Borussia Dortmund
0
1
FC Arsenal

Dortmund-Arsenal im Liveticker

Mesut Acting

Was eine schauspielerische Leistung: Gersenal London tut so, als sei es ein Topteam und nimmt das Laientheater aus Dortmund auf der großen Bühne Champions League auseinander. Dabei brilliert Mesut Özil als der Unsichtbare. War kaum zu sehen und spielte doch irgendwie die Hauptrolle. Verschluckte sich mal wieder am Popcorn: Der Ticker.

12:20

Los geht es ab 20 Uhr 30. Bis dahin sind wir beschäftigt:

 

20:30 Uhr

So, Freunde, ab geht der Ticker. Heute mit dem Knaller BVB gegen Arsenal. Aber seltsam: Jürgen Klopp hat ganz schön zugelegt. Und wer is die kleine Blonde? Und warum sind sie aufdem Polizeirevier? Dortmund auch so flach und viel weniger bevölkert als ich das in Erinnerung hatte. Ah, ach nee, hier Soko Holstein. Achso...

20:32 Uhr

Na gut, Irritationen ausgeräumt und auch die Übertragung beginnt. Kollege Herrmann kommt reingeschneit, heute wird ausnahmsweise mal in der Casa del Reich getickert. Also Heimspiel für mich, Auswärtsspiel für Herrmann. Nur kurz, so eine Knigge-Frage, die ich selber nicht beantworten kann, weil ich im Wald gefunden und dann im Wanderzirkus aufgezogen wurde: Muss ich mir jetzt eine Hose anziehen, da ich Besuch habe?

20:33 Uhr

Jürgen Klopp darf heute auch wieder mitmischen - nachdem er in zuletzt zwangsverpflichtet wurde, um einer amerikanischen Band als Frontmann zu assistieren. Aber wird sich der Extrovertierte beherrschen können? Wir berichten. Vielleicht.

20:36 Uhr

Wengers Taktik sei wie ein Orchester, er selber stehe eher auf Heavy Metal, kumpelte »Uns Jürgen« Klopp vor dem Spiel. Finden wir toll. Wir haben ja selber eine Redaktions-Metalband, vielleicht lassen wir dem Jürgen mal ein Mixtape zukommen. Oder einen Mitschnitt vom letzten Konzert, war gut:

20:40 Uhr

Wow, in Dortmund spielen sie tatsächlich Van Halens »Jump« im Stadion. Oldschoolig. Bestimmt auf Jürgen »Hairmetal« Klopps Geheiß, der sich in diesem Moment sicher die Spandex unter den Anzugshosen zurechtzupft und das frisch transplantierte Haar nachtoupiert.

20:42 Uhr

 

Aufatmen in Dortmund: Schmelzer kann nach verletzungsbedingter Auswechslung im Stuttgart-Spiel gegen Arsenal mitwirken. »Er hat den Daumen gehoben«, so Klopp. Was bedeutet das für Lukas Podolski?

20:43 Uhr

 

Dafür fehlt Mats Hummels. »Er kann zu 97,5 Prozent nicht spielen«, so Klopp. Heißt, 2,5 Prozent von Hummels spielen trotzdem. Welche 2,5 Prozent bloß? Vielleicht sein moustachebedecktes Philtrum? Aufgetragen von Aubameyang. Als Frisur.

20:44 Uhr

»Erleben wir heute den Good Klopp oder den Bad Klopp?«, wortwitzt Kommentator Oliver Schmidt. Oh. Mein. Gott. Ein Jahrhundert-Kalauer. Wir müssen kurz den Ticker unterbrechen und unserem Chef eine Mail schreiben. Wir brauchen diesen Schmidt in unserem Tickerteam.

20:45 Uhr

Schön, gleich gehts los. Die »Gunners« stellen sich noch kurz zum Mannschaftsfoto auf. Schön.

1.

Und auf geht's. Arsene und Spitzenhäubchen, ein Klassiker des Schwarz-Gelb-Films. Mit Scharmbolzen Jürgen Klopp als Cary Grant und Arsene Wenger als eine der alten Frauen. Mit dem Oscar für die besten Spezialeffekte für Marco Reus. Nur: Wird das nun ein Krimi oder eine Komödie?

3.

Erste Chance Lewandowski, aber er macht's mit dem Ball wie wir es mit unseren blöden Witzen machen: Sie sind völlig daneben.

6.

Im Mittelfeld von Arsenal brilliert neben unserem Pupillenwunder Özil übrigens auch Aaron Ramsey. Der Junge hat Glück, dass er überhaupt noch laufen kann. Vorhin las ich einen Artikel auf Spiegel-online, in dem stand, dass er einst umgesenst wurde und man lieber nicht nach dem Foul googeln solle. Was der kleine Vinnie Jones in meinem Kopf mir dann aber befahlt. Also: Wer immer Lust hat, auf Kommando zu kotzen, möge einfach »Ramsey Foul« googeln.

9.

Özil heute übrigens auf rechts. Ist aber ja egal, er hat ja ohnehin einen Blickwinkel von ca. 270 Grad.

10.

 

Arsenal will, um die Borussen zu knacken, den Ball kontrollieren. Dortmund will, um Arsenal zu knacken, den Ball kontrollieren. Wenn ihn aber beide kontrollieren, kontrolliert ihn womöglich keiner. Niederste Mathematik. Freuen wir uns also auf ein Spiel, bei dem 22 Männer keinem Ball hinterherrennen und am Ende gewinnen auf jeden Fall ein paar Deutsche.

12.

 

Wir tragen übrigens heute schon testweise das Outfit, das uns für die WM 2014 entworfen wurde: Knickebockerhosen, Halbbrogues, Netzhemd und Propellermütze. Natürlich läuft das Web Sturm gegen den Dress. »hosen sinnd völlig überbewertet«, shitstormt User Marc Thiele auf Facebook. Da geben wir dir, lieber Marc, völlig Recht. Aber der Chef ist prüde und besteht drauf.

13.

Wenger trägt keinen Parka. Der Parka trägt Wenger.

15.

 

Die Wengersche Weißkopfseeadlerhaftigkeit begeistert die Ornithologen in der Tickervolière. Der wiederbelebte Hans Freiherr von Berlepsch versucht sich an einem Psychogramm des Franzosen: »Zur Ordnung der Taggreife gehörend und in die Unterordnungen der Accipitres ausdifferenziert, umfasst die Gattung Haliaeetus acht Arten, von denen drei gefährdert, sprich unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Der Weißkopfseeadler war dereinst...« Dass hat man davon, sich um längst verstorbene Experten zu bemühen. Beim nächsten Mal laden wir einfach wieder Rolf Eden auf die Couch. 

17.

 

»Das wäre es gewesen«, kommentiert Schmidt seine mögliche, aber dann doch abgeschmetterte Gehaltserhöhung. Oder meint er Subotic, der auf Vorlage von Bender den Ball am langen Pfosten vorbeihaucht? Das wäre es nämlich auch gewesen. War es dann aber nicht. Denn der Fußball ist kein Konjunktiv.

19.

 

Ich frage mich gerade, ob Oliver Schmidt die gleiche ironische Distanz zu seiner Moderation einnimmt wie wir zu unseren Einträgen? Ob er alles, was misslungen klingt, auch misslungen gemeint haben will, um die Sportwelt zu persiflieren? Ob er sich seiner Angreifbarkeit bewusst ist und deshalb eben nicht mehr angreifbar? Ich hoffe, dass dem nicht so ist. Das würde ja auch unsere pseudointellektuellen Rants ad absurdum führen, würde uns den doppelten Spiegel vorhalten. Und wir sehen schon im einfachen Spiegel scheiße aus. 

20.

 

»Meine Freundin hat sich den ganzen Tag noch nicht gemeldet«, schüttet mir Reich sein Herz aus, nimmt dann gierige Frustschlücke aus dem Fass. Damit ist es also raus, liebe Fans des Livetickers, die ihr weiblich und auf der Suche seid: Reich scheint vergeben. Allein, wie lange noch? Für eine gefärbte Rose eise ich ihn da raus.

22.

Mesut Özil bis jetzt noch ohne Akzente. Wer nun aber mutmaßt, das ginge dem Edeltechniker allzu nahe, liegt falsch. Der Mann ist bester Dinge:

24.

 

Giroud bekommt die sokatische Philosophie von der aufsteigenden Stufenfolge der Liebe über Sinnlichkeit und schöne Seele und Wissenschaft bis hin zur Teilnahme am Mysterium der göttlichen Unsterblichkeit zu spüren. Soll heißen: Er wird vom Dortmunder Griechen umgebareknuckled. Foul, Freistoß, Firlefanz.

25.

Blaszczykowski mit der Chance, aber »schwierig zu nehmen«, zeigt sich Schmidt verständnisvoll. Um ihn herum seien nur »Lichtgestalten« , Blaszczykowski habe es als »Schattengewächs« da schwer. Cheeeeeef, einstellen, den Mann. Jetzt!

27.

Großkreutz mit dem Flankenlauf, zögerlicher als ein Teenie beim Kondomekaufen in der Apotheke. Los Kevin, trau dich. Ist gar nicht so schlimm und wenn's klappt, kann es durchaus Spaß machen.

30.

Ob das für Özil heute ein besonderes Spiel ist? Der Junge ist schließlich Schalker. Andererseits: Er ist ja auch durchaus wandlungsfähig. Hat in England seine beiden Ö-Punkte einfach abgelegt. Kann ich sie haben? Bin Frankfurt-Fan und die SGE kann zur Zeit jeden Punkt gebrauchen.

34.

Reus mit dem Weltklasse-Vierzig-Meter-Sprint an zwei Gegnern vorbei, dann vertändelt er den Ball wie ein unentschlossener Kreisklasse-Libero. Unser Fazit: kReusklasse.

36.

Bin ein bisschen nervös heute, kann mich gar nicht so recht aufs Spiel konzentrieren. Aber ich hab auch nicht so oft Besuch. Hätte ich den Schweinemett-Trog wegstellen sollen? Aber vielleicht wär das komisch gewesen, dann heißt es morgen in der Redaktion, ich hätte gar keinen. Ich hab auch gar nicht meinen »Nacht-Eimer« leergemacht. Aber gut, er ist auch erst halb voll. Und ich geh ungern öfter als nötig ins Bad, das haben die Waschbären mittlerweile fest im Griff.

38.

Oh Leute, Mikhytarian oder wie immer man ihn schreibt, steht alleine vor dem Tor und schiebt die Murmel vorbei am Kasten, vorbei am Dortmunder Glück neben das Tor. Läuft kurz zur Trainerbank, wo er sich zum BVB-Mechaniker auf die Werkbank legt, damit der ihm im Schraubstock die Füße richtet. Den MUSS er machen.

39.

 

Mich enttäuscht, dass Wenger wider Erwarten keinen Parka trägt. Das konsequente Verweigern des Anzugtragens, wie es von Arsene Wenger über all die Jahre nur als Protestgeste gemeint gewesen sein konnte, fand ich nämlich sehr löblich. Der Franzose wusste ja, dass H&M und all die anderen den Anzug als Statussymbol ruiniert haben, dass sich heute jeder einen Anzug kaufen kann. Er wusste, dass sogar Kik bisweilen Zweireiher anpreist, für ungefähr zwei Euro, dass der Anzug also als Etikette der großen Bühne nicht mehr taugt. Deshalb trug er Parka. Der Parka war dank Wenger der neue Anzug. In zwei, spätestens drei Jahren, so meine Vermutung, würden alle Champions-League-Trainer Parka tragen, sommers wie winters. Ich hätte drauf gewettet. Und jetzt: Wenger im Anzug. Ein Utopie zerschellt. Aus Frust tickere ich ab sofort nackt. Soll mich der Chef doch feuern (siehe Minute 12).

40.

 

Schmidt verweigert sich jetzt den Pflichten des Biologieunterrichts, er sagt: »Aufgeklärt werden wir im Winter.« Und was, wenn es dann schon zu spät ist, Herr Schmidt? Die Alimente hole mir bei dir persönlich ab. 

42.

Kommentar von Lukas Podolski zu den Gerüchten um Jassir Arafats Ableben: »Polonium alleine? Vergiss es.«

43.

Schalke liegt in London zurück, informiert mich Kollege Reich. Zeit für unseren täglichen Adorno, adressiert heute an Jens Keller: Es gibt keinen richtigen Trainer im falschen.

45.

Mit Jens Keller weiß Schalke endlich, wie es dem Prenzlauer Berg geht und Wolfgang Thierse. Der Schwabe ist ja doch nur eine Metapher für die schmerzliche Seite von Veränderung.

21:32 Uhr

Ronald Pofalla erklärt die erste Halbzeit für beendet. Wir atmen auf. Denn schön war das nicht unbedingt, leider, der Idee des Spiel allenfalls vage verpflichtet. Hoffnung macht uns, dass Dortmund und Arsenal nicht die Ersten sind, die sich aus ihrem Sport verirren. Wichtig ist, dass sie wieder zurückfinden. Arnie hat es doch auch geschafft.

21:37 Uhr

Jetzt das »heute-journal« Hans-Christian Ströbele jopiheestert wirres Zeug wie »Ennes Ey« in die Kameras und ruft nach seinem Zivi Edward. Szenen, die betroffen machen. Darauf schnell noch einen Blasentee, zur Beruhigung.

21:42 Uhr

Und noch schnell die Lottozahlen: Mit der 0 0 0 0 0 0 0 hat gewonnen: Jens K. aus Gelsenkirchen.

21:44 Uhr

 

Oliver Kahn fehlt dem ZDF erkrankt, fiebert im heimischen Karlsruhe aber trotzdem mit und bellt aus dem Bette sein ewiges Mantra: »Eier, wir brauchen Eier.« Leider versteht der Sender die Ansage falsch: Breyer, wir brauchen Breyer. Und da ist er auch schon, der Jungspund der Teleprompterie. Grinst und greint in die Kamera. Es ist dies der historische Moment, da wir uns das heute-Journal dann doch mal halbzeitfüllend wünschen.

21:46 Uhr

Noch ein Programmtipp: »Terra X« im ZDF, auf der Suche nach den extremsten Bären. In der kommenden Folge wird Problembär Bruno behandelt, ein zuletzt im schwäbischen Stuttgart gesichteter Bär, der leider sehr schwer zu erwischen ist, weil er immer so schnell weg ist. Taucht er aber mal auf, sind die Schäden, die er hinterlässt, immens.

46.

So, weiter gehts. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann das Denis Bergkamp eingewechselt wird und das hier macht:

48.

Meine Güte, Großkreuz mit dem verunglückten Pass in die Mitte, da wäre richtig was drin gewesen. Wir sind uns sicher: Jedes Mal, wenn Großkreuz zum Flankenlauf ansetzt, bekommt Manni Kaltz ein graues Haar.

50.

Ramsey mit dem verlorenen Zweikampf, Foul Mertesacker, Freistoß BVB. Trotzdem: Dieser Ramsey ist ein richtig Guter, das Tafesilber der Londoner. Lon Don Silver sozusagen. Passt ja, der hat auch n ziemlichen Hammer.

52.

Jetzt das Tor, nein, doch nicht, Reus im Abseits, zählt also nicht. Und irgendwo in Malaga weint ein Abwehrspieler Schwarz-Gelbe Tränen.

53.

 

Arsenal hat übrigens die Passquote zur Halbzeit gewonnen. Wir gratulieren: Der erste Titel seit 2005!

54.

Giroud hängt völlig in der Luft. Gut so. Bei Giroud muss ich immer an mein Konto denken und den überreizten Dispo und wie mich meine Bankberaterin vor kurzem perfiderweise mit unterdrückter Nummer anrief und das Telefonat begann mit: »Herr Herrmann, wir haben ein Problem.« Wie ich dann humorig zurückfragte, ob sie das denn nicht bankintern lösen könnten, sie dann seufzte und sagte, mit wir meine sie natürlich sich und mich und überhaupt, Späße würden jetzt nicht mehr helfen, was ich ihr denn zur Güte vorschlagen könne, und ich ihr vorschlug, den Kredit einfach auszuweiten, dann würde er auch nicht mehr ganz so schnell überzogen, und sie wieder seufzte und sagte, das sei ja nun wirklich eine richtig blöde Idee. Weil ihr dann aber keine blödere Idee in den Sinn kam, veranlasste sie trotzdem die Ausweitung und merkte dazu an, ich sei ja derjenige, den die Zinsen auffräßen, woraufhin ich gewinnend lachte und sagte, genau, meine Zinsen, mein Dispo, mein Giro. Mein Giro? Mein Giroud! Nichts.

55.

Reus jagt einen Freistoß in die dritte Etage. Der Ball ist so lange unterwegs, Arsene Wenger hat sich in der Zwischenzeit neu frisiert. Wir sagen: gewöhnungsbedürftig.

57.

 

Genial: Klopp bringt Buvac. Für sich selbst.

58.

 

Mit der Akuratesse eines Ganzkörperkondoms verhindert Sahin, dass die Özil in den Strafraum eindringt. Tor verhütet. Da hilft auch das Gleitgel nicht, das sich Cazorla in die Frisur eingearbeitet hat - der Dortmunder Abräumer macht einen starken Job. Safer Sechs.

59.

 

Arteta misslingt der Übersteiger, Kollege Reich misslingt die Entkronkorkung des Bieres, Schmidt misslingt der Dativ. Ein schwarzer Tag für den deutschen Fußball und die dazugehörige Berichterstattung.

61.

 

Jürgen Klopp versucht, den vierten Offiziellen zu beschimpfen, ohne ihn zu beschimpfen. Er schreit, öffnet aber den Mund nicht, wütet, dabei aber lächelnd. Im Ergebnis sieht das aus wie der Erfurt-Tatort.

62.

Wieder eine gute Situation aber Sahin steht weiter im Abseits als Thomas Strunz auf der Silberhochzeit der Effenbergs. Auf der anderen Seite säuselt Özil den Ball in die Mitte und Ramsey, Lon Don Silver, schiebt Subotic zur Seite und köpfelt entspannt ein. Dritter Torschuss gegen Weidenfeller in der laufenden CL-Saison, dritter Gegentreffer. Vielleicht sollte er einen Horrorfilm über diese Bilanz drehen.

67.

Reus verpasst, Schmidt schreit, Herrmann und ich schreien, meine Nachbarn schreien, die Waschbären in meinem Bad quieken, die Dortmunder Spieler schreien, Klopp schreit eh, Dortmund wankt und Weidenfeller verbessert seine Bilanz im Minutentakt, auf der anderen Seite schießen die Dortmunder ebenso im Minutentakt auf das Tor von Arsenal. Hier geht es mehr hin und her als in Lothar Matthäus Gefühlsleben. Wer richtig Bock hat auf ein geiles Fußballspiel, der möge bitte jetzt! den Fernseher anmachen.

70.

Das ist jetzt ein derart rasantes, geiles Fußballspiel, dass es an einer erotischen Erfahrung grenzt. Gut, dass Herrmann da was zum Runterkommen dabei hat...

72.

Und was soll erst passieren, wenn Wenger, der alte Taktikfuchs, seinen Jahrhundertechniker Wojciech Szczesny nach vorne stellt, den er ja seit Jahren erfolgreich als Torwart tarnt, um ihn im rechten Moment von der Leine zu lassen:

73.

 

Das Spiel hyperventiliert wie ein Asthmatiker beim Pornodreh, es geht hoch und runter, hin und her, auf und ab, vor und zurü... es geht jedenfalls in alle Richtungen. Wir tickern mittlerweile, überfordert von so viel Exzess, Rausch, Raserei, aus der Betty-Ford-Klinik, liebevoll umsorgt von Schwester Gisela. Zwei Gin-Tonic bitte, Gisela. Gisela? Hallo?

74.

Wir schenken euch eine Atempause: ____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ (Pff).

75.

Klopp bringt Aubameyang, Wenger kontert und bringt: Nacho Monreal. Auch nach Namen: 1-0 für Arsenal.

76.

 

Das Slash-Syndrom. Mhiktaryan probiert es alleine. Ganz alleine. Wie ein Gitarrist, der endlich die Pentatonik beherrscht und fortan nur noch Soli spielen will, dem das Warten auf das Solieren zur eigentlichen Aufgabe wird, ungeachtet der Tatsache, dass es mit dem Rest der Band bergab geht. Und bald kommt dann das Soloalbum und chartet auf Platz 627.

77.

 

»Ein absoluter Dangerman«, sprachverirrt sich Schmidt. Wir zitieren pflichtschuldig Jil Sander: »Wer etwas ladyiskes will, der searcht nicht bei Jil Sander.«

77.

 

Die Regie schwenkt nach unten rechts, und weil sie da nun mal hinschwenkt, muss Arteta seinen Pass auch in den Bildausschnitt spielen, das ZDF hat immerhin 50 Millionen für die Übertragungsrechte der Königsklasse gegeben, function follows form also, basta, dass man da unten aber, eckfahnennah, nicht mehr gescheit kombinieren kann, das ist den Herren Intendanten natürlich völlig egal. Folgerichtig rutscht der Ball ins Aus. Der Schiedsrichter gibt Einwurf. Was gibt das ZDF? Auch Einwurf. Es kann also weitergehen.

78.

Özil will einen Freistoß schinden. Fällt ohne gegnerische Einwirkung. Mesut Acting. Lee Strasberg wäre stolz.

 

 

81.

Oh wow, zunächst dachten wir, einer von uns hätte sich auf die Fernbedienung gesetzt und wir würde aus Versehen WWF gucken, wo The Rock gerade einem bedauernswerten Gegner die Seele aus dem Leib bodycheckt. War aber Roman Weidenfeller, der Kosczielny zeigt, was man in der Dortmunder Ultimate-Fighting-Szene die »Gelbe Wand« nennt. Aber mal was anderes: Was macht eigentlich Patrick Battiston?

84.

Arsenal führt und Wenger sieht trotzdem noch aus, als habe er in ein Zitronenbaiser mit Leberwurstfüllung gebissen. Aber gut, er sieht ja immer irgendwie grantelnd aus. Ich habe gehört, an Halloween geht er ehrenamