1. FC Kaiserslautern
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TSG Hoffenheim

Kaiserslautern-Hoffenheim im Liveticker

Ist das Kuntz oder kann das weg?

Eine Region weint, eine Ortschaft jubelt. Hoffenheim besiegt Kaiserslautern bei Diemar-Hopp-Wetter, der alte Fritz dreht sich im Grabe. Und der 11FREUNDE-Liveticker? Träumt von Sex mit Rainer Calmund.

22:34 Uhr

Nein, wir wollen nicht mehr hören, wie sich Scholli und Delli (wir nennen ihn jetzt einfach mal so ) an diesem 1:2 abanalysieren. Alles egal. Alles Foda. Wir verabschieden uns in die Nacht [vulg.] und wünschen euch einen geruhsamen Schlaf. Ab ins Bett, hopp-hopp. Oh! Entschuldigung. Tschüß.

22:30 Uhr

»Es ist schwer zu erklären«, trauerkloßt Albert Bunjaku, und dieser Satz wird groß, größer, schwebt an den nassen Pfälzer Himmel und bleibt da hängen. Recht hat Bunjaku natürlich. Es ist schwer zu erklären. Es meint in diesem Fall: Alles. Dieses Spiel. Diesen Sport. Das Leben. Gisdols Frisur. Kuntz' Tränen. Uns fehlen die Worte, deshalb lauschen wir einfach der singenden Lauterer Kurve. Was sie singen? Es ist schwer zu erklären.

22:25 Uhr

Stefan Kuntz weint bittere Tränen, eine ganze Region weint mit ihm. Reich, von akutem Rheuma mittlerweile schwer gezeichnet, weint auch. Schwermutstempel Betzenberg. Und jetzt? Und nun? Geht alles einfach so weiter? Alltag, du schlechter Scherz.

22:21 Uhr

Schluss, Aus, vorbei. Und als hätte uns der Fußballgott noch nicht zu Genüge verarscht an diesem Montag, öffnet er jetzt des Himmels Schleusen. Fritz-Walter-Wetter erst, als Hoffenheim den Nichtabstieg festmacht. Der TSG ist es egal, sie fällt sich kollektiv in die Arme. Gisdol packt sich grinsend einen Anzugträger. Sieht dann so aus:

92.

Gisdol dryhumpt sein Trainerteam, ist nass wie nach sechs Stunden Lustspiel. Hier und heute gab es aber nur 90 Minuten Tragödie. Und nieman hat verhütet. Sex und Hopp.

91.

Scheißzitate, erster und letzter Teil:

  • »Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.« - Goethe, Faust I
  • »Der Teufel hat von jeher die besten Kirchen gebaut.« - Heinrich Heine
  • »In der Not frisst der Teufel Fliegen.« - Sprichwort
  • »Tanz und Gelag ist des Teufels Feiertag.« - Sprichwort
  • »Faule Engel taugen weniger als fleißige Teufel.« - Emil Gött

90.

Letzte Minute der regulären Spielzeit. Und wie ich so Andy Beck mit roter Neonkapitänsbinde über den Rasen wetzen sehe, muss ich an den Spruch eines berühmten Pfälzers denken: »Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen vernüfntigen Job.« Wann bringt Foda Malu Dreyer?

89.

Beck bringt sich in Position, wird aber von Müntefering und Steinmeier weggeputscht – Qualkampf Relegation. 

88.

Freistoß für den FCK. Ein mehrköpfiges, von Casteels nur notdürftig dirigiertes und das Konzept der Mauer eigentlich völlig karikierendes Gebilde stellt sich Baumjohann entgegen. Sein Schuss steht der Mauer allerdings in nichts nach. Toraus. Foda!

88.

Die Kamera fängt Lauterns Vorstandsvorsitzenden ein. Mit skeptischem Blick sieht er, wie sein Traditionsverein gegen das Reißbrettteam verliert. Ist das Kuntz oder kann das weg?

87.

Oha, Schipplock wird umgerannt und bleibt liegen. Klingt schon wie ein Wrestling-Move: Der Figure Four Schipplock.

84.

