Eintracht Frankfurt
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Schalke 04

Frankfurt - Schalke im 11FREUNDE-Ticker

Die haben einen Stendera!

Ein junger Mann mit einem beinahe-erigiertem Nachnamen und ein alter Mann, der schon Bälle hielt, als sich der junge Mann noch in die Hosen schiss, sichern den 1:0-Sieg für Eintracht Frankfurt gegen schale Schalker. Der Liveticker, mit Latte, war dabei.

15:10 Uhr

Raus aus den Federn, ran an den Ticker. Auch wenn's Samstags ein bisschen weh tun kann. Kollege Raack hat Augenringe so tief wie der Mariannengraben und ich fühle mich, als wäre ich gestern auf einer bulgarischen Hochzeit gewesen. Was ich vielleicht auch war, sicher ausschließen kann ich es nicht. Aber nichts, was ein Konter-Slibovitz und ein schönes Fußballspielchen nicht wieder richten können. Auf geht's...

15:15 Uhr

Frankfurt gegen Schalke also, ein schönes Spielchen. Alternativ könnten wir auch die Partie der Alten Herren des FC Bayern München gegen die Betriebssportmannschaft des Münchner Finanzamts tickern. Dort steht es zur Zeit 0:1 durch ein Eigentor von Uli Hoeneß.

15:20 Uhr

Als Raack und ich das letzte mal gemeinsam tickerten, machte Dortmund das Spiel das Jahres. Selbstverständlich auch unser Verdienst, wie wir finden. Und vom heutigen Spiel jetzt natürlich noch eine Steigerung erwarten. Unter einem 8:8 gehen wir hier nicht raus.

15:24 Uhr

Horst Heldt im Interview. Er werde natürlich wieder mit Armin Veh essen gehen. Vielleicht gibts ja Melone?

15:27 Uhr

Der erste Dämpfer des Tages: Marcell Reif kommentiert. Bzw. Marcel Reif grantelt. Grantelgrantelgrantel. Das ist, als würde er uns jetzt 90 Minuten anmeckern.

15:29 Uhr

Eben noch lag ich in meiner Eintracht Frankfurt-Bettwäsche und träumte von Tony Yeboahs Oberschenkeln, jetzt sitz ich hier und muss mich über Karim Matmour ärgern. tTotzdem: Von mir kann heute keiner Objektivität erwarten. Dafür ist Kollege Raack heute zuständig. Ich bin parteiisch bis ins Blut.

1.

Bei Frankfurt auf der Zehn: Marc Stendera, mit 17 Jahren der fünftjüngste Profi der Ligageschichte. Und außerdem Anlass für kindische Wortwitze. Stendera, hihihihi

3.

Endlich. Endlich weiß ich, woran mich die Brille von Marcel Reif erinnert.

4.

Frankfurts Stendera ist 17 Jahre alt und macht heute den Spielmacher in einem Bundesligaspiel gegen Schalke 04. Es gibt ja solche und solche Leben. Ich war mit 17 hoffnungslos in eine Mitschülerin verknallt, freute mich einen Wolf, wenn ich unseren Lateinlehrer mit karierten Hemden zu Migräneanfällen provozierte und wenn ich mal bei der Ersten Herren mitkicken durfte, wurde ich pausenlos »der Youngster« gerufen. War auch lustig. Aber so ein Spielchen gegen Schalke...

6.

Gute Stimmung im Waldstadion. Gesänge, Hüpfen, Schreien - so wie wir gestern an der Bier-Pong-Platte. Schade, dass es keine Bier-Pong-Bundesliga gibt. Die würden wir auch tickern. Also die Spiele, die wir nicht selber bestreiten müssten.

7.

Noch ein Nachtrag zu Stendera. Selten wird sich ein Teenager so über das »a« in seinem Nachnamen bedankt haben, denke ich.

8.

Russ tritt Draxler, aber – Obacht, Super-Phrase! – der nachfolgende Freistoß brachte nichts ein. Russ trägt einen herben Drei-Tage-Bart und schaut deshlab auch extra grimmig drein. Vollbärte sind also nicht nur in diversen Ost-Berliner Stadtteilen wieder in Mode gekommen, interessant. Reich und ich befingern enttäuscht unsere babyglatte Gesichtshaut und kontrollieren dann gegenseitig unsere Ausweise.

