Hertha BSC
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Bor. Mönchengladbach

Hertha - Gladbach im Liveticker

Ramos a la Playa

Strandparty-Feeling in Berlin: Adrian Ramos schädelt die Hertha auf einen Platz an der Sonne und mitten im Berliner Oktober packt die Alte Dame drei Punkte ein, um Kurzurlaub auf den Champions-League-Rängen zu machen. Oder wird es doch ein längerer Ausflug? Immer dabei, in Mankini und Trekkingsandalen: Der Ticker.

20:33 Uhr

Tja, das war's hier im Olympiastadion mit dem Familientreffen. »O Brother, where are thou«, fragten wir eingangs und nun wissen wir die Antwort: Auf der Bank. Dort saß der gute Ronny nämlich 90 Minuten lang und geht jetzt wahrscheinlich nach Hause, um aus Frust barfuß Löcher in seine Hauswand zu treten. Die Berliner feiern noch ein bisschen, Michael Preetz massiert sich zufrieden die Sorgenfalten und bevor die Sky-Experten jetzt anfangen, ihre Floskelsülze anzurühren, schalten wir lieber ab. Tschüss bzw. Ha Ho He.

20:30 Uhr

Fuss und Metze skypen mit dem Rasen – ein Gespräche aus Grütze und Pappmaschee:
»Hertha hat eben ein Tor gemacht.«
»Das stimmt. Und dann gewinnt man.«
Patrick Herrmann rettet sich in einen spontanen Heulkrampf, nach dem uns auch zumute wäre.

89.

Langkamp wird von Stranzl weggebügelt, muss sich ärtzlich beäugen lassen – in meinen Gedanken läuft sich Leandro Cufré warm. Und bevor das passiert und wir uns hier in Fatalismus verlieren, funke ich mental Stranzl an. Der wüste Österreicher klinkt aus: Gelb-Rot. Alles besser als Cufré. Meine Meinung.

88.

Die Gladbacher drücken jetzt, wirkt allerdings ziemlich verkrampft. In einem anderen Kontext würden sie jetzt einen Kaffee trinken.

86.

Und - quelle Surprise - Ramos scheint durchzuspielen. Dank Granufink muss er jetzt nicht mehr so häufig raus.

85.

Maik Franz ist übrigens nicht im Kader, klärt uns Fuss auf. Hofmann ergänzt fachmännisch: »Franz, das Motivationsschwein«. Was er wohl in seiner neu gewonnenen Freizeit macht? Ob er auf dem Alexanderplatz nach Tauben grätscht? Oder im Supermarkt an der Ecke die Kassiererin anschreit?

83.

Jetzt Raffael mit der Chance aber der brasilianische Feingeist kickt den Ball uninspiriert mit der Pieke zu ter Stegen. Als Künstler kann man die Muse eben nicht erzwingen. Hätte er sich mal ein Beispiel an der schweißigen Fußballarbeiterei seines Bruders genommen, der hätte den Ball nämlich mit der Kraft seiner litfasssäulendicken Oberschenkel mit Überschallgeschwindigkeit in und höchstwahrscheinlich durch das Netzt gehuft.

81.

Adrian Ramos hat die Stutzen schon auf Halbmast. Wer will es ihm verdenken, nachdem er das bislang einzige Tor perfekt eingeschädelt hat. Ohne seine neoterischen Löckchen auf dem Kopf zu derangieren.

78.

Jos Luhukay erinnert uns mit seinem nahtlosen Übergang von Nasen- in Baarthaar ein wenig an Jörg Dräger. Nur ohne Zonk und ohne die Umschläge. Wir nehmen trotzdem Tor 2, wenn's keine Umstände macht.

76.

Der Japaner Hosogai im minderentspannten Talk mit dem Schweden Wendt. Michel Gondry treibt es auf seinem Versailler Kanapee Freudentränen in die Augen.

74.

Plötzlich Ronny in Großaufnahme. Erschreckend. Wir müssen den Ticker an dieser Stelle leider abbrechen, Kollege Hofmann hat zu lange hingesehen und sich die Augen gebrochen.

71.

Ben-Hatira? Raus. Kobiashvili? Raus. Sitzen beide schmollend an der Seitenlinie wie früher am Beckenrand: Der vierschrötige Weddinger Änis hatte nicht eingesehen, dass Zahnspange und Butterfly-Messer im Schwimmunterricht nichts zu suchen haben. Spätaussiedler Levan nahm es der Bademeister einfach nicht ab, dass er keinen Wollpulli trägt, sondern sich schlichtweg am Vortag nicht rasiert hatte.

68.

