Borussia Dortmund
6
1
VfB Stuttgart

Dortmund-Stuttgart im 11FREUNDE-Liveticker

Sechsy!

6:1. In Worten: Sechs zu eins! Borussia Dortmund versohlt Stuttgart den Arsch mit einem abnormen schwarz-gelben Kochlöffel. Robert Lewandowski schießt einen Hattrick und sich auf die Shoppinglisten der restlichen Top-Klubs. Glaubt zumindest der Ticker. Und der war schließlich dabei.

16.40 Uhr

Berliner atmen auf: Die Schwaben sind jetzt in Dortmund! Jedenfalls für einen Abend. BVB gegen VfB – wird es wieder so ein Spektakel wie vor einem Jahr? Mit Popcorn, schaler Cola und hohen Erwartungen vor der Glotze werden für euch ab 20.15 Uhr sitzen: Paul »Käthe Kollwitz« Hofmann und Alex »Prenzlberg« Raack!

20:03 Uhr

Liebe Damen, liebe Herren. Guten Abend Bitterfeld.

Nach den von Kollege Raack zuvor mehr oder weniger sorgsam gestreuten Schwaben-Diffamierungen muss ich mich erstmals vor dem Ticker – prätickeral quasi – entschuldigen. Premiere - der Abend beginnt vielversprechend wie ein XL-Schnitzel mit XXL-Panade. Da Arthur Boka ebenfalls vor Ort und bereit ist, Kuba aus dem Leben zu grätschen – so lasset die Spiele beginnen!

Das hier heißt schon länger 11FREUNDE-Liveticker und Sie neuerdings willkommen.

20:12 Uhr

»Thomas Schneider als VfB-Coach noch unbesiegt«, schwärmen die Sky-Lakaien. Warum werden solche Statistiken immer nur sportlicher Natur geführt? Der Schneidersche Kamm hätte in dieser Hinsicht durchaus ein Veto-Recht. 

20:21 Uhr

Während sich Dortmunds und Stuttgarts Verantwortliche gegenseitig ledernen Honig um die unsachgemäß rasierten Bärte schmieren – Warum eigentlich nicht mal über Thomas Schneiders cineastisches Portrait nachdenken? Mit Mads Mikkelsen als Schneider, Robert Stadlober als Timo Werner und Lars Eidinger als Georg Niedermeier. 

20:26 Uhr

User »wurst« hat richtig Bock. Sein Kommentar: »Förster«. Verstehe! Oder auch nicht. Hoffentlich ist bald der 02. November.

1.

Zwei Pfiff? Dünnpfiff? Anpfiff!

3.

Der Sky-Mann spricht von Hans-Joachim Watze und »seinen Freunden von den Ultras«. Wie muss man sich diese Freundschaft vorstellen? Aki öffnet am Donnerstagabend seine Haustür und 2000 Fußballfans gesellen sich auf ein paar »Küsschen« ins Wohnzimmer? Zu Weihnachten entzündet ein Trupp der »Unity« den Baum mit Seenotfackeln und grölt »Oh, Du Fröhliche« mit den Watzkes?

6.

Fehlpass, Kerze, Ausrutscher – Stuttgarts Defensive auf Meskalin. Ulreich mal ausgenommen: Aufregend irgendwie.

7.

Ich sitze leicht schräg vor der Glotze und habe dem jungen Herrn Hofmann den Premiumplatz auf dem Sofa (jaja!) überlassen. Sollte jeder mal machen, dem das moderne Spiel zu schnell geworden ist. Laufduelle zwischen Reus und Sakai sehen aus, als wenn zwei Senioren gemütlich zum Nachmittagskaffee schlendern. Flanken von Kuba und Co., sonst ins Lichtgeschwindigkeit in den Strafraum getreten, wirken nun beruhigend wie eine Lavalampe. Ich zünde mir jetzt erstmal ein Pfeifchen an, lasse mir von Rex die Hausschuhe bringen und genieße die Entschleunigung.

9.

Großkreutz testet mehrmals den Neigungswinkel von Werners Rotatorenmanschette. Kommt auf -10 Grad. Echte Hiebe.

11.

Boah, eben ein Versuch von Dortmunds Kuba, und mit Versuch meine ich: Jahrtausendvolley aus spitzem Winkel. Irgendwo an der niederländischen Nordseeküste sitzt Marco van Basten in einer Fußballkneipe und verschluckt sich am Seehecht. Mit einer epischen Jahrhundertparade entschärft Sven Ulreich den Ball. Und wir? Wischen uns mit Ronald Koemans Trikot den geifernden Sabber aus dem Mundwinkel.

13.

