Dortmund
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Schalke

Dortmund-Schalke im 11FREUNDE-Liveticker

... aber der Pott bleibt hier!

Kinder, was gab es für Meisterschaftsrennen! 1992! 2001! Selbst 2007! Und jetzt: Bayern ist Meister. Im März. 25 Punkte weiter unten spielten der BVB und Schalke im Revierderby 0:0. Und duschten hinterher mit alkoholfreiem Pils. Zog den Zapfhahn auf neun Uhr: der Ticker.

14:04 Uhr

19:22 Uhr

Thomas Hayo sitzt mit seinen Germany's Next Topmodels biertrinkend in New York, Pep Guardiola sitzt seinem 1000-Dollar-Anzug und Angst vor der Weißbierdusche im Berliner Olympiastadion – und wir sitzen im 11FREUNDE-Redaktionskeller vor einem kaputten Fernseher mit einer Fanta light. War die Welt jemals so ungerecht?

19:41 Uhr

Das Internet erscheint in einem komplett neuen Outfit: Twitter neu! Facebook neu! Studivz? Ich habe leider die URL vergessen, aber auch diese Seite: vermutlich neu! Auf was kann man sich noch verlassen? Auf Sauerstoffarmut in der BVB-Kabine nach einer Niederlage? Auf Jürgen Klopps Gesicht bei einer Fehlentscheidung? Wir werden sehen. Und riechen.

19:45 Uhr

Aalen gegen Dresden 1:1. Das macht mich fröhlicher als die gesamte Saison der 1. Bundesliga bislang. Die riecht und schmeckt und fühlt sich ja an wie früher die Luft, die hinten aus den Ritzen eines Fernsehers kam. Wenn man sich tatsächlich hinter diesem Fernseher versteckt hatte, weil man solche Angst vor Jörg Wontorras Pullovern hatte.

19:50 Uhr

Wo wir schon bei Dingen sind, auf die man sich verlassen kann: Bochum hat mal wieder verloren. Wann verkündet Peter Neururer, dass er sich den Bart blau-weiß färbt oder das Faber-Trikot auf den Körper tätowieren lässt, wenn der VfL drin bleibt?

19:53 Uhr

Felipe Santana hat »Probleme mit der Formulierung«, meint Ecki Heuser – und meint, das liege an der Lautstärke im Stadion. Könnte auch daran liegen, dass er Brasilianer ist. Oder die Interviewfragen ihn so dermaßen langweilen.

19:55 Uhr

Jetzt stellt Heuser in der Interviewhölle die Heizung auf 5. »Wie heißt der beste Fußballkommentator Deutschlands?«, fragt er Marcel Schmelzer. »Vorname Marcel!« Schmelzer sagt nicht: »Was soll der Scheiß? Halten Sie mich für vollkommen dämlich? Und wenn Sie weiter grinsen wie ein Gebrauchtwagenverkäufer, dann...«, sondern nur: »Reif?« Ja, für die Geschlossene.

19:58 Uhr

Und oben thront also dieser Reif und sagt: »Na, nächstes Mal geht das aber flüssiger.« Ironie, die Eitelkeit verhüllen soll: Na, nächstes Mal geht das aber flüssiger.

20:00 Uhr

Aber gut sieht er heute aus, der Reif. Das muss man ihm lassen.

1.

»Bislang noch ruhig«, beruhigt Marcel Reif. Doch dann plötzlich: Anpfiff. Und Reus guckt Huntelaar von der Seite an. Ist das schon Hass?

3.

Fehlpass Großkreutz. Schimpft er sich jetzt in Gedanken von der Südkurve aus?

5.

»Echte Liebe – leuchte auf. BVB«, so steht es auf der Bande. Klingt nach Georg Trakl. »Auf flattern weiße Vögel.« Expressionismus in der Bundesliga? Die versuchen auch alles, damit man nicht zum Wasserball abwandert.

4.

Der nächste Fehlpass. Dieses Mal von Mickynochwas. Klopp an der Seitenlinie mit buddhistischem Nicken. Großkreutz – der auf der Tribüne – spendet trotzdem Applaus. Immer weiter, immer weiter. Ach nee, das ist ja Bayern. Also: Echte Liebe, echte Liebe!

6.

Kopfball Lewandowski – auch der ist irgendwie expressionistisch. Prangert er damit die Anonymität der Großstadt an? Wie weit die Menschen (hier symbolisiert von der Flugbahn des Balles und dem Schalker Tor) sich doch voneiander entfernt haben! Schrecklich. Hauptsache, der BVB leuchtet noch auf.

8.

»Flottes Derby«, würde Marcel Reif sagen, wenn er nicht gerade was anderes gesagt hätte. Und zwar: »Goretzka!« Der hat die nächste Chance für Schalke. Ein Schuss aus 20 Metern kommt mit Mühe bei Roman Weidenfeller an, der den Ball schließlich mit einem spöttischen Lachen zu Halt bringt. Wir haben es geahnt: Ein Abend für Superhelden!

9.

Großkreutz – also der auf dem Platz – macht nun Ansagen. Foult seinen Gegenspieler. Bisschen gelangweilt und unmotiviert, bisschen lässig und elegant auch. Wäre er ein Kleidungsstück, wäre er ein Holzfällerhemd in Seattle anno 1992.

11.

Kolasinac beim Einwurf. Kommt nicht zu Potte. Boateng fordert ihn auf, jetzt mal langsam zu werfen. Sieht dabei aus wie ein Porschefahrer, der einer Rentnerin beim Ausparken zuguckt. Aber so ist der moderne Fußball: Die Räume werden immer enger. Das wird Reif uns sicherlich gleich auch noch mal erklären. Und wir werden ihm zuhören wie Porschefahrer einer Rentnerin beim Ausparken.

