England
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Deutschland

England - Deutschland im Liveticker

Roman Empire

Er kam, sah und siegte: Ohne einen einzigen Weidenfehler übersteht Roman Weidenfeller sein Nationalelf-Debüt und entert Wembley.  Per »Big f****ing German« Mertesacker fühlt sich in London schon ganz wie zuhause und schädelt die Nationalelf zum mühsamen 1:0. Immer dabei gegen die Three Lions: die Two Laiens vom Ticker.

23:02 Uhr

Frankreich bei der WM dabei. Portugal bei der WM dabei. Kroatien bei der WM dabei. Griechenland bei der WM dabei. Deutschland bei der WM dabei. Und England auch. Warum, wissen wir auch nicht. Ist aber so. Zu Ende geht ein Klassiker, der sich genauso grotesk ausnahm wie das fürderhin angekündigte Programm im Ersten. Gleich empfängt hier Alexander Bommes im Sportschau-Club die als England-Bezwinger angekündigten Andreas Möller und Stefan Kuntz. Wir werden uns dann aber schon durch unruhige Träume wälzen, in denen Tofiq Behramov alle Ticks durchwinkt mit der Bemerkung, er habe sie nicht unter der Gürtellinie gesehen. In diesem Sinne: Good night and good luck!

22:52 Uhr

Und Schluss! Roman Weidenfeller springt über den Rasen wie ein Kiffer durch die zufällig im Mischwald entdeckte Grasplantage. Und die ARD schaltet zu den Fieldinterviews. »Ich sehe doppelt«, stöhnt Kollege Reich. Ich beruhige ihn: Ist nur ein Doppelinterview mit den Bender-Zwillingen. Dann kommt er, der Goalie, der Gelhelm, der eben noch mit Joe Hart gesmalltalkt hat (wie, fragen wir uns), er sagt: »Ich muss mich bei meinem Team bedanken.« Aha! So schnell geht das. Plötzlich ist es schon SEIN Team. Aber, lieber Roman, Hochmut kommt vor der WM.

90.+4

Die Abwehr der Engländer ist als Potemkinsches Dorf konzipiert, aber diesmal entsteigt Zarin Katharina II. ihrer Droschke und durchschaut die Scharade. In Form von Götze. Der Rest ist gerechte Strafe. Fast. Ein Engländer bekommt in letzter Sekunde eine Kulisse dazwischen. Weiter 1:0.

90.+2

Simon versteigt sich jetzt in der Nationalkampfrhetorik. »Seit 1974 in England ungeschlagen. Und wieder ist Wembley deutsch«, blitzkriegert er. Wir sagen Peace! Und Yo! Und Abpfiff! Bitte.

90.+1

Feines Schmankerl von Götze. Kunst im Kleinen. So wie Wilsons Kaugummibilder in London. Aber letztlich eben wertlos. So wie Wilsons Kaugummibilder in London.

90.

Sidney Sam bekommt den Ball an der Strafraumgrenze, zieht ab, verzieht. Mia Sam Net Mia. 

88.

Oha, Steffen Simon hat einen schlimmen Anfall der Neunziger. Spricht von »Paradiesvögeln« und »Herren der Lüfte«. Uralt-ARD-Vokabular, gleichberechtigt neben »Pausentee« und »Schlitzohr«. Und irgendwo in Bayern nestelt Gerd Rubenbauer zufrieden an seiner Klaviatur-Krawatte und rollt ein R.

89.

Schürrle agiert hier mit fast protestantischer Körperlosigkeit. Das ist natürlich fatal, wenn man gegen die Engländer spielt, ein Team bekannt für pornoeske Kontaktfreudigkeit. Vielleicht treffen sich die Teilnehmer ja in der Mitte und wir erleben, wie in alten Bravo-Zeiten, Heavy Petting. Mit Hansi Flick als menschlichem Kondom.

86.

Mh, ein zweites Tor wäre schön. Schade, dass Miro Klose nicht dabei ist, der würde jetzt sicher ein Kopfballtor machen. Wobei, vielleicht auch besser so. Wenn er trifft und seinen Salto macht, kommen die Praktikanten in der Redaktion immer auf dumme Gedanken und stellen den Salto im Redaktions-Fitnessraum nach. Und dann brauchen wir neue Praktikanten:

84.