Für die Zahlenverfechter unter euch: Es steht 1:0. Kleinster gemeinsamer Nenner: Bender, Sven. Primezahl: Haggui, Karim.

16.

Für zwischendurch mal eine Angebergeschichte: Neulich saß ich auf einer Pressekonferenz mitten in London und stellte Alex Ferguson vor gut 150 Journalisten aus aller Welt eine Frage auf englisch. Danach raste ich im Seidenanzug mit drei Luxusgirls auf dem Rücksitz in meinem Sportwagen in den Sonnenuntergang und rettete an einem Rastplatz schnell noch mal ein paar bedrohte Tierarten. Ok, das mit den Ladys, der Karre, dem Anzug und den Tieren stimmt nicht. Aber das mit der Frage schon. Ich fragte also »Sir Alex«: »What is your opinion about Jürgen Klopp and Borussia Dortmund?« Eine so einfallslose Frage, dass ich anschließend im »Independant« als »der Deutsche, der scheinbar durch Zufall in diese Pressekonferenz hereingestolpert war«  bezeichnet wurde. War ich stolz, war ich Abschaum der britischen Klugscheißer-Presse.

19.

Mmmh. Stuttgart führt also? In Dortmund? Als wäre Gina Lisa plötzlich eine adrette, natürliche Biochemie-Studentin, die in ihrer Freizeit Gerhard-Richter-Seminare im Kreisjugendring Seligenstadt hält... Sokratis zerbrechen die Synapsen bei dem Gedanken, köpft lieber schnell den Ausgleich – 1:1.

22.

Und: TOOOOORR!!! Marco Reus verliert erst einen Ball nach einem supidupi Zuckerpass von Mickyt%/&%%ri/&/§an, wenige Sekunden später wuselt er wieder am Strafraumrand wie ein Hund beim morgendlichen Spaziergang – und plötzlich ist der Ball im Tor. Denn Stuttgart hat hundeartig verteidigt: räudig. 2:1. Und Reus? Feiert die Bude nicht etwa mit einem achtfachen Rückwärtssalto mit Schraube, einem tränenerstickten Gruß an Gott oder der guten alten Raupe, nein, er formt seine Hände zu einem Symbol. Wir erkennen: eine Vulva. Ehrlich! Eine Würdigung der weiblichen Fruchtbarkeit? Wie schön, da sage noch einer, der Fußball hätte ein Chauvi-Problem.

26.

»Technischer Fehler bei Reus«, mokiert sich Dittmann, »das gilt es zu notieren!« Jürgen Klopp nimmt seine To-Do-Liste zur Hand:

Samstag, den 02.11:

- Funkstrom erfinden
- ein Kind pflanzen
- Baum zeugen
- neutralen Gesichtsausdruck üben
- Edward Snowden anmailen
- reichlich essen
- genug trinken (vielleicht Ayran)
- noch sympathischer werden
- Kappe bügeln (Vorsicht: Inside out!)
- Fahrrad aufpumpen (mit Kevins Mund und Mannis Lunge)
- zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung
- 2 gegen 0 mit Marco 
- To-Do-Liste für Sonntag vorbereiten

29.

Was macht hier jetzt eigentlich der VfB? Und wann? Wenn Spiele plötzlich aus Furcht und überbordenem Respekt geformt sind...

31.

Kuba (Name geändert, korrekter Name nur der polnischen Botschaft und Dortmunds Buchhaltern bekannt) verspringt der Ball, das folgende Tackling ist das Produkt einer gewieften Dortmunder Crowdfunding-Aktion. Als Kapitalrückfluss müssen sich 80.000 Zuschauer mit Knöchelsplittern von Karim Haggui begnügen.

33.

Dortmund rollt Richtung Stuttgart-Tor wie ein Güterzug, der verdammt eilig hat. Mit schnell verderblicher Ware. Mit einem Zugführer, der noch einen Kuchen im Ofen hat. Da kommt Lewandowski an den Ball und versucht sich an einem Lupfer. Aus dem Stand. In einem Neigungswinkel von 90 Grad (geschätzt) wird die Pille in den Dortmunder Nachthimmel befördert und plumpst wieder zu Boden. »So hoch kann auch nicht jeder aus dem Stand lupfen«, mahnt Dittmann. Wir versuchen uns – Dittmann, der Schlaufuchs, hat Recht.

37.