10.

Das Spiel ist bisher ganz nett aber so richtig geil auch nicht. Ein einziges Abtasten, ohne dass einer reingeht. Wie beim Schulmädchenreport. Dann aber Pass von Bastos in den Sechzehner, aber keiner geht drauf. Wollen alle nur kuscheln.

12.

Zwei Chancen für Schaöle, zweimal erfolglos. Aber irgendwie wirken die Schalker wacher, fitter und konzentrierter. Zeigen also sämtliche Eigenschaften, die Reich und mir so gen 2 Uhr flöten gegangen sind.

13.

Jetzt die erste Halb-Chance von Frankfurt. Genug, um fast einen Herzinfarkt zu provozieren. Bringt aber nix ein. Ich ziehe mir erstmal den Eintracht-Schlafanzug zurecht. Wenigstens bin ich jetzt wach.

16.

Reif spricht von »knackigen Zweikämpfen«. Das hätte er mal meinem ersten Chefredakteur aus der Lokalzeitung vortragen sollen, der hätte ihn in der Luft zerrissen. Stichwort: falsches Bild. Darf man dann eigentlich noch vom Knackarsch sprechen?

19.

Mann, der Stendera ist zwar erst 17, aber Freistöße schießt der, die sind so stramm wie Raack heute morgen um vier. Wenn man da die Birne reinhält, vergisst man wahrscheinlich die letzte Woche seines Lebens. Anderson tut's trotzdem, dreht das Ding aber am Tor vorbei.

20.

OOOOAAAAAHH, wir schließen uns Märchenonkel Reif an und sagen: Wäre das eine Geschichte gewesen. Stendera fährt kurz mit der Schalke-Abwehr Schlitten, steht dann frei vor Hildebrandt und nagelt das Ding an die Latte. Stendera -> Latte. Wortwitz bitte hier einfügen:

21.

Da sage noch einer, unsere Teenager hätten nichts auf der Kette außer ein fundiertes Pornografie-Wissen und den Standort des nächsten Dealers. Wenn wir diese Bude hier und heute sehen, fallen wir sofort wieder zurück in die Pubertät, versprochen.

24.

Elfmeter für Schalke, aber Nikolov hält. Mit der Erfahrung seiner 67 Profijahre und der Coolness seiner grauen George-Clooney-Gedächtnis-Schläfen boxt er den Ball weg. Der Mann ist alt, er will seine Ruhe.

26.

Nikolov war schon bei der Eintracht, als Afrika und Europa noch ein Kontinent waren. Hier ein frühes Foto, geschätztes Aufnahmealter: circa 12.000 v.Chr.

28.

Nachgereichte Bilder aus der Redaktion (man beachte auch die liebevolle Inneneinrichtung): Reichs Reaktion beim gehaltenen Elfmeter.

29.

Was ich an Marcel Reif so mag: Er ist ein hoffnungsloser Oldschooler. Da taucht erneut der junge Stendera auf und Reif nennt ihn doch tatsächlich einen »jungen Spund«. Fehlt nur noch, dass  gleich jemand Julian Draxler »voll in die Parade« fährt oder Reif die DM wieder einführt.

30.

Inui und Uchida im Laufduell. Zupfen ein wenig, drücken ein bisschen, beide bleiben stehen und gehen dann friedlich auseinander. Der vielleicht höflichste Zweikampf der Welt?

36.

Die Eintracht macht die Chancen nicht und lädt Schalke zum Kontern ein. Reif grantelt. Ich grantle. Ich fühle mich ihm sehr nah gerade. Irgendwie unangenehm.

38.

Während das Spiel hier recht munter Richtung Halbzeitpause plätschert, fällt mir plötzlich ein herrlicher Schnappschuss in die Hände, der all diejenigen Lügen straft, die dachten, dass Armin Veh schon immer alt und grau war. Die Jungs daneben sind übrigens Helmut Haller und sein Sohnemann Jürgen. Warum die da stehen? Das weiß nur Gott.