Patrick Herrmann verlässt den Platz. Ist völlig unsichtbar geblieben. Mit der Leistung heißen die Interessenten bald nicht mehr Arsenal London sondern KSV Baunatal oder TSV Pasching.

65.

Das Spiel ist jetzt ein wenig wie das Date von Gina-Lisa und Jerome Boateng: Beide geben sich Mühe, wollen auch irgendwie, es passiert aber nichts.

62.

Fußballeuphorie in Berlin, Einsnull hier und die Leute haben wieder Bock auf die Alte Dame. Mit im Fahrwasser dabei sind natürlich die guten alten Eventies. Eine Bekannte von mir z.B., die absolut nichts mit Fußball am Hut hat und trotzdem gerade auf Facebook instagramgefilterte Fotos von sich postet, wie sie im Stadion Glühwein trinkt. Glühwein. Was ist bloß aus dem guten alten Stadionbier geworden. Aus den Tagen mit 7000 anderen im Nieselregen eds zugigen Stadions. Die Schattenseiten des Hypes, ganz klar. Kollege Hofmann, Hertha-Hool seit 1753, schüttelt bei Ansicht der Bilder desillusioniert den Kopf und beginnt, ein altes Panini-Heft zu verspeisen.

59.

Bärenstark! Oder eher kobiashvilesk? Der bärbeißige Levan spielt fünf Meter vorm eigenen Tor die Erfahrung von 36 georgischen Wintern und somit das neue DFB-Darling Kruse aus.

53.

Wendt schlägt am eigenen Strafraum in bewährter Marcelo-Pletsch-Manier eine Kerze. Wenn das so weitergeht, erleben wir nachher in der Mixed Zone vielleicht Szenen wie diese:

 

 

51.

Kobiashvilli macht das, was er am Besten kann: Grätscht dreckig von hinten Kruse um und holt sich eine Gelbe ab. Ein Foul, scmutziger als das, was ich mir morgens aus dem Bauchnabel puhle.

48.

Sky widmet dem Berliner Tornetz eine Großaufnahme. Dem Pierre-Maurice des Ticker-Teams (siehe 19.33 Uhr), Stephan Reich, veranlasst das zu Erläuterungen seiner boulevardesken Erlebnisse mit dem PayTV-Sender. Eine Farce für das Topspiel, wenn es jetzt schon medienreflexiv zugeht an diesem Ort der geistigen Diarrhoe.

46.

Bevor es weitergeht prüft der Linienrichter noch das Netz. Aus aktuellem Anlass, klar. Fistbumpt vorher mit ter Stegen und lächelt smart in die Kamera. Nie war ein Linienrichter cooler. Wenn er jetzt noch mit dem Moonwalk die Linie hinuntersprintet, ändere ich meinen Berufswunsch von Imbissbuden-Tester in Linienrichter.

19:33 Uhr

Gleich geht's weiter. Ronny immer noch auf der Bank, Levan und Per dafür weiterhin auf dem Platz. Klingt wie Sportunterricht in einer Grundschule im Prenzlauer Berg. Wann kommen Ole-Finn und Thorben-Malte?

19:30 Uhr

»Dr. Jochen Drees lässt die Phantomtor-Debatte gänzlich kalt«, attestiert Markus Merk seinem Padawan, der das Spiel angeblich »ganz locker-leicht« nehme. Der Frozen-Joghurt unter den Schiedsrichtern quasi.

19:28 Uhr

Hach, Werbung. Toll. Mehr gelogen wird nur bei den Wahlversprechen der SPD. Eben erzählt uns ein listig aussehender Wissenschaftler, dass man mit Koffein seinen Haarausfall bekämpfen kann. »In der Taaaat«, behauptet er und sieht kumpelig-professionell in die Kamera. Und irgendwo in München kippt sich ein sächsischer Sportdirektor seinen Kaffee über die Glatze.

19:21 Uhr

Wow, die Musik, mit der Sky eben die Halbzeit eingeleitet hat, ist vielleicht der traurigste Song aller Zeiten. Klingt wie eine Co-Produktion von Gunther Gabriel, Pur und den Prinzen. Kollege Hofmann hält sich drohend seinen Kuli ans Ohr und ist gewillt, ihn reinzurammen. Und ich kann ihn verstehen.

46.

Stranzl tritt hier vehement für Materialgerechtigkeit ein und atzt das Leder in den Oberring. BAM-General Drees legt sich auf Halbzeit fest.

43.

»Das ist der Treffer, der beide Seiten trennt«, sagt Fuss geschichtssicher zur Zeitlupe des Berliner Tores. Sky-Experte Walter Ulbricht wird zugeschaltet: »Niemand hat die Absicht, einen Treffer zu erzielen«. Na dann...