Das Spiel ist noch immer so schnell wie Usain Bolt nach dem Genuss von Dieter Baumanns Zahnpasta. Hin und her und her und hin, das ist kein Fußball mehr, das fühlt sich an wie Tennis! Auf der Bank sitzt auch nicht mehr Jürgen Klopp, sondern Niki Pilic. Auf der Tribüne hat Ion Tiriac Aki Watzke verdrängt und belästigt seine Sitznachbarn mit einer dicken Zigarre. Und in einer Besenkammer in den Katakomben zeugt Bums-Bums Becker erneuten Nachwuchs. Fifty-love!

40.

Causa Timo Werner. »Letzte Woche spielte er nicht, da musste er noch Klausuren schreiben«, weiß Dittmann, den Schlüsselbund wurfbereit in der Hand. Auf dem Stundenplan: Werken mit Oberstudienrat Georg Niedermeier und »magische« Geometrie mit den Referendaren Bobic, Balakov und Elber.

43.

Puh. Gleich ist erstmal Pause. Und wir sagen Dank an den Erfinder der Schiedsrichterpfeife, der Pause, der Werbung, dem Entdecker der Unterbrechung. Nicht etwa, weil wir dieses Spiel kacke finden. Im Gegenteil. Wir sind ganz beschwipst von dieser ersten Halbzeit. Dortmund-Stuttgart könnte die neue Modedroge in deutschen Großstädten werden. Statt Koks auf der versifften Klub-Toilette, die Wiederholung von BVB-VfB auf dem Smartphone. Wir machen auch den Türsteher und lassen jeden rein. 11FREUNDE - die weichste Tür der Welt.

46.

Die erste Hälfte? Aus. Unser zweites Bier? Aus. Öffne Raack schäumend vor Vorfreude ein frisches Breznak. Prost, Robert! Zum Wohle, Jakub! Stößchen, ihr!

21:23 Uhr

Sebastian Hellmann umklammert seinen Schirm, damit es ihm nicht in den Kopf regnet. Dann kündigt er Harald Glööckler als einen gewissen »Herrn Ilkay Gündogan« an.

21:33 Uhr

Befremdlich: Hellmann trägt unsere Bandscheiben als Hosenträger auf.

21:30 Uhr

Christoph Bornhorst – der bornierteste Name des deutschen Fußballs. Der Assistent schaut bezeichnenderweise drein, als hätte man ihm einen Bündel frischen Kots unter der Nase arretiert.

46.

Da simmer wieder! Hofmann hat in einer Badewanne voller Spätzle gebadet, ich habe mir in Windeseile sechs Büchsen Pils reingeschraubt. Gemeinsam haben noch die Klischees besungen, um dann wieder mit einem Rennrad an unseren Arbeitsplatz zu fahren. Die Röhrenjeans sitzen, der Undercut sowieso, auf gehts!

48.

»Ganz stark von Karim Haggui«, würdigt Dittmann. Sätze, die nicht allzu oft fallen. Was sie wiederum von Karim Haggui unterscheidet.

50.

Wie aus dem Nichts ist hier eine wüste Diskussion über das Für und Wider der Berufsbezeichnung »Schiedsrichterassistent« entbrannt. Ein Gast, so Oldschool, dass er sich seit der 1. Minute darüber beschwert, dass die Spieler mit Schienbeinschonern auflaufen und der Ball nicht mehr aus Leder ist, fordert vehement den Namen »Linienrichter« zurück. Wer bei dieser Auseinandersetzung mitmachen möchte, schreibe bitte eine Mail an keinerinteressiertsichfürdieseverliererscheiße@11freunde.de

53.

Großkreutz' Ballannahme von der Anmut einer trächtigen Elchkuh – Freistoß Stuttgart. Und der ist? Drüber, genau. Wenigstens lässt Maxim beim Ärgern den Beast-Mode raus.

54.

TOOOR!! 3:1 für den BVB. Reus ist im Strafraum dichter bedrängt als ein notgeiler Single in der Herbertstraße, spielt den Ball trotzdem mit der Hacke (der Pimp) und Lewandowski verwertet arschcool. Der Borussia Dortmund-Porno, dritter Teil.

55.

Um Gottes Willen. Lewandowski zum 4:0 - das ging verdammt nochmal schneller als mein erster Samenerguss. Und ich habe mir darauf immer was eingebildet... »Jeder fünfte Mann kommt zu schnell«, informiert bild.de. Und Sven Ulreich nimmt schonmal die Taschentücher zu Hand.

59.

Miese Laune beim VfB Stuttgart. Wir würden Thomas Schneider gerne einen Mann ans Herz legen, der das unsere heute erwärmt hat. Sorgt zumindest für ein wenig Freude.

61.

