Dortmund
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FC Bayern

Dortmund-Bayern im 11FREUNDE-Liveticker

Sammer warnt Heynckes vor Überheblichkeit

Der Ticker hat sich den Rest gegeben: Parkende Busse, bizarre Rollenspiele, leere Blicke, volle Rentner, Sammers Warnungen, die Liveschalte zu Dingsbums Löw. Doch auch der längste Tag aller Zeiten geht irgendwann zu Ende. Und am Ende verlieren immer die Deutschen.

23:39 Uhr

Der beste, schönste, echteste, wahrste Moment des Abends, dieser Saison, ja: des Fußballs überhaupt: »Ich verstehe die Enttäuschung der Dortmunder«, sagt der unendlich weise Jupp Heynckes. Und statt zu weinen oder wenigstens die Schnauze zu halten, fragt Büchler den Moment einfach kaputt mit seinen sinnentleerten Schülerzeitungsfragen. Dann wird auch noch, weil es technisch nun mal möglich ist, Bundestrainer Joachim Löw zugeschaltet: »Hallo?« Heynckes: »Mit wem spreche ich, bitte?« Muss das sein? Es muss wohl. Jeder will ja sein Röllchen spielen. Ich schalte das jetzt ab. Und hoffe, dass mich ein Taxi abholt, an dessen Steuer Jupp Heynckes sitzt. Einmal ans Ende der Welt, bitte. Nein, keine Rückfahrt. Gute Nacht.  

23:38 Uhr

»Bayern hat den Pott«, titelt »bild.de«. Schlimm. Und die Berliner beschweren sich über ein paar Schwaben im Prenzlauer Berg!

23:22 Uhr

Weil im »Sportstudio« eine Busladung von Fernsehgarten-Rentnern nicht länger besoffen gehalten werden kann, darf Oliver Kahn nicht ausreden. Damit geht es also so weiter, wie es begonnen hat: Mit hohl vor sich hinklatschendem Fanvolk. Unterbrochen lediglich von einem Fußballspiel. Danke dafür, Bayern und Dortmund. Es war ein großes Finale. Wer übrigens möchte, dass dieser Liveticker auch mal was gewinnt, kann HIER abstimmen. Danke noch mal. 

23:17 Uhr

Ein Interview mit einem im Ringstaub liegenden Boxer, doch Boris Büchler will Kloppo unbedingt eine Kampfansage entlocken. »Wann stehen Sie wieder im Finale?«, nervt er. Kloppo, schnaufend: »Jetzt fahr ich erst mal in den Urlaub.« Wahrscheinlich nicht mit Büchler.  

23:17 Uhr

»Es ist, was es ist«, zitiert Kloppo nun Erich Fried. Es ist, was es ist, sagt die Niederlage. 

23:12 Uhr

Kloppo: geschlaucht, betrübt, not able to enjoy. Und dann zeigen sie ihm, der nicht mehr kann, auch noch das Siegtor, und geradezu zwanghaft fängt er an zu analysieren: »Hmmmmja, da muss er natürlich... näher... ran.... Ach.« Ach: Das Geräusch, mit dem Luftschlösser zusammenbrechen.  

23:11 Uhr

Thomas Müller: »Ich bin ziemlich geputzt, hab Krämpfe links und rechts.« Könnte ein Volkslied werden. Hubert von Goisern, übernehmen Sie!

23:09 Uhr

Und in New York sitzt Pep Guardiola vor dem Fax und wartet sekündlich auf die Vertragsauflösung.

23:07 Uhr

Mats Hummels: Sein Blick ist so leer wie die Pokalvitrine von Bayer Leverkusen. 

23:05 Uhr

Unsere Gedanken sind natürlich auch bei Uli Hoeneß. Während die anderen morgen früh ihren Rausch ausschlafen, wird er weinend in seinem leeren Swimming Pool sitzen und das Börsen-Mosaik wegmeißeln. Zuerst den Bären. Dann den Bullen. 

23:01 Uhr

Weidenfeller im Interview. So aufgeräumt wie eine Soldatenstube kurz vor der Kontrolle durch den Unteroffizier. 

22:58 Uhr

Und dann der Jupp. »Wie ein Vater«, sagt Rethy. »Also, wie so’n älterer Vater. Fast schon Opa.« Und tatsächlich: Er hält den Pokal hoch wie eine Flasche Doppelherz an Weihnachten. Damit hätte er nicht mehr gerechnet, nach all den Jahren, da immer nur Socken für ihn unterm Baum lagen.

22:56 Uhr

Und jetzt machen sie noch mal alles richtig: lassen Thomas Müller hochleben. Diesen Naturburschen, diesen Paul Breitner des 21. Jahrhunderts, diesen in Lederhosen Geborenen. Ihm ziehen sie sie nicht aus. Niemals. 

22:54 Uhr

Und Philipp Lahm reißt den Pokal in die Höhe! Wie ein Dreijähriger, der das zu Hause mit der Bodenvase übt. Ich will mich nicht lustig machen: Auch solche Momente können ja ergreifend sein. Wenn man Kinder hat und genug Geld, regelmäßig neue Bodenvasen zu kaufen.