Schmelzer ist übrigens raus, Jansen rein. Ein trauriger Tausch. Als würde man zum Supermarkt gehen und einen trockenen Brotknust mit alten Knöpfen bezahlen.

82.

Wieder pfeift der französische Referee einen aussichtsreichen Angriff zurück. Lannoying.

81.

Jetzt neu im Spiel: Rickie Lambert. Eine tolle Story, ist auch erst mit 31 Nationalspieler geworden. Der Schiri unterbricht das Spiel, Weidenfeller und Lambert gehen zögerlich aufeinander zu, umarmen sich schließlich. Weidenfeller kämpft mit den Tränen: »Du auch?« Lambert: »Yes, yes, very late. Very difficult.« Weidenfeller: »Komm on my Brust, Brother im Geiste«. Sie weinen ein wenig, Inka Bause und Vera int Veen kommen hinzu, das Team von »Vermisst« ist schon da, und schnulzige Musi setzt ein. Müssen kurz den Ticker unterbrechen, ich hab da was im Auge.

78.

Lallana, Gibbs, Hart - Englands aktuelle Mannschaft klingt wie die Single-Charts 1989. Wann kommen endlich Roxette, Marc Almond, Jive Bunny und der Hoff?

76.

»Vom Fabrikarbeiter zum Fußballstar«, americandreamt Simon jetzt. Er meint: Rickie Lambert. Der hat früher, parallel zur Fußballerkarriere, am Fließband Decke auf die Rote-Beete-Dosen gepropft. Jetzt propft er, gerade eingewechselt, durch die deutsche Defensive. Aber Mertesacker macht den sadistischen Schichtaufseher und feuert den Briten fristlos.

75.

In der ARD führt heute Stanley Kubrick Regie, der Großmeister rollt audiovisuelle Tsunamis über uns Zuschauer, die wir aber noch nicht bereit sind für diese Reizüberflutung. Bloß gut, dass Simon sich die Stimme von HAL geborgt hat, um den Klassiker zu moderieren. Und jetzt sieht er, dass die 11FREUNDE seit jeher die Gebührenzahlung verweigern, und er kommentiert: »I'm afraid, oh, I'm afraid, my mind is going, I can feel it, I can feel it, my mind is going, there is no question about it, I can feel it, I can feel it, I'm afraid...« Aaaah, diese Ruhe. Herrlich.

74.

Reich tickert mittlerweile übrigens mit Guy-Fawkes-Maske. Remember, remember the Nineteenth of November.

72.

Zum wiederholten Male vertändelt Jack Wilshere den Ball im Spielaufbau. Deutschland kontert. Großzügig. The will to share.

71.

Ronaldo trifft zum 2:2. Vermutung: In Solna spielen mittlerweile nur noch Ibra und CR7 gegeneinander, der Rest ist demütig vom Platz geschlichen. Unser Endergebnistipp deshalb: 6:6. Inklusive dreier Hackentore und zwei Fallrückzieher. Wir freuen uns auf die Zusammenfassung. Fast so sehr wie auf den Abpfiff in London.

70.

Kyle Walker galoppiert auf rechts davon. Revolvert seine Flanke in die Mitte. Walker, Wembley's Ranger. Aber Chuck Norris köpft den Ball aus der Gefahrenzone. Mit dem Fuß.

69.

Wir gehen weg von Zlatan, bleiben aber im Bereich der unglücklichen Frisen: Wenn Roman Weidenfeller jetzt nach all den Jahren plötzlich Nationalelf spielen darf, gewinnt dann im nächsten Jahr endlich Leonardo DiCaprio den Oscar? Wird Al Gore doch noch Präsident? Und was ist mit Schalke? Werden sie doch noch Meister 2001?

67.