Tja, was soll man sagen: Lautern mit mehr Kampf, Hoffenheim dafür cleverer. So ist das nunmal, wenn du die Dinger vorne nicht machst, dann wirst du irgendwann bestraft. Auch wenn ein Spiel neunzig Minuten dauert und das nächste immer das schwerste ist. Oh mein Gott. Ich habe mich bei Simon angesteckt. Die Floskelgrippe geht um.

82.

Großes Kino derweil auf den Rängen: Die Lauterer Fans singen und feiern ihr Team. Fahren alle gemeinsam heute abend noch in Spontanurlaub. Ab nach Besoffenheim.

81.

Vielleicht hat der Pfalz der Glaube gefehlt? Die Lauterer Aufstellung, aus biblischer Sicht: Kein Abel.

79.

Das war's. Hoffenheim bleibt erstklassig, Herrmann und ich sind bedient, drehen den Fernseher weg, blättern in alten Paninialben und diskutieren Olaf Marschalls perfekten Schnäuzer. Hoffen-was? Nee, keine Ahnung. Kenn ich nicht. War was?

74.

Starker Wunsch, über Curling statt Fußball zu schreiben. Nach einer Ecke steigt Vestergaard auf seine Schleichwerbegelder und köpft ein. 1:2 oder, wie Simon dräut: »Die Entscheidung. Glückwunsch Hoffenheim.« Plötzlich findet man Simon sogar sympathisch, klingen seine Glückwünsche doch arg halbherzig. Steffen, Kuss.

73.

Willi Reimann hat gesagt: »Relegation geht an die Nerven. Das ist wie Lotto.« Bedenkt man, dass die Ziehung der Lottozahlen aus dem Vorabendprogramm fliegt, muss einem Angst und Bange sein. Knobeln Lutz Marmor und Volker Herres zukünftig bei einem Glas Brandy aus, wer erstklassig spielen darf? Schenkt ihnen Karin Tietze-Ludwig nach? Und wird 1899 jemals Superzahl sein? Fragen über Fragen. Ohne Antworten zurück zum Spiel 2 der Montagsziehung. 

71.

Die Schleichwerbeversuche im Öffentlich-Rechtlichen nehmen immer dreistere Züge an. Jetzt hat sich die ARD doch glatt in den Namen eines Hoffenheimer Verteidigers eingekauft. VestergaARD! Ein riesiger Schwindel, ein einziges Komplott. Wären wir Gebührenzahler, wir würden uns beschweren. Stattdessen: Lautern. Mitchell wird nicht weiser.

70.

Es ist schon beeindruckend, wie Polanski, am Wochenende noch in Cannes, heute schon auf dem Betze, durch das defensive Mittelfeld pflügt und grätscht und blockt. Ein undercuttragender Gott des Gemetzels.

68.

Schnappatmung auf dem Betze, Schnappatmung auch bei Reich. Ich muss den Kollegen defibrillieren, weil Meyer das 2:1 durch Idrissou zurückpfeift. Korrekt, womöglich, »aber wen kümmert das denn«, hoolt Reich. Geht hier trotzdem noch was? Hoffenheim wirkt verschüchtert, und schon Don Bosco wusste: »Der Teufel hat nur Angst vor fröhlichen Menschen.«

67.

Jetzt ist hier Musik drin, der Teufel sitzt am Klavier und klimpert sein Libretto. Baumjohann schickt Idrissou, dessen Flanke legt Hoffer ab auf Weiser. Aber die bayerische Leihgabe bekommt Minderwertigkeitkomplexe beim Gedanke an den eigenen Vornamen, mitchellt über den Ball. Puh bzw. Uff. Bzw. Ächz.

66.

Oha, wie sehr ich mich bei Alexander Baumjohann entschuldigen muss. Ich bin unwissend. Ich bin dumm. Und ja, ich lag falsch. Denn Baumjohann hat gerade den Ausgleich erzielt. Mit einem Ciriaco-Sforza-Gedächtnis-Freistoß. Geht hier doch was in Sachen Wunder? Hermann und ich zünden eine Kerze an. Unter dem Fritz sei' Bild, klar.

65.