22:52 Uhr

Wie sie sich freuen! Und wie dann ihre Gesichter erstarren, als sie erkennen, dass sie der Kanzlerin die Hand schütteln müssen. »Herzlichen Glückwunsch, Herr Boateng!« – »Ja, krass, danke, Oma!«

22:49 Uhr

Die Dortmunder auf dem Weg zur Tribüne, als müssten sie sich nicht die Silbermedaille, sondern den bronzenen Bravo-Otto abholen, den Toni Schumacher bei Ebay verscherbelt. »Es hat nicht ganz-ganz gereicht«, meint Rethy. Eigentlich hat es überhaupt nicht gereicht. Das ist ja die Scheiße.

22:25 Uhr

Sind Robben durch den Sieg noch ein paar Zähne mehr gewachsen? Breiter hat noch nie jemand gegrinst. Sagen wir so: Wenn diese Zähne eines Tages im Arsch Klavier spielen, dann bestimmt ein Konzert von Rachmaninoff.

22:44 Uhr

»Vom Ground Zero nach Wembley«, so beschrieb Aki Watzke den Weg des BVB. Und zurück? Nun stehen die Spieler nämlich da wie New Yorker Feuerwehrmänner. 

22:42 Uhr

Sammer: »Einigen Spielern gönne ich es sehr!« Andere wiederum wird er bei Gelegenheit vor Überheblichkeit warnen.

22:40 Uhr

Fast am Rande: die Szenen der gemeinsamen Freude. Schweinsteiger umarmt Heynckes wie Obama den Dalai Lama. Wo ist Kai Diekmann? 

22:38 Uhr

Seit Minuten befinde ich mich auf der Suche nach einem Synonym für das verhasste Wort »ausgerechnet«. Jetzt ist es auch egal: Ausgerechnet Arjen Robben! Ausgerechnet durch eine Einzelleistung! Der Sieg des Individualisten! Und wie er ist, so lässt er sich feiern: allein. Auf der Bande. Wie eine Statue seiner selbst. Befremdlich.

94.

Und Schluss. Jürgen Klopp is proud to wear ein trauriges Gesicht.

93.

Marco Reus lässt sich gerade an der Seitenlinie »Fuck« auf den Unterarm tätowieren.

92.

Dieses Gefühl, dass hier nichts mehr geht: Enjoy, Kloppo! Gehört ja auch irgendwie dazu, zu diesem so genannten Leben. 

89.

Hermann Gerland schickt Luiz Gustavo aufs Spielfeld – und läuft gleich selbst hinterher. Dann fährt auch noch der Bayern-Bus vors Tor. Und wenn man in den Strafraum will, muss man sich erst einen Termin bei Doktor Mulls Sprechstundenhife holen. 

87.

Und dann das: Tor. Und dann von dem: Robben. Irgendwie reingemogelt, reingemurmelt, reingewieselt. Schön, aber hässlich. 2:1 für die Bayern. Die Mutter aller Siege?

85.

Felipe Santana poliert sich die Glatze, allein ihr Schimmern soll den Gegner einschüchtern. Doch wann bringt Kloppo den Ole Gunnar Solksjaer Brasiliens?

84.

Kloppo breitet die Arme aus, will was sagen. Heraus kommt nur, wenn ich seine Lippen richtig lese: »Haaa-pffffff!« Wobei: Genauso ist es ja.

82.

Gündogan hat schon getroffen. Welchen Ex-Nürnberger kann Kloppo jetzt auch noch bringen? Julian Schieber oder Vlado Kasalo? Die Wahl will man nicht treffen müssen.

79.

Jetzt mal ’ne Denkaufgabe für alle, die so gern vom »deutschen Finale« faseln: Kann man hier und heute von »internationaler Härte« sprechen? Na? 

78.

Lewandowski mit der Tätlichkeit. »…und Boateng liegt am Boden«, johannesmariosimmelt Rethy. Doch mit dem Clown kamen die Tränen.

76.

Müller! Müller! Müller! Ein solch schönes Solo, dass Subotic es unbedingt bis zum Ende aus nächster Nähe betrachten möchte. Er hält Müller – »Geh noch nicht, Thomas!« Kein Pfiff vom Schiri! Seit wann ist Liebe auch strafbar?

75.

Alaba! Hu akbar! Doch Weidenfeller ist noch größer – hält.

74.

Jetzt überschlagen sich hier die Ereignisse wie ein jamaikanischer Bob im Eiskanal. Uncool runnings.

73.

Robben! Aber: Robben.

71.

Und in der Manier eines sadistischen Provinzpolizisten, der einen kleinen Grasdealer vernimmt, raunzt Rethy jetzt: »Das kann hier noch ein langer Abend werden!« Ich möchte bitte meinen Anwalt sprechen.

68.

Und während sie in Gelsenkirchen noch überlegen, welche Straße sie nicht nach Gündogan benennen sollen, jubelt Götze auf der Tribüne wie Justin Bieber, als er erstmals vorm Spiegel das Sixpack sich abzeichnen sah. Das ist, gemessen an den Zeiten, in denen wir leben, »echte« Freude. Muss ich jetzt weinen? Fürs Erste nicht.

65.