So, Freunde, mal was Geiles. Oder wie wir sagen: was Zlataneskes: Schweden führt 2:1 gegen Portugal. Moment, das war gelogen. Ibrahimovic führt 2:1 gegen Portugal. Die Schwedenkante hat nämlich einfach mal zwei Tore gemacht. Weil er es kann. Hat das Spiel ähnlich lässig gedreht wie das Lenkrad seines Sportwagens. Wahrscheinlich hat er danach einen fünffachen Salto gemacht, sich in der Luft eine Zigarre angesteckt und allein durch Blickkontakt mehrere Zuschauerinnen geschwängert, während er sein neuestes Tatoo offenbarte, auf dem wahrscheinlich steht: »Who`s the Man?« Er weiß es, wir wissen es, alle wissen es.

64.

Lallana schießt. Links vorbei. Das war eng. Aber wir spielen ja auch gegen England.

63.

Oh, auch die Queen ist da. Haben wir erst jetzt entdeckt, sie hat sich gut verkleidet, um mal ungestört das Spiel zu genießen:

60.

Letzter Nachtrag zu Schmelzer: Nur ein Klaus Augenthaler darf sich selbst interviewen!

59.

Kollege Reich hat sich derweil von Schmelzers Homepage das Wallpaper, den Screensaver und die Autogrammkarte downgeloaded. Interviewt sich nun auch selbst. Reich, wenn du... Oh, gute Frage, also ich würde... Denn ist ja größte Perversität dieser Jungfußballerdomains, diese pseudogeführten Interviews, mit gefetteter Frage und kursiver Antwort, weil es allzu forsch wirken könnte, einfach ungefragt von Ungeheuerlichkeiten wie dem Lieblingsessen oder dem Lieblingsschauspieler zu erzählen. Soll nachher ja keiner behaupten, man sei vorlaut oder kokett. Steile Thesen vertragen sich nicht mit flachen Hierarchien. 

57.

Townsend fackelt, aber Weidenfeller pomadiert den Ball von der Linie. Nachher wird er arabischen Reportern souverän in die Mikrofone diktieren: »I think I have a grandios Debüt gespielt.« Hast du, Roman. Hast du.

56.

Weil hier bis auf irrelevante Auswechslungen überhaupt nichts passiert, habe ich die Seite www.marcel-schmelzer.de abgesurft und weiß hernach nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Erkenntnisse: Marcel Schmelzer hat schon ein paar Länder der Welt bereist, aber wirklich viel gesehen hat er nicht. Marcel Schmelzer lebt seinen Traum und träumt nicht sein Leben. Marcel Schmelzer will irgendwann eine Familie gründen. Marcel Schmelzer mag so etwas Ungewöhnliches wie Kniffel. Marcel Schmelzer fasziniert eigentlich alles, was im Laufe der Zeit erfunden wurde. Marcel Schmelzer würde sich, hätte er einen Wunsch frei, noch weitere Wünsche dazuholen, Marcel Schmelzer isst Chilli con Carne, Marcel Schmelzer trinkt Sprite und Bananensaft. Und Moritz Herrmann? Hat jetzt genug gesehen, lebt seinen Albtraum, wünscht sich nun, das Internet wäre nie erfunden, würde, hätte er einen Wunsch frei, Marcel Schmelzer sogar den einen Wunsch aberkennen, isst nichts, erbricht sich lieber und trinkt Sprite mit Korn, um das alles zu vergessen. Um einfach zu vergessen.

55.

Ecke Kroos. Stirnstoß Mertesacker. Drüber. Nach Simons Definition also: altmodisches Kopfballspiel.

53.

Gerrard foult Bender, der tritt sofort zurück. Und aus dem Hintergrund erschallt, erst leise, dann epochal anschwellend:

52.

Jetzt plötzlich ein ganz anderes Spiel hier, mehr Hin und Her als in Daniel Küblböcks Gefühlslleben. Reus auf der einen, Townsend auf der anderen. Kommt aber bei beiden nichts Vernünftiges rum. Wie bei Dan... ach, egal....

49.

Kurzes Halbzeitinterview am Telefon mit Weidenfeller geführt (wir kennen uns von Udo Walz Partys). »Roman, wie war's?« - »Jagut, I think we have a vernünftige erste Halbzeit gespielt, now we have to fokus on die anderen 45 Minutes. And in the end, if i darf da mal einen good old German Idol zitiren: When wir have a little bit lucky und looken in front, not behind, werden wir gewinnen« Ahja.

