als Offensiv-Libero, davor hat Schaaf zwei Fünfer-Ketten aufgebaut. Die Inter-Mailand-Taktik. Doch was bei den Italienern als Catenaccio funktioniert, ist hier eher Gazpacho. Nordisch unterkühlte Defensivsuppe ohne Geschmack.

30.
Déja-vu-Akkumulation im Olympiastadion, Bayern mit der nächsten Chance, wieder Robben, wieder drüber. Entweder sind die Bremer tatsächlich so verunsichert, oder van Gaal hat es geschafft, einen Fehler in die Matrix zu weben. Schaaf reagiert, versucht mit seinem Blick einen Löffel zu verbiegen. Heraus kommt aber nur: Das Maggi-Kochstudio für Anfänger. Heute auf dem Speiseplan: Gazpacho. Lecker.

34.
HUUNNT. Nein, Mertesacker. Nochmal: HAAAAND von Mertesacker. Elfmeter für die Bayern. Menno, immer der gleich Scheiß.

35.
Und was kommt dann? Robben die Menschmaschine bezwingt Wiese die Frisurenfrisur mit einem Elfmeter, der so hart geschossen war, dass selbst die Wrestlerfamilie rund um Bret The Hitman und Owen sich für weich hält.

38.
Bleibt zu hoffen, dass nun auch die Mannschaft von Werder Bremen das Feld betritt. Die Allstar-Mannschaft aus Balljungen und Einlaufkindern hat sich aus Angst vor dem roten Monster lang genug die Bettdecke bis unters Kinn gezogen.

41.
Oh, Ribery ist ja auch dabei. Läuft und dribbelt gegen sein eigenes Vergessen an und legt für Müller auf. Doch der ist eben doch nicht Gerd, sondern Thomas. Vorbei.

43.
Hunt per Kopf übers Tor. Das ist wie Fuß mit Nase über Wiese. Nur anders. 

45.
Ein Pfiff. Was schon Halbzeit? Bayern spielt so schnell, dass die Zeit sich vor lauter Respekt anpasst. Wolf-Dieter Ahlenfelder fordert spontan eine Neuuntersuchung seines historischen Fauxpas. Wir fordern Sauerstoffzelte für die hilflose Werder-Mannschaft. Vogelsang fordert sich selbst zum Armdrücken raus. Schöner Samstag Abend (minus schöner)

Halbzeit

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20:50 Uhr
1:0 zur Halbzeit. Die Bayern sind weiter mit gigantischen Triple-Schritten unterwegs in Richtung Unsterblichkeit. Weshalb van Gaal sich nun endgültig und nicht mehr nur im Spaß für eine Gottheit hält und noch auf dem Weg in die Kabine in van Baal umbenannt hat.

Auf der Tribüne kann Bayerns Blechtrommler und Nobelpreisträger Günter Grass nur müde lächeln, denn er weiß: Der Baal ist sehr viel irdischer als der Holländer denken mag. Genau: Und der Haifisch, der hat Zähne.

20:55 Uhr
Wir zahlen drei Groschen ins Phrasenschwein, obwohl der Name van Baal so unpassend nicht ist. Immerhin heißt es in Brechts Drama doch auch: „Was kann ich dafür wenn dein Wein, den du mir gibst mich besoffen macht!“ Das Feierbiest nach Brecht. Und im Hintergrund läuft "Tulpen aus Amsterdam" im Kurt Weil-Remix.

20:58 Uhr
Zurück ins ZDF, wo uns ein wildes Mashup mit Marietta Slomka, Gregor Gysi und den Integrationseltern des DFB erwartet. Und nachdem Partybremse Sahra Wagenknecht endlich im Krombacher-Glas ertrunken ist, feiern alle zusammen eine riesige Grillparty. Slomka hat Gysi auf dem Arm, damit der ein paar Köfte wenden und mehr Rechte für Menschen mit Migrationshintergrund fordern kann. Alle lachen, alle tanzen. Doch dann mischt sich Oliver Kahn ein und fordert mehr Mut, von sich, den Bremern von allen. Slomka lässt Gysi fallen. Die Party ist vorbei. Jetzt ist wieder Fußball. Im atomaren Winter Berlins. 

21:00 Uhr
Wiederanstoß. Die Bremer mit Almeida für Hunt, mit Gysi für Boenisch und mit mehr Mut für weniger. Gleich die erste Chance. Doch die Bayern können klären. Butt vor Gysi.

46.
Werder kommt mit mehr Rückenwind als Jessica Watson. Almeida mit Chance Nummer Eins, zwei oder drei. Doch wieder Vorbei. Und wenn er nicht bald richtig steht, den Bayern wohl ein Licht aufgeht. Big Up an Biggi Lechtermann.

49.
Boenisch kann einem so leid tun wie 'ne Ziege in einem Käfig voller Warane. Robben tunnelt, demütigt und überhüpft den armen Bengel im Sekundentakt.

52.
TOOOOOOOOOOOOOooOOOr für Bayern. Ecke, dann Gewusel und Wuselexperte Olic macht ihn rein. Vogelsang, staatlich geprüfter Fußballexperte, legt sich fest: »Die Messe ist gelesen.« Amen.

54.
ZDF-Mann Schmidt in Extase. Verwandelt Arjen Robben in einen so genannten »Raumstürmer«. Werder wünscht sich derzeit wohl eher einen Raumtrenner. Einen ganz großen. Aus Eiche. Oder Stahl. 

