Gladbach

5
1

Werder Bremen

Gladbach-Werder im 11FREUNDE-Liveticker

Der alte Mann und kein Land

Eine Katze, schrieb Hemingway, führt zu einer weiteren. Ein Tor offenbar auch: Mit 1:5 geht Werder in Gladbach unter. Blickte mit Pizarro aufs Meer des Unsagbaren: der Liveticker.

Heute ab 20:15 Uhr...

... starren wir aufs Meer. Macht doch mit!

20.15 Uhr

Guten Abend, liebe Freunde und Guwara. So heißt der Linksverteidiger, den Sky uns zur Begrüßung in die Bremer Aufstellung wirft. Noch nie gehört? Wir auch nicht. Das wird ein Spaß, Spaß, Spaß..Darauf einen Djilobodji! 

20.20 Uhr

Auch Gladbach überrascht mit einer merkwürdigen Aufstellung. Ganz ohne »richtigem« Stürmer, dafür mit gefühlt sieben Flügelstürmern und fünf Innenverteidigern. Was hat sich Taktikfuchs André Schubert da nur wieder ausgetüftelt?! Werfen wir einen Blick auf seine Taktiktafel:

20.25 Uhr

Gladbach, so klärt uns Sky-Kuschelbär Tom Bayer fachkundig auf, hat in Freitag-Abend-Spielen seit gefühlt 1713 kein Tor mehr erzielt. Bei Werder sietzen Menschen mit den Namen Hüsing und Fröde auf der Bank. Wir legen uns fest: Das Spiel endet -1:-1.

1.

Keck. Der Schiedsrichter hat sich als Sascha Stegemann verkleidet. Halt Pohl! Bzw.: Anstoss.

3.

Langer Ball von Yann Sommer, in den Lauf von Duracell Johnson, doch Felix Wiedwald kommt rechtzeitig aus dem Kasten und klärt souverän. Nimm das, Tim Wiese! (Wenn Du das aus Versehen lesen solltest: War nicht so gemeint!)

5.

Gleich gut Tempo in der Partie. Es geht hin und her. Nur leider erinnert die Präzision der Offensivbemühungen bis dato an an einen Pizzabäcker, der sich an einem Praliné versucht. Mit Fischgeschmack.

7.

Ist Laszlo Kleinheisler in Wahrheit Dirk Weetendorf? Frage für einen Freund (Thomas Eichin).

9.

Pizarro mit einer flammenden Ansprache im Mittelfeld: »Okay, Amigos! Ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung, wer Ihr seid. Macht einfach, was ich euch sage.« Namenloser Amigo: »Wollen Sie was trinken, Gott?«

10.

Die Anfangsphase aus der Zuschauerperspektive.

12.

Tor. Stindl. Keine Ahnung, wie er das gemacht hat, aber er hat es gemacht. Schon wieder. Immer wieder. Dieser Messi für den Baumarktkunden in uns. Dieser Fritz Walter junior des 21. Jahrhunderts. Seine größte Stärke ist, dass keiner weiß, welche es ist. Und während sie noch rätseln, macht er hier das 1:0. Und jubelt, als hätte er seine Hornbach-Bonuskarte voll. Halb.

15.

Werder jetzt mit dem Best-Of einer beliebigen Alt-Weiber-Veranstaltung. Kurz vor Mitternacht. Kurz nach drei über'm Drust. Wenig Konstruktives und das Gegenüber erscheint einem immer irgendwie doppelt.

18.

Toller Service: Kleinheisler heißt, wie ich mich fühle. Mein neuer Lieblingsspieler.

23.

Klingt wie eine MDR-Charitygala mit Carmen Nebel, ist aber eine Szene dieses Spiels: Chance für Stindl. Spenden Sie jetzt!

25.

Raffael beim Freistoß. Wiedwald will die Mauer stellen. Pizarro: »Lass mich das mal machen, unbekannter Boy.«

27.

Claudio Pizarro im Sprintduell. Zumindest da aber ein Schatten vergangener Tage. Quasi ein Pizza-Ex.

28.

Ecke Werder. Yann Sommer will halten, aber Andreas Wolff hat schon mit dem Skrotum pariert. Weil er Bock drauf hatte. Beste Szene bislang.

30.