13.

»Schalke stellt sich nicht hinten rein«, konstatiert Marcel Reif. Erstaunlich! Wir hatten erwartet, dass sich Schalke, die in den letzten elf Partien nur einmal verloren haben, mit zehn Spielern auf die Torlinie stellen und als einzigen Stürmer Maskottchen Erwin aufstellen würde. 

15.

Der wiederkehrende Schmerz, die Vergangenheit mit der Gegenwart vergleichen zu müssen – wir nennen ihn Nostalgie. Wir erinnern uns an die Meisterschaften 1992, 2001, von mir aus sogar 2007, um nur einige zu nennen. Und wir erleben die Meisterschaft 2014. Bayern führt in Berlin mit 1:0. Und ist zur Minute Meister. Im März. Hoffentlich kriege ich keine Enkel, denen ich davon erzählen muss.

17.

Schalke gewinnt 64 Prozent der Zweikämpfe! Jürgen Klopp und Marcel Reif macht diese Statisitik schwer zu schaffen. Uns auch, denn unser F-Jugend-Trainer sagte immer: »Wer mehr Zweikämpfe gewinnt, macht die Tore.« Absurderweise steht es immer noch 0:0 – und es könnte sogar andersrum stehen.

19.

Nächste Chance für den BVB. Flanke von rechts, dann Kopfball von Bender. Wobei der Ball eher Kehl sucht, als Kehl den Ball. Am Ende sieht das ein wenig so aus, als falle ein ausgewachsener Baby-Elefant vom dritten Stock auf einen zufällig vorbeikommenden Spaziergänger (mit Hund). Lustig, aber auch: befremdlich.

21.

2:0 für Bayern übrigens. Jetzt habe ich nur noch die Hoffnung, dass Beckenbauer sagt, dieser Verein sei »auf Jahre hin unbesiegbar«. Und ihn dann Berti Vogts übernimmt.

25.

Und da bleibt das Bild stehen. Sogar Reif verstummt. Erscheint gleich Gott und gibt zu, dass er bei Gründung der Bundesliga eigentlich eine andere Pointe im Kopf hatte? Aber naja, so ist es nun mal. Er ist halt auch nicht perfekt. Und dann übergießt er sich selbst mit Weißbier. Und die Vortstellung ist vorbei. Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts mehr zu sehen.

26.

Für alle, die es sehr brennend interessiert: Zwischen Braunschweig und Mainz sowie zwischen Miedź Legnica und Arka Gdynia SSA (Polen) als auch zwischen den Sportfreunden Siegen und RW Oberhausen steht es 1:1. Einzig der KSV Baunatal hält die SpVgg. Neckarelz mit 3:0 in Schach. Wir bleiben dran. Vielleicht.

29.

Foul an der Seitenlinie und ein zweiter Ball auf dem Platz. Schiedsrichter Meyer hat aber alles unter Kontrolle. Gibt Anweisungen, dass man sich an die Regeln halten sollte. Beide – Ball und Spieler – gehorchen und schleichen sich davon.

32.

»Hinreißend«, nennt Reif das Dargebotene. Und das im Angesicht der Dominanz des FC Bayern. Als würde eine Mami es »hinreißend« nennen, wie ihr Dreijähriger in der Weitsprunggrube Sandkuchen backt, während dessen großer Bruder in derselben den Weltrekord bricht.

33.

Großkreutz will unbedingt, gerade gegen Schalke, bietet sich immer wieder an, auf allen Seiten – und dann, das dürfen wir nie vergessen, feuert er sich ja auch noch selbst von der Tribüne aus an. Der Mann ist so motiviert, der würde heute alles machen – sogar bei einer Gauklerfamilie, die mit Schild »Junger Mann zum Mitreisen gesucht« junge Männer zum Mitreisen sucht, als junger mitreisender Mann in den Anhänger steigen.

35.

Diese lähmende Langeweile! Aber wenigstens unsere Leser suchen wie immer nach Lösungen. Josua Faul fragt: »Was spricht gegen die Einführung von Playoffs?« Unsere Antwort: Dass dann auch die Bayern gewinnen. Was spricht dagegen, sich auf den Boden zu werfen und zu weinen?

37.

Ich mag das Revierderby ja besonders, wenn die Kameras über die Tribüne schwenken. Da sieht man dann Gesichter, mit denen man – würde man sich eines dieser Gesichter aufs eigene Gesicht tätowieren – nie wieder etwas anderes als Dosenbier angeboten bekäme. Eine schöne Vorstellung.

39.

Wie ich die Wendung »auf allen Hochzeiten tanzen« hasse! Das klingt in meinen Ohren nach, pardon, Resteficken. Und wenn bei Klaus und Meike nix geht: Ab ins Taxi zur Fete von Jörg und Petra. Der Dorfgigolo mit dem Paar Socken im Schritt findet schon einen Weg. Der Abend ist ja noch jung. Im Gegensatz zu ihm selbst.

40.

Marco Reus versucht sich aus 22 Metern mit einer Art Volleyschuss. Reif jubelt: »Ohja!« Klopp grummelt: »Grmfp3ßfjvm ##ßß ßo!!!!« Wir notieren: »Nunja.« Und ergänzen ein PS: »Grmfp3ßfjvm!«

43.

Auch schön: Slowmotion-Aufnahmen von Jürgen Klopp im Stadium der größten Erregung. Wer dabei zufällig neben ihm steht, hat mehr Freude als bei einer Weißbierdusche.

44.