40.

Hertha plötzlich auf dem Champions-League-Qualifikations-Rang. Blitztabelle oder Witztabelle? 

37.

Und ich unke hier noch rum, dann plötzlich: Tooooooor für die Hertha. Freistoß Skjelbred, Kopfball Ramos, ter Stegen ohne Chance. Ein echter Bilderbuchkopfball, schön in den Willi. Wir laufen schnell zum Redaktions-Bücherregal und schauen im Freistoß-Bilderbuch nach. Tatsächlich.

35.

Kollege Hofmann ist schon im Langeweile-Delirium. Schaut mich an als habe er eine Erleuchtung und sagt: »Das türkische Walla klingt fast wie das spanische Hola«. Erschreckend. Das passiert also, wenn man 35 Minuten lang ungeschütz dem Kobiashvillischen Fußball ausgesetzt ist.

32.

Tja, nix los hier. Man müsste vorher wissen, wie die Spiele verlaufen und ausgehen. Aber die Nummer von William Bee Wah Lim haben wir leider verlegt. Sonst hätten wir natürlich das Bayernspiel getickert oder auch das Phantomtorspiel Hoffenheim gegen Leverkusen. Wobei, nein. Da wir lieber 90 Minuten lang auf den Boden gucken und das tickern.

30.

Xhaka ringt Skjelbred nieder. Nein, wir verbringen unseren Abend nicht in Azeroth.

26.

Bisher ist das Spiel ein wenig wie unsere Leben: Ein bisschen langweilig, ein bisschen anstrengend, geht mal hin, mal her, aber echte Chancen hat niemand und zum Abschluss kommt man auch eher selten. »Organisierter Schabernack«, sagt Wolff Fuss. Wir hätten es nicht treffender formulieren können.

23.

Bisschen fein, bisschen grob. Bisschen schmackhaft, bisschen bräsig. Und viel Stückwerk. Dieses Spiel ähnelt beunruhigenderweise den Kroketjes, die ich gestern hatte. Bin gespannt, wie Kollege Reich hier resümiert...

22.

Gefühlt hat dieser Levan Kobiashvili noch keinen Zweikampf verloren. Sagt zumindest Wolff-Christoph Fussvili. Beweislage unklar. Wir sind immer noch starr vor Glück, dass osteuropäische Haar-Komprimat nochmal in HD lachsen zu sehen.

19.

Dann Kruse mit der Chance. Wie geht das eigentlich, mit Mitte Zwanzig auf einmal ein richtiger Topspieler zu werden? Hofmann und ich schauen uns an. Vielleicht wird das ja noch was mit uns und der Profikarriere. Ich wische mir die Beef-Jerkey-Brösel aus den Bauchhaaren und gehe ein paar Schritte Richtung Redaktions-Laufband, Hofmann versucht, aus der Ikeacouch (Modell Heksnschǿss) zu kommen. Beide geben wir auf. Wer will schon Profi sein, wenn er auch faul vor dem TV liegen kann?

17.

Jetzt Arango mit dem Weitschuss. Flattert wie die Nerven von Arjen Robben beim Elfmeter. Wenn wir unbegrenzte finanzielle Mittel hätten, würden wir ein Labor in der Redaktion einrichten, in dem die besten Wissenschaftler der Welt die beiden Linksfüße von Arango und Ronny kombinieren. Und dann würden wir mit Frankenstein-Arango-Ronny die Fußballwelt entern und unsere Gegner in Schutt und Asche bolz-zaubern.

16.

Lucien Favre schreibt. Und schreibt. Und schreibt:
- Jogurtz
- Aufbak Brötchen
- Budder Gämüse
- Mel
- Minuten Schtäks
Harald Gämperle hält den Kuli fest: »Lulu, pack noch Skelbred drauf!«

13.

Ich weiß nicht, aber Thomas Kraft wird irgendwie immer frankrostiger. Bolzt den Ball 80 Meter nach vorne und motzt dann ein wenig. Ob er auch eine Modelleisenbahn hat? Vielleicht sollten sich die beiden mal treffen, Modelleisenbahn fahren und bei einem großen Glas Lebertran über die Jugend von heute schimpfen.

11.

»Beide können mit ihren Besitzanteilen etwas anfangen«, ölt Wolff Fuss. Checkt er grad den Ehevertrag von Marianne und Michael?

8.

Kobiashvilli bekommt den ersten Pass unfallfrei zum Mitspieler. Stranzl hingegen mit dem Querschläger. Oder wie wir so etwas nennen: mit dem Kobiashvilli.