Engtanz im Bremer Strafraum. Schön schaut es aus, wie sich die Pärchen da finden und im Takt wiegen. Nur Thorgan Hazard hat keine Lust auf die Harmonie, schwoft den Guwara und anschließend ein Fernlenkgeschütz in Richtung Wiedwald. Nur einen Wiese-Bizeps am linken Pfosten vorbei.

31.

»Die Gladbacher haben den Faden verloren«, so Tom Bayer. Schade. Dabei hatten sie so eine tolle Idee.

33.

2:0. Christensen. Muss nur den Fuß hinhalten, es müsste nicht mal sein eigener sein, nicht mal ein Fuß, könnte auch die Zunge seines Hundes sein, der Dutt seiner Oma oder Max Eberls Bauch. Ist aber sein Fuß, und deshalb lässt er sich feiern, wahrscheinlich zu Recht. Faszination Anatomie. Wüsste ich, wo mein Kopf ist, ich würde ihn schütteln.

35.

So wie Tom Bayer seinen Namen ausspricht, klingt »Machmut Dahut« wie ein Nummer-Eins-Hit von Boney M. Und Fun-Fact: Der Junge spielt auch so. Wir wissen es nicht genau, sind uns aber ziemlich sicher: Dahoud ist syrisch und heißt geschmeidig.

38.

Go, Wendt, Gone: Die Konjugation der hoffnungslosen Bremer Zweikampfunterlegenheit.

40.

Bremens Guwara sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Joel Matip und Drake. Und er spielt auch so:

42.

Verblüffend: Inzwischen heißt Keinheisler auch so, wie er sich selbst fühlt.

44.

Bremen jetzt wie eine Free-Jazz-Combo vor der großen Comeback-Tour. Nur leider ohne Instrumente.

45.

Egal, denkt sich Kleinheisler, kramt tief in seinem Seelenleben und trompetet ein Dis in Richtung Sommer. Doch der Schweizer Goalie ist auf der Hut und transponiert den Gewaltroller qua seiner Gedanken ins Seitenaus.

45.

Halbzeitpfiff. Spieler in Großaufnahme: Stindl sieht aus wie Franz Kafka an einem seiner schlechteren Tage, Clemens Fritz wie irgendein Snowboard-Superburschi an einem seiner besseren. Nicht mal Gesichtern kann man mehr vertrauen.

21:21 Uhr

Forsthaus Borussia: Granit Xhaka trägt die Jacke von Förster Rombach auf.

21.26 Uhr

»Es wird keinen neuen Granit Xhaka geben« sagt Granit Xhaka. Über Granit Xhaka. Und grätscht seinem Gesprächspartner damit den Wind aus den Segeln. Quod erat demonstrandum, wie der Schweizer sagt.

21.28 Uhr

Jetzt Werbung. Und die ewige Frage: Für wie blöd halten uns die Marketing- und PR-Agenturen dieser Welt eigentlich? Dass sie uns mit diesem Dauerwurst-Schwall zuwemsen?! Und wie blöd sind wir eigentlich, dass wir den Quark einfach trotzdem kaufen?! Wir haben Laborleiter Dr. Peng gefragt: »In der Tat.« 

46.

Beide Mannschaften unverändert. Bleibt die Frage: Warum? So oder so: Anstoss zur zweiten Halbzeit. Oder wie man in Bremen sagt: Menno.

47.

Wo ist Skripnik? Macht einen Strandspaziergang. An der Südspitze von Sylt.

49.

Ein äußerst deprimierender Blick auf die Bremer Bank wirft die Frage auf: Ist Rune Bratseth eigentlich immer noch Standby-Profi? Und wann zum Teufel landet endlich der Charterflieger aus Trondheim?

52.

3:0. Bratseth kommt zu spät, alle anderen gar nicht. Werders Abwehrverhalten erinnert an eine Hauptschulklasse, die morgens um 5 am Bus antreten soll. Christensen kann den Ball auf der Unterlippe ins Tor balancieren. Und ich schlage mir auf die selbige. Küsschen!

54.