Kloppos Augen sind aufs Feld geheftet, und doch schaut er tief in sich hinein: Ist da irgendwo in seiner DNA eine Wertschätzung für Platz 2 programmiert? Die Meisterschaft der Herzen? Nieren? Mägen? Hallo? Körper? Enjoy?

46.

Wir gehen in die Halbzeitpause. 0:0 hier, 2:0 für die Bayern. Beide Mannschaften duschen dem Anlass entsprechend mit alkoholfreiem Pils. 

20:48 Uhr

Ruhe auf Sky. 10 Sekunden, 20, 30. Wir sind komplett verwirrt. Nur Bilder aus der ersten Halbzeit. Und das – es ist unglaublich – ohne Kommentar! Eine ähnliche unangenehme Stille hatten wir das letzte Mal bei unserem ersten Date mit Gaby aus der 6c, als wir über die neueste NWA-Platte sprechen wollte und sie über ihre Oblaten-Sammlung – und wir am Ende einfach schwiegen. Schlimme Zeiten.

20:54 Uhr

Jetzt kommt raus: Das 2:0 für die Bayern gegen Hertha fiel durch einen Kopfball von Götze. Scheint eine Art Spaßmatch zu sein. Ein Abschiedsspiel für das Ding, das wir Spannung nannten. Eine Selbstfeier des gebenedeiten FCB. Ich rechne jetzt fest damit, dass Uli Hoeneß das 3:0 mit der Hacke macht. Und Pep Guardiola für die letzten Minuten Lothar Matthäus die Trainerbank überlässt.

20:58 Uhr

Eintracht Braunschweig führt 2:1 gegen Mainz 05 (sportlich). Patrick Owomoyela analysiert die erste Halbzeit des Revierderbys (fachlich). Wir essen einen Apfel (mehlig). Was bleibt? Vermutlich nichts als die verlorene Zeit, die man für das Schreiben bzw. Lesen dieser Zeilen aufgewendet hat. Wir entschuldigen uns und empfehlen als Wiedergutmachung die Lektüre dieses Satzes:

»Wird eine andere Norm als die euklidische Norm zur Abstandsmessung benutzt, so ist die Form des Einheitskreises im kartesischen Koordinatensystem eine andere. So ist zum Beispiel der Einheitskreis für die Maximumsnorm ein Quadrat mit den Ecken (\pm 1,\pm 1) und der Einheitskreis für die Summennorm eine Raute, deren Ecken auf den Koordinatenachsen im Abstand 1 zum Ursprung liegen.«

Immer noch da? Verrückt.

21:02 Uhr

In der Werbung wird mir ein »Wie-für-mich-gemacht-Kredit« angeboten. Ich bestelle prompt und habe plötzlich 100 Millionen Euro auf meinen Konto. Toll, denn damit kaufe ich mir den Wie-für-mich-gemacht-Verein Union Solingen und den Wie-für-mich-gemacht-Spieler Ingo Hertzsch. Für was eine Wie-für-mich-gemacht-Halbzeitpause alles gut sein kann.

21:03 Uhr

Geile Szene: Keller geht in den Keller. Worüber er da unten wohl lacht?

46.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wird uns vorgeworfen, dass wir VfB-Stuttgart-Fans seien. Wir sind peinlich berührt und hoffen auf Florian Meyer, der diese Schmach mit einem lauten Anstoßpfiff übertönt. Jetzt, ja, gleich, nun aber: »Trööööööööt!«

46.

Die Dortmunder hätten, so will Reif erfahren haben, »einstimmig« beschlossen: »Bloß keinen Konter kriegen!« Wirklich keine Gegenstimmen? Und ich dachte, Putin kümmert sich schon um Schalke.

49.

Erste Chance für den BVB. Schnelle Kombination durch die Mitte, dann auf rechts, dann wieder in die Mitte. Dort, genauer: im Strafraum, wartet Marco Reus, der heute durch seine besondere Gel-Technik sein sowieso schon sehr hohes Haar auf Eifelturm-Höhe betoniert hat. Hilft ihm dummerweise jetzt nicht viel, denn er wird auf Leisten-Höhe angespielt. Und da hat er – so unsere vage Vermutung – nicht betoniert. Wir können uns aber auch irren.

52.

Bayern immer noch 0:2. Nur! Ich sag mal: Ergebniskrise. Und bewerbe mich hiermit als Bayern-Kritikaster beim »Doppelpass«. Den Sammer boote ich schon noch irgendwie aus, und wenn ich seine Mappe schreddern muss.

51.

Reif lobt Hummels, doch kaum spricht das Sky-Fossil den Satz zu Ende, spielt der BVB-Verteidiger einen Pass, über den selbst Heiko Westermann im heimischen Wohnzimmer schmunzelt.

53.

Gut, das Spiel ist nicht schlecht. Dennoch: Je mehr ich mir das Gekicke angucke, desto mehr erkenne ich, dass das eine klassisches 0:0-Partie. Sollten Sie Ersparnisse haben, setzen Sie gerne dieses Ergebnis, sofern der Wettanbieter Ihres Vertrauens das noch zulässt. Ich möchte zwar mit 10 Prozent beteiligt werden, aber sind Sie erst mal reich, kann Sie das auch nicht mehr arm machen. Die alte Hoeneß-Schule. 

55.

Hat jemand »Waterworld« mit Kevin Costner gesehen? Scheißfilm, klar. Aber ich stelle mir, weil ja sonst nichts zu tun ist, gerade vor, wie im Jahre 2023 inmitten einer ansonsten fußballfreien Welt nur noch die Allianz-Arena steht und dort Guardiola Rasenschach gegen sich selbst spielt. Um sich aufs WM-Endspiel vorzubereiten: Bayern gegen Katar. Beide natürlich trainiert von ihm.  