6.

Emotional irgendwie ein schwieriges Spiel für uns. Wir sind ja auch in Berlin, deswegen wäre ein wenig Lokalpatriotismus vielleicht angebracht. Andererseits: Berlin ist auch seltsam. Den Wurststand auf dem Markt vor meiner Haustür haben sie durch einen Stand ersetzt, an dem man ausschließlich Jutebeutel kaufen kann und auf dem Weg in die Redaktion stand ein betrunkener Rentner an einem Stromkasten am Bürgersteig und pinkelte in aller Seelenruhe und Öffentlichkeit. Als er mich sah, fragte er, wat ich denn so kieken würde und schwenkte sein Sternburg nach mir. Aber so habe ich wenigstens eine Ausrede, warum ich wieder nach Bier rieche. Also: Ha Ho He

3.

Wendt buttert auf Arango, der schmalzt auf Raffael – vorbei. Morten Skoubo wäre das nicht passiert.

1.

Und los geht's. Direkt mittendrin: Per Skjelbred, der Fleischgewordene Beweis, dass Castingshows doch zu irgendetwas gut sind. Ein Blick rüber zu Kollege Hofmann. Hat den Ticker geschlossen, füllt ein Anmeldeformular für DSDS aus und summt »Superstar« von den Carpenters.

18:33 Uhr

Adrian Ramos lässt wachsen – cornrowsähnliche Zustände auf seinem kolumbianischen Haupt. Oder hat Änis Ben-Hatira da seinen Waschlappen liegen lassen?

18:31 Uhr

Also kein Bruderduell zunächst. Vielleicht auch gut so. Bei uns zuhause früher endeten Bruderduelle immer mit Muckireiten und Weinkrämpfen für mich und einen zweiten Nachtisch für meinen großen Bruder.

18:29 Uhr

Ronny auf der Bank, ohauerha. Da kann man nur hoffen, dass Herthas Eisenfuß nicht vor lauter Frust eine Wasserflasche nimmt und sie Luhukay per Dropkick an den Hinterkopf zimmert. Und Kobiashvili auf der Zehn. Eine Beleidigung für all jene, die auf dem Fußballplatz schon mal einen kreativen Moment hatten. Der vielleicht unzehnerhafte Zehner in der Geschichte der Trikotnummern.

18:25 Uhr

Die aufgrund der Vorfälle um Loddar schwarz-gewandten Experten Fjörtoft, Matthäus und Merk tippen in entrückter Solidarität gemeinsam auf ein 6:6. Merk ergänzt, man werde »vier glasklare Tore« sehen und steigt aufgrund des Aktualitätsbezugs im Sky-Experten-Klassement auf Platz 8. Erik Meijer hat er damit abgehangen. 

18:23 Uhr

Das erste Witzchen kommt übrigens von Jos Luhukay: Levan Kobiashvilli spielt von Beginn an.

18:20 Uhr

Lothar Matthäus in der Analyse. Nennt Lucien Favre beharrlich Farve und spricht das v wie ein b. Lucien Farbe. Da könnte man mal nachhaken. »Was ist denn ihre Lieblingsfarve, Herr Matthäus?« -»Jagutähhh, ichsachmal: Rod«

18:17 Uhr

So, Freunde. Samstag abend, Topspiel-Time, Party-Time, was will man mehr. Auch wenn das Topspiel eher ein Topspielchen ist. Aber gut, hoffen wir auf ein Saturday Night Fußballfest, ein Flachwitz-Feuerwerk haben wir schon vorbereitet, Kollege Hofmann sucht aber noch das letzte Streichholz. Also stecht die erste Dose, schmiert euch den Techno-Glitzer ins Gesicht und präpariert die Vodka-Tampons, oder was ihr jungen Leute heutzutage eben so macht, wenn Samstag abend ist. Gleich geht`s nämlich los.

18:12 Uhr

Schuld und Sühne, Leid und Mitleid, Punkte und Tritte: Nach den Gebrüdern Karamasow müssen heute also die Brüder de Araújo herhalten auf der Suche nach den basalen Fragen des menschlichen Kosmos. Dachten wir! Denn plötzlich zaubert der Magier namens Jos anstelle von Ronny Levan Kobiashvili aus seinem haarigen Zylinder. So ziemlich der ewigste Georgier seit Otar Iosseliani.