Nä! Elfmeter! Dante tritt Reus in die Hoden. Wer braucht schon Eier, Eier, wenn er dafür einen Strafstoß bekommt? Gündogan hat beides: Macht ihn rein! 1:1! Das 0:0 für Fortgeschrittene. 

62.

Ganz andere Probleme hat unser Freund Oliver Polak. Er fragt sich verzweifelt: »Wie kann ich, wenn ich ›Bros‹, ›Scooter‹ und ›Boy George‹ mag, nicht für Dortmund sein?« Wer hilft ihm?

61.

Schmelzer in der Zeitlupe beim Versuch, das Tor zu verhindern: Wie ein Mann, der von der Leiter fällt – und der auch noch genug Zeit hat zu erkennen, dass er von der Leiter fällt. 

60.

Ein Tor! Schlimm für Dortmund: Es fällt für die Bayern. Schlimm für 1860 München: Es fällt in der Sechzigsten Minute. Schlimm für Weidenfeller: Mandzukic muss nur einschieben. Schlimm für uns alle: An Schlaf ist bis zum Schlusspfiff nicht mehr zu denken.

55.

»Das kennen die Bayern: Seitenverlagerung«, so Rethy. Zumindest diejenigen, die die Gemeindeschwester noch rechtzeitig umdreht, bevor der Dekubitus droht.

54.

Mandzukic bricht plötzlich zusammen. Hat ihn einer der Pfeile getroffen, die hier vorhin im Rahmen der Dreharbeiten von »Der kleine Hobbit« abgeschossen wurden? 

52.

Die Dortmunder, so Rethy, »kommen irgendwann in ihrem Leben bestimmt noch mal in ein Endspiel«. Tun wir das nicht alle? Das Dumme ist nur, dass wir es verlieren. Und hinterher können wir nicht mal mehr unsere Noten im »Kicker« lesen.

49.

Hummels hat bisher in seinem Bemühen, keinen Fehler zu begehen, alles richtig gemacht. Muss ich mir merken.

47.

Heynckes in Großaufnahme auf der Bank. Tolle Studie. Welche Evolution dieser Mann durchlaufen hat – einst war er einer der gefährlichsten Stürmer der Bundesliga, heute kann er nur noch durch ein Zucken der Lippen versuchen, den Ball ins Tor zu wünschen. Wäre er Chiara Ohoven – hier stünde es wohl schon 10:0 für die Bayern. 

46.

Auch wenn viele etwas anderes erwartet haben: Lewandowski spielt auch in der zweiten Halbzeit für den BVB.

21:46 Uhr

Es geht offenbar weiter. Ein herrlich entspannendes Bild, wie fein säuberlich getrennt die Mannschaften da kurz vorm Anstoß stehen. Zweikämpfe machen mich ja immer so nervös. 

21:42 Uhr

Marietta Slomka schaltet nach Dortmund – und nimmt dabei das Wort »Heimatfront« in den Mund. Muss Norbert König jetzt Socken für Kloppo stricken? 

21:41 Uhr

Jetzt behauptet Heinz Wolf im »heute journal«, Chinas Staatsoberhaupt Li Keqiang treffe sich zur Stunde in Deutschland mit Angela Merkel. Wahnsinn. Ist sie überaller als Genscher?

46.

Schon vorbei? Ging ja schnell, zumal nach dem längsten Tag aller Zeiten. So schmilzt ein Spiel zusammen auf das, was es eigentlich ist: auf zwei Mal 45 Minuten. Mehr isses nicht, liebe Eventonkels. Geht nach Hause zu euren aufblasbaren Frauen. 

44.

Müller schickt Robben mit dem steilsten Pass aller Zeiten in Richtung »No to racism«-Bande. Hat wohl »No to narcissism« gelesen. 

42.

Robben schießt Weidenfeller ins Gesicht. Der hält trotzdem lächelnd. Ein Meister des Psychokriegs.

40.

Ich zog so vollmundig die Parallele zu Hase und Igel, jetzt möchte ich mich leise korrigieren: Bayern könnte die Katze sein, Dortmund die Maus. Sie läuft und läuft, aber ihr Schwanz ist unter der Pfote eingeklemmt. Und irgendwann ist sie müde und spürt den Atem, der nach all den anderen Mäusen riecht. 

36.

Ecke Bayern, Müller mit dem Kopf! Knapp dagegen. Und Müllers Blick hinterher: absolut irre. So können nur zwei Bayern gucken: er und Werner Herzog. Und der hat Kinski besiegt. Achtung, BVB!

34.

Neuer wusste ja gar nicht mehr, dass es Bälle überhaupt gibt. Jetzt stürzt er sich auf sie wie ein junger Hund. Kriegt in der Halbzeit ein Schmacko von Herrchen. Fein gemacht. Bist ein ganz Braver.

31.

Haben sich Schweini und Martinez eigentlich gestritten? Stehen soweit auseinander wie ein Ehepaar an der Strandpromenade von Borkum, wenn sie Kaffee trinken und er lieber Tanker durchs Fernglas beobachten wollte. Und der kleine Philipp weint in seine Sandförmchen.

29.

