25.09.2012 | Frankfurt-Dortmund im 11FREUNDE-Liveticker
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Sehr, sehr, sehr zu sehr, sehr, sehr

Selbst Hassprediger liebten dieses Spiel! Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund, Endstand 3:3. Ein 6:0 für den Fußball. Ein sehr, sehr, sehr zu sehr, sehr, sehr für den 11FREUNDE-Liveticker.

Text: Dirk Gieselmann und Fabian Jonas Bild: Imago

Frankfurt: 31 Trapp - 24 Jung, 2 Zambrano, 23 Anderson, 6 Oczipka - 27 Schwegler, 20 Rode - 16 Aigner, 8 Inui - 10 Hoffer, 14 Meier. - Trainer: Veh

Dortmund: 1 Weidenfeller - 26 Piszczek, 4 Subotic, 15 Hummels, 29 Schmelzer - 7 Leitner, 5 Kehl - 16 Blaszczykowski, 11 Reus, 14 Perisic - 9 Lewandowski. - Trainer: Klopp

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)

Frankfurt
3
:
3
Dortmund

12:49 Uhr

Zurück ins Jahr 1992. Als die Eintracht noch Jay Jay mit Vornamen hieß. Und Lokomotiven gelb waren. Ach, 1992.

18:45 Uhr

Noch soundsoviele Stunden bis zum Spiel. Während Dragoslav Stepanovic die Siegeshoffnungen der Dortmunder auf einem Scheiterhaufen aus Zigarillos verbrennt und 11FREUNDE in den Rauchschwaden den Durchblick verliert, behält ihn wenigstens einer. Nämlich... Genau. Wer sonst.

18:53 Uhr

Wir können aufatmen: Kettenraucher Stepi geht noch mal kurz einkaufen. Verstärkungen? Chips? Oder gar beides? 

19:37 Uhr

So, dann gucken wir mal: Dortmund macht sich warm. Gegen Ajax. Anmaßend. Meine Meinung.

19:41 Uhr

Übrigens: Wie ich Menschen hasse, die »check« schreiben. Zum Beispiel: »Karten für Frankfurt-Dortmund besorgen: check.« Das mal gesagt haben: check.

19:43 Uhr

Wie schön, auf diesem Wege noch mal Marcel Reifs inzwischen legendären Satz zu hören, den er bei der Auftaktpartie Dortmund-Ajax sagte: »Übers Torverhältnis wird die Gruppe nicht entschieden am Ende.« Und: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

19:48 Uhr

Dortmund-Ajax: check! Hmmmmmmm Ajax. Auch da werden Erinnerungen an die neunziger Jahre wach, an tollen Fußball und an Louis van Gaal. Aus heutiger Sicht würde ich ja sagen: leider auch an Louis van Gaal, aber damals, Ende der Neunziger, wusste ich vom speziellen Charakter dieses Mannes noch nichts, war vielmehr mit speziellen Charakterinnen überbeschäftigt und mit der Frage, ob ich mir die Haare abschneiden sollte, eine Entscheidung, die ich leider viel zu spät mit »JAAAAA« beantwortet habe. Das aber nur am Rande.

19:55 Uhr

Wir tickern ja erst zum ungefähr 8000. Mal, da kann es schon mal passieren, dass Kollege Gieselmann nicht weiß, wie im Redaktionsfernseher das richtige Programm zu finden ist. Dafür wissen wir jetzt: Wir haben unsere Jugendschutz-Pin zu oft falsch eingegeben (666, was sonst?), Markus Merk wird mit Hostessen bezahlt, und Harald Schmidt geht es offenbar so gut wie eh und je.

19:56 Uhr

»Werde die erste Frau, die ein Bundesligaspiel live kommentiert«, bellt Marcel Reif plötzlich. Ich würde mich gern bewerben, habe aber Angst vor den Schmerzen nach der Operation.

19:58

Die Neunziger, sie hören nicht auf. Unser Kommentator: Fritz von Thurn und Taxis.