Mitchel Weiser kommt ins Spiel, verantwortlich für den aktuellen Haargel-Engpass in Pfälzer Drogerien. Auf der Tribüne wird Tim Wiese grün vor Neid. Auch Markus Gisdol wirft einen verschlagenen Blick in Richtung Weiser.

63.

Baumjohann nun mit zwei Flanken aus guter Position, die er beide vergeigt. Der Mann ist wirklich das ewigste Talent der Welt. So ewig, der hat im alten Rom schon die Flanken hinters Tor gehauen.

61.

»Das Wunder vom Betztenberg lässt auf sich warten«, nölt Simon. Wir wissen: Es wird ein vergebenes Warten sein. Mindestens noch 1899 Jahre.

57.

Jimmy Hoffer soll's nun richten. Soso. Wir hoffen, er hat sich gescheit vorbereitet und sich wie ein Profi ernährt...

56.

Der FCK nun wütend, wirkt bemüht aber trotzdem auch sehr unbeholfen. Und wieder drängt sich die Analogie zu Rainer Calmund auf. Wenn man erst einmal dran gedacht hat, wird man die Bilder einfach nicht mehr los.

55.

Hoffer kommt. Egal. Beziehungsweise: Foda.

53.

»Baumjohann gegen drei«, sagt Simon, und dann: »Hoffer will rein.« Wir sagen: [vulg.]

52.

Weis verbietet Baumjohann, in seinen Armen zu sterben. Es gibt Freistoß, Dick steht bereit, aber sein Schuss wird ins Toraus abgefälscht. Die nachfolgende Aktion ist nur ganz vage der Idee einer Ecke verpflichtet. Wenn das so weitergeht, muss vom Dietmar-Hopp-Wetter gesprochen werden.

50.

Die Kamera zoomt sich an Markus Gisdols Profil heran. Erinnert mich an eine Kurzprosapassage von Eugen Egner: »Was aber ist mit deinen Haaren? Wer sonst hat Haare, die grundsätzlich so beschissen aussehen? Daraus könntest du was machen.« Bloß was, Markus Gisdol? Bloß was?

49.

Geil übrigens, dass solche Übersetzungsseiten ein [vulg.] ausspucken, damit man Unanständiges gleich erkennt. Sollte man flächendeckend einführen. Im Nachtprogramm, in Pornoheftchen, bei der Untertitelung von Kinofilmen, bei Simons Moderation, nicht zuletzt im Liveticker. Warum? Weil hier immer so spitz [vulg.] kommentiert wird.

48.

Andere Kategorie: Portugiesische Übersetzungen von Trainernachnamen, die, der Mannschaft als Einstellung vermittelt, vielleicht doch noch im Aufstieg münden könnten. Oder eben in Scheißegalhaltung. Foda!

47.

Was kann der 1. FCK noch tun? Und warum trägt kein Pfälzer Olaf-Marschall-Gedächtnisminipli? Kategorie: Falscher Matchplan.

46.

Weiter geht's. In Lautern holen sich die Leute ein neues Frust-Bier, beim Public Viewing in Sinsheim molcht sich Franziska van Almsick noch durchs Catering. Wir schneiden derweil die Re-Torte an. Mit extra Kommerzsahne.

21.30 Uhr

EInes muss man Markus Gisdol lassen: Er trägt stilsicher Ballonseide-Trainingsanzug. Immerhin ein Hauch Achtzigerjahre. Das hebt die Laune aber nur unwesentlich. Ein Wunder muss her. In Form von drei Toren. Wer soll die schießen?

21:25 Uhr

»Da ist noch alles möglich«, lügt Scholl eiskalt in die Kamera. Herrmann und ich sind konsterniert, glauben an gar nichts mehr. Zukunft statt Tradition, Lachsschnittchen statt Stadionwurst, Klatschpappen statt Choreos, Red Bull statt lauwarmen Stadionbier. Hermann weint sich in den Schnäuzer, mir wird die Pomade ganz starr. Außerdem ist mir übel, mein Magengeschwür macht wieder Sorgen. Ich habe es »Hoffi, der Elch« genannt.

21:20 Uhr

David Abraham also. Na gut. Hatte der Andreas Müller also doch recht, der alte Fuchs. Ist er vielleicht der beste schlechte Manager der Ligageschichte? Also neben Dieter Hoeneß.