38.

Wieder nix. Inui aus sechzehn Meter und Hildebrandt fliegt durch den Strafraum wie Superman und lenkt das Ding an die Latte. Also die richtige Latte, nicht Frankfurts Zehner.

41.

Tor. Da. Ist. Das. Ding. Stendera huft einen Freistoß mit 300 Kmh auf den Schädel von Marco Russ, der gar nicht anders kann, als einzunicken. Führung für die Eintracht. Wir wünschen Russ alles Gute, der sich bei diesem Freistoß sicherlich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen hat.

44.

»Die beste Frankfurter Halbzeit seit Wochen«, meint Reif. Meinen wir auch. Charly Körbel ruft begeistert in der Redaktion durch und brüllt exakt 603 Mal »Eintracht!« in den Hörer. Rekord!

16:16 Uhr

Partytime im Hause Reich. Während Raack am Schreibtisch sitzt und pantomimisch einen Wachkoma-Patienten darstellt, tanze ich über die Tische und freue mich des Lebens. Musik, bitte:

16:20 Uhr

So langsam mache ich mir Sorgen um Raack. Er hat sich auf den Boden gelegt und die Mütze über den Kopf gezogen. Wimmert wirres Zeug, irgendwas mit Thomas Schaaf und Diego. Ich mische ihm lieber mal ein wenig Slibovitz in seine Anti-Kater-Hühnerbrühe.

16:28 Uhr

Erkenntnis der Halbzeitpause. Hoffenheim wird wohl absteigen. Außerdem: Jan Henkel ist keiner, dem HD-Fernsehen unbedingt steht...

16:30 Uhr

Eigentlich wollten Reich und icke ja das »Topspiel« zwischen Werder und Wolfsburg tickern. Dann dachten wir kurz daran, was mehr Spaß macht: Nackt bis zum Nordpol wandern, beim Pinkeln im Schwimmbad von einer Horde Abiturientinnen erwischt werden, mit dem Kopf im Vollsprint gegen die Wand laufen. Dann dachten wir: Lass uns lieber ein anderes Spiel tickern.

16:31 Uhr

»Du kannst alles haben«, sagt die Werbung von Coke Zero. Ok, dann wollen wir ein Probetraining bei einem Bundesligisten, die dazugehörige Sportlerfigur, ein wenig Talent, außerdem zwei Dönerteller, häufig wechselnde Sexualpartner, dicke Arschtaschen von den Geldbündeln und einen Mute-Knopf für Marcel Reif. Oh, Moment...

45.

Und es geht weiter. Immer weiter. Reich holt seine Eier raus, sagt, dass wir sie brauchen würden. Ich beiße einem Schäferhund in den Oberschenkel. 50 Jahre Bundesliga, so ein Spaß.

48.

Kollege Raack hat seine altbekannte Vitalität wiedergefunden und war kurz draußen, um Stimmen zum Spiel zu sammeln. Hier die ersten Ergebnisse:

49.

Pukki ist jetzt im Spiel. Der steht bestimmt irgendwann mal im Lexikon: »Kosewort für niedliches Eishockeysportgerät«.

50.

Wieder eine gefährliche Freistoßflanke von Stendera. Wo hat der Junge gelernt? Sieht aus wie eine Mischung aus Mario Basler und Vasile Miriuta. Also die Freistoßtechnik, nicht der Junge. Ob er das Ventil auch immer nach oben legt?

52.

Reif redet vom »kleinen Stendera« . Wir tauschen irritierte Blicke. So offen war Reif noch nie.

53.

Wo wir gerade dabei sind: Wie sieht wohl eine Mischung aus Mario Basler und einem Golden Retriever aus?

55.

Stargast im Stadion: Otto Rehhagel. Ob er vielleicht die Schalker zur nächsten Saison übernimmt? Durchaus möglich. Wir haben mal nachgefragt:

58.