 

19:59 Uhr

»Herzlich willkommen in der Commerzbank«, ruft Fritz von Thurn und Taxis uns zu. Da wohnt er jetzt also. Armer, alter Mann. Wem er die Tür zum Geldautomatenraum aufhält, der möge ihm ein paar Cent spenden. Aus alter Verbundenheit. Beziehungsweise: »Verbundenheit«.

20:00 Uhr

»Jetzt wird uns warm«, föhnt Thurn und Taxis. Uns wird aber kalt. Sind wir etwa tot? Dass das Spiel nicht mit einer Schweigeminute beginnt, sondern mit einem Anstoß, lässt uns hoffen. Noch. 

1.

»Draufgänger«, »zierlich«, »Nonplusultra«, »in Szene setzen«: Wenn Wörter Elefanten wären, Thurn und Taxis wäre der oberste Wildhüter. Bei ihm stirbt nichts aus. 

3.

Gespenstisch: Irgendwo im Stadion schreit jemand wie von Sinnen. Ein Hassprediger auch hier? Oder hat sich jemand am Pissoir den Lurch eingeklemmt? Der Grat ist schmal.

8.

Fritz von Thurn und Taxis droht mit seinen Karteikärtchen, er wolle uns später »noch einiges zu Schwegler erzählen« frohlockt er, setzt aber zunächst noch einen Spannungsbogen: »Aber dafür muss er groß im Bild sein.« Natürlich setzt der Regisseur, dem wir dafür sehr dankbar sind, Schwegler daraufhin nicht groß ins Bild, aber was kümmert den alten Fritz sein Geschwätz aus der Vorminute, er erzählts trotzdem. Schwegler habe einen »Cut«, bellt er so schneidend, dass uns auch alles aufplatzt, ein Wunder sei es gewissermaßen, dass er überhaupt noch auf seinen Beinen stehen könne, aber er ist ja ein echter Kerl usw. usf.

10.

Ich werde nie vergessen, mit welcher Grandezza Thurn und Taxis einst einen Start von Marc Giradelli beim Super-G kommentierte: »Ja, da ist er der Mann aus Luxemburg. Gerade eben hat er noch ein Croissant zu sich genommen!« Wenn er das doch nur noch mal sagen würde... Zum Beispiel über den vierten Offiziellen: »Ja, da ist er der Mann aus Nordhorn. Gerade eben hat er noch ein Croissant zu sich genommen!« 

13.

Tatsächlich sieht Schwegler aus, als sei er direkt einem Gemälde von Otto Dix entsprungen.

15.

Götze, der »Tausendsassa«, wie Thurn und Taxis ihn nennt. Aber was ist ein Tausendsassa in der Krise? Ein Hundert-, ein Zwanzigsassa gar? Wir rechnen das nach!

17.

Erstaunlich. Perisic ist doppelt so schnell wie Zambrano, aber nicht halb so schnell wie Schwegler. Was an Schweglers Schulter liege, findet der Schiri, die im Weg gewesen sei. Freistoß. Grooooßer Mantel, darunter ________________ . 0:0.

18.

»Helaba«, steht auf der Bande. Wahrscheinlich die Antwort einer hessischen Jugendgang auf Thurn und Taxis Dauersermon. Dafür haben sie Geld!

19.

Reus im Abseits. Trifft dort Helmut Kohl. 

20.

Vielleicht täusche ich mich ja, aber mir scheint immer mehr, dass sich Mario Götzes Physiognomie zunehmend dahingehend verändert, dass er Frankfurts Inui den eben erst von TuT verliehenen Titel als »Bester Japaner der Bundesliga« streitig machen kann. Verblüffend. Aber auch grenzwertig. Meine Meinung.

22.

Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller? Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Liegt gemütlich im Strafraum und liest sich die letzte Seite im neuen »Stern« durch: »Was macht eigentlich... Roman Weidenfeller?« Wo waren wir stehengeblieben? 

24.