18:05 Uhr

Ein beharrliches Hallo aus dem 52. Breitengrad. Hertha gegen Gladbach verkauft uns Sky superlatioschwanger als DAS Topspiel des Wochenendes. Und das nach Kießlings perfider Netzfinte gestern und Bayerns verschlagenem Mainz-Knock heut. Wie soll dieses Spiel das toppen? Egal. Wirklich. Das hier heißt 11FREUNDE-Liveticker und Sie willkommen.

20:33 Uhr

Tja, das war's hier im Olympiastadion mit dem Familientreffen. »O Brother, where are thou«, fragten wir eingangs und nun wissen wir die Antwort: Auf der Bank. Dort saß der gute Ronny nämlich 90 Minuten lang und geht jetzt wahrscheinlich nach Hause, um aus Frust barfuß Löcher in seine Hauswand zu treten. Die Berliner feiern noch ein bisschen, Michael Preetz massiert sich zufrieden die Sorgenfalten und bevor die Sky-Experten jetzt anfangen, ihre Floskelsülze anzurühren, schalten wir lieber ab. Tschüss bzw. Ha Ho He.

20:30 Uhr

Fuss und Metze skypen mit dem Rasen – ein Gespräche aus Grütze und Pappmaschee:
»Hertha hat eben ein Tor gemacht.«
»Das stimmt. Und dann gewinnt man.«
Patrick Herrmann rettet sich in einen spontanen Heulkrampf, nach dem uns auch zumute wäre.

89.

Langkamp wird von Stranzl weggebügelt, muss sich ärtzlich beäugen lassen – in meinen Gedanken läuft sich Leandro Cufré warm. Und bevor das passiert und wir uns hier in Fatalismus verlieren, funke ich mental Stranzl an. Der wüste Österreicher klinkt aus: Gelb-Rot. Alles besser als Cufré. Meine Meinung.

88.

Die Gladbacher drücken jetzt, wirkt allerdings ziemlich verkrampft. In einem anderen Kontext würden sie jetzt einen Kaffee trinken.

86.

Und - quelle Surprise - Ramos scheint durchzuspielen. Dank Granufink muss er jetzt nicht mehr so häufig raus.

85.

Maik Franz ist übrigens nicht im Kader, klärt uns Fuss auf. Hofmann ergänzt fachmännisch: »Franz, das Motivationsschwein«. Was er wohl in seiner neu gewonnenen Freizeit macht? Ob er auf dem Alexanderplatz nach Tauben grätscht? Oder im Supermarkt an der Ecke die Kassiererin anschreit?

83.

Jetzt Raffael mit der Chance aber der brasilianische Feingeist kickt den Ball uninspiriert mit der Pieke zu ter Stegen. Als Künstler kann man die Muse eben nicht erzwingen. Hätte er sich mal ein Beispiel an der schweißigen Fußballarbeiterei seines Bruders genommen, der hätte den Ball nämlich mit der Kraft seiner litfasssäulendicken Oberschenkel mit Überschallgeschwindigkeit in und höchstwahrscheinlich durch das Netzt gehuft.

81.

Adrian Ramos hat die Stutzen schon auf Halbmast. Wer will es ihm verdenken, nachdem er das bislang einzige Tor perfekt eingeschädelt hat. Ohne seine neoterischen Löckchen auf dem Kopf zu derangieren.

78.

Jos Luhukay erinnert uns mit seinem nahtlosen Übergang von Nasen- in Baarthaar ein wenig an Jörg Dräger. Nur ohne Zonk und ohne die Umschläge. Wir nehmen trotzdem Tor 2, wenn's keine Umstände macht.

76.

Der Japaner Hosogai im minderentspannten Talk mit dem Schweden Wendt. Michel Gondry treibt es auf seinem Versailler Kanapee Freudentränen in die Augen.

74.

Plötzlich Ronny in Großaufnahme. Erschreckend. Wir müssen den Ticker an dieser Stelle leider abbrechen, Kollege Hofmann hat zu lange hingesehen und sich die Augen gebrochen.

71.

Ben-Hatira? Raus. Kobiashvili? Raus. Sitzen beide schmollend an der Seitenlinie wie früher am Beckenrand: Der vierschrötige Weddinger Änis hatte nicht eingesehen, dass Zahnspange und Butterfly-Messer im Schwimmunterricht nichts zu suchen haben. Spätaussiedler Levan nahm es der Bademeister einfach nicht ab, dass er keinen Wollpulli trägt, sondern sich schlichtweg am Vortag nicht rasiert hatte.

68.

Patrick Herrmann verlässt den Platz. Ist völlig unsichtbar geblieben. Mit der Leistung heißen die Interessenten bald nicht mehr Arsenal London sondern KSV Baunatal oder TSV Pasching.

65.