Wir sind ja groß geworden mit dem Schalke 04 Mitte/Ende der neunziger Jahre. Damals grätschte der Mensch gewordene Hackbraten Jiri Nemec die Gegner ab, Olaf Thon verteilte klug die Bälle und wenn es mal nicht so lief, kloppten Youri Mulder oder Mike Büskens volles Rohr dazwischen. Damals schwitzen die Schalker nicht Schweiß, sondern Kohlenstaub oder des Gegners Blut. Die Mannschaft der Gegenwart trottet hier gerade mit der Präsenz eines Faultieres über den Platz. Was macht eigentlich Jiri Nemec?

61.

»Mannhaft«, brummt Reif ins Mikro. Ein wundervolles Marcel-Reif-Wort. So wie »läppisch« oder »quirlig«. Er meinte übrigens Stendera, dem, so Reif, »schon ein Bart wächst.« Wir sind voller Neid. Stendera hat bestimmt auch 'ne coolere Mofa als wir.

65.

Neu im Spiel: Jermaine Jones. Frankfurter Bub und Frankfurter Hassobjekt. Ich schwinge drohend meine Nagelfeile gen Fernseher.

66.

Und schon wieder rettet Oka Nikolov der Eintracht den Arsch. Doppel-Parade, habe wir zuletzt so bei den Super Kickers gesehen. Da! Draxler versucht einen Fallrückzieher von der Torlatte und der Platz ist plötzlich eine Kugel! Reich und ich heiraten gemeinsam Mila Superstar, Sport-Goofey macht den Trauzeugen.

69.

Wenn wir schon bei mannhaften Teenagern sind. Was geht eigentlich bei diesem Kolasinac? Der hat ein Kreuz, so breit wie das Stadiontor. Wenn der sich vor uns stellen würde, könnten Raack und ich dahinter bequem eine Runde Federball spielen.

75.

Eine Viertelstunde noch. Wenn die Eintracht das über die Zeit bringt, lauf ich purzelbaumschlagend nach Hause, trinke eine Badewanne voll Sekt und höre meine Marcel-Reif-Partykommentare-CD.

77.

Mein Gott, erkennen wir jetzt erst: Barnetta und Trainer Jens Keller haben Partner-Stirnfalten!

79.

Reif wirft die Frage in den Raum, ob Oka Nikolov noch mit Jürgen Grabowski zusammen gespielt habe. Bestimmt. Reich und ich erinnern sofort an die Jubelszenen auf dem Römer, als der blutjunge Oka (minus 15 Jahre) die Meisterschale in den Frankfurter Himmel reckte. 1959 war das. Gott hab das Jahr selig.

82.

Jungejunge, die Schalker Defensive ist bei Stenderas Freistößen völlig unsortiert. Wahrscheinlich haben sie einfach schon aufgeben und sind bereits am Wurststand. Allerdings bringt Matmour die Bälle auch einfach nicht ins Tor. Der vielleicht unstürmerhafteste Stürmer der Bundesliga.

83.

Dieser Stendera ist ein geiler Typ. Müsste eigentlich noch in der A-Jugend die Tore schleppen und ist in diesem so wichtigen Spiel einfach mal der beste Mann. Reich hat sich bereits in der Halbzeit ein Stendera-Tattoo stechen lassen, ich mache es wie Kent Brockman und feier den Jungen nur noch ab.

87.

»Dem Aigner gehen die Körner aus«, meint Reif. Wir wünschten, das wäre bei Raack und mir gestern in »Connys Gedeck-Himmel« auch so gewesen.

88.

Höwedes wichst Djakpa über den Haufen und wir denken bei solchen Grätschen: Wie haben die Briegels und Breitners solche Attacken eigentlich früher überstanden, als Schienbeinschoner noch so angesagt waren die Andrea-Berg-Hits beim HipHop-Festival?

17:24 Uhr

Aus und vorbei. Frankfurt schlägt Schalke, Nikolov und Stendera sind coole Säue, Jens Keller muss sich die Stirnfalten nach oben tackern, damit er noch was sieht und auf »Sky« kommt gleich »Der Hobbit«. In der Hauptrolle: Horst Heldt. Wir bereiten schon mal Schnittchen vor und wünschen einen schönen Abend.

90.+3

Drei Minuten Nachspielzeit. Zambrano macht es nochmal spannend mit der unnötigsten Ecke der Welt. Macht aber nichts. Alles endet bei Nikolov, dem alten, ruhigen Nikolov. Auf der tribüne wird Beate Rehhagel gezeigt, sie freut sich auch. Schließlich war sie mit Nikolov in einer Klasse.

17:24 Uhr

Aus und vorbei. Frankfurt schlägt Schalke, Nikolov und Stendera sind coole Säue, Jens Keller muss sich die Stirnfalten nach oben tackern, damit er noch was sieht und auf »Sky« kommt gleich »Der Hobbit«. In der Hauptrolle: Horst Heldt. Wir bereiten schon mal Schnittchen vor und wünschen einen schönen Abend.

90.+3

Drei Minuten Nachspielzeit. Zambrano macht es nochmal spannend mit der unnötigsten Ecke der Welt. Macht aber nichts. Alles endet bei Nikolov, dem alten, ruhigen Nikolov. Auf der tribüne wird Beate Rehhagel gezeigt, sie freut sich auch. Schließlich war sie mit Nikolov in einer Klasse.

88.

Höwedes wichst Djakpa über den Haufen und wir denken bei solchen Grätschen: Wie haben die Briegels und Breitners solche Attacken eigentlich früher überstanden, als Schienbeinschoner noch so angesagt waren die Andrea-Berg-Hits beim HipHop-Festival?

87.

»Dem Aigner gehen die Körner aus«, meint Reif. Wir wünschten, das wäre bei Raack und mir gestern in »Connys Gedeck-Himmel« auch so gewesen.

83.

Dieser Stendera ist ein geiler Typ. Müsste eigentlich noch in der A-Jugend die Tore schleppen und ist in diesem so wichtigen Spiel einfach mal der beste Mann. Reich hat sich bereits in der Halbzeit ein Stendera-Tattoo stechen lassen, ich mache es wie Kent Brockman und feier den Jungen nur noch ab.

82.

Jungejunge, die Schalker Defensive ist bei Stenderas Freistößen völlig unsortiert. Wahrscheinlich haben sie einfach schon aufgeben und sind bereits am Wurststand. Allerdings bringt Matmour die Bälle auch einfach nicht ins Tor. Der vielleicht unstürmerhafteste Stürmer der Bundesliga.

79.

Reif wirft die Frage in den Raum, ob Oka Nikolov noch mit Jürgen Grabowski zusammen gespielt habe. Bestimmt. Reich und ich erinnern sofort an die Jubelszenen auf dem Römer, als der blutjunge Oka (minus 15 Jahre) die Meisterschale in den Frankfurter Himmel reckte. 1959 war das. Gott hab das Jahr selig.

77.

Mein Gott, erkennen wir jetzt erst: Barnetta und Trainer Jens Keller haben Partner-Stirnfalten!

75.

Eine Viertelstunde noch. Wenn die Eintracht das über die Zeit bringt, lauf ich purzelbaumschlagend nach Hause, trinke eine Badewanne voll Sekt und höre meine Marcel-Reif-Partykommentare-CD.

69.

Wenn wir schon bei mannhaften Teenagern sind. Was geht eigentlich bei diesem Kolasinac? Der hat ein Kreuz, so breit wie das Stadiontor. Wenn der sich vor uns stellen würde, könnten Raack und ich dahinter bequem eine Runde Federball spielen.

66.

Und schon wieder rettet Oka Nikolov der Eintracht den Arsch. Doppel-Parade, habe wir zuletzt so bei den Super Kickers gesehen. Da! Draxler versucht einen Fallrückzieher von der Torlatte und der Platz ist plötzlich eine Kugel! Reich und ich heiraten gemeinsam Mila Superstar, Sport-Goofey macht den Trauzeugen.

65.

Neu im Spiel: Jermaine Jones. Frankfurter Bub und Frankfurter Hassobjekt. Ich schwinge drohend meine Nagelfeile gen Fernseher.

61.

»Mannhaft«, brummt Reif ins Mikro. Ein wundervolles Marcel-Reif-Wort. So wie »läppisch« oder »quirlig«. Er meinte übrigens Stendera, dem, so Reif, »schon ein Bart wächst.« Wir sind voller Neid. Stendera hat bestimmt auch 'ne coolere Mofa als wir.

58.

Wir sind ja groß geworden mit dem Schalke 04 Mitte/Ende der neunziger Jahre. Damals grätschte der Mensch gewordene Hackbraten Jiri Nemec die Gegner ab, Olaf Thon verteilte klug die Bälle und wenn es mal nicht so lief, kloppten Youri Mulder oder Mike Büskens volles Rohr dazwischen. Damals schwitzen die Schalker nicht Schweiß, sondern Kohlenstaub oder des Gegners Blut. Die Mannschaft der Gegenwart trottet hier gerade mit der Präsenz eines Faultieres über den Platz. Was macht eigentlich Jiri Nemec?

55.

Stargast im Stadion: Otto Rehhagel. Ob er vielleicht die Schalker zur nächsten Saison übernimmt? Durchaus möglich. Wir haben mal nachgefragt:

53.

Wo wir gerade dabei sind: Wie sieht wohl eine Mischung aus Mario Basler und einem Golden Retriever aus?

52.

Reif redet vom »kleinen Stendera« . Wir tauschen irritierte Blicke. So offen war Reif noch nie.

50.

Wieder eine gefährliche Freistoßflanke von Stendera. Wo hat der Junge gelernt? Sieht aus wie eine Mischung aus Mario Basler und Vasile Miriuta. Also die Freistoßtechnik, nicht der Junge. Ob er das Ventil auch immer nach oben legt?

49.

Pukki ist jetzt im Spiel. Der steht bestimmt irgendwann mal im Lexikon: »Kosewort für niedliches Eishockeysportgerät«.

48.

Kollege Raack hat seine altbekannte Vitalität wiedergefunden und war kurz draußen, um Stimmen zum Spiel zu sammeln. Hier die ersten Ergebnisse:

45.

Und es geht weiter. Immer weiter. Reich holt seine Eier raus, sagt, dass wir sie brauchen würden. Ich beiße einem Schäferhund in den Oberschenkel. 50 Jahre Bundesliga, so ein Spaß.

16:31 Uhr

»Du kannst alles haben«, sagt die Werbung von Coke Zero. Ok, dann wollen wir ein Probetraining bei einem Bundesligisten, die dazugehörige Sportlerfigur, ein wenig Talent, außerdem zwei Dönerteller, häufig wechselnde Sexualpartner, dicke Arschtaschen von den Geldbündeln und einen Mute-Knopf für Marcel Reif. Oh, Moment...

16:30 Uhr

Eigentlich wollten Reich und icke ja das »Topspiel« zwischen Werder und Wolfsburg tickern. Dann dachten wir kurz daran, was mehr Spaß macht: Nackt bis zum Nordpol wandern, beim Pinkeln im Schwimmbad von einer Horde Abiturientinnen erwischt werden, mit dem Kopf im Vollsprint gegen die Wand laufen. Dann dachten wir: Lass uns lieber ein anderes Spiel tickern.

16:28 Uhr

Erkenntnis der Halbzeitpause. Hoffenheim wird wohl absteigen. Außerdem: Jan Henkel ist keiner, dem HD-Fernsehen unbedingt steht...

16:20 Uhr

So langsam mache ich mir Sorgen um Raack. Er hat sich auf den Boden gelegt und die Mütze über den Kopf gezogen. Wimmert wirres Zeug, irgendwas mit Thomas Schaaf und Diego. Ich mische ihm lieber mal ein wenig Slibovitz in seine Anti-Kater-Hühnerbrühe.

16:16 Uhr

Partytime im Hause Reich. Während Raack am Schreibtisch sitzt und pantomimisch einen Wachkoma-Patienten darstellt, tanze ich über die Tische und freue mich des Lebens. Musik, bitte:

44.

»Die beste Frankfurter Halbzeit seit Wochen«, meint Reif. Meinen wir auch. Charly Körbel ruft begeistert in der Redaktion durch und brüllt exakt 603 Mal »Eintracht!« in den Hörer. Rekord!

41.