Ach, schön. Die gelbe Wand trällert ein paar Ständchen. Wenn wir die Kohle hätten, würden wir die 25.000 sofort einstellen und einen Blumenversand eröffnen. Man stelle sich vor: Ding-Dong, Blumen für Frau Miehe! (vollständiger Name der Redaktion bekannt). Und dann schmettern 25.000 Blumensänger ein fröhliches »Wie schön, dass Du geboren bist....« Ach, schön.

64.

Und dabei hatte das alles so verheißungsvoll begonnen. Stuttgart kam, sah und führte. Jetzt 1:4. Im Vorbeigehen irgendwie. Das ist, als hätte man sich lange auf einen Soundtrack von Hans Zimmer gefreut und dann erklingt ein polyphones Feature von Polarkreis 18 und Loona.

66.

Der Drops ist gelutscht, der Kuchen vom Teller, die Party vorbei, die Theke geschlossen. 4:1 für den BVB und die Stuttgarter taumeln hier über den Rasen, als hätten Ali, Tyson, Holyfield und Klitschko zugleich dem versammelten Kader Maulschellen verpasst. Was es jetzt braucht, ist ein knallharter Rocky-Moment. Wann schickt Schneider seine Auswechselspieler in die sibirische Steppe zum Baumstämme schleppen? Wann taucht ein alter knorriger Mann im Mittelkreis auf und liest den Stuttgartern die Leviten? Wann schreit Adrian: »VFBBBBBBBBB!!!!!«? Wann? Wir knocken uns selber aus und träumen lieber von Clubber Lang.

69.

Kollege Raack hat sich unter dem Decknamen »Burglöwe« inkognito in die User-Diskussion eingeklinkt. Die Rüge folgt steten Fußes. Denn was Sie nicht wussten und er verdrängen wollte: Raack war lange Jahre PR-Mogul der Zeltinger Band.

 

 

72.

Und während wir sukzessive Abschweifen, staub Lewandowski ab. Langsam ist das hier wie Level 1 bei »Tekken« – es reicht Draufhauen ohne höheren Sinn.

75.

Taktische Finesse der Stuttgarter gegen Aubameyang: Weder Ab- noch Gegenwehr. Was hat das zu bedeuten? Ist es Nihilismus? Oder Koma? Polemik? Legt unglaublich denkermäßig den Zeigefinger neben die Nase: der Ticker. Legt unglaublich gewöhnungsbedürftig den Zeigefinger in die Nase: Roman Weidenfeller.

77.

Wahnsinn, was sich die Stuttgarter alles gefallen lassen. Lewandowski ist ungefähr fünf Minuten am Ball, tänzelt vor seinen Gegenspielern hin und her, als sei das hier kein Bundesligaspiel, sondern das Vorhüpfen für »Cats«. Apropos: Wo sind eigentlich die harten Hunde geblieben? Hätte sich das ein Karlheinz Förster so etwas bieten lassen? Bestimmt nicht. Nach dem Motto: Grätsch du ihn, ich klopp ihn sicher.

80.

Stuttgart hilflos. Im Moment ist das hier wie ein Duell Königstiger vs. Panda-Welpe. Ein brutales Schauspiel, gerade für Fans, die es mit dem VfB Pan..., äh Stuttgart halten. Wir haben Mitleid und eröffnen spontan ein Spendenkonto für den Erhalt des VfB in der Bundesliga. Dieter-Thomas Heck taucht plötzlich in der Redaktion auf und moderiert eine Spendengala, an den Telefonen sitzen Dieter Bohlen, Fritz Walter junior, Harald Schmidt und Gina Wild.

83.

Lewandowski bravorös auf Aubameyang, dem rutscht der Ball heftiger über den Schlappen als Schneider seine haarige Burka ins Gesicht und Ulreich reagiert wie ein Aal auf Beinen. Also nicht wirklich – 6:1.

85.

Europas beste Airline! Jetzt wirbt der BVB auf seinen Banden schon für sich selbst. 

88.

Traore beklatscht plakativ einen Pass von Gentner. So falsch wie dieser Applaus war vorher nur der Gesang bei Marianne und Michael.

90.

Florian Meyer bekommt den »11FREUNDE Mutter-Theresa-Preis« in Gold. Er lässt exakt null Sekunden nachspielen und erspart den Stuttgartern damit noch mehr Pein und Qual. Wir machen uns jetzt mal auf nach Stuttgart, bringen Balsam und versorgen die psychischen Wunden mit warmen Worten und festen Umarmungen. Alles wird gut.

22:21 Uhr

Vier Spiele in Folge waren die Stuttgarter Gastspiele in Dortmund glimpflich verlaufen, das letzte ging so grandios und klumpig in die Hosen, dass den Lemmingen um Christian Gentner fast der Brustring verrutscht wäre. Manche werden dieses Spiel »einseitig« nennen, wir nennen es (Karim Haggui zu liebe) gnädig »nullkommafünfseitig«. Somit – ein famoses Wochenende, werte Leser. Stets der Eure: der 11FREUNDE-Liveticker.