46.

Wiederanfpiff in Wembley. England Null. Deutschland 1. Simon eh Null. Herrmann und ich ca. 1,8. Fahrradfahren ginge noch.

22:00 Uhr

Modernes Kopfballspiel soll Mertesackers Tor ermöglicht haben. Das ist ... ach, egal.

21:58 Uhr

»Ein Gedanke lässt mich nicht los«, grübelt sich Beckmann in eine Sinnkrise. Wir sitzen auf der Sofakante. Was kommt jetzt? Welcher Gedanke? Wer hat mir diese Brille aufgenötigt? Kann ich auch Fragen stellen, ohne in den Beichtstuhlduktus zu verfallen? Warum habe ich eigentlich meine Show abgesetzt? Und wieso nicht früher? Dann sagt Beckmann: »Dass er so schlicht ist.« Wir empören uns. Das hat Rooney nicht verdient.

21:57 Uhr

»Schnitzel für alle«, leitet die ARD perfiderweise in die Halbzeitanalyse ein. Aber wir glauben nicht daran, dass Rosicky dieses Ding noch drehen kann.

21:56 Uhr

Wettervorhersage, Tief »Quentin« kommt über uns. Wir mutmaßen: aus einem ostdeutschen Kindergarten.

21:54 Uhr

Wir blitzkonferenzen in die anderen Stadien, hier die Zwischenstände:

Rumänien – Griechenland 1:1

Kroatien – Island 2:0

Schweden – Portugal 0:0

Frankreich – Ukraine 2:0

WM ohne Zlatan? Das ist ja fast wie: WM ohne Ronaldo. Cogito Ego Sum. Ich denke, also bin ich Gott.

21:53 Uhr

Und keine Halbzeitpause ohne Gewinnspiel. Für alle, die es verpasst haben, hier nochmal zum nachlesen: Wie endete das Spiel Deutschland gegen England bei der WM 2010? a) 3:1 oder b) Banane. Knifflig. Antworten bitte an rtzaedubevbsibscufbvzbv@11freunde.de

21:48 Uhr

So, Halbzeit. Nach Steffen Simon nun wieder Beckmann und Scholl. Passt ja. Three Laiens.

45.

Erschreckende Beobachtung: Deutschland entwickelt sich fußballerisch zurück auf 2000er-Niveau, ergebnistechnisch aber Richtung Spanien. Zurück in die Zukunft, quasi. Und auch wir sind nur ein weiterer Stab im Käfig der Hölle

42.

Simon, das alte Werte-Vademecum, sieht Deutschland nach dem 1:0 schon wieder mit einer Hand am Weltmeisterpokal, doziert ins Mikrofon: »Das berühmte Hallo-Wach-Tor, das war es doch!« Warum moderiert Simon eigentlich keine Morgenshows im Radio? »Das berühmte Hallo-Wach-Lied, das war es doch!« - »Das berühmte Hallo-Wach-Gewinnspiel, das ist es doch!« Endlich hätte man einen echte Begründung dafür, die Gebühren zu hinterziehen.

40.

Das Tor im englischen Kommentar: Merte? Sucker!

39.

Aber dann: Per Mertesacker. Hrubescht den Ball mit der Wucht eines Bulldozers in die Maschen. Und das auch noch in London, in seinem Wohnzimmer quasi. Zieht sich die Joggingpeitsche an, legt die Füße auf den Tisch, nimmt sich einen Keks aus der Deko-Schale und furzt laut. Ist hier schließlich zu Hause, da kann er machen, was er will.

37.

Kurz mal gucken, was unser Redaktions-Faultier Netzer zu dem Spiel sagt:

36.

»Kein schnelles Umschaltspiel«, taktikfuchst Simon. Und er hat Recht. Müssten wir nicht tickern, gäb es hier aber ganz schnelles Umschaltspiel an der Fernbedienung.

33.

