Elfenbeinküste
2
1
Japan

Elfenbeinküste-Japan im 11FREUNDE-Liveticker

Cote d'Ivoire, c'est moi!

Es ist so typisch! So was versteckt die ARD im Nachtprogramm: Der große, alte Didier Drogba bot den bislang imposantesten Auftritt der WM, besiegte Japan allein dadurch, dass er existiert. Was der Ticker spätestens im Morgengrauen nicht mehr von sich behaupten konnte.

90.

Endlose Ballstafetten der Ivorer, endloses Hinterhergelaufe der Japaner, dazu der hypnotische Beat von den Tribünen, kommt der jetzt aus dem Fernseher oder aus den Boxen in den Lounge-Zelten in Campo Bahia? Gedanken an den joggenden Jogi am brasilianischen Strand, Özil und Poldi beim Erinnerungsfoto mit bewaffneten Polizisten, der beleidigte Zwanziger, Beckmann, der Sahne aufs Expertenpult sprüht, Spanien verliert 1:5 – ist das mein Leben als Sportreporter, das an mir vorbeizieht? Bin ich tot? Oder nur eingeschlafen? Wer schreibt dann hier? Bin ich durch einen Algorithmus ersetzt worden? Dürfen Algorithmen auch mal schlafen? Schläft Didier Drogba? Oder wartet er nur, bis er endlich Kolumbien dominieren kann? Bis gleich. Bei Frankreich gegen Honduras. Für Euch immer noch HonSIEras: Euer Dirk Gieselmann.

89.

Würde mich nicht wundern, wenn Drogba nachher noch die Japaner ins Bett tragen würde. Jeden einzelnen. Und dann deckt er sie zu mit ihrer Captain-Tsubasa-Bettwäsche.

87.

Mir schwinden die Kräfte. Wünschte, 11FREUNDE hätte auch noch einen Didier Drogba auf der Bank, der das Ding jetzt noch gewinnen könnte. Hätten wir es uns bloß nicht mit RB verdorben!

83.

Wenn Drogba 80 Kilo schwerer wäre, würde er aussehen wie Barry White. Gibt er die Interviews hinterher im Supersexybass?

78.

Drogba noch mal: Zweikampf mit irgendeinem unglücklichen Japaner, eigentlich ein Einkampf, denn Drogba muss sich nicht sonderlich anstrengen, was er seinen Gegner auch spüren lässt, das sieht gelangweilt aus, fast angewidert, irgendwie so, als würde ihn ein Tourist fotografieren: kurze Umarmung, dann steigt Drogba in den Porsche und braust ins Achtelfinale.

75.

Die größte Aura der WM-Geschichte: Selbst Yaya Touré fragt Didier Drogba um Erlaubnis, bevor er irgendwas macht.

72.

Jetzt hab ich’s: Dieser irre Rhythmus von den Rängen klingt genau so, als würde einem in der Tiefgarage ein Kasten Bier runterfallen, und sofort kommt Benjamin Blümchen hinter dem neben einem parkenden Familienvan hervor und lacht einen aus. Oder?

69.

Und hier noch mal der Superball zum 2:1 in der Zeitlupe.

64.

Ist das jetzt hier schon der Superball im SAT1-Frühstücksfernsehen? Schon wieder TOOOOOOOOOOOOOOOOOOR! 2:1! Gervinho. Drogbas bloße Anwesenheit besiegt Japan. Und der ivorische Großmeister sitzt tatächlich, ohne auch nur einmal den Ball berührt zu haben, im Anstoßkreis auf einem Klappstuhl und spielt Schach gegen Haruki Murakami.

63.

Didier später der Abend, desto größer die Chancen. Und dann TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR! 1:1. Starke Flanke, toller Kopfball, sehr schönes Tor. Und das verstecken sie im Nachtprogramm. Typisch ARD!

59.