Jetzt Robben. Allein vor Weidenfeller. Abgeben kommt naturgemäß nicht in Frage. Sich fallen lassen wäre affig. Also lupfen. Weidenfeller hält. »Was spielt denn der für eine Saison?«, fragt Rethy. Antwort: A grandios! 

26.

Jetzt ziehen die Bayern sich zum Rasenschach zurück, Boateng macht den Nachtweih, Dante den Eder. Hat ja in den Achtzigern ganz gut funktioniert. Aber dieser BVB ist nicht Bayer Uerdingen. Und Reus nicht der Grotifant. 

24.

Druck, Druck, Druck – Ribery platzt als Erster: Haut Lewandowski den Ellbogen voll ins Gesicht. Und in Madrid prüft Sergio Ramos, ob er seine Urheberrechte einklagen kann. 

22.

Die Bayern reden ja so gern von Druck, dass man annehmen muss, dass sie sich jetzt gerade sauwohl fühlen. Der Druck jedenfalls war zuletzt so groß, als Franz-Josef Strauß beim Oktoberfest acht Maß getrunken hatte, ohne einmal die Toilette aufzusuchen.

21.

Neuer wie ein Alter.

20.

Schon wieder muss Neuer parieren. Und so mancher Münchner Ultra schneidet verschämt das »K« von seiner »KOAN«-Pappe ab.

16.

Bayern immer und überall zu spät dran. Rummenigge liest auf der Tribüne angestrengt das Märchen vom Hasen und vom Igel. »Guck mal hier, Uli!«, raunt er. »Hast du DAS gewusst?«

15.

Blaszczykowski! Schuss, gehalten. Toll, dass der sich hier so oft in Szene setzt. Nicht nur fürs Spiel. Auch für meine Hoffnung, Rethy möge die Zunge abfallen.

13.

Lewandowski schießt, Neuer hält – wie im Training. Einem Training in der kommenden Saison. 

12.

Der BVB lässt nichts zu. Auch sich selbst nicht. 

10.

Kuba! Kuba! Kuba! Da müsste man jetzt sein. Stattdessen: Gewaltschuss Blaszczykowski.

7.

Robben an der Seitenlinie. Sein Trikot sitzt nicht perfekt. Ein Airbrush-Künstler muss Korrekturen vornehmen.

6.

Heynckes, so Rethy, habe seinen Spielern eingebläut, »Flanken zu verhindern«. Irre, diese Taktikfüchse! Was es wohl noch zu verhindern gilt, was der Laie leichtfertig in Kauf nehmen würde? Tore? Eigentore? Niederlagen? 

4.

Wenn jetzt noch EINMAL darauf hingewiesen wird, dass das hier ein deutsche Finale ist, eröffne ich aus Protest ein Konto in der Schweiz.

2.

Bayern unter Druck, Dortmund scheinbar in Überzahl. Sind die Mittelalter-Freaks von vorhin noch auf dem Platz?

1.

Noch 0:0. Merkel springt jubelnd auf: Das ist ihr Wunschergebnis!

20:45 Uhr

Dante: »Ey, Schweini. Diesmal machste ihn aber rein.« Schweini: »Eh klar.« Hartes Schulterklopfen. So hart, dass mancher von uns hinterher ins Krankenhaus müsste. Anstoß. 

20:44 Uhr

»Es ist alles gesagt«, sagt Rethy. Aber noch nicht von jedem. Und genau da beginnt sein Job. So wie er ihn versteht.

20:42 Uhr

Ein Blick in die Katakomben. Und dort sehen wir nicht wenige Spieler, die »Puh!« machen. Nicht »Puh! Bin ich aufgeregt!«, sondern »Puh! Und ich dachte, ich würde hier an etwas Großem teilnehmen. Naja. Vielleicht nächstes Jahr.« 

20:41 Uhr

Mir fehlen die Worte. Ich muss also auf die Worte des Kollegen Uwe Viehmann zurückgreifen: »Das Spiel hat noch nicht begonnen und es gibt bereits: nur Verlierer.« 

20:38 Uhr

Für alle, die diese Bilder ohne die Stimme von Bela Rethy genießen möchten – BITTE.

20:34 Uhr

Bela Rethy kommentiert die Eröffnungszeremonie. Es werden Pferde gezeigt, und Rethy sagt: »Pferde!« Und als wäre das nicht bizarr genug, treffen sich jetzt Paul Breitner und Lars Ricken in Karnevalskostümen im Mittelkreis und schütteln sich, sichtbar schamerfüllt, die schweißnassen Hände. Dann werden Pfeile ins Nichts geschossen, Greise hauen mit Knüppeln auf Schilde. Sind wir hier auf einem Mittelalterspektakel? Dann möchte ich bitte als Hexe verbrannt werden.

20:31 Uhr

Noch 14 Minuten. Langsam wird es aber Zeit, dass die Bayern die Lewandowski-Verpflichtung bekannt machen. Oder verliest Philipp Lahm sie im Rahmen seiner Fair-Play-Ansprache?

20:28 Uhr

Noch 17 Minuten. Weihnachten 1983 habe ich schätzungsweise 17 Minuten vor der Bescherung meiner Schwester vor Aufregung auf die Jugendzimmercouch gekotzt. Könnte auch diesmal klappen. Danke, Bela Rethy! 