45.

Halbzeit. Wenn eine ganze Region kotzt, kommt dann eigentlich der Katastrophenschutz? Mir ist schlecht.

44.

Ich hasse Sätze, die anfangen mit: Es hat sich angekündigt... Aber, liebe Fans, es hat sich angekündigt. Und jetzt hat es sich auch vollendet. Wieder Rudy mit dem Freistoß, wie ein Kraichgauer Scheitel mit der Verlängerung, wieder Sippel - nur leider nicht ganz so souverän wie eben. Er baggert den Ball in die Luft, will nachpritschen, aber da ist Abraham, hat die Deckung oben und schickt den Teufel auf die Bretter. Hoffenheim 1, Fußball 0. Äh, pardon.

42.

Oha! Dick ruiniert sich mit einer Grätsche die Hose, Rudy prügelt den fälligen Freistoß gen Strafraum. Salihovic lässt über den Kopf rutschen, Sippel boxt das Leder über die Latte. Und der Kenner weiß: Alte Gerry-Ehrmann-Schule. Auf der Tribüne weint und lacht Tim Wiese zeitgleich.

40.

Orban pflastert das defensive Zentrum zu. Quasi: Die Orbanisierung des Raumes.

38.

Was RP Online nicht erwähnt: Hopp wollte Fritz Walter sogar für seine TSG anwerben. Erst die sportliche Leitung schob dem Sensationstransfer einen Riegel vor. Zu alt sei dieser Walter und passe damit nicht zum »jungen, aufregenden Projekt in Sinsheim«. Stattdessen: Firmino! Doch nicht ohne Grund gibt es den Begriff Roberto-Firmino-Wetter nicht.

37.

Liebe Pfälzer, ihr müsst jetzt ganz stark sein! Denn Kaiserslautern gegen Hoffenheim ist, wie RP Online berichtet, vor allem das Duell von Dietmar Hopp gegen seine alte Liebe. Zitat: »Beim legendären WM-Finale 1954 – der heutige Mäzen von 1899 Hoffenheim war gerade einmal 14 Jahre alt – entdeckte Hopp den großen Fritz Walter, die Symbolfigur des 1. FC Kaiserslautern, für sich.« Ein fantastischer Schachzug der Geschichte. Wenn man so will, haben die Lauterer also Hopps Fußballbegeisterung genährt, ergo dazu beigesteuert, dass die heutige Relegationspaarung überhaupt erst möglich wurde. Nochmal: Liebe Pfälzer, ihr müsst jetzt ganz stark sein!

36.

Idrissou versucht sich mangels Zuspielen selbst durch das Mittelfeld zu dribbeln. Wirkt dabei wegen seiner Körpergröße von annähernd 1,91 Metern sehr unseriös.

34.

»Es verpufft jämmerlich«, ätzt Simon. So stelle ich mir den Kommentar auf den Beischlaf mit Rainer Calmund vor.

33.

Ein Blick in die Loge der Hoffenheimer, kurz nach dem verschossenen Elfer: Die Edelfans sind fassungslos.

30.

Jungejunge, der Elfer war eigentlich ganz gut geschossen. Aber wie Sippel den rausholt, ist schon wirklich stark. So werden Legenden geboren. Fritz Walter, Horst Eckel, Hans-Peter Briegel, Stefan Kuntz - und Tobias Sippel? Hört sich komisch an, könnte aber wahr werden.

28.

Oha, jetzt Elfmeter für Hoffenheim. Sippel fällt Volland wie eine alte Allgäuer Latschenkiefer. Salihovic legt sich den Ball zurecht und versemmelt. Sippel oliverkahnt das Ding über die Latte, der Betze rastet aus. Hermann und ich auch, essen zur Feier des verschossenen Elfers einen Saumagen auf Ex.

27.

»Es mangelt an Entschlossenheit, Geschwindigkeit und Klarheit«, tadelt Simon. Kollege Herrmann schreckt hoch. Liest Simon etwa auch unseren Ticker?

26.