Nächste dicke Chance für Gladbach. Dahoud dreht sich einmal um die eigene Achse, und während die Bremer Verteidiger sich noch über die Schwerkraft wundern, beschäftigt sich Dahoud schon wieder mit Geometrie und zieht einen Strich in den Nachthimmel, dass Felix Wiedwald sich auf einen Wunsch die Auge zutackert — wie man das so macht, wenn man eine Sternschnuppe sieht. 

56.

Elfmeter für Werder. Pizarro. Wer weiß: Vielleicht macht er ja mit einem Schuss einen Hattrick. Das nun nicht, aber wie er ihn verwandelt: Wie ein Familienvater, der einen tollwütigen Fuchs, der seine Kinder angreifen will, einfach aus dem Garten tritt. Grimmig, aber präzise, angekotzt, aber tödlich. 1:3. Der Anschlusstreffer für alle, die ihren Freunden Esoterikpostkarten aus dem Bahnhofsbuchhandel schicken. Carpe diem, Werder.

59.

Öztunali hat jetzt lange genug bei Dahoud zugesehen, wie das mit der Geschmeidigkeit geht, zieht vom rechten Strafraumrand nach innen und mit links nur haaaaaarscharf über das Tor. Das sah fast nach Fußball aus. Der Mann ist eben ein Rebell.

63.

Irgendwie putzig: Die Bremer greifen jetzt an, als würden sie vor irgendwas abhauen. Wie kleine Jungs, die im Edeka eine Tüte Weingummis geklaut haben. Und Pizarro geht in den Laden und zahlt den entstandenen Schaden mit einem großen Schein. 

66.

Chance auf 2:3. Doch Elvedi klärt mit couragierter Grätsche. Pizarro schaut ihn an wie einen Neugeborenen, der fließend Latein spricht.

67.

»Es riecht nach 3:2«, analysiert Tom Bayer nun olfaktorisch gekonnt. Bis nach England sogar.

69.

Elfmeter Gladbach. 4:1. Raffael. Fehlentscheidung? Egaaal! Ist ja Karneval.

70.

Nachdenkliches zum Freitag-Abend: Zwischen dran und drin liegt für einen Torwart beim Elfmeter auch nur ein Buchstabe. Und ein Tor. Gnadenlose Effizienz-Maschine, diese Bundesliga.

73.

Kleinheisler geht. Klingt wie ein ostsächsischer Arthouse-Film von 1997. Ist aber Bremer Wirklichkeit anno 2016. Da hilft nur noch Til Schweiger. Freut Euch also schon jetzt auf sein nächstes Meisterwerk: »Kleinohrheisler«. Mit Luna Schweiger als Elfmeter.

76.

Noch 14 Minuten. Quelle: Internet.

80.

Werder mit weiteren Angriffsbemühungen. Quelle: Internet.

82.

Jetzt mal ohne Scheiß: Von diesen Bremern können wir alle noch was lernen. Sie sagen: Wir schaffen das. Obwohl die Lage absolut aussichtslos ist. Und im Kanzleramt sitzt einsam Angela Merkel und schwenkt ein Werder-Fähnchen, aber dann ruft Seehofer an. »Grüß Gott, An-geeela!« 1:4, CSU. Es ist alles ein entsetzlicher Schmerz.

83.

Bern derer Wem ist übrigens ein Anagramm für Werder Bremen. Bezeichnend.

85.

Hach, was für ein schöner Moment: Martin Stranzl wird eingewechselt. Nach gefühlt siebzehn dritten Frühlingen. Standing Ovations auf den Rängen. Und womit? Mit Recht! Allein deshalb, weil sich der alte Haudegen Stranzl einfach auch gut gehalten hat in dieser für ihn so schwierigen Zeit:

87.

5:1. Soft gelupft von Nordveidt aus 25 Metern, als wollte er den Ball ins Bett legen und Wiedwald dabei auf keinen Fall wecken. Der hechtet schlafend ins Nichts. Gute Nacht, Bremen.

90.

Schlusspfiff in Gladbach. 5:1 heißt es am Ende, was in der Summe der Tore völlig in Ordnung geht. Nur in Sachen Glücks-Verteilung lag die Gerechtigkeit an diesem Abend um gefühlt zwei Tore daneben. Aber was will man machen? Der Fußballgott ist eben ein Jeck. In diesem Sinne, liebe Freunde. Wir müssen los, unser zweites Standbein nachziehen. Guten Abend!

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!