20:26 Uhr

Jetzt Angela Merkel. »Wir sollten den Fußball niemals politisch instrumentalisieren.« Gott bewahre! Wir sollten auch niemals so tun, als interessierten wir uns für Fußball, nur um Wählerstimmen zu gewinnen!

20:24 Uhr

Sir Alex Ferguson im Interview. Ist sein Gesicht eine Heatmap von Jupp Heynckes’ Gesicht?

20:23 Uhr

Seltsam. Wenn es um diesen Pokal geht, reden erwachsene Männer soviel vom »Anfassen« wie nicht erwachsene Männer, wenn es um Brüste geht. 

20:20 Uhr

Jetzt Kloppo: »Der Himmel ist aufgerissen, Sensationswetter!« Ist Petrus ein Mentalitätsmonster?

20:17 Uhr

Schreck lass nach: Bela Rethy spricht jetzt schon, als wären nur noch zwei Minuten zu spielen, beim Stand von 1:1. Und Mandzukic haut Schweinsteiger beim 5 gegen 2 um. Ob ich mich mal schnell selbst aus der Gefahrenzone fausten sollte? 

20:16 Uhr

Armer Heynckes. Muss seit Wochen seinen eigenen Grabreden beiwohnen. Ja, muss sogar Grabinterviews geben. Herr Heynckes, wie fühlt es sich an, bald tot zu sein? 

20:06 Uhr

Großkreutz für Götze. Kann er dirigieren? 

20:05 Uhr

Die Trutsche und der Holger verabschieden sich. Späte Erkenntnis: »Wir sind durch.« 

20:02 Uhr

Frage an den Kaiser: »Wer kann heute der entscheidende Spieler werden?« Antwort des Kaisers: »Der das entscheidende Tor schießt.« Geiler Name. Wusste gar nicht, dass beim FC Bayern ein Indianer spielt.   

19:58 Uhr

Nach dem Sex sind alle Tiere traurig. Nicht aber SKY-Moderatoren: Sie zetteln über die Leinwand eine »La Ola« auf dem Dortmunder Friedensplatz an. »Die machen ja wirklich mit«, staunt die Trutsche. Ja, Trutsche: »Die« machen ALLES mit.

19:56 Uhr

Und tatsächlich ziehen sie hier weiter ihr Sex-Rollenspiel ab (ich berichtete). Allerdings nicht so, wie sich der Holger das gewünscht hat. »Bist du fertig?«, fragt die Trutsche. »Ja, ich bin fertig«, sagt der Holger. Und dafür der ganze Aufwand?

19:54 Uhr

Zurück zu SKY. Was ja bekanntlich the limit ist. The limit des guten Geschmacks. Um mit Jupp Heynckes zu sprechen: »Und das zeigt mir.... ja, dass das meine Heimat ist.«

19:43 Uhr

Wenn Schorsch Hackl die rasende Weißwurst ist, ist Matthias Sammer die sprechende. Und sie sagt: »Manchmal ist auch ein bissel Inhalt dabei.« Was zu beweisen ist.

19:38 Uhr

Kahn sieht aus wie ein Bestatter. Ist das noch ein Anzug, den er da trägt – oder schon ein Sarg?

19:35 Uhr

Wenn es je zu einer Neuauflage meiner Lieblingsserie kommen sollte: Ich möchte, dass Kloppo Magnum und Rummenigge Higgins spielt. 

19:33 Uhr

Hatte Kahn eigentlich immer schon diese... sagen wir: helle Stimme? Klingt ja wie ein Fünftklässler, der seine Hausaufgaben vorlesen muss. Hat er so auch »Eier, wir brauchen Eier!« gesagt? Immerhin: Dann stimmte es gleich doppelt.

19:31 Uhr

Es geht los. »Es« durchaus im Freud’schen Sinne. »Dortmund gegen Bayern, das ist... unglaublich«, sagt Oliver Kahn. DAS ist das Adjektiv, das mir die ganze Zeit nicht eingefallen ist! Zum Glück gibt es Experten.

19:21 Uhr

»Champions-League-Fieber in Deutschland: BKA warnt vor Kaukasus-Extremisten«, titelt »bild.de«. Das stellt alle Warnungen, die Matthias Sammer jemals ausgesprochen hat, in den Schatten. Muss ich Sammer jetzt warnen?

19:18 Uhr

Da ist er, der Kloppo, quicklebendig. Steigt aus dem Bus, aus was auch sonst. Und wer sich beim Blick aus dem Fenster fragt, wo eigentlich die Sonne ist: Sie scheint ihm aus dem Mund. 

19:14 Uhr

»Wenn ich in 60 Jahren sterbe«, sagt Kloppo, »dann sage ich: Das war nicht so schlecht.« Wenn er möchte. Ich halte es eher mit Bertolt Brecht, dessen letzte Worte waren: »Lasst mich in Ruhe!«

19:11 Uhr

Immer nur Dortmund und Bayern. Ein Gruß an alle, die nicht dabei sein können: Porsche, Genscher, Hallo HSV! 

19:06 Uhr

Dieser Henkel am Wembley-Stadion... Irgendwie unheimlich. Kommt gleich ein Riesenscheich und trägt es einfach nach Katar?

19:03 Uhr

Jaaaaaaaa! Das ist die Meldung der Stunde: »ARD-Intendanten erwägen Beckmann-Absetzung!« Toll, welch kreative Energie die Wut darüber freisetzen kann, dass man das Finale nicht übertragen darf. 

18:57 Uhr

Ich frage jetzt einfach mal ganz offen: Wissen die beiden SKY-Knallchargen überhaupt, dass sie auf Sendung sind? Kommt mir doch immer mehr vor wie ein bizarres Rollenspiel zweier sexuell gelangweilter Reihenhausbewohner: »Hey, Baby! Ich bin der erfolgreiche Fernsehtyp und du bist die Volontärin, die es eigentlich nicht drauf hat, aber da kann man ja was machen... Hehehe. Haste Lust?« Und so weiter. Und dann sagt er tatsächlich: »Jetzt musst du mir aber aus dem Satz raushelfen.« Satz = Hose?

18:51 Uhr

Und so schalten sie weiter von hier nach da, von Bus zu Bus, von Uli zu Köhler. Früher war alles besser, selbst die Schaltungen. Kann man mich in München hören?

18:49 Uhr

»Ach, herrliches Wetter«, sagt die SKY-Trutsche. »Da kann man neidisch werden. Nicht nur auf den Spiel.« Nein, auch auf der Menschen, wo Karten haben tun.

18:48 Uhr

Kann nicht mehr zählen, wie viele wartende Busse ich heute schon gesehen habe. Zeit, endlich loszufahren.

18:43 Uhr

»Wer jetzt noch keine Lust hat... weiß ich auch nicht. Also!«, ruft der SKY-Holger. Denkt sich: »Was habe ich damals im Eros-Center in Oberhausen noch immer gerufen? Ach, ja. Geil. Bring ich noch mal.«

18:35 Uhr

Uli Köhler: »Ich bin total fokussiert. Jetzt, wo ich das Ding in der Hand habe!« Zielen, Uli, zielen!

18:29 Uhr

Es wird immer schlimmer. Das, was ich da höre und sehe, kann nicht einfach nur das sein, was ich da höre und sehe. Sind es etwa Geheimdienst-Codes? Und was bedeutet der Satz »Mario Götze trägt keinen Trainingsanzug« für den Weltfrieden? Ich nagel jetzt die Fenster zu. Und kaufe mir einen Hamster.

18:03 Uhr

All der Wahnsinn jetzt in fünf Sekunden: »Uli, wir müssen kurz unterbrechen. Es gibt neue Entwicklungen im Hotel der Dortmunder! Und wir schalten daher live zum Spaziergang der Mannschaft!« Ohne mich, Freunde. Ich schalte mal lieber zum »Plötzlichen Spaziergang« von Franz Kafka:

»Wenn man sich am Abend endgültig entschlossen zu haben scheint, zu Hause zu bleiben, den Hausrock angezogen hat, nach dem Nachtmahl beim beleuchteten Tische sitzt und jene Arbeit oder jenes Spiel vorgenommen hat, nach dessen Beendigung man gewohnheitsgemäß schlafen geht, wenn draußen ein unfreundliches Wetter ist, welches das Zuhausebleiben selbstverständlich macht, wenn man jetzt auch schon so lange bei Tisch stillgehalten hat, daß das Weggehen allgemeines Erstaunen hervorrufen müßte, wenn nun auch schon das Treppenhaus dunkel und das Haustor gesperrt ist, und wenn man nun trotz alledem in einem plötzlichen Unbehagen aufsteht, den Rock wechselt, sofort straßenmäßig angezogen erscheint, weggehen zu müssen erklärt, es nach kurzem Abschied auch tut, je nach der Schnelligkeit, mit der man die Wohnungstür zuschlägt, mehr oder weniger Ärger zu hinterlassen glaubt, wenn man sich auf der Gasse wiederfindet, mit Gliedern, die diese schon unerwartete Freiheit, die man ihnen verschafft hat, mit besonderer Beweglichkeit beantworten, wenn man durch diesen einen Entschluß alle Entschlußfähigkeit in sich gesammelt fühlt, wenn man mit größerer als der gewöhnlichen Bedeutung erkennt, daß man ja mehr Kraft als Bedürfnis hat, die schnellste Veränderung leicht zu bewirken und zu ertragen, und wenn man so die langen Gassen hinläuft, — dann ist man für diesen Abend gänzlich aus seiner Familie ausgetreten, die ins Wesenlose abschwenkt, während man selbst, ganz fest, schwarz vor Umrissenheit, hinten die Schenkel schlagend, sich zu seiner wahren Gestalt erhebt. Verstärkt wird alles noch, wenn man zu dieser späten Abendzeit einen Freund aufsucht, um nachzusehen, wie es ihm geht.«

17:58 Uhr

Und noch ’ne Straßenumfrage. Wer fragt eigentlich mal die Straße selbst, wie sie findet, was da auf ihr stattfindet? Aber das trauen sie sich nicht.