59.

Eigentlich: Riesenchance! Draxler lupft einen Freistoß in bester Pat-Cash-Manier über die gesamte BVB-Defensive und findet sogar Neustädter. Doch dessen Kopfball hat so viel Härte, dass er es vermutlich nicht mal auf den nächsten Kuschelrock-Sampler der »Bravo« schaffen würde.

63.

Aha. Neid auf die Bayern wird uns mittlerweile aus Teilen der Leserschaft vorgeworfen. Damit wir uns richtig verstehen: Wir sind vom Neid komplett zerfressen. Neidisch sind wir auch auf die Schalker und Dortmunder. Selbst auf die Braunschweiger. Weil sogar bei denen sich die Masse noch teilt, wenn sie eine Dorfdisco betreten. Während wir uns am Tresen festhalten und unser einziger Ehrgeiz darin besteht, nicht vor aller Augen zu kotzen. Will ein Rekordmeister von Leuten wie uns wirklich Komplimente gemacht bekommen? Na, also.

65.

Wenn Draxler neben Meyer spaziert, sieht das aus, als gingen zwei Jungs über den Schulhof. Wann stiehlt Meyer Draxler das Pausenbrot? Wann fragt Draxler Meyer, ob er auch seinen Turnbeutel vergessen hat? Wann werde ich wieder jung sein?

68.

»Eckball Robben: ...«, heißt es Liveticker von Spiegel Online. Punkt, Punkt, Punkt. Mehr muss man wohl nicht mehr sagen. Warum nicht gleich Smileys? »Weißbierdusche Schweinsteiger: ;-)«

70.

Zuckerflanke auf Reus, der immer mehr zum Kopfballspieler wird. Doch auch dieses Mal hechtet Fährmann wie ein junger Fisch und pariert den Ball formidabel. Reif fragt zurecht: »Warum sucht Schalke eigentlich einen neuen Torwart?«

72.

Mkhitaryan! Schießt den Ball so knapp am Tor vorbei, dass nicht einmal mehr ein Vokal dazwischen passen würde. Nomen est omen.

74.

Kevin-Prince Boateng bekommt seine fünfte Gelbe Karte und darf beim nächsten Heimspiel nicht mitspielen. Besonders bitter: Es geht dann gegen seinen alten Klub Hertha BSC. Prompt wirft Boateng dem Rasen einen Blick zu, dass dieser sich am liebsten in Heu auflösen würde. Schiedsrichter Meyer redet ihm aber ins Gewissen – zumindest Boateng.

77.

Jetzt wird ein altes Geschenk von Felix Magath ausgepackt: Anthony Annan. »Herrlich«, findet Gieselmann. Ich frage mich nur: Wann kommt Ze Roberto II?

77.

Jetzt pfeifen uns hier die Gewaltschüsse um die Ohren. Und das, wo für Schalke doch gerade der Mann ins Spiel gekommen ist, der laut Kollege Bock »der Sohn oder Neffe oder Cousin oder so was« des ehemaligen UN-Generalsekretärs ist!

81.

Mkhitaryan für Aubameyang. Klopp mit Scrabble-Gewinner-Lächeln. Wir mit Funk-Uhr-Kreuzworträtsel-Verlierer-Lächeln.

82.

Dortmund drängt. Will Leverkusen unbedingt das Vize-Triple von 2002 entreißen. Manche BVB-Spieler könnten, wenn in Brasilien alles richtig läuft, sogar auf vier zweite Plätze erhöhen. Einmal wie Ballack sein: Der Gedanke wirft Reus schlicht um. Sieht zwar aus wie eine Schwalbe, aber wir verstehen das.

87.

»Das 0:0 entspricht nicht der Überlegenheit des BVB«, meint Reif. Schön gesagt. Das 0:0, das irgendeiner Überlegenheit entspricht, muss er uns bei Gelegenheit aber noch mal zeigen.

90.

Zwei Minuten Nachspielzeit. Was jetzt schon klar ist: Dortmund bräuchte jetzt 20 Tore, um auch nicht Meister zu werden. Erschütternd.

91.

Kaum wird Martin Max’ Sohn eingewechselt, da ist das Spiel zu Ende. So wird der Junge aber auch ebensowenig Nationalspieler.

21:53 Uhr

Da die Bayern ja nun mal durch sind (Endergebnis 3:1, wen’s interessiert), verlegen sich Klopp und Boateng auf Martial Arts. Kevin-Prince täuscht den Kinnhaken an, kneift dem Pöhler dann in die Testikel. Meisterschaft der Schmerzen.

21:53 Uhr

Ein Spiel wie ein 0:0, das, oh Schreck, 0:0 endete. Bayern ist Meister, in Berlin laufen Osternhasen als Weihnachtsmänner durch die Straßen und Dortmund ist auf dem besten Weg zu drei Vize-Titeln. Trauriger holte die Realität unsere Träume nur ein, als sich James Hetfield und Lars Ulrich einst ihre Haare auf Versicherungsvertreter-Länge schnitten.

21:58 Uhr

Ecki Heuser fragt Mats Hummels: »Wie tief sitzt die Enttäuschung?« Ungefähr 25 Punkte. Bzw. 1000 Tränen.

22:02 Uhr

Jetzt die Schalte: Matthias Sammer steht in Berlin und warnt vor der Öffnung der Mauer.

22:06 Uhr

Und wie eine Religionslehrerin vom Oktoberfest schleichen wir uns aus den Meisterfeierlichkeiten des FC Bayern in Berlin, leise »Sodom und Gomorrha« murmelnd. Wir wünschen euch allen eine vizegute Nacht. Und vergesst ja nicht zu leuchten! Eure Hobby-Expressionisten vom 11FREUNDE-Ticker.