Jetzt kommt Drogba! Oder wie Beckmann vorhin sagte: »Es ist ein sahniges Erlebnis, wenn der Schiedsrichter zu seiner Dose greift.«

56.

Schuss von Kalou, der sich eigens für dieses Spiel das Trikot von Arjen Robben geliehen hat. Was gar nicht so leicht war, da es sich dabei ja um eine Bodypaint-Kollektion handelt. Aber was diese neumodernen Sprühdosen nicht alles können! Oder wie Beckmann vorhin sagte: »Es ist ein sahniges Erlebnis, wenn der Schiedsrichter zu seiner Dose greift.«

53.

Didier Drogba läuft sich warm. Hier Didier Drogba, wie er sich selbst dabei zuguckt.

51.

Yaya Touré, heißt es hier nun, hole sich »den Ball von hinten«. Mag ja sein. Aber muss man das wirklich immer so betonen? Von wo soll man sich den Ball denn sonst holen? Auf den Satz »Manuel Neuer holt sich den Ball von vorne« warte ich jedenfalls bislang vergeblich.

48.

Die einen zählen um diese Uhrzeit Schäfchen. Andere zählen... Naja, wenn »2« reicht, um einzuschlafen!

46.

Anstoß bei Sonnenaufgang. Versprochen: Der 11FREUNDE-Liveticker behält den Durchblick!

3:59 Uhr

Schaumparty in der ARD-Kleinraumdisco mit Beckmann und Elber. Wann sie wohl merken, dass keine Mädchen da sind?

3:57 Uhr

Kurz eine geraucht auf dem Balkon. Könnte schwören, dass unten Michael Preetz vorbeigejoggt ist. Neben ihm fuhr Jos Luhukay auf dem Klapprad, und aus dem Miniradio an seinem Lenker plärrte die Titelmelodie von »Rocky«. Wird Hertha jetzt Weltmeister?

3:55 Uhr

3:55 Uhr! Und Jens Riewa ist immer noch da. Dabei hat seine Mama doch gesagt: »Spätestens um 1 bist du Hause!«

46.

Schock, schwere Not: Plötzlich ist Beckmann da, schaut wollend in mein Wohnzimmer. Hoffentlich bleibt er nicht zum Frühstück.

44.

Überlege gerade, ob ich in der Halbzeitpause ein bisschen schlafen soll. Andererseits: Man will ja auch nicht verpassen, wenn Bierhoff noch mal »Dödödödödödödödödödödödödö!« sagt.

41.

Jetzt Kopfballchance für Kalou. Und hier Didier Drogba, während er dem Ball hinterherguckt.

38.

Eine weitere Idee für den vormittäglichen Brunch auf der Bummelstraße kommt von einem engagierten Leser: »Ich werde einfach mal willkürlich Leuten Sprühsahne vor die Füße spritzen und sehen, ob sie dahinter stehen bleiben.«

35.

Ganz angenehm: Der Kommentator. Kenne seinen Namen nicht, finde seinen Tonfall aber der Uhrzeit sehr angemessen. So unaufgeregt wie »Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands.«  

33.

»Mach mal die Scheißmucke aus!«

30.

Der Beat von den Rängen ist wirklich dazu angetan, einen um den Verstand zu bringen. Erinnert mich dran, wie wir in unserer WG mal 2 Stunden ohne Pause das Lied »Exodus« von Bob Marley hörten, ohne zu merken, dass die Platte einen Sprung hatte. Unter uns: Wir hatten was geraucht. Kleiner Witz am Rande: Was sagt der Reggae-Fan, wenn das Gras alle ist? Antwort im nächsten Tick.

29.

Wobei: Ich könnte sie ja ganz locker vom Nebentisch, wo ich schlechtgelaunt die »taz« verkehrt herum lese, zurufen: »Vergesst bitte Paraguay nicht, Jungs! Kopfballstark! Robust! Ganz geheimer Geheimfavorit« Und dann drücke ich meine Kippe in ihrem Croissant-Körbchen aus.