17:53 Uhr

Um extra-cool rüberzukommen, sagt der SKY-Holger nicht »Vielen Dank für den Moment«, sondern »Vielen-e Dank-e für-e den-e Moment-e«. Als wäre er ein Conferencier in Las Vegas, als wäre Uli Köhler Frank Sinatra, als wäre die Trutsche da neben ihm Siegfried und Roy gleichzeitig. Was sie vielleicht sogar ist. Vielen-e Dank-e für-e den-e Moment-e. 

17:51 Uhr

Apropos unechte Gefühle: So werde ich mir heute Abend Tränen des Mitleids abringen.

17:45 Uhr

Jetzt ein sensibler Bericht über das Seelenleben des Jupp Heynckes. Und die Frage: Wie viele Katzen müssen noch über Klaviertasten laufen, bis er endlich in Rente geht?

17:41 Uhr

Die Idiotie unserer Gesellschaft muss man in Fanmeilen messen. Aber warum beschwere ich mich? Das Innenminsterium hat ja vor Terror gewarnt.

17:37 Uhr

Um ganz Deutschland abzudecken, hat SKY offenbar eine Kohorte Mallorca-Animateure einfliegen lassen. Einer von ihnen macht jetzt Fick-Bewegungen und grölt: »Die Jungs sind voll, und der Friedensplatz ist es auch.« Und ich? Bin leer.

17:32 Uhr

Jetzt scherzen sie, die Maus und der komische Holger da neben ihr. »Trinkt nicht soviel!«, ruft die Maus irgendwelchen Fans zu. »Genau, hört auf Mama!«, ruft der komische Holger. »Mann, ist ja gemein: Mama... Also wirklich«, empört sich die Maus. Dialoge, nach denen manche anfangen, ekelhaft rumzuzüngeln. Auf einem Klo. In einer Disco. In Delmenhorst. Aber nicht im Fernsehen. Bitte. 

17:31 Uhr

Apropos Klamotten: Ich bin stolz, Cord-Puschen zu tragen.

17:24 Uhr

SKY sieht aus wie ein Klamottenladen auf dem Kudamm. Und ich sage jetzt schon die ganze Zeit zu dieser Moderatorenmaus: »Nein, danke. Ich guck nur!« Aber sie hört nicht auf. Sie hört einfach nicht auf.

17:22 Uhr

Jetzt bricht sich Uli Köhler die Zunge beim Versuch, das Wort »Panna cotta« auszusprechen: »Patta conna, potta canna, nein. Patt. Cott. Naja.« Panne. Kotze.  

17:18 Uhr

Mal umschalten. Auf SKY lachen sie und wissen nicht, warum. Dann die Schalte zu Uli Köhler, der in einem leeren Stadion steht und sagt: »Das Stadion ist leer.« Wird das alte Sprichwort von der »Wahl zwischen Pest und Cholera« heute abgelöst durch »Ich habe die Wahl zwischen SKY und ZDF«?

17:14 Uhr

Jetzt sendet das ZDF den großen Wurstvergleich. Weiß gegen Curry. Und dazu machen zwei Nachwuchsjournalisten Gesichter, als stünden sie nicht heute in irgendeiner Scheiß-Fuzo, sondern 1972 im Watergate-Gebäude. Muss man auch erst mal hinkriegen.

17:08 Uhr

Das probate Mittel, um die 80 Stunden Sendezeit totzuschlagen, denen ihnen irgendein irrer Chef zugeschoben hat, ist für viele Redakteure eine nicht endende Straßenumfrage. Und so lässt man sie reden, die Ahnungslosen, die Naiven, die ins Fernsehen Wollenden, die Münchner, die Dortmunder, die Schalker – und den Norbert König, der ja selbst beim ZDF arbeitet, was aber irgendwie egal ist heute, sind wir nicht alle Schland-Fans, na, also, und der Norbert sagt: »Ja, hahahahahahahahahahaha!« Was, wenn er es so meinen würde wie ich, die einzig richtige Antwort auf eine Straßenumfrage wäre.

16:54 Uhr

Es ist wohl kein Zufall, dass Slavoj Zizek gerade jetzt twittert: »If there is a lesson of psychoanalysis, then that we want to suffer!« Ich erhebe mich also von der Couch und schalte den Fernseher ein. Seid Ihr mit mir down?

16:45 Uhr

Eilmeldung: Hermann »Tiger« Gerland ist für das Finale gesperrt.

16:39 Uhr

Laut einer aktuellen BBC-Umfrage ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie leicht andere, etwa ITV-Anchorman Adrian Chiles, zu beeindrucken sind. Danke. Bitte.

16:29 Uhr

Hat Kloppo etwa von Clausewitz' »Vom Kriege« im Gepäck? Dort heißt es ja: »Der Kampf im Kriege ist nicht ein Kampf des einzelnen gegen den einzelnen, sondern ein vielfach gegliedertes Ganzes.« Jedenfalls zieht er schon jetzt ein perfides Verwirrspiel auf: Pappaufsteller sollen eine zahlenmäßige Überlegenheit des BVB vortäuschen. 

16:26 Uhr

»Es pfeift der Bayern-Schreck«, vermeldet »spiegel.de«. Ich brech zusammen.