Tor. Da. Ist. Das. Ding. Stendera huft einen Freistoß mit 300 Kmh auf den Schädel von Marco Russ, der gar nicht anders kann, als einzunicken. Führung für die Eintracht. Wir wünschen Russ alles Gute, der sich bei diesem Freistoß sicherlich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen hat.

38.

Wieder nix. Inui aus sechzehn Meter und Hildebrandt fliegt durch den Strafraum wie Superman und lenkt das Ding an die Latte. Also die richtige Latte, nicht Frankfurts Zehner.

38.

Während das Spiel hier recht munter Richtung Halbzeitpause plätschert, fällt mir plötzlich ein herrlicher Schnappschuss in die Hände, der all diejenigen Lügen straft, die dachten, dass Armin Veh schon immer alt und grau war. Die Jungs daneben sind übrigens Helmut Haller und sein Sohnemann Jürgen. Warum die da stehen? Das weiß nur Gott.

36.

Die Eintracht macht die Chancen nicht und lädt Schalke zum Kontern ein. Reif grantelt. Ich grantle. Ich fühle mich ihm sehr nah gerade. Irgendwie unangenehm.

30.

Inui und Uchida im Laufduell. Zupfen ein wenig, drücken ein bisschen, beide bleiben stehen und gehen dann friedlich auseinander. Der vielleicht höflichste Zweikampf der Welt?

29.

Was ich an Marcel Reif so mag: Er ist ein hoffnungsloser Oldschooler. Da taucht erneut der junge Stendera auf und Reif nennt ihn doch tatsächlich einen »jungen Spund«. Fehlt nur noch, dass  gleich jemand Julian Draxler »voll in die Parade« fährt oder Reif die DM wieder einführt.

28.

Nachgereichte Bilder aus der Redaktion (man beachte auch die liebevolle Inneneinrichtung): Reichs Reaktion beim gehaltenen Elfmeter.

26.

Nikolov war schon bei der Eintracht, als Afrika und Europa noch ein Kontinent waren. Hier ein frühes Foto, geschätztes Aufnahmealter: circa 12.000 v.Chr.

24.

Elfmeter für Schalke, aber Nikolov hält. Mit der Erfahrung seiner 67 Profijahre und der Coolness seiner grauen George-Clooney-Gedächtnis-Schläfen boxt er den Ball weg. Der Mann ist alt, er will seine Ruhe.

21.

Da sage noch einer, unsere Teenager hätten nichts auf der Kette außer ein fundiertes Pornografie-Wissen und den Standort des nächsten Dealers. Wenn wir diese Bude hier und heute sehen, fallen wir sofort wieder zurück in die Pubertät, versprochen.

20.

OOOOAAAAAHH, wir schließen uns Märchenonkel Reif an und sagen: Wäre das eine Geschichte gewesen. Stendera fährt kurz mit der Schalke-Abwehr Schlitten, steht dann frei vor Hildebrandt und nagelt das Ding an die Latte. Stendera -> Latte. Wortwitz bitte hier einfügen:

19.

Mann, der Stendera ist zwar erst 17, aber Freistöße schießt der, die sind so stramm wie Raack heute morgen um vier. Wenn man da die Birne reinhält, vergisst man wahrscheinlich die letzte Woche seines Lebens. Anderson tut's trotzdem, dreht das Ding aber am Tor vorbei.

16.

Reif spricht von »knackigen Zweikämpfen«. Das hätte er mal meinem ersten Chefredakteur aus der Lokalzeitung vortragen sollen, der hätte ihn in der Luft zerrissen. Stichwort: falsches Bild. Darf man dann eigentlich noch vom Knackarsch sprechen?

13.

Jetzt die erste Halb-Chance von Frankfurt. Genug, um fast einen Herzinfarkt zu provozieren. Bringt aber nix ein. Ich ziehe mir erstmal den Eintracht-Schlafanzug zurecht. Wenigstens bin ich jetzt wach.

12.

Zwei Chancen für Schaöle, zweimal erfolglos. Aber irgendwie wirken die Schalker wacher, fitter und konzentrierter. Zeigen also sämtliche Eigenschaften, die Reich und mir so gen 2 Uhr flöten gegangen sind.

10.