22:06 Uhr

Und wie eine Religionslehrerin vom Oktoberfest schleichen wir uns aus den Meisterfeierlichkeiten des FC Bayern in Berlin, leise »Sodom und Gomorrha« murmelnd. Wir wünschen euch allen eine vizegute Nacht. Und vergesst ja nicht zu leuchten! Eure Hobby-Expressionisten vom 11FREUNDE-Ticker.

22:02 Uhr

Jetzt die Schalte: Matthias Sammer steht in Berlin und warnt vor der Öffnung der Mauer.

21:58 Uhr

Ecki Heuser fragt Mats Hummels: »Wie tief sitzt die Enttäuschung?« Ungefähr 25 Punkte. Bzw. 1000 Tränen.

21:53 Uhr

Ein Spiel wie ein 0:0, das, oh Schreck, 0:0 endete. Bayern ist Meister, in Berlin laufen Osternhasen als Weihnachtsmänner durch die Straßen und Dortmund ist auf dem besten Weg zu drei Vize-Titeln. Trauriger holte die Realität unsere Träume nur ein, als sich James Hetfield und Lars Ulrich einst ihre Haare auf Versicherungsvertreter-Länge schnitten.

21:53 Uhr

Da die Bayern ja nun mal durch sind (Endergebnis 3:1, wen’s interessiert), verlegen sich Klopp und Boateng auf Martial Arts. Kevin-Prince täuscht den Kinnhaken an, kneift dem Pöhler dann in die Testikel. Meisterschaft der Schmerzen.

91.

Kaum wird Martin Max’ Sohn eingewechselt, da ist das Spiel zu Ende. So wird der Junge aber auch ebensowenig Nationalspieler.

90.

Zwei Minuten Nachspielzeit. Was jetzt schon klar ist: Dortmund bräuchte jetzt 20 Tore, um auch nicht Meister zu werden. Erschütternd.

87.

»Das 0:0 entspricht nicht der Überlegenheit des BVB«, meint Reif. Schön gesagt. Das 0:0, das irgendeiner Überlegenheit entspricht, muss er uns bei Gelegenheit aber noch mal zeigen.

82.

Dortmund drängt. Will Leverkusen unbedingt das Vize-Triple von 2002 entreißen. Manche BVB-Spieler könnten, wenn in Brasilien alles richtig läuft, sogar auf vier zweite Plätze erhöhen. Einmal wie Ballack sein: Der Gedanke wirft Reus schlicht um. Sieht zwar aus wie eine Schwalbe, aber wir verstehen das.

81.

Mkhitaryan für Aubameyang. Klopp mit Scrabble-Gewinner-Lächeln. Wir mit Funk-Uhr-Kreuzworträtsel-Verlierer-Lächeln.

77.

Jetzt pfeifen uns hier die Gewaltschüsse um die Ohren. Und das, wo für Schalke doch gerade der Mann ins Spiel gekommen ist, der laut Kollege Bock »der Sohn oder Neffe oder Cousin oder so was« des ehemaligen UN-Generalsekretärs ist!

77.

Jetzt wird ein altes Geschenk von Felix Magath ausgepackt: Anthony Annan. »Herrlich«, findet Gieselmann. Ich frage mich nur: Wann kommt Ze Roberto II?

74.

Kevin-Prince Boateng bekommt seine fünfte Gelbe Karte und darf beim nächsten Heimspiel nicht mitspielen. Besonders bitter: Es geht dann gegen seinen alten Klub Hertha BSC. Prompt wirft Boateng dem Rasen einen Blick zu, dass dieser sich am liebsten in Heu auflösen würde. Schiedsrichter Meyer redet ihm aber ins Gewissen – zumindest Boateng.

72.

Mkhitaryan! Schießt den Ball so knapp am Tor vorbei, dass nicht einmal mehr ein Vokal dazwischen passen würde. Nomen est omen.

70.

Zuckerflanke auf Reus, der immer mehr zum Kopfballspieler wird. Doch auch dieses Mal hechtet Fährmann wie ein junger Fisch und pariert den Ball formidabel. Reif fragt zurecht: »Warum sucht Schalke eigentlich einen neuen Torwart?«

68.

»Eckball Robben: ...«, heißt es Liveticker von Spiegel Online. Punkt, Punkt, Punkt. Mehr muss man wohl nicht mehr sagen. Warum nicht gleich Smileys? »Weißbierdusche Schweinsteiger: ;-)«

65.

Wenn Draxler neben Meyer spaziert, sieht das aus, als gingen zwei Jungs über den Schulhof. Wann stiehlt Meyer Draxler das Pausenbrot? Wann fragt Draxler Meyer, ob er auch seinen Turnbeutel vergessen hat? Wann werde ich wieder jung sein?

63.

Aha. Neid auf die Bayern wird uns mittlerweile aus Teilen der Leserschaft vorgeworfen. Damit wir uns richtig verstehen: Wir sind vom Neid komplett zerfressen. Neidisch sind wir auch auf die Schalker und Dortmunder. Selbst auf die Braunschweiger. Weil sogar bei denen sich die Masse noch teilt, wenn sie eine Dorfdisco betreten. Während wir uns am Tresen festhalten und unser einziger Ehrgeiz darin besteht, nicht vor aller Augen zu kotzen. Will ein Rekordmeister von Leuten wie uns wirklich Komplimente gemacht bekommen? Na, also.

59.