Unprofessionell von Reich: Sein Rechner arbeitet mit der NetWeaver-Plattform von SAP. Hat sich der Softwaregründer in den Liveticker eingekauft? Ich frage Stefan Kuntz wegen Unterstützung an, hoffe mindestens auf ein Fußbalsam von Allgäuer Latschenkiefer. Rüde Replik: »Lassen Sie mich in Ruhe, hier stirbt eine ganze Region.« Weiter 0:0.

24.

Natürlich könnte diese Relegation bei entsprechendem Ausgang nach 90 Minuten und Verlängerung auch ins Elfmeterschießen gehen. Die TSG 1899 Hoffenheim hat gegen Dortmund bereits bewiesen, dass sie vom Punkt trifft. Und der 1. FCK? Wollte eigentlich Will Smith blitztransferieren, sah dann aber doch davon ab.

22.

Torrejon – mehr spanischer Name geht nicht. Weniger spanischer Fußball auch nicht. 

21.

Lautern kommt über den rechten Flügel, kommt über Dick. Ist dick im Geschäft. Allein, die Hereingabe verpufft. Dünne Ausbeute.

19.

In Gedenken an Reinhold Beckmann, der seinen Abschied vom Talken verkündet hat, tickern Reich und ich übrigens in roten Jeansjacken. Beim knappen Besprechen der Einträge fixieren wir einander intensiv, beugen uns zu weit in die Privatsphäre des anderen hinein, nicken sehr verständnisvoll, wiederholen das Gesagte dann nochmal in eigenen, besseren, schöneren Worten. Vielleicht werde ich Reich sogar den Arm täscheln. Wobei, nein, lieber nicht.

17.

Das Spiel ist nicht schön, aber intensiv, ist höhepunktearm, aber reich an Kampf. So stelle ich mir den Beischlaf mit Rainer Calmund vor.

16.

Historischer Exkurs (2): 1975 siegte einmal mehr Bayer Uerdingen in der Relegation gegen FK Pirmasens. Die Krefelder Spielerfrauen gratulierten ihren Männer damals mit einer selbstgebackenen Torte, auf der das Bayerkreuz in Marzipan thronte. Und heute? Spendiert Hopp einen SAP-Computer aus Zuckerguss? Und wenn der Zuckerguss für den Kuchen draufgeht – wie frisiert sich dann Tim Wiese? Die Antworten: Im Liveticker. Vielleicht.

15.

Was hat Markus Gisdol eigentlich vor seiner Trainerkarriere gemacht? Wir haben mal recherchiert...

13.

»Thesker ist beeindruckt«, flötet Simon. Auch Abraham wackelt. Und tatsächlich: Lautern drückt aufs Hoffenheimer Tor wie mein Mittags-Saumagen auf meinen Magen-Darm-Trakt.

11.

Nächste Gelbe, diesmal für Thesker von der TSG. Geht seinem Gegenspieler von hinten in die Beine. Die war schon dunkelgelb. Also fast so Gelb wie Gisdols Haare.

9.

Erste Gelbe im Spiel für Ariel Borysiuk. Dabei spielt der doch sonst so sauber. Um nicht zu sagen: Rein. Und Pur.

6.

Freistoß durch Salihovic. Das Geschoss segelt über die Querlatte. »Wie ein Klappmesser«, butterflyt Simon, der alte Straßenkämpfer. Seine Gang früher: The Craps.

4.

Flotter Beginn auf dem Betze. Wobei flott ja ein relativer Begriff ist. Wird auch verwendet von den Pöbelkibitzen in der Kreisliga. Deshalb: Munterer Beginn auf dem Betze. Was, auch nicht besser? Ach, gehts raus und tickerts doch selbst!

2.

Natürlich sind wir noch die Hinweise auf TV-Alternativen schuldig. Arte bringt Star Trek II – Der Zorn des Khan, 3sat das große Kleinkunstfestival und ATV sendet »Pfusch am Bau«. In der ARD derweil live und in Farbe: Bau am Pfusch. In der Hauptrolle Steffen Simon. 

1.

Anpfiff. Hoffenheim immer noch erstklassig. Nach dem Finale von London der nächste Nackenschlag für die Gelbe Wand.