25.

Hab ich einen Bock auf die Penner aus der Vorstadt, die morgen in der Bergmannstraße beim Brunch vom »Geheimfavoriten Japan« fachsimpeln, während ihnen die Erdbeermarmelade aufs Polohemd suppt.

21.

Yaya Touré versiebt den Freistoß. Verflucht sich danach selbst im brasilianischen Regen. Und sieht dabei aus wie ein Backgroundtänzer in irgendeinem Video von Michael Jackson. Aber in welchem? Vielleicht war’s dieses.

18.

Und hier Didier Drogba, während er das 0:1 guckt.

15.

TOOOOOOOOOOOR! Das späteste, das ich je gesehen habe, abgesehen von dem Garagentor meiner Eltern, wenn ich im Morgengrauen einzuschätzen versuchte, wie breit mein Fahrrad ist und wie breit ich bin. Und was für eins: Captain Tsubasa trifft persönlich, Fantasyschuss unter die Latte. Wie gemalt. Hier die Zeitlupe.

12.

Und hier Didier Drogba, während er »Tutti Frutti« guckt.

9.

0:0. Auch in dieser Höhe verdient. Es ist wie bei »Tutti Frutti« damals. Man blieb heimlich wach, war aufgeregt, lauschte nach Mamas Schritten auf der Treppe – und was bekam man zu sehen? Nichts, was man nicht auch schon am Nachmittag im Freibad gesehen hätte.

6.

Der Beat von den Tribünen geht ins Bein, aber leider ins eingeschlafene. Kann man nix machen.

3.

Eben ist meine Frau im Nachthemd hier aufgetaucht. Sie, schlaftrunken: »Wer ist Weltmeister?« Und ich so: »RB Leipzig!« Sie wieder: »Das ist ja ein Albtraum!« Sag ich ja.

1.

Anstoß. Und sofort geht es los mit einem ivorischen Fieber-Rhytmus von den Rängen. Geil, diese Mischung aus Übermüdung und Malaria-Feeling. Wir dringen vor ins Herz der Finsternis. Mein Co-Kommentator Joseph Conrad lallt: »Perhaps life is just that... a dream and a fear.« Ist gut, Jupp. Geh pennen.

2:59 Uhr

Dieser Yaya Touré hat die größte kurze Hose an, die jemals gesehen habe. Für Lahm wäre sie eine Baggy Pants. Und er könnte noch Götze zum Taschenbilliard einladen.

2:56 Uhr

Wie spät es wirklich ist, weiß ich erst, seit ich bei der ivorischen Hymne: »Ruhe da unten! Wisst Ihr eigentlich, wie spät es ist?«, gebrüllt habe. Yaya Touré hat’s mir gesagt: »Zu spät für dich, Kleiner. Husch, husch, ins Bettchen!«

2:50 Uhr

Ich weiß auch nicht, warum, aber Olli Bierhoff singt gerade im Fernsehen die Batman-Melodie – jedenfalls in der Version, die er kennt: »Dödödödödödödödödödödödödö!« Oder ist es eine seiner täglichen Verlautbarungen aus dem Lounge-Zelt in Campo Bahia? Klingt zumindest optimistisch. Ach, Golden Goal. Du schenkst mir Hoffnung, dass die Sonne wieder aufgehen wird. Wenigstens über deinem Strand.

2:47 Uhr

Noch so’n Albtraum: Drogba spielt nicht mit. Ein Satz wie von Nietzsche. Wie »Gott ist tot«. Aber vielleicht schläft er ja nur.

2:44 Uhr

So, ich begrüße alle, die noch wach geblieben sind, um mir Gesellschaft zu leisten. Hallo, Ihr beiden! Einen Vorteil hat die Uhrzeit ja für uns: Wir können uns einreden, dass die ARD-Übertragung samt trötenden Elefanten und blitzenden Samurai-Schwertern ein ganz normaler Albtraum ist.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!