Das Spiel ist jetzt ein wenig wie das Date von Gina-Lisa und Jerome Boateng: Beide geben sich Mühe, wollen auch irgendwie, es passiert aber nichts.

62.

Fußballeuphorie in Berlin, Einsnull hier und die Leute haben wieder Bock auf die Alte Dame. Mit im Fahrwasser dabei sind natürlich die guten alten Eventies. Eine Bekannte von mir z.B., die absolut nichts mit Fußball am Hut hat und trotzdem gerade auf Facebook instagramgefilterte Fotos von sich postet, wie sie im Stadion Glühwein trinkt. Glühwein. Was ist bloß aus dem guten alten Stadionbier geworden. Aus den Tagen mit 7000 anderen im Nieselregen eds zugigen Stadions. Die Schattenseiten des Hypes, ganz klar. Kollege Hofmann, Hertha-Hool seit 1753, schüttelt bei Ansicht der Bilder desillusioniert den Kopf und beginnt, ein altes Panini-Heft zu verspeisen.

59.

Bärenstark! Oder eher kobiashvilesk? Der bärbeißige Levan spielt fünf Meter vorm eigenen Tor die Erfahrung von 36 georgischen Wintern und somit das neue DFB-Darling Kruse aus.

53.

Wendt schlägt am eigenen Strafraum in bewährter Marcelo-Pletsch-Manier eine Kerze. Wenn das so weitergeht, erleben wir nachher in der Mixed Zone vielleicht Szenen wie diese:

51.

Kobiashvilli macht das, was er am Besten kann: Grätscht dreckig von hinten Kruse um und holt sich eine Gelbe ab. Ein Foul, scmutziger als das, was ich mir morgens aus dem Bauchnabel puhle.

48.

Sky widmet dem Berliner Tornetz eine Großaufnahme. Dem Pierre-Maurice des Ticker-Teams (siehe 19.33 Uhr), Stephan Reich, veranlasst das zu Erläuterungen seiner boulevardesken Erlebnisse mit dem PayTV-Sender. Eine Farce für das Topspiel, wenn es jetzt schon medienreflexiv zugeht an diesem Ort der geistigen Diarrhoe.

46.

Bevor es weitergeht prüft der Linienrichter noch das Netz. Aus aktuellem Anlass, klar. Fistbumpt vorher mit ter Stegen und lächelt smart in die Kamera. Nie war ein Linienrichter cooler. Wenn er jetzt noch mit dem Moonwalk die Linie hinuntersprintet, ändere ich meinen Berufswunsch von Imbissbuden-Tester in Linienrichter.

19:33 Uhr

Gleich geht's weiter. Ronny immer noch auf der Bank, Levan und Per dafür weiterhin auf dem Platz. Klingt wie Sportunterricht in einer Grundschule im Prenzlauer Berg. Wann kommen Ole-Finn und Thorben-Malte?

19:30 Uhr

»Dr. Jochen Drees lässt die Phantomtor-Debatte gänzlich kalt«, attestiert Markus Merk seinem Padawan, der das Spiel angeblich »ganz locker-leicht« nehme. Der Frozen-Joghurt unter den Schiedsrichtern quasi.

19:28 Uhr

Hach, Werbung. Toll. Mehr gelogen wird nur bei den Wahlversprechen der SPD. Eben erzählt uns ein listig aussehender Wissenschaftler, dass man mit Koffein seinen Haarausfall bekämpfen kann. »In der Taaaat«, behauptet er und sieht kumpelig-professionell in die Kamera. Und irgendwo in München kippt sich ein sächsischer Sportdirektor seinen Kaffee über die Glatze.

19:21 Uhr

Wow, die Musik, mit der Sky eben die Halbzeit eingeleitet hat, ist vielleicht der traurigste Song aller Zeiten. Klingt wie eine Co-Produktion von Gunther Gabriel, Pur und den Prinzen. Kollege Hofmann hält sich drohend seinen Kuli ans Ohr und ist gewillt, ihn reinzurammen. Und ich kann ihn verstehen.

46.

Stranzl tritt hier vehement für Materialgerechtigkeit ein und atzt das Leder in den Oberring. BAM-General Drees legt sich auf Halbzeit fest.

43.

»Das ist der Treffer, der beide Seiten trennt«, sagt Fuss geschichtssicher zur Zeitlupe des Berliner Tores. Sky-Experte Walter Ulbricht wird zugeschaltet: »Niemand hat die Absicht, einen Treffer zu erzielen«. Na dann...

40.

Hertha plötzlich auf dem Champions-League-Qualifikations-Rang. Blitztabelle oder Witztabelle? 