16:21 Uhr

Besuch von Mark van Bommel. Aber was denkt Franck Ribery?

a) Bist du nicht gesperrt?
b) Scheißjacke, Kollege!
c) Den Trick mit dem Loch in der Hosentasche hast du von mir!
d) Drei Eier? Das ist eine Lüge!
e) Ob die Arschgeige irgendwann merkt, dass ich die Arme verschränkt habe? Hallo? Körpersprache!
f) Die lassen auch jeden rein.

16:09 Uhr

So langsam sollte ich wohl mal den Fernseher einschalten. Aber ich habe panische Angst, im ZDF Zeuge zu werden, wie Bela Rethy auf Andrea Kiewel durch einen Hindernisparcours reitet und eine Busladung von Dortmunder Rentner dazu rhythmisch klatscht. Wie sie Daniela Katzenberger fragen, wie das Spiel ausgeht, und sie zeigt erst auf ihre eine Brust und dann auf die andere und sagt: »1:1!«. Wie sie auf die Fanmeile schalten wie in ein Epizentrum der entfesselten Schwarmdämlichkeit. Nein, ich bleibe lieber noch eine Weile auf meinem Fanzentimeter stehen und schaue an die Wand. Mmmh, Raufaser. 

15:59 Uhr

Wer ja heute auch wieder aus den Löchern kriecht, das sind diese Menschen, die »Fussi« sagen statt »Fußball«. Und dann rumheulen, wenn man ihnen das »Fussi« bricht.  

15:55 Uhr

Das ist für alle, die niemanden haben, mit dem sie sich in Stimmung singen können.

15:47 Uhr

EILMELDUNG: Das Finale fällt aus! Dem Greenkeeper des Wembleystadions ist sein Rasen dann doch zu heilig, als dass er ihn sich von deutschen Touristen kaputt trampeln lassen wollte.

 

15:40 Uhr

Marcel Reif hat die ganze Nacht im Schweiße seines Angesichts an einem Witz gefeilt, um halb sechs war er fertig. Aber die Mühe, die dahinter steckt, lässt er uns nicht spüren, nein, es muss leicht aussehen, wie eine aus dem Handgelenk geworfen Boule-Kugel auf einem Marktplatz in Südfrankreich, sie fliegt, fast schwerelos, ist das schön, und trotzdem schlägt sie ein, so wie dieser Witz hier: »Bayern und Dortmund sind die Favoriten«, sagt er im Interview mit »spiegel.de«, und während wir vor Lachen zusammenbrechen, sehen wir noch die schräg gestellten Augenbrauen und das gespitzte Mündchen, die Maske des wohl größten Humoristen unter den Fußballkommentatoren. Die Frage, wie um alles in der Welt ihm das nun wieder eingefallen ist, können wir uns nicht mehr beantworten, Krämpfe schütteln uns. Hör auf, Marcel! Hör auf. Zu gut. Es reicht. 

15:35 Uhr

Die beste Nachricht des Tages haben wir wie immer Thomas Müller zu verdanken: »Niemand scheißt sich in die Hose.« Damit können nun auch die Altenpfleger des Landes das Finale ungestört verfolgen.  

15:17 Uhr

»Dortmund spürt den Hauch der Geschichte«, meldet »kicker.de«. Muss wohl der Atem all dieser Fans sein, die seit Tagen nichts anderes als Fish’n’Chips zu sich nehmen. Pfefferminz, jemand?

15:16 Uhr

Am besten, wir hören ab jetzt nur noch auf Gary Lineker, den George Clooney des Fußballs. Auf Twitter schreibt er: »What a boring day. No managers leaving.« Stimmt. Auch stimmt sein nächster Eintrag. Er zitiert sich hier selbst, aber nie war sein Bonmot so passend: »...and at the end, the Germans always win.« 

15:10 Uhr

Und da fallen auch schon die Bayern in ihre Einzelinteressen auseinander. Während sich Jupp Heynckes »ein friedliches Finale« wünscht, wünscht sich Franz Beckenbauer »ein total verrücktes«. Friedlich und total verrückt zugleich: Das geht nur in absoluten Ausnahmefällen. Und die kann keiner wollen.

15:00 Uhr

So, der Tag ist da, vor dem wir alle gezittert haben. Journalisten packen ihre Brotdosen, als müssten sie an die Front, das Innenministerium hat eine Terrorwarnung ausgesprochen, die Queen hat sich in einen Bunker zurückgezogen, Aki Watzke sagt: »You are either with us or you are with the Bavarians.« Jetzt kann uns nur noch die schönste Nebensache der Welt von deren baldigem Untergang ablenken: HASENFUSSBALL!

12:05 Uhr

Ihr fragt euch, was wir eigentlich so die ganze Finalwoche über gemacht haben. Na, nichts natürlich! Nur auf der faulen Haut gelegen. Uns mit Sekt bespritzt. Danach mit Geldscheinen trockengewedelt. Na gut, und natürlich jede noch so unspannenden Sekunde getickert. Hier ist das Ergebnis.

00:00 Uhr

Na, dann kann’s ja losgehen. Samstag ab 15 Uhr LIVE!

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