»In der Not« (TuT exklusiv für Sky) holgerbadstubert Hummels einen 60-Meter-Pass auf Lukas Piszczek, der schon unterwegs, für alle sichtbar außer seinen Gegenspieler, davon träumt, wie er mit der Annahme den Haken nach links machen, und den Ball in den Winkel schlenzen wird. War aber nur ein Traum, in Wirklichkeit schießt er einen Frankfurter an, der Ball trudelt trotzdem ins Tor.

26.

Frappierend: Die Ähnlichkeit zwischen Eintracht-Trainer Armin Veh und Verkehrsminister Peter Ramsauer. Reden wir lieber nicht weiter darüber.

28.

Zack, Bumm. Was klingt wie eine Sequenz aus einem Film mit Bud Spencer und Terrence Hill, ist vielmehr ein Tor der Borussia. Zack: Piszczek. Bumm: Reus. 2:0 für Dortmund. Heul: Veh.

31.

Vorteil. Ein durchaus wohltuendes Wort in diesen nicht nur für Frankfurt so schweren Zeiten. 

32.

Wie wir einem nicht näher zu benennenden Konkurrenzticker entnehmen, liest Wolfsburgs Torwart Benaglio hier mit, will Schwegler in nichts nachstehen und hat sich daher einer schicke Beule an der Stirn zugelegt. Das etwas andere Fernduell. Spannend.

33.

Der Frankfurter Hassprediger hasst weiter. Aber wen? Den modernen Fußball? Die USA? Den DFB? Sich selbst? Und wenn ja: Hasst er sich selbst so sehr wie wir ihn? 

36.

»Rücklage«, »platzieren«, »verzagen«, »Zug nach vorn«: Thurn und Taxis winkt weiter die Elefanten auf seine Arche Noah der Sprache. Und wir? Saufen ab. Wenn Gott das wüsste! 

37.

Kein Problem für Kevin Trapp. Die neue Serie auf dem Kinderkanal. Mit Kevin Trapp als Kevin Trapp. Und Karsten Speck als menschelnder Schimpanse.

40.

Rode, so Thurn und Taxis, versuche nun, »vertikal in die Spitze zu spielen«. Wurde auch Zeit, nach all den vergeblichen Versuchen, horizontal in die Spitze zu spielen.

43.

Jetzt kommt der Zwanzigsassa: Mario Götze macht sich warm. Und auf der Tribüne leckt sich Co-Dingsbums Hansi Flick die Lippen. Das muss, kann nur ein Zufall sein. 

44.

Schwegler mit einer bezaubernden Grätsche gegen Perisic, aus vollem Lauf, und das als Einäugiger (wir berichteten). Aber Schiri Meyer (Burgdorf) pfeift ab, hatte nur den Vorteil abgewartet, nach einem Foul zuvor an Kehl. Alles richtig, aber so dermaßen unbefriedigend. Sekunden später wieder eine knappe Entscheidung gegen die Eintracht, wieder richtig, war Abseits. »›Schade‹, werden die Frankfurter sagen«, orgelt Fritz von Thurn und Taxis. Und tatsächlich: »Schaaaaaaadeeeeee«, schreit der Hassprediger in sein Megafon. »Schaaade!«, antworten die Frankfurter.

45.

Wie so oft in der 45. Minute wird das Spiel nun unterbrochen. Ein archaischer Brauch, den es zu hinterfragen gilt. Sind die Spieler nicht längst Maschinen, die immer weiter, immer weiter machen könnten?  

20:50 Uhr

Werbung. Ein Faultier vergleicht Strompreise. Soll uns wohl sagen: Wenn selbst ein Faultier das kann, dann können wir das schon lange. Dann analysiert Jessica Kastrop die erste Halbzeit. Soll uns wohl sagen: Wenn selbst... Lassen wir das.

20:53 Uhr

Jessica Kastrop sagt nun, wobei sie erstaunlicherweise von Katja Burkhard synchronisiert wird, zum 1:0: »War so'n bisschen so'n Flippertor.« Und wir singen: Flipper! Flipper! Mir schmerzt das Gehirn! 