20:31 Uhr

Kollege Herrmann versteht mich völlig falsch. »Dem Fritz sei' Wepper? Was hat der denn damit zu tun?«

20:30 Uhr

Mh, nicht unbedingt dem Fritz sei' Wetter. Ein schlechtes Omen? Schließlich geht es gegen dem Dietmar sei' Spielzeug. Wir werden sehen. Und während die Lauterer Fans den Lauterer Fans sei' Choreo machen, sich die Spieler dem sei' Spieler die Hände schütteln, hol ich mir noch mal ein dem Stephan sei' Bier. Los geht's.

20:24 Uhr

Mmhhhh, Bayern, Barcelona, Real Madrid - alle sind sie schon am Betzenberg gescheitert. Herrmann und ich schwelgen in Erinnerungen, ziehen uns die Baumwolltrikots zurecht, blättern in alten Kicker-Ausgaben und streichen uns nachdenklich über unsere Nasenpflaster. Dann ein Blick auf die Aufstellungen: Andreas Beck, Fabian Johnson, Alexander Baumjohann - Ein emotionaler Fußball-Coitus Interruptus.

20:20 Uhr

Derweil zeigt sich Mohamadou Idrissou unbeeindruckt. Wirkt im Interview gelangweilt, fast so, als wäre das Rückspiel heute nur eine Formsache und Lautern eigentlich schon oben. Sagt, man bräuchte Eier für den Aufstieg. Kollege Herrmann hastet zum Kühlschrank. Glück gehabt, ein paar sind noch da. Dann kann's ja losgehen.

20:18 Uhr

Oh, entschuldigung. Kleiner Aussetzer. Aber trotzdem: Ich bin für Lautern heute. Meine Freundin weiß noch nichts davon, aber wenn der FCK das Ding noch umbiegen kann und aufsteigt, nenne ich meinen ersten Sohn Traditions Reich.

20:17 Uhr

N'abend auch von mir, Kollege Reich, Fußballromantiker, Weltmeister von 54 und selbsternannter Gralshüter der Fußballkultur. Fühlt sich seltsam an, dass ausgerechnet ich das Spiel tickere, in dem Hoffenheim aus der ersten Liga gekickt werden kann.  Eine Art Treppenwitz meines Lebens. Das ja sowieso eher eine Aneinanderreihung von Treppenwitzen ist.  Von daher auch irgendwie wieder ok. Und dennoch: Ob ich heute objektiv sein kann, steht in den Sternen. Ich werde aber natürlich versuchen, möglichst profession...AAAAAAAARGH AUF GEHTS LAUTERN KÄMPFENUNDSIEGEN DER BETZE BRENNT OOOOOH DU MAGISCHER FRITZ WALTER STEH UNS BEI SCHALALALALAAAAA NUR DER FCK........

20:15 Uhr

Derweil sich die Lauterer markig gaben nach dem Hinspiel, verzichtete Markus Gisdol auf verbale Attacken mit dem Verweis, man wolle »keine zusätzliche Energie« verschwenden. Er sprach mir damit aus der Seele. Häufig schlucke ich die in der Mobbinghölle Livetickerredaktion quasi schon obligatorischen Anfeindungen und Sticheleien, die Honorar- und Schwanzvergleiche, schweigend, ohne retours, runter. Die gesparte Energie investiere ich in Sinnvolleres. Zum Beispiel in Ticks wie diesen, oder in Taschenbillard. Hernach grinse ich zufrieden und denke so bei mir, was ich doch für ein geiler Hecht bin.

20:13 Uhr

Genauso bezeichnend: In der Leiste neben dem Archivmaterial aus der Grotenburg wird uns ein Video namens »Trick um Frauen zu küssen« vom Anbieter sofortmehrdates empfohlen. Noch bezeichnender: Wir schauen es gierig an. Junggesellenhölle Livetickerredaktion.