22:21 Uhr

Vier Spiele in Folge waren die Stuttgarter Gastspiele in Dortmund glimpflich verlaufen, das letzte ging so grandios und klumpig in die Hosen, dass den Lemmingen um Christian Gentner fast der Brustring verrutscht wäre. Manche werden dieses Spiel »einseitig« nennen, wir nennen es (Karim Haggui zu liebe) gnädig »nullkommafünfseitig«. Somit – ein famoses Wochenende, werte Leser. Stets der Eure: der 11FREUNDE-Liveticker.

90.

Florian Meyer bekommt den »11FREUNDE Mutter-Theresa-Preis« in Gold. Er lässt exakt null Sekunden nachspielen und erspart den Stuttgartern damit noch mehr Pein und Qual. Wir machen uns jetzt mal auf nach Stuttgart, bringen Balsam und versorgen die psychischen Wunden mit warmen Worten und festen Umarmungen. Alles wird gut.

88.

Traore beklatscht plakativ einen Pass von Gentner. So falsch wie dieser Applaus war vorher nur der Gesang bei Marianne und Michael.

85.

Europas beste Airline! Jetzt wirbt der BVB auf seinen Banden schon für sich selbst. 

83.

Lewandowski bravorös auf Aubameyang, dem rutscht der Ball heftiger über den Schlappen als Schneider seine haarige Burka ins Gesicht und Ulreich reagiert wie ein Aal auf Beinen. Also nicht wirklich – 6:1.

80.

Stuttgart hilflos. Im Moment ist das hier wie ein Duell Königstiger vs. Panda-Welpe. Ein brutales Schauspiel, gerade für Fans, die es mit dem VfB Pan..., äh Stuttgart halten. Wir haben Mitleid und eröffnen spontan ein Spendenkonto für den Erhalt des VfB in der Bundesliga. Dieter-Thomas Heck taucht plötzlich in der Redaktion auf und moderiert eine Spendengala, an den Telefonen sitzen Dieter Bohlen, Fritz Walter junior, Harald Schmidt und Gina Wild.

77.

Wahnsinn, was sich die Stuttgarter alles gefallen lassen. Lewandowski ist ungefähr fünf Minuten am Ball, tänzelt vor seinen Gegenspielern hin und her, als sei das hier kein Bundesligaspiel, sondern das Vorhüpfen für »Cats«. Apropos: Wo sind eigentlich die harten Hunde geblieben? Hätte sich das ein Karlheinz Förster so etwas bieten lassen? Bestimmt nicht. Nach dem Motto: Grätsch du ihn, ich klopp ihn sicher.

75.

Taktische Finesse der Stuttgarter gegen Aubameyang: Weder Ab- noch Gegenwehr. Was hat das zu bedeuten? Ist es Nihilismus? Oder Koma? Polemik? Legt unglaublich denkermäßig den Zeigefinger neben die Nase: der Ticker. Legt unglaublich gewöhnungsbedürftig den Zeigefinger in die Nase: Roman Weidenfeller.

72.

Und während wir sukzessive Abschweifen, staub Lewandowski ab. Langsam ist das hier wie Level 1 bei »Tekken« – es reicht Draufhauen ohne höheren Sinn.

69.

Kollege Raack hat sich unter dem Decknamen »Burglöwe« inkognito in die User-Diskussion eingeklinkt. Die Rüge folgt steten Fußes. Denn was Sie nicht wussten und er verdrängen wollte: Raack war lange Jahre PR-Mogul der Zeltinger Band.

66.

Der Drops ist gelutscht, der Kuchen vom Teller, die Party vorbei, die Theke geschlossen. 4:1 für den BVB und die Stuttgarter taumeln hier über den Rasen, als hätten Ali, Tyson, Holyfield und Klitschko zugleich dem versammelten Kader Maulschellen verpasst. Was es jetzt braucht, ist ein knallharter Rocky-Moment. Wann schickt Schneider seine Auswechselspieler in die sibirische Steppe zum Baumstämme schleppen? Wann taucht ein alter knorriger Mann im Mittelkreis auf und liest den Stuttgartern die Leviten? Wann schreit Adrian: »VFBBBBBBBBB!!!!!«? Wann? Wir knocken uns selber aus und träumen lieber von Clubber Lang.

64.