21:01 Uhr

Götze! Klingt wie ein Befehl. Aber man kann ja gar nicht soviel fressen, wie man götzen soll.

45.

Von den Machern von »Halbzeit 1«: »Halbzeit 2«. 

47.

Dortmund von rechts nach links. Frankfurt ebenfalls. 

49.

Nun aber mal von links nach rechts, und das ist eine verdammt gute Idee: Aigner! Ilse? Egal! SGE! SGE! CSU! CSU! Und an der Seitenlinie tanzt Peter Ramsauer Lambada mit sich selbst. 

49.

Und das Sensationelle an diesem Treffer ist ja nicht, wie schnell und präzise er herausgespielt wurde, sondern dass er durch einen »Konter im eigenen Stadion« entstanden ist, wie uns Fritz von Thurn und Taxis selbstverständlich nicht vergisst zu informieren.

50.

Nä! Ein Eskimo köpft die Borussen in die innere Arktis: Inui macht das 2:2! Von 0:2 auf 2:2. Und das innerhalb von 90 Sekunden. Schätzungsweise. Oder wie Thurn und Taxis, davongetragen von einer Welle der Emotionen, es ausdrückt: »Roundabout.« Immerhin: Das Spiel ist wieder offen. Roundabout. 

54.

»Götze, ja, der kann Fußball spielen«. Diesen Satz von Fritz von Thurn und Taxis hätten selbst wir bislang jederzeit so unterschrieben, im speziellen Fall wollen wir aber doch einschränken: Ist ja auch nicht sonderlich schwer, wenn der Innenverteidiger, in diesem Fall Anderson, beschließt, den Ball im Sechzehner quer auf den Dortmunder zu legen. Falls er einen Scorerpunkt dafür wollte, war er erfolgreich. Götze schiebt ein, 3:2, und Anderson wird diesen Monat wohl eher nicht »Mitarbeiter des Monats« bei der Eintracht.

56.

Kinder, ist das hier das größte Spiel aller Zeiten? Stepi frisst hier in der 11FREUNDE-Box seine Zigarillos, Maurizio Gaudino fährt auf Inlineskates im Kreis und schreit nach Kati Witt, und wir haben den Finger am Abzug des tödlichen Passes. Werden wir all das überleben? Noch macht es klick. Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. Klick.

61.

Thurn und Taxis möchte nun »mit der Zunge schnalzen«. Was die Frage aufwirft: Wer setzt sich eigentlich für die Rechte von Zungen ein?

63.

Götze sei, so Thurn und Taxis nun, »wieder der Alte«. Was, wie die Fernsehgeschichte gezeigt hat, nicht immer das Erstrebenswerteste ist.

65.

Es ist ja nicht nur erstaunlich, wie viele Worte alleine durch Fritz von Thurn und Taxis am Leben erhalten werden, sondern insbesondere, wie viele davon mit »F« beginnen: forsch, frech, flott, ohne Fehl und Tadel, Fritz. Ich wüsste noch eins, aber das stirbt nicht aus, wenn ich es schreibe, müsst ihr euch halt denken, liebe Fans.

67.

Chance, Chance, Chance: Frankfurt jetzt hier mit einer Verzweiflung, die nur jemand kennt, der beim Kniffeln mit dem Rücken zur Wand steht. Aber wo ist die große Straße?

70.

»Bleibt's bei zwei Gegentoren, Roman Weidenfeller?«, fragt Thurn und Taxis, der offenbar über den Dienstplan der ihm zur Seite gestellten »Experten« vollkommen falsch informiert ist.

72.

Plötzlich erinnert sich Anderson dann doch noch an seine Kernkompetenzen, grätscht Großkreutz einen Zauberpass von Götze vom Fuß. »Damit macht er einiges wieder gut«, gurgelt Ihrwisstschonwer, verliert dabei aber aus den Augen, dass es natürlich beim Spielstand von 2:3 bleibt, Anderson also genaugenommen überhaupt nichts wieder gut macht. Bzw. verliert er es nicht aus den Augen, sondern es ist im einfach egal. Und wer prangert das an? Ich! Gern geschehen.