Das Spiel ist bisher ganz nett aber so richtig geil auch nicht. Ein einziges Abtasten, ohne dass einer reingeht. Wie beim Schulmädchenreport. Dann aber Pass von Bastos in den Sechzehner, aber keiner geht drauf. Wollen alle nur kuscheln.

8.

Russ tritt Draxler, aber – Obacht, Super-Phrase! – der nachfolgende Freistoß brachte nichts ein. Russ trägt einen herben Drei-Tage-Bart und schaut deshlab auch extra grimmig drein. Vollbärte sind also nicht nur in diversen Ost-Berliner Stadtteilen wieder in Mode gekommen, interessant. Reich und ich befingern enttäuscht unsere babyglatte Gesichtshaut und kontrollieren dann gegenseitig unsere Ausweise.

7.

Noch ein Nachtrag zu Stendera. Selten wird sich ein Teenager so über das »a« in seinem Nachnamen bedankt haben, denke ich.

6.

Gute Stimmung im Waldstadion. Gesänge, Hüpfen, Schreien - so wie wir gestern an der Bier-Pong-Platte. Schade, dass es keine Bier-Pong-Bundesliga gibt. Die würden wir auch tickern. Also die Spiele, die wir nicht selber bestreiten müssten.

4.

Frankfurts Stendera ist 17 Jahre alt und macht heute den Spielmacher in einem Bundesligaspiel gegen Schalke 04. Es gibt ja solche und solche Leben. Ich war mit 17 hoffnungslos in eine Mitschülerin verknallt, freute mich einen Wolf, wenn ich unseren Lateinlehrer mit karierten Hemden zu Migräneanfällen provozierte und wenn ich mal bei der Ersten Herren mitkicken durfte, wurde ich pausenlos »der Youngster« gerufen. War auch lustig. Aber so ein Spielchen gegen Schalke...

3.

Endlich. Endlich weiß ich, woran mich die Brille von Marcel Reif erinnert.

1.

Bei Frankfurt auf der Zehn: Marc Stendera, mit 17 Jahren der fünftjüngste Profi der Ligageschichte. Und außerdem Anlass für kindische Wortwitze. Stendera, hihihihi

15:29 Uhr

Eben noch lag ich in meiner Eintracht Frankfurt-Bettwäsche und träumte von Tony Yeboahs Oberschenkeln, jetzt sitz ich hier und muss mich über Karim Matmour ärgern. tTotzdem: Von mir kann heute keiner Objektivität erwarten. Dafür ist Kollege Raack heute zuständig. Ich bin parteiisch bis ins Blut.

15:27 Uhr

Der erste Dämpfer des Tages: Marcell Reif kommentiert. Bzw. Marcel Reif grantelt. Grantelgrantelgrantel. Das ist, als würde er uns jetzt 90 Minuten anmeckern.

15:24 Uhr

Horst Heldt im Interview. Er werde natürlich wieder mit Armin Veh essen gehen. Vielleicht gibts ja Melone?

15:20 Uhr

Als Raack und ich das letzte mal gemeinsam tickerten, machte Dortmund das Spiel das Jahres. Selbstverständlich auch unser Verdienst, wie wir finden. Und vom heutigen Spiel jetzt natürlich noch eine Steigerung erwarten. Unter einem 8:8 gehen wir hier nicht raus.

15:15 Uhr

Frankfurt gegen Schalke also, ein schönes Spielchen. Alternativ könnten wir auch die Partie der Alten Herren des FC Bayern München gegen die Betriebssportmannschaft des Münchner Finanzamts tickern. Dort steht es zur Zeit 0:1 durch ein Eigentor von Uli Hoeneß.

15:10 Uhr

Raus aus den Federn, ran an den Ticker. Auch wenn's Samstags ein bisschen weh tun kann. Kollege Raack hat Augenringe so tief wie der Mariannengraben und ich fühle mich, als wäre ich gestern auf einer bulgarischen Hochzeit gewesen. Was ich vielleicht auch war, sicher ausschließen kann ich es nicht. Aber nichts, was ein Konter-Slibovitz und ein schönes Fußballspielchen nicht wieder richten können. Auf geht's...

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