37.

Und ich unke hier noch rum, dann plötzlich: Tooooooor für die Hertha. Freistoß Skjelbred, Kopfball Ramos, ter Stegen ohne Chance. Ein echter Bilderbuchkopfball, schön in den Willi. Wir laufen schnell zum Redaktions-Bücherregal und schauen im Kopfball-Bilderbuch nach. Tatsächlich.

35.

Kollege Hofmann ist schon im Langeweile-Delirium. Schaut mich an als habe er eine Erleuchtung und sagt: »Das türkische Walla klingt fast wie das spanische Hola«. Erschreckend. Das passiert also, wenn man 35 Minuten lang ungeschütz dem Kobiashvillischen Fußball ausgesetzt ist.

32.

Tja, nix los hier. Man müsste vorher wissen, wie die Spiele verlaufen und ausgehen. Aber die Nummer von William Bee Wah Lim haben wir leider verlegt. Sonst hätten wir natürlich das Bayernspiel getickert oder auch das Phantomtorspiel Hoffenheim gegen Leverkusen. Wobei, nein. Da wir lieber 90 Minuten lang auf den Boden gucken und das tickern.

30.

Xhaka ringt Skjelbred nieder. Nein, wir verbringen unseren Abend nicht in Azeroth.

26.

Bisher ist das Spiel ein wenig wie unsere Leben: Ein bisschen langweilig, ein bisschen anstrengend, geht mal hin, mal her, aber echte Chancen hat niemand und zum Abschluss kommt man auch eher selten. »Organisierter Schabernack«, sagt Wolff Fuss. Wir hätten es nicht treffender formulieren können.

23.

Bisschen fein, bisschen grob. Bisschen schmackhaft, bisschen bräsig. Und viel Stückwerk. Dieses Spiel ähnelt beunruhigenderweise den Kroketjes, die ich gestern hatte. Bin gespannt, wie Kollege Reich hier resümiert...

22.

Gefühlt hat dieser Levan Kobiashvili noch keinen Zweikampf verloren. Sagt zumindest Wolff-Christoph Fussvili. Beweislage unklar. Wir sind immer noch starr vor Glück, dass osteuropäische Haar-Komprimat nochmal in HD lachsen zu sehen.

19.

Dann Kruse mit der Chance. Wie geht das eigentlich, mit Mitte Zwanzig auf einmal ein richtiger Topspieler zu werden? Hofmann und ich schauen uns an. Vielleicht wird das ja noch was mit uns und der Profikarriere. Ich wische mir die Beef-Jerkey-Brösel aus den Bauchhaaren und gehe ein paar Schritte Richtung Redaktions-Laufband, Hofmann versucht, aus der Ikeacouch (Modell Heksnschǿss) zu kommen. Beide geben wir auf. Wer will schon Profi sein, wenn er auch faul vor dem TV liegen kann?

17.

Jetzt Arango mit dem Weitschuss. Flattert wie die Nerven von Arjen Robben beim Elfmeter. Wenn wir unbegrenzte finanzielle Mittel hätten, würden wir ein Labor in der Redaktion einrichten, in dem die besten Wissenschaftler der Welt die beiden Linksfüße von Arango und Ronny kombinieren. Und dann würden wir mit Frankenstein-Arango-Ronny die Fußballwelt entern und unsere Gegner in Schutt und Asche bolz-zaubern.

16.

Lucien Favre schreibt. Und schreibt. Und schreibt:
- Jogurtz
- Aufbak Brötchen
- Budder Gämüse
- Mel
- Minuten Schtäks
Harald Gämperle hält den Kuli fest: »Lulu, pack noch Skelbred drauf!«

13.

Ich weiß nicht, aber Thomas Kraft wird irgendwie immer frankrostiger. Bolzt den Ball 80 Meter nach vorne und motzt dann ein wenig. Ob er auch eine Modelleisenbahn hat? Vielleicht sollten sich die beiden mal treffen, Modelleisenbahn fahren und bei einem großen Glas Lebertran über die Jugend von heute schimpfen.

11.

»Beide können mit ihren Besitzanteilen etwas anfangen«, ölt Wolff Fuss. Checkt er grad den Ehevertrag von Marianne und Michael?

8.

Kobiashvilli bekommt den ersten Pass unfallfrei zum Mitspieler. Stranzl hingegen mit dem Querschläger. Oder wie wir so etwas nennen: mit dem Kobiashvilli.

6.