73.

»Ich beobachte die Bundesliga seit 1963«, guidoknoppt Thurn und Taxis nun. »Aber einen solchen Aufsteiger habe ich noch nicht erlebt.« Und in Kaiserslautern stirbt durch diesen Satz eine ganze Region.

74.

TOOOOOOOOOR IN FRANKFFUUUUURT! FÜÜÜÜÜR FRANKFURT. Und wer hat’s gemacht? Wie ist Fußball? Na? Na? Na? Anderson hat’s gemacht! SO ist Fußball! Und wer ist Schuld? Ich! Gern geschehen!

76.

Thurn und Taxis schmatzt und kaut auf diesem Spiel herum wie Gerard Depardieu auf einem Bordeaux. Dabei handelt es sich doch um Äbbelwoi. Wenn auch um durchaus guten.

79.

Mensch, der Schmelzer kann ja richtig wütend werden! Sieht dabei aber immer noch aus wie Martina Navratilova, wenn sie freundlich ist. Faszinierend.

81.

»Zukunft bewegen«, so steht es auf der Bande. Ein Ding der Unmöglichkeit, zumal es in der Natur der Zukunft liegt, dass sie noch nicht da ist, sich also auch nicht bewegen lässt. Aber allemal eine schöne Umschreibung der Anstrengungen beider Mannschaften: Den Ball bewegen, auch wenn er ganz woanders ist. Alle, wirklich alle wollen hier das Tor machen. Und jetzt kommt auch noch Sonny Kittel. Geht die Sonne jetzt am Abend auf? Das würde selbst die Zukunft bewegen.

87.

»Lebbe geht weiter«, sagt 11FREUNDE-Experte Stepi, natürlich rauchend, plötzlich. Das passt ja nun gar nicht. Ist das eigentlich der einzige Satz, den du sagen kannst, Stepi? »Lebbe geht weiter.« Bezeichnend.  

88.

Das Einzige, was mir an diesem Spiel nicht gefällt, abgesehen davon, dass ich deswegen arbeiten muss, ist, dass ich absolut keine Ahnung habe, was noch passieren wird. Es ist tatsächlich alles vorstellbar: Dass der BVB die Eintracht noch mit 7:3 abschießt ebenso wie ein Sieg der Frankfurter. Solche Spannung würde ich ja gerne mal erleben, wenn ich sonntags Tatort schaue, aber doch nicht beim Fußball. Wir sind doch »Experten«!

89.

Zambrano und Anderson können nicht mehr, stürzen sich in die Schlucht wie gehetzte Bisons. Ein katastrophaler Doppelpass vorm eigenen Strafraum. »Das kostet Armin Veh drei Jahre seines Lebens«, dräut Thurn und Taxis. Jedoch: Ein Dreijahresvertrag mit dem Tod – wer hat den schon? 

91.

Letzte Ecke. »Es steht alles«, versteift sich Thurn und Taxis. Sex im Alter: Dieses Spiel macht es möglich. Und Jürgen Klopp, der wegen einer Verbalinjurie auf die Tribüne muss, kann nur noch spannern. Und wir spannern auf ihn. Wer ist hier nun der Perverseste?

92.

Und Schluss. Welch ein Spiel, liebe Fans! Selbst der Hassprediger liebte es, sang zum Schluss nur noch Whitney-Houston-Hits. 3:3. Ein 6:0 für den Fußball. Und Eintracht Frankfurt wird Weltmeister. Da legen Charly Körbel, Fritz von Thurn und Taxis und ich uns fest.

21:53 Uhr

Sebastian Kehl im Interview. Sehr, sehr viel »sehr, sehr«, sehr, sehr viel aufgeblasene Backen, und keiner legt ihm eine Jacke um. 

21:55 Uhr

»Ich glaube, Sie haben alles gesehen«, beschließt Thurn und Taxis. Alles. Außer Busen. Aber wozu gibt es Phantasie und rechte Hände, liebe Fans? Gute »Nacht«.


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