Und dabei hatte das alles so verheißungsvoll begonnen. Stuttgart kam, sah und führte. Jetzt 1:4. Im Vorbeigehen irgendwie. Das ist, als hätte man sich lange auf einen Soundtrack von Hans Zimmer gefreut und dann erklingt ein polyphones Feature von Polarkreis 18 und Loona.

61.

Ach, schön. Die gelbe Wand trällert ein paar Ständchen. Wenn wir die Kohle hätten, würden wir die 25.000 sofort einstellen und einen Blumenversand eröffnen. Man stelle sich vor: Ding-Dong, Blumen für Frau Miehe! (vollständiger Name der Redaktion bekannt). Und dann schmettern 25.000 Blumensänger ein fröhliches »Wie schön, dass Du geboren bist....« Ach, schön.

59.

Miese Laune beim VfB Stuttgart. Wir würden Thomas Schneider gerne einen Mann ans Herz legen, der das unsere heute erwärmt hat. Sorgt zumindest für ein wenig Freude.

55.

Um Gottes Willen. Lewandowski zum 4:0 - das ging verdammt nochmal schneller als mein erster Samenerguss. Und ich habe mir darauf immer was eingebildet... »Jeder fünfte Mann kommt zu schnell«, informiert bild.de. Und Sven Ulreich nimmt schonmal die Taschentücher zu Hand.

54.

TOOOR!! 3:1 für den BVB. Reus ist im Strafraum dichter bedrängt als ein notgeiler Single in der Herbertstraße, spielt den Ball trotzdem mit der Hacke (der Pimp) und Lewandowski verwertet arschcool. Der Borussia Dortmund-Porno, dritter Teil.

53.

Großkreutz' Ballannahme von der Anmut einer trächtigen Elchkuh – Freistoß Stuttgart. Und der ist? Drüber, genau. Wenigstens lässt Maxim beim Ärgern den Beast-Mode raus.

50.

Wie aus dem Nichts ist hier eine wüste Diskussion über das Für und Wider der Berufsbezeichnung »Schiedsrichterassistent« entbrannt. Ein Gast, so Oldschool, dass er sich seit der 1. Minute darüber beschwert, dass die Spieler mit Schienbeinschonern auflaufen und der Ball nicht mehr aus Leder ist, fordert vehement den Namen »Linienrichter« zurück. Wer bei dieser Auseinandersetzung mitmachen möchte, schreibe bitte eine Mail an keinerinteressiertsichfürdieseverliererscheiße@11freunde.de

48.

»Ganz stark von Karim Haggui«, würdigt Dittmann. Sätze, die nicht allzu oft fallen. Was sie wiederum von Karim Haggui unterscheidet.

46.

Da simmer wieder! Hofmann hat in einer Badewanne voller Spätzle gebadet, ich habe mir in Windeseile sechs Büchsen Pils reingeschraubt. Gemeinsam haben noch die Klischees besungen, um dann wieder mit einem Rennrad an unseren Arbeitsplatz zu fahren. Die Röhrenjeans sitzen, der Undercut sowieso, auf gehts!

21:30 Uhr

Christoph Bornhorst – der bornierteste Name des deutschen Fußballs. Der Assistent schaut bezeichnenderweise drein, als hätte man ihm einen Bündel frischen Kots unter der Nase arretiert.

21:33 Uhr

Befremdlich: Hellmann trägt unsere Bandscheiben als Hosenträger auf.

21:23 Uhr

Sebastian Hellmann umklammert seinen Schirm, damit es ihm nicht in den Kopf regnet. Dann kündigt er Harald Glööckler als einen gewissen »Herrn Ilkay Gündogan« an.

46.

Die erste Hälfte? Aus. Unser zweites Bier? Aus. Öffne Raack schäumend vor Vorfreude ein frisches Breznak. Prost, Robert! Zum Wohle, Jakub! Stößchen, ihr!

43.

Puh. Gleich ist erstmal Pause. Und wir sagen Dank an den Erfinder der Schiedsrichterpfeife, der Pause, der Werbung, dem Entdecker der Unterbrechung. Nicht etwa, weil wir dieses Spiel kacke finden. Im Gegenteil. Wir sind ganz beschwipst von dieser ersten Halbzeit. Dortmund-Stuttgart könnte die neue Modedroge in deutschen Großstädten werden. Statt Koks auf der versifften Klub-Toilette, die Wiederholung von BVB-VfB auf dem Smartphone. Wir machen auch den Türsteher und lassen jeden rein. 11FREUNDE - die weichste Tür der Welt.

40.

Causa Timo Werner. »Letzte Woche spielte er nicht, da musste er noch Klausuren schreiben«, weiß Dittmann, den Schlüsselbund wurfbereit in der Hand. Auf dem Stundenplan: Werken mit Oberstudienrat Georg Niedermeier und »magische« Geometrie mit den Referendaren Bobic, Balakov und Elber.