Eigentlich: Riesenchance! Draxler lupft einen Freistoß in bester Pat-Cash-Manier über die gesamte BVB-Defensive und findet sogar Neustädter. Doch dessen Kopfball hat so viel Härte, dass er es vermutlich nicht mal auf den nächsten Kuschelrock-Sampler der »Bravo« schaffen würde.

55.

Hat jemand »Waterworld« mit Kevin Costner gesehen? Scheißfilm, klar. Aber ich stelle mir, weil ja sonst nichts zu tun ist, gerade vor, wie im Jahre 2023 inmitten einer ansonsten fußballfreien Welt nur noch die Allianz-Arena steht und dort Guardiola Rasenschach gegen sich selbst spielt. Um sich aufs WM-Endspiel vorzubereiten: Bayern gegen Katar. Beide natürlich trainiert von ihm.  

53.

Gut, das Spiel ist nicht schlecht. Dennoch: Je mehr ich mir das Gekicke angucke, desto mehr erkenne ich, dass das eine klassisches 0:0-Partie. Sollten Sie Ersparnisse haben, setzen Sie gerne dieses Ergebnis, sofern der Wettanbieter Ihres Vertrauens das noch zulässt. Ich möchte zwar mit 10 Prozent beteiligt werden, aber sind Sie erst mal reich, kann Sie das auch nicht mehr arm machen. Die alte Hoeneß-Schule. 

51.

Reif lobt Hummels, doch kaum spricht das Sky-Fossil den Satz zu Ende, spielt der BVB-Verteidiger einen Pass, über den selbst Heiko Westermann im heimischen Wohnzimmer schmunzelt.

52.

Bayern immer noch 0:2. Nur! Ich sag mal: Ergebniskrise. Und bewerbe mich hiermit als Bayern-Kritikaster beim »Doppelpass«. Den Sammer boote ich schon noch irgendwie aus, und wenn ich seine Mappe schreddern muss.

49.

Erste Chance für den BVB. Schnelle Kombination durch die Mitte, dann auf rechts, dann wieder in die Mitte. Dort, genauer: im Strafraum, wartet Marco Reus, der heute durch seine besondere Gel-Technik sein sowieso schon sehr hohes Haar auf Eifelturm-Höhe betoniert hat. Hilft ihm dummerweise jetzt nicht viel, denn er wird auf Leisten-Höhe angespielt. Und da hat er – so unsere vage Vermutung – nicht betoniert. Wir können uns aber auch irren.

46.

Die Dortmunder hätten, so will Reif erfahren haben, »einstimmig« beschlossen: »Bloß keinen Konter kriegen!« Wirklich keine Gegenstimmen? Und ich dachte, Putin kümmert sich schon um Schalke.

46.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wird uns vorgeworfen, dass wir VfB-Stuttgart-Fans seien. Wir sind peinlich berührt und hoffen auf Florian Meyer, der diese Schmach mit einem lauten Anstoßpfiff übertönt. Jetzt, ja, gleich, nun aber: »Trööööööööt!«

21:03 Uhr

Geile Szene: Keller geht in den Keller. Worüber er da unten wohl lacht?

21:02 Uhr

In der Werbung wird mir ein »Wie-für-mich-gemacht-Kredit« angeboten. Ich bestelle prompt und habe plötzlich 100 Millionen Euro auf meinen Konto. Toll, denn damit kaufe ich mir den Wie-für-mich-gemacht-Verein Union Solingen und den Wie-für-mich-gemacht-Spieler Ingo Hertzsch. Für was eine Wie-für-mich-gemacht-Halbzeitpause alles gut sein kann.

20:58 Uhr

Eintracht Braunschweig führt 2:1 gegen Mainz 05 (sportlich). Patrick Owomoyela analysiert die erste Halbzeit des Revierderbys (fachlich). Wir essen einen Apfel (mehlig). Was bleibt? Vermutlich nichts als die verlorene Zeit, die man für das Schreiben bzw. Lesen dieser Zeilen aufgewendet hat. Wir entschuldigen uns und empfehlen als Wiedergutmachung die Lektüre dieses Satzes:

»Wird eine andere Norm als die euklidische Norm zur Abstandsmessung benutzt, so ist die Form des Einheitskreises im kartesischen Koordinatensystem eine andere. So ist zum Beispiel der Einheitskreis für die Maximumsnorm ein Quadrat mit den Ecken (\pm 1,\pm 1) und der Einheitskreis für die Summennorm eine Raute, deren Ecken auf den Koordinatenachsen im Abstand 1 zum Ursprung liegen.«

Immer noch da? Verrückt.

20:54 Uhr

Jetzt kommt raus: Das 2:0 für die Bayern gegen Hertha fiel durch einen Kopfball von Götze. Scheint eine Art Spaßmatch zu sein. Ein Abschiedsspiel für das Ding, das wir Spannung nannten. Eine Selbstfeier des gebenedeiten FCB. Ich rechne jetzt fest damit, dass Uli Hoeneß das 3:0 mit der Hacke macht. Und Pep Guardiola für die letzten Minuten Lothar Matthäus die Trainerbank überlässt.

20:48 Uhr

Ruhe auf Sky. 10 Sekunden, 20, 30. Wir sind komplett verwirrt. Nur Bilder aus der ersten Halbzeit. Und das – es ist unglaublich – ohne Kommentar! Eine ähnliche unangenehme Stille hatten wir das letzte Mal bei unserem ersten Date mit Gaby aus der 6c, als wir über die neueste NWA-Platte sprechen wollte und sie über ihre Oblaten-Sammlung – und wir am Ende einfach schwiegen. Schlimme Zeiten.

46.