Emotional irgendwie ein schwieriges Spiel für uns. Wir sind ja auch in Berlin, deswegen wäre ein wenig Lokalpatriotismus vielleicht angebracht. Andererseits: Berlin ist auch seltsam. Den Wurststand auf dem Markt vor meiner Haustür haben sie durch einen Stand ersetzt, an dem man ausschließlich Jutebeutel kaufen kann und auf dem Weg in die Redaktion stand ein betrunkener Rentner an einem Stromkasten am Bürgersteig und pinkelte in aller Seelenruhe und Öffentlichkeit. Als er mich sah, fragte er, wat ich denn so kieken würde und schwenkte sein Sternburg nach mir. Aber so habe ich wenigstens eine Ausrede, warum ich wieder nach Bier rieche. Also: Ha Ho He

3.

Wendt buttert auf Arango, der schmalzt auf Raffael – vorbei. Morten Skoubo wäre das nicht passiert.

1.

Und los geht's. Direkt mittendrin: Per Skjelbred, der Fleischgewordene Beweis, dass Castingshows doch zu irgendetwas gut sind. Ein Blick rüber zu Kollege Hofmann. Hat den Ticker geschlossen, füllt ein Anmeldeformular für DSDS aus und summt »Superstar« von den Carpenters.

18:33 Uhr

Adrian Ramos lässt wachsen – cornrowsähnliche Zustände auf seinem kolumbianischen Haupt. Oder hat Änis Ben-Hatira da seinen Waschlappen liegen lassen?

18:31 Uhr

Also kein Bruderduell zunächst. Vielleicht auch gut so. Bei uns zuhause früher endeten Bruderduelle immer mit Muckireiten und Weinkrämpfen für mich und einen zweiten Nachtisch für meinen großen Bruder.

18:29 Uhr

Ronny auf der Bank, ohauerha. Da kann man nur hoffen, dass Herthas Eisenfuß nicht vor lauter Frust eine Wasserflasche nimmt und sie Luhukay per Dropkick an den Hinterkopf zimmert. Und Kobiashvili auf der Zehn. Eine Beleidigung für all jene, die auf dem Fußballplatz schon mal einen kreativen Moment hatten. Der vielleicht unzehnerhafte Zehner in der Geschichte der Trikotnummern.

18:25 Uhr

Die aufgrund der Vorfälle um Loddar schwarz-gewandten Experten Fjörtoft, Matthäus und Merk tippen in entrückter Solidarität gemeinsam auf ein 6:6. Merk ergänzt, man werde »vier glasklare Tore« sehen und steigt aufgrund des Aktualitätsbezugs im Sky-Experten-Klassement auf Platz 8. Erik Meijer hat er damit abgehangen. 

18:23 Uhr

Das erste Witzchen kommt übrigens von Jos Luhukay: Levan Kobiashvilli spielt von Beginn an.

18:20 Uhr

Lothar Matthäus in der Analyse. Nennt Lucien Favre beharrlich Farve und spricht das v wie ein b. Lucien Farbe. Da könnte man mal nachhaken. »Was ist denn ihre Lieblingsfarve, Herr Matthäus?« -»Jagutähhh, ichsachmal: Rod«

18:17 Uhr

So, Freunde. Samstag abend, Topspiel-Time, Party-Time, was will man mehr. Auch wenn das Topspiel eher ein Topspielchen ist. Aber gut, hoffen wir auf ein Saturday Night Fußballfest, ein Flachwitz-Feuerwerk haben wir schon vorbereitet, Kollege Hofmann sucht aber noch das letzte Streichholz. Also stecht die erste Dose, schmiert euch den Techno-Glitzer ins Gesicht und präpariert die Vodka-Tampons, oder was ihr jungen Leute heutzutage eben so macht, wenn Samstag abend ist. Gleich geht`s nämlich los.

18:12 Uhr

Schuld und Sühne, Leid und Mitleid, Punkte und Tritte: Nach den Gebrüdern Karamasow müssen heute also die Brüder de Araújo herhalten auf der Suche nach den basalen Fragen des menschlichen Kosmos. Dachten wir! Denn plötzlich zaubert der Magier namens Jos anstelle von Ronny Levan Kobiashvili aus seinem haarigen Zylinder. So ziemlich der ewigste Georgier seit Otar Iosseliani.

18:05 Uhr

Ein beharrliches Hallo aus dem 52. Breitengrad. Hertha gegen Gladbach verkauft uns Sky superlatioschwanger als DAS Topspiel des Wochenendes. Und das nach Kießlings perfider Netzfinte gestern und Bayerns verschlagenem Mainz-Knock heut. Wie soll dieses Spiel das toppen? Egal. Wirklich. Das hier heißt 11FREUNDE-Liveticker und Sie willkommen.

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