37.

Das Spiel ist noch immer so schnell wie Usain Bolt nach dem Genuss von Dieter Baumanns Zahnpasta. Hin und her und her und hin, das ist kein Fußball mehr, das fühlt sich an wie Tennis! Auf der Bank sitzt auch nicht mehr Jürgen Klopp, sondern Niki Pilic. Auf der Tribüne hat Ion Tiriac Aki Watzke verdrängt und belästigt seine Sitznachbarn mit einer dicken Zigarre. Und in einer Besenkammer in den Katakomben zeugt Bums-Bums Becker erneuten Nachwuchs. Fifty-love!

33.

Dortmund rollt Richtung Stuttgart-Tor wie ein Güterzug, der verdammt eilig hat. Mit schnell verderblicher Ware. Mit einem Zugführer, der noch einen Kuchen im Ofen hat. Da kommt Lewandowski an den Ball und versucht sich an einem Lupfer. Aus dem Stand. In einem Neigungswinkel von 90 Grad (geschätzt) wird die Pille in den Dortmunder Nachthimmel befördert und plumpst wieder zu Boden. »So hoch kann auch nicht jeder aus dem Stand lupfen«, mahnt Dittmann. Wir versuchen uns – Dittmann, der Schlaufuchs, hat Recht.

31.

Kuba (Name geändert, korrekter Name nur der polnischen Botschaft und Dortmunds Buchhaltern bekannt) verspringt der Ball, das folgende Tackling ist das Produkt einer gewieften Dortmunder Crowdfunding-Aktion. Als Kapitalrückfluss müssen sich über 80.000 Zuschauer mit Knöchelsplittern von Karim Haggui begnügen.

29.

Was macht hier jetzt eigentlich der VfB? Und wann? Wenn Spiele plötzlich aus Furcht und überbordenem Respekt geformt sind...

26.

»Technischer Fehler bei Reus«, mokiert sich Dittmann, »das gilt es zu notieren!« Jürgen Klopp nimmt seine To-Do-Liste für zur Hand:

Samstag, den 02.11:

- Funkstrom erfinden
- ein Kind pflanzen
- Baum zeugen
- neutralen Gesichtsausdruck üben
- Edward Snowden anmailen
- reichlich essen
- genug trinken (vielleicht Ayran)
- noch sympathischer werden
- Kappe bügeln (Vorsicht: Inside out!)
- Fahrrad aufpumpen (mit Kevins Mund und Mannis Lunge)
- zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung
- 2 gegen 0 mit Marco 
- To-Do-Liste für Sonntag vorbereiten

22.

Und: TOOOOORR!!! Marco Reus verliert erst einen Ball nach einem supidupi Zuckerpass von Mickyt%/&%%ri/&/§an, wenige Sekunden später wuselt er wieder am Strafraumrand wie ein Hund beim morgendlichen Spaziergang – und plötzlich ist der Ball im Tor. Denn Stuttgart hat hundeartig verteidigt: räudig. 2:1. Und Reus? Feiert die Bude nicht etwa mit einem achtfachen Rückwärtssalto mit Schraube, einem tränenerstickten Gruß an Gott oder der guten alten Raupe, nein, er formt seine Hände zu einem Symbol. Wir erkennen: eine Vulva. Ehrlich! Eine Würdigung der weiblichen Fruchtbarkeit? Wie schön, da sage noch einer, der Fußball hätte ein Chauvi-Problem.

19.

Mmmh. Stuttgart führt also? In Dortmund? Als wäre Gina Lisa plötzlich eine adrette, natürliche Biochemie-Studentin, die in ihrer Freizeit Gerhard-Richter-Seminare im Kreisjugendring Seligenstadt hält... Sokratis zerbrechen die Synapsen bei dem Gedanken, köpft lieber schnell den Ausgleich – 1:1.

16.

Für zwischendurch mal eine Angebergeschichte: Neulich saß ich auf einer Pressekonferenz mitten in London und stellte Alex Ferguson vor gut 150 Journalisten aus aller Welt eine Frage auf englisch. Danach raste ich im Seidenanzug mit drei Luxusgirls auf dem Rücksitz in meinem Sportwagen in den Sonnenuntergang und rettete an einem Rastplatz schnell noch mal ein paar bedrohte Tierarten. Ok, das mit den Ladys, der Karre, dem Anzug und den Tieren stimmt nicht. Aber das mit der Frage schon. Ich fragte also »Sir Alex«: »What is your opinion about Jürgen Klopp and Borussia Dortmund?« Eine so einfallslose Frage, dass ich anschließend im »Independant« als »der Deutsche, der scheinbar durch Zufall in diese Pressekonferenz hereingestolpert war«  bezeichnet wurde. War ich stolz, war ich Abschaum der britischen Klugscheißer-Presse.