Ecke jetzt für England aber die Three Lions scheitern an der deutschen Defensive. Oder wie sie ab Weidenfellers Debüt heute heißt: Die deutsche DEfensive - powered by Wella.

29.

Kollege Ahrens übrigens, unser Meppen-Spezialist, postete eben ein vor Dekadenz triefendes Foto bei Facebook. So schaue er gerade Fußball. Tjaja, das Emsland, wo Milch und Honig fließen, die Kühe Goldstaub kacken und man im Torf LCD-Fernseher stechen geht...

26.

Löw mit neuem Schal, Marke: Von-Oma-gestrickt-und-zu-Weihnachten-geschenkt. Akute Pustelgefahr. Unruhig kratzt sich der Bundestrainer am Hals. Hansi Flick trabt gen Kabine, sucht das WM-2010-Modell. Erfolglos. 

24.

Damit ihr auch mal erfahrt, wie dieser Liveticker eigentlich zustandekommt, hier ein Exzerpt aus der Unterhaltung zwischen mir und Reich. Er: »Wer war das gerade?« Ich: »Was meinst du?« Er: »Hatte England nicht gerade 'ne Torchance.« Ich: »Keine Ahnung, habe nicht hingeschaut.« Er: »Geil, ich auch nicht. Ich habe noch gar nichts mitbekommen.« So, selbst entzaubert, aber zugleich der Welt ein bißchen Wahrheit mitgeteilt. Bin ich jetzt ein Whistleblower? Muss ich die Rache von Tickerpräses Gieselmann fürchten? Ist der Transit am BER überhaupt schon fertig, damit ich mich dort hineinfliehen kann? Fragen über Fragen. Wie immer ohne Antwort: Der Liveticker.

22.

Warum spielt England so gut? Befürchtung: Die Partie steigt gar nicht in London, sondern in einer Parallelwelt. Quantenkosmologie, kosmische Schizophrenie, Everettsche Theorie. Das würde alles erklären. Aber wie gelangt man in diese Welt? Wir fragen nur, weil wir dort niemals hinwollen.

21.

Tja, naja, plätschert so vor sich hin hier. Das Spiel, unser Bier, mitunter auch das Niveau. »Wer is'n der Fette da unter Hummels?«, bauert Herrmann beim Blick auf die Ersatzbank in sein Bier. Das kommt davon, wenn man Wayne Rooney zu lange beim Wayne-Rooney-sin zuguckt.

18.

Townsend mit der Chance aber verdaddelt. Vielleicht sollte er sich doch lieber auf sein Musikprojekt konzentrieren. Klingt, äh, nett...

16.

England beginnt wie Wayne Rooneys Papa nach dem vierzehnten Pint auf der Kirmes: Mal aggressiv, dann wieder zurückgezogen und lethargisch, dann geht es wieder blitzschnell und man muss aufpassen, keine zu kassieren. Der kleine Mario holt sich lieber noch eine Zuckerwatte und läuft schnell wieder zu Papa Jogi. »Du Papa, wer ist der Stiernacken dahinten mit den schlechten Zähnen und den Blumenkohlrosen als Ohren«

14.

Die Defensive heute also mit Weidenfeller, Westermann und Mertesacker. Klingt nach zehn Kilo Hüftkalk und schlechten Frisuren. Ob das was wird?

12.

 »Auf dem zweiten Tonkanal des Fernsehers gibt es eine Radioreportage«, meint Simon. Vorsicht, Leute, das ist eine Falle.  Auf dem zweiten Tonkanal kommentiert Tom Bartels Live Steffen Simons Kommentare. Floskel-ception. Sie wollen in eure Köpfe.

9.

Die Anfangsoffensive der Briten ist verpufft, wir sehen jetzt Rasenschach, aber ohne Carlsen und Anand, sondern mit lauter Bauern. Kruse versucht sich an einer Rochade. Stolpert über seine Mistgabel. Wir sind jetzt schon matt wie Damon.

6.

Rooney, dieser Wunderknabe. Mit 16 Jahren debütiert. Dann United. Dann Inselhoffnung. Dann der Fallrückzieher gegen City, der Streit mit Ferguson, die transplantierten Haare. Und davor, ganz jung, sogar Statist in den Harry-Potter-Filmen.