56.
Marin kommt bei Werder ins Spiel. Leider alles andere als ein Raumtrenner. Eher ein Beistelltisch mit Rollen.

59.
Werder wirft alles nach vorne. Erinnert dabei aber leider an meine ehemalige Mitschülerin Britta B., die bei den Bundesjugendspielen 1988 einen traurigen Rekord aufstellte und den Schlagball auf eine Distanz von -1,50 Meter warf. Wenigstens gab es keine Verletzten. Wenn man Frings so sieht, kann man sich nicht sicher sein, dass es hier heute auch so sein wird.

62.
TOOOOOOOOOOOOOOOO
oooooo
OOOOOOOOOO
oooo
OOOOOOO
RRRRRRR, Ribery.
Die entscheidendste Entscheidung seitdem es Fußball gibt. Bayern kontert wie ein Bier am Sonntagmorgen. Ribery startet nach Zuckerzuspiel von Van Bommel durch und schiebt den Ball an Wiese vorbei. Ich, staatlich geprüfter Fußballexperte, lege mich fest: »Die Messe ist gelesen.« Wieder Amen.  

65.
Wir legen uns fest: Der FC Bayern holt zumindest das Double. Kurzer Anruf bei Field-Reporter Grass. Was macht jetzt eigentlich Bayerns van Baal? Antwort von Grass: „Er frißt! Er tanzt!! Er verklärt sich!!!“ Dann legt er auf und raucht Bremen in der Pfeife.

67.
Borowski reagiert sich an Müller ab, holt ihn mit einer kleinen Innensichel auf den Boden der Tatsachen zurück, knotet sich dann noch einmal seinen weiß-gelben Judo-Gurt, bekommt eine weiß-gelbe Karte und und drückt dann noch eben ein frustriertes "Rei" aus der Tube. 

69.
Die Bremer wirken jetzt völlig aufgelöst und erinnern dadurch erschreckend an meine ehemalige Klassenkameradin Sandra S., die beim Staffellauf den Staffelstab ins Ziel werfen wollte. Übermotiviert, chancenlos und am Ende weinender Verlierer. Theo Zwanziger setzt schon einmal die Teilnehmer-Urkunden auf.

71.
Die Bayern agieren wie ein Schachgroßmeister bei einem Duell ohne Zeitdruck, schieben ihre Springer über den Platz, opfern den ein oder anderen Bauern, haben dabei aber den Ruhepuls eines indischen Yogi. Wann werfen die Bremer das Brett um?

75.
Die Antwort:Jetzt! Frings, der schon als Kind beim "Mensch Ärgere Dich Nicht!" von seinen Eltern sediert werden musste, versucht Schweinsteiger rauszuwerfen, fliegt aber selbst. Zweites Foul, böses Foul und dann auch noch ein unnötiges Wortgefecht mit dem Schiedsrichter, macht in der Summe: gelb, gelbrot, glattrot. Farben, die auch in NRW niemand sehen will. Frings wirft die Kapitänsbinde auf den Platz und muss von Schaaf sediert werden. Und die Bayern? Die üben gähnend ein paar neue Eröffnungen und hochieren sich in Festtagsstimmung. Schachmatt für Bremen.

77.
Wenn Frings jetzt für ein mögliches WM-Finale gesperrt wäre, hätte Löw ja alles richtig gemacht. 

79.
Jetzt hilft nur noch ein Wunder von der Weser, quacksalbert Schmidt und ertrinkt in der Spree. Wunder gibt es immer wieder. 

81.
Die Bayern könnten die Bremer endgültig demütigen. Doch im Fünfmeterraum beweist Miroslav Klose wieder einmal, dass er der letzte Altruist des deutschen Fußballs ist, scheitert aus Nahdistanz an Wiese. In seiner DVD-Sammlung ganz oben im Regal: "The Good German".

83.
TOOOOOR! Schweinsteiger ist weniger gütig. Er stoppt einen feinen Pass von Lahm im Brustton der Überzeugung und schiebt den Ball an Wiese vorbei. 4:0 - und Tim Wiese sieht aus, als hätte auch er endlich begriffen, dass es in Deutschland  nie wieder Sommer wird. Er ist aschfahl und mies gelaunt. Auf der Gegenseite tanzt Jörg Butt einen südafrikanischen Volkstanz.

86.
Das wohl teuerste Renntier der Welt (hat sich längst rentiert), Arjen Robben, geht raus und die wohl ärmste Stadt der Welt, Berlin, verneigt sich.

88.
So schlimm es auch ist, dass die Bayern ihren zweiten Titel holen, so schön ist die Vorstellung, dass all die hippen Studenten-Werder-Fans gerade in ihrer Grün-Weißen Trikots plärren. Was habt ihr nicht große Töne gespuckt, fast schon arrogant den schönen Fußball für euch beansprucht. Nein Werder, heute wart ihr hässlich wie ein aufgeplatzter Wal. Werde gleich Raack und Gieselmann anrufen und lachen: Hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha 


90.
Abpfiff. Ende im Gelände. Aus die Maus. Bayern holt im langweiligsten Finale seit DSDS 2010 den Pokal. und van Gaal erhebt sich endgültig zur Gottheit. 4:0. Ein Ergebnis, das so klar ist wie Korn aus Roggen, so erdrückend wie eine Umarmung von Yokozuna und so ein Ausrufezeichen wie ein Ausrufezeichen. Die Bayern auf Speed lassen hinterher hechelnden Bremern nicht mal genug Luft für eine ordentliche Schnappatmung. So eklig es sich auch anfühlt, aber Bayern spielt erfolgreich UND schön. Vogelsang und ich werden nun einen bayrischen Abend einläuten. Vogelsang in seiner Paraderolle als Feierbiest und ich auf einem Konzert, das das Spiel der Freistaatvorzeigemannschaft in einen Wort zusammen fasst: Turbostaat. Bedankt, Servus und Goodbye.

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