13.

Für die Zahlenverfechter unter euch: Es steht 1:0. Kleinster gemeinsamer Nenner: Bender, Sven. Primezahl: Haggui, Karim.

11.

Boah, eben ein Versuch von Dortmunds Kuba, und mit Versuch meine ich: Jahrtausendvolley aus spitzem Winkel. Irgendwo an der niederländischen Nordseeküste sitzt Marco van Basten in einer Fußballkneipe und verschluckt sich am Seehecht. Mit einer epischen Jahrhundertparade entschärft Sven Ulreich den Ball. Und wir? Wischen uns mit Ronald Koemans Trikot den geifernden Sabber aus dem Mundwinkel.

9.

Großkreutz testet mehrmals den Neigungswinkel von Werners Rotatorenmanschette. Kommt auf -10 Grad. Echte Hiebe.

7.

Ich sitze leicht schräg vor der Glotze und habe dem jungen Herrn Hofmann den Premiumplatz auf dem Sofa (jaja!) überlassen. Sollte jeder mal machen, dem das moderne Spiel zu schnell geworden ist. Laufduelle zwischen Reus und Sakai sehen aus, als wenn zwei Senioren gemütlich zum Nachmittagskaffee schlendern. Flanken von Kuba und Co., sonst ins Lichtgeschwindigkeit in den Strafraum getreten, wirken nun beruhigend wie eine Lavalampe. Ich zünde mir jetzt erstmal ein Pfeifchen an, lasse mir von Rex die Hausschuhe bringen und genieße die Entschleunigung.

6.

Fehlpass, Kerze, Ausrutscher – Stuttgarts Defensive auf Meskalin. Ulreich mal ausgenommen: Aufregend irgendwie.

3.

Der Sky-Mann spricht von Hans-Joachim Watze und »seinen Freunden von den Ultras«. Wie muss man sich diese Freundschaft vorstellen? Aki öffnet am Donnerstagabend seine Haustür und 2000 Fußballfans gesellen sich auf ein paar »Küsschen« ins Wohnzimmer? Zu Weihnachten entzündet ein Trupp der »Unity« den Baum mit Seenotfackeln und grölt »Oh, Du Fröhliche« mit den Watzkes?

1.

Zwei Pfiff? Dünnpfiff? Anpfiff!

20:26 Uhr

User »wurst« hat richtig Bock. Sein Kommentar: »Förster«. Verstehe! Oder auch nicht. Hoffentlich ist bald der 02. November.

20:21 Uhr

Während sich Dortmunds und Stuttgarts Verantwortliche gegenseitig ledernen Honig um die unsachgemäß rasierten Bärte schmieren – Warum eigentlich nicht mal über Thomas Schneiders cineastisches Portrait nachdenken? Mit Mads Mikkelsen als Schneider, Robert Stadlober als Timo Werner und Lars Eidinger als Georg Niedermeier. 

20:12 Uhr

»Thomas Schneider als VfB-Coach noch unbesiegt«, schwärmen die Sky-Lakaien. Warum werden solche Statistiken immer nur sportlicher Natur geführt? Der Schneidersche Kamm hätte in dieser Hinsicht durchaus ein Veto-Recht. 

20:03 Uhr

Liebe Damen, liebe Herren. Guten Abend Bitterfeld.

Nach den von Kollege Raack zuvor mehr oder weniger sorgsam gestreuten Schwaben-Diffamierungen muss ich mich erstmals vor dem Ticker – prätickeral quasi – entschuldigen. Premiere - der Abend beginnt vielversprechend wie ein XL-Schnitzel mit XXL-Panade. Da Arthur Boka ebenfalls vor Ort und bereit ist, Kuba aus dem Leben zu grätschen – so lasset die Spiele beginnen!

Das hier heißt schon länger 11FREUNDE-Liveticker und Sie neuerdings willkommen.

14.40 Uhr

Berliner atmen auf: Die Schwaben sind jetzt in Dortmund! Jedenfalls für einen Abend. BVB gegen VfB – wird es wieder so ein Spektakel wie vor einem Jahr? Mit Popcorn, schaler Cola und hohen Erwartungen vor der Glotze werden für euch ab 20.15 Uhr sitzen: Paul »Käthe Kollwitz« Hofmann und Alex »Prenzlberg« Raack!

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!