20:10 Uhr

Historischer Exkurs (1): 1979 standen sich in der Relegation die SpVgg Bayreuth und Bayer Uerdingen gegenüber. 1:1 und 1:2 endete der doppelte Vergleich, viel spannender aber ist die Reporterleistung. Von der Anstalt auf absolute Überparteilichkeit geeicht, kommentiert die Stimme selbst Traumtore wie Willi Götz' Granate in der 84. Minute mit dem Esprit eines valiumbetäubten Faultiers. »Das 2:1. Ein glücklicher Schuss, aber Glück muss man haben.« Bezeichnend: Man würde den Mann trotzdem gegen Steffen Simon eintauschen.

20:08 Uhr

Moralischer Punktsieg für den 1. FCK: Dietmar Hopp verliert Teile seines Vermögens, weil das Biotechunternehmen Aggennix pleite ist. Hopp war mit 69 Prozent beteiligt. Wenn jetzt noch Pavel Kuka, Olaf Marschall und Jürgen Rische reaktiviert werden, haben die Roten eine echte Chance.

20:06 Uhr

Nach dem Hinspiel war die Enttäuschung bei den Roten groß. Als feiste Party geplant, wurde das 1:3 zum Stimmungskiller. Erinnert mich an den Anruf, den ich am Mittwoch von Kollege Raack bekam. Gut gelaunt smalltalkten wir, ehe er ansetzte: »Übrigens, wegen Samstag, das Champions-League-Finale, du kannst bestimmt...« Dann verschwand seine Stimme im Funkloch, für fast vierzig Sekunden, und tauchte erst wieder auf mit »...und das wär's eigentlich auch schon. Ich schicke dir alles zu. Was meinst du?« Ich dachte, es ginge um Sponsorentickets für Wembley, und bejahte laut, ohne nochmal nachzufragen. Am Donnerstag fischte ich einen dicken Umschlag aus dem Briefkasten, gefüllt mit Fußballpostern, die ich in Hamburg plakatieren sollte. Sechzig Stück. Bei strömendem Scheißwetter. Lieber Raack, falls du mitliest: Danke. Für nichts.

20:05 Uhr

Unwort des Tages: problemlösungsorientiert. Aufgeschnappt in einem Vorbericht zur Relegation vom Deutschlandfunk. Beschrieben werden sollte damit Gisdols Art, um Hoffenheim wieder in die Spur zu bringen. Meine Reaktion: gewalteskalationsorientiert.

20:00 Uhr

Kaiserslautern heute mit der Chance, die TSG Hoffenheim von der Skyline zum Bordstein zurückzuschießen. Das wäre wie der Weg des Samurai, nur umgekehrt. Oder, Bushido?

19:57 Uhr

Seid ihr schon in Relegationslaune, liebe Fans? Nicht? Dann füttern wir euch mit den Zeilen des Kollegen Ehrmann an: »Ein Gründungsmitglied dieser Liga kann also den Emporkömmling von der Klippe stoßen. Toll, oder? Die Vermarkter der DFL dürften sich die Hände reiben. Eindeutiger sind die Storylines nicht mal beim Wrestling.« Mit dabei als Undertaker des deutschen Fußballs: Dietmar Hopp.

19:55 Uhr

Manchen gilt die Relegation ja als die Champions League des kleinen Mannes. Einem ganz besonders.

19:49 Uhr

Eine Panne der anderen Art hat die 11FREUNDE-Grafikredaktion errechnet. Ihr wisst wenig über TSG-Trainer Markus Gisdol? Ihr wisst gar nichts über seine biografischen Details, seine Herkunft, seinen Werdegang? Tja. Familie kann man sich eben nicht aussuchen.

19:46 Uhr

Der Kollege Reich lässt noch auf sich warten. Hatte eine Panne auf dem Weg hierher.

19:45 Uhr

Vergesst die Bayern, vergesst Dortmund, vergesst den Henkelpott, vergesst auch das kumpelige Stelldichein zwischen Jogi und Jupp! Denn heute gibt es keine Liveschalten nach Mainz, keine rüstungtragenden Laiendarsteller, keine choralen Hymnen, es gibt nicht mal etwas zu gewinnen. Nur ganz viel zu verlieren. Das ist Relegation, würde Spartakönig Leonidas krakeelen. Mit einer Jahrespackung Papiertaschentücher am Abgrund: Stephan »Ich bin nur der Bote« Reich und Moritz »Die Hand Teufels« Herrmann. Hallo!

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