4.

»Wenn sie nebenbei ein bißchen am Second Screen spielen wollen...«, flötet Simon und klingt dabei wie ein Kiezkober, der uns in seinen Stripladen locken will. Wir stecken dem ARD-Guru zehn Cent in den Slip und laufen davon.

3.

England macht Druck, überrennt die Nahtstelle zwischen Abwehr und Mittelfeld. Da fehlt Sami Khedira. Xabi Alonso lässt ihn stilecht grüßen.

1.

Anpfiff. Weidenfeller noch ohne Gegentor. Kann das Brasilien-Ticket eigentlich schon buchen.

21:00 Uhr

Nachträglich Beobachtung: Je hasserfüllter die deutsche Hymne weggepfiffen wird, desto lauter singt Löw mit. Klingt im Ergebnis, als würde ein Schwabe durch Moabit flanieren. Bedenklich.

20:59 Uhr

Hui, Pfiffe bei der Deutschen Nationalhymne. Mit Fair Play haben die es wohl nicht so. Anders als wir. Weswegen wir so nett waren, und unseren heutigen Gastgebern ein Video zusammengeschnitten haben, das ihre größten Erfolge der letzten 25 Jahre versammelt. Viel Spaß bzw. hihihi...

20:53 Uhr

Beckmann. Scholl. Simon. Das waren einst mal Namen, die für Großes standen, für den deutschen Expressionismus, die Weiße Rose, für gute, leise Popmusik im Duo wenigstens. Heute Abend sind es Namen, die für unser aller Unterhaltung zuständig sind. Hallo, Reinhold, Mehmet, Steffen. Habt ihr uns vermisst? Bah, wir euch auch nicht.

20:51 Uhr

Ich habe mir gerade nochmal das Ubahn-Video des DFBs angeschaut und habe gleich mehrere Dinge gelernt: Froschgrün ist die Farbe der Saison was kaffeetassengroße Kopfhörer angeht. Und zweitens: Thomas Müller ist immer gut gelaunt. Wahrscheinlich könnte man ihn mit Q-Tipps unseren Redaktionskühlschrank auswischen lassen und ihn währenddessen mit dem Pur-Hitmix beschallen, der Junge würde immer noch fröhlich grinsen.

20:50 Uhr

»Wir werden uns ganz anders aufstellen«, hat Roy Hodgson nach Niederlage gegen Chile angekündigt. Vielleicht so?

20:49 Uhr

Natürlich haben wir auch ein Auge auf die Qualifikation. Auf Zlatan und Cristiano. Apropos ein Auge: Wohin geht ein Zyklop bei Bindehautentzündung? Genau, zum Augearzt. Und auf diesem Gagniveau geht es hier weiter, liebe Fans.

20:47 Uhr

Verbalakrobatik calling. Schürrle sagt: »Ich bin auch kein großer Sightseeing-Tourist.« Mertesacker kontert: »Ich fahre noch mein deutsches Auto.« Und dann Löw: »Es ist natürlich klasse hier. Eine Weltstadt. Nur leben, leben würde ich hier nicht wollen.« Reich bilanziert stellvertretend für uns beide: »Tot sein möchte ich schon, nur sterben mag ich nicht.«

20:46 Uhr

Lehmann, der alte Weltbürger, onkelt Scholl und Beckmann was von London vor. Jaja, hier einen auf Mann von Welt machen und zuhause den Leuten die Brillen vom Kopf klauen.

20:43 Uhr

»Martin Keown hat gesagt, in der englischen Premier League spielen nur 30 Prozent Engländer. Ich habe mal nachgeguckt: In Deutschland spielen 50 Prozent«, sagt Beckmann völlig losgelöst. Wir fragen uns: Wo?