Wir gehen in die Halbzeitpause. 0:0 hier, 2:0 für die Bayern. Beide Mannschaften duschen dem Anlass entsprechend mit alkoholfreiem Pils. 

44.

Kloppos Augen sind aufs Feld geheftet, und doch schaut er tief in sich hinein: Ist da irgendwo in seiner DNA eine Wertschätzung für Platz 2 programmiert? Die Meisterschaft der Herzen? Nieren? Mägen? Hallo? Körper? Enjoy?

43.

Auch schön: Slowmotion-Aufnahmen von Jürgen Klopp im Stadium der größten Erregung. Wer dabei zufällig neben ihm steht, hat mehr Freude als bei einer Weißbierdusche.

40.

Marco Reus versucht sich aus 22 Metern mit einer Art Volleyschuss. Reif jubelt: »Ohja!« Klopp grummelt: »Grmfp3ßfjvm ##ßß ßo!!!!« Wir notieren: »Nunja.« Und ergänzen ein PS: »Grmfp3ßfjvm!«

39.

Wie ich die Wendung »auf allen Hochzeiten tanzen« hasse! Das klingt in meinen Ohren nach, pardon, Resteficken. Und wenn bei Klaus und Meike nix geht: Ab ins Taxi zur Fete von Jörg und Petra. Der Dorfgigolo mit dem Paar Socken im Schritt findet schon einen Weg. Der Abend ist ja noch jung. Im Gegensatz zu ihm selbst.

37.

Ich mag das Revierderby ja besonders, wenn die Kameras über die Tribüne schwenken. Da sieht man dann Gesichter, mit denen man – würde man sich eines dieser Gesichter aufs eigene Gesicht tätowieren – nie wieder etwas anderes als Dosenbier angeboten bekäme. Eine schöne Vorstellung.

35.

Diese lähmende Langeweile! Aber wenigstens unsere Leser suchen wie immer nach Lösungen. Josua Faul fragt: »Was spricht gegen die Einführung von Playoffs?« Unsere Antwort: Dass dann auch die Bayern gewinnen. Was spricht dagegen, sich auf den Boden zu werfen und zu weinen?

33.

Großkreutz will unbedingt, gerade gegen Schalke, bietet sich immer wieder an, auf allen Seiten – und dann, das dürfen wir nie vergessen, feuert er sich ja auch noch selbst von der Tribüne aus an. Der Mann ist so motiviert, der würde heute alles machen – sogar bei einer Gauklerfamilie, die mit Schild »Junger Mann zum Mitreisen gesucht« junge Männer zum Mitreisen sucht, als junger mitreisender Mann in den Anhänger steigen.

32.

»Hinreißend«, nennt Reif das Dargebotene. Und das im Angesicht der Dominanz des FC Bayern. Als würde eine Mami es »hinreißend« nennen, wie ihr Dreijähriger in der Weitsprunggrube Sandkuchen backt, während dessen großer Bruder in derselben den Weltrekord bricht.

29.

Foul an der Seitenlinie und ein zweiter Ball auf dem Platz. Schiedsrichter Meyer hat aber alles unter Kontrolle. Gibt Anweisungen, dass man sich an die Regeln halten sollte. Beide – Ball und Spieler – gehorchen und schleichen sich davon.

26.

Für alle, die es sehr brennend interessiert: Zwischen Braunschweig und Mainz sowie zwischen Miedź Legnica und Arka Gdynia SSA (Polen) als auch zwischen den Sportfreunden Siegen und RW Oberhausen steht es 1:1. Einzig der KSV Baunatal hält die SpVgg. Neckarelz mit 3:0 in Schach. Wir bleiben dran. Vielleicht.

25.

Und da bleibt das Bild stehen. Sogar Reif verstummt. Erscheint gleich Gott und gibt zu, dass er bei Gründung der Bundesliga eigentlich eine andere Pointe im Kopf hatte? Aber naja, so ist es nun mal. Er ist halt auch nicht perfekt. Und dann übergießt er sich selbst mit Weißbier. Und die Vortstellung ist vorbei. Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts mehr zu sehen.

21.

2:0 für Bayern übrigens. Jetzt habe ich nur noch die Hoffnung, dass Beckenbauer sagt, dieser Verein sei »auf Jahre hin unbesiegbar«. Und ihn dann Berti Vogts übernimmt.

19.

Nächste Chance für den BVB. Flanke von rechts, dann Kopfball von Bender. Wobei der Ball eher Kehl sucht, als Kehl den Ball. Am Ende sieht das ein wenig so aus, als falle ein ausgewachsener Baby-Elefant vom dritten Stock auf einen zufällig vorbeikommenden Spaziergänger (mit Hund). Lustig, aber auch: befremdlich.

17.

Schalke gewinnt 64 Prozent der Zweikämpfe! Jürgen Klopp und Marcel Reif macht diese Statisitik schwer zu schaffen. Uns auch, denn unser F-Jugend-Trainer sagte immer: »Wer mehr Zweikämpfe gewinnt, macht die Tore.« Absurderweise steht es immer noch 0:0 – und es könnte sogar andersrum stehen.

15.

Der wiederkehrende Schmerz, die Vergangenheit mit der Gegenwart vergleichen zu müssen – wir nennen ihn Nostalgie. Wir erinnern uns an die Meisterschaften 1992, 2001, von mir aus sogar 2007, um nur einige zu nennen. Und wir erleben die Meisterschaft 2014. Bayern führt in Berlin mit 1:0. Und ist zur Minute Meister. Im März. Hoffentlich kriege ich keine Enkel, denen ich davon erzählen muss.

13.

»Schalke stellt sich nicht hinten rein«, konstatiert Marcel Reif. Erstaunlich! Wir hatten erwartet, dass sich Schalke, die in den letzten elf Partien nur einmal verloren haben, mit zehn Spielern auf die Torlinie stellen und als einzigen Stürmer Maskottchen Erwin aufstellen würde. 

11.

Kolasinac beim Einwurf. Kommt nicht zu Potte. Boateng fordert ihn auf, jetzt mal langsam zu werfen. Sieht dabei aus wie ein Porschefahrer, der einer Rentnerin beim Ausparken zuguckt. Aber so ist der moderne Fußball: Die Räume werden immer enger. Das wird Reif uns sicherlich gleich auch noch mal erklären. Und wir werden ihm zuhören wie Porschefahrer einer Rentnerin beim Ausparken.

9.

Großkreutz – also der auf dem Platz – macht nun Ansagen. Foult seinen Gegenspieler. Bisschen gelangweilt und unmotiviert, bisschen lässig und elegant auch. Wäre er ein Kleidungsstück, wäre er ein Holzfällerhemd in Seattle anno 1992.

8.

»Flottes Derby«, würde Marcel Reif sagen, wenn er nicht gerade was anderes gesagt hätte. Und zwar: »Goretzka!« Der hat die nächste Chance für Schalke. Ein Schuss aus 20 Metern kommt mit Mühe bei Roman Weidenfeller an, der den Ball schließlich mit einem spöttischen Lachen zu Halt bringt. Wir haben es geahnt: Ein Abend für Superhelden!

6.

Kopfball Lewandowski – auch der ist irgendwie expressionistisch. Prangert er damit die Anonymität der Großstadt an? Wie weit die Menschen (hier symbolisiert von der Flugbahn des Balles und dem Schalker Tor) sich doch voneiander entfernt haben! Schrecklich. Hauptsache, der BVB leuchtet noch auf.

4.

Der nächste Fehlpass. Dieses Mal von Mickynochwas. Klopp an der Seitenlinie mit buddhistischem Nicken. Großkreutz – der auf der Tribüne – spendet trotzdem Applaus. Immer weiter, immer weiter. Ach nee, das ist ja Bayern. Also: Echte Liebe, echte Liebe!

5.

»Echte Liebe – leuchte auf. BVB«, so steht es auf der Bande. Klingt nach Georg Trakl. »Auf flattern weiße Vögel.« Expressionismus in der Bundesliga? Die versuchen auch alles, damit man nicht zum Wasserball abwandert.

3.

Fehlpass Großkreutz. Schimpft er sich jetzt in Gedanken von der Südkurve aus?

1.

»Bislang noch ruhig«, beruhigt Marcel Reif. Doch dann plötzlich: Anpfiff. Und Reus guckt Huntelaar von der Seite an. Ist das schon Hass?

20:00 Uhr

Aber gut sieht er heute aus, der Reif. Das muss man ihm lassen.

19:58 Uhr

Und oben thront also dieser Reif und sagt: »Na, nächstes Mal geht das aber flüssiger.« Ironie, die Eitelkeit verhüllen soll: Na, nächstes Mal geht das aber flüssiger.

19:55 Uhr

Jetzt stellt Heuser in der Interviewhölle die Heizung auf 5. »Wie heißt der beste Fußballkommentator Deutschlands?«, fragt er Marcel Schmelzer. »Vorname Marcel!« Schmelzer sagt nicht: »Was soll der Scheiß? Halten Sie mich für vollkommen dämlich? Und wenn Sie weiter grinsen wie ein Gebrauchtwagenverkäufer, dann...«, sondern nur: »Reif?« Ja, für die Geschlossene.

19:53 Uhr

Felipe Santana hat »Probleme mit der Formulierung«, meint Ecki Heuser – und meint, das liege an der Lautstärke im Stadion. Könnte auch daran liegen, dass er Brasilianer ist. Oder die Interviewfragen ihn so dermaßen langweilen.

19:50 Uhr

Wo wir schon bei Dingen sind, auf die man sich verlassen kann: Bochum hat mal wieder verloren. Wann verkündet Peter Neururer, dass er sich den Bart blau-weiß färbt oder das Faber-Trikot auf den Körper tätowieren lässt, wenn der VfL drin bleibt?

19:45 Uhr

Aalen gegen Dresden 1:1. Das macht mich fröhlicher als die gesamte Saison der 1. Bundesliga bislang. Die riecht und schmeckt und fühlt sich ja an wie früher die Luft, die hinten aus den Ritzen eines Fernsehers kam. Wenn man sich tatsächlich hinter diesem Fernseher versteckt hatte, weil man solche Angst vor Jörg Wontorras Pullovern hatte.

19:41 Uhr

Das Internet erscheint in einem komplett neuen Outfit: Twitter neu! Facebook neu! Studivz? Ich habe leider die URL vergessen, aber auch diese Seite: vermutlich neu! Auf was kann man sich noch verlassen? Auf Sauerstoffarmut in der BVB-Kabine nach einer Niederlage? Auf Jürgen Klopps Gesicht bei einer Fehlentscheidung? Wir werden sehen. Und riechen.

19:22 Uhr

Thomas Hayo sitzt mit seinen Germany's Next Topmodels biertrinkend in New York, Pep Guardiola sitzt seinem 1000-Dollar-Anzug und Angst vor der Weißbierdusche im Berliner Olympiastadion – und wir sitzen im 11FREUNDE-Redaktionskeller vor einem kaputten Fernseher mit einer Fanta light. War die Welt jemals so ungerecht?

14:04 Uhr

Wir melden uns um 19:40 Uhr live aus der Großraumdusche des Westfalenstadions.

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