20:41 Uhr

England gegen Deutschland, Löw gegen Hodgson, Schal gegen Eule. Aber was wird sich am Ende durchsetzen: die unverbindliche Schaligkeit von Löw oder das Eulenhafte des Engländers? Kann Löw im home of cool, wo sein Schal mehr als sonstwo diskutiert und letztlich hofiert wurde, mit modischen Finessen punkten? Und wie sollen wir das überhaupt beurteilen, die wir doch immer in Kummerbund und Alfred-Shaheen-Pictureshirt tickern, die wir unverzagt zu Schnellfickerhose und Sandaletten halten? Höchste Zeit für einen Gast. Begrüßen wir Sir, den Redaktionsschneider, in der Tickeretalage. Hoffentlich schneidert er uns ein paar Kalauer auf den Leib.

20:38 Uhr

Zum Abschlusstraining fuhr der DFB-Tross mit der englischen U-Bahn. Ganz volksfeindnah, ganz kumpelig. Der Trip wurde sogleich öffentlichkeitswirksam ausgeschlachtet, Content Marketing nennt sich das heute. Natürlich alles gescripted, kann gar nicht anders sein, niemand belästigt unsere Jungs, niemand nimmt Notiz von ihnen. Tipp für Olli Bierhoff: Beim nächsten Heimspiel nochmal versuchen, idealerweise in Berlin. Was für Bilder da entstünden! Hummels, bedrängt vom Straßenzeitungsverkäufer, Merte, durch das Erbrochene der letzten Nacht storchend, und natürlich Jogi, zunehmend verzweifelt »Högschte Disziplin« einfordernd, als die Bahn in Mitte einfach anhält und auch nicht mehr weiterfährt. Herrlich.

20:37 Uhr

Oh, eben verschrieb ich mich und schrieb Steffen Siemon statt Simon. Hab ich natürlich korrigiert, aber wahrscheinlich hatte da mein Unterbewusstsein das »Sie« eingefügt, um Distanz zu signalisieren. Ein Freudscher Verhasser sozusagen.

20:35 Uhr

 Scholl sieht mit seinem Mantel, den Augenringen und der Glatze aus wie ein Provinz-Jason Statham. Bald im Laientheater in München-Giesing: Mehmet Scholl in: The Floskel-Transporter

20:33 Uhr

Und der nächste Tiefpunkt: Steffen Simon. Wie hieß noch gleich seine durchaus treffend titulierte Show, die er vor Kurzem aus der Taufe hob?

20:30 Uhr

Eine schöne Geste der Mitspieler: Sie schicken Grüße an den verletzten Sami Kedhira. Wer es nicht mitbekommen haben sollte: Kedhira hat sich im vergangenen Spiel gegen Italien das Innenband, das Kreuzband und auch das Haarband gerissen. Auch von uns alles Gute.

20:28 Uhr

Kollege Herrmann nimmt Platz und bringt die erste Hiobsbotschaft mit: Das Spiel geht erst um 21 Uhr los. Kann das wirklich sein? Eine Extra-Viertelstunde Gebeckmanne mit eingestreuten klebrigen Schollfloskeln? Ob ich schnell die Augen und Ohren an die Flamme meines Gasherds halte?

20:25 Uhr

»Didi Hamann ist hier immer noch hoch angesehen«, weiß Scholl, der alte Insider. Haben wir auch gehört. Vor allem in den Spielcasinos genießt Didi immer noch höchstes Ansehen.

20:23 Uhr

Kollege Herrmann trudelt ein, schönes Gespräch an der Gegensprechanlage: »Yo?« - »Yo!« - »Yo!«. Herrmann und ich: Ticki-Tacka an der Türklingel

20:19 Uhr

Mehmet Scholl auch da, klar. Wenn es was zu floskeln gibt, ist Deutschlands liebster Hasenzahn nicht weit. »Es gibt keine Kleinen mehr«, schüttelt er eifrig am Phrasenbaum. Dabei ist er selbst ja der beste Gegenbeweis.

20:15 Uhr

So, Freunde. »Nabend allerseits« öffentlich-rechtliche ich jetzt mal in die Runde. Ab geht's zum Klassiker England gegen Deutschland nach Wembley. Empfangen werden wir von ungelenk animierten Nationalelf-Idolen im Vorspann und den automatenhaften Gesichtzügen des Reinhold Beckmann. Gruselig. Nationalmannschaft im Ersten: Ein Kurzurlaub im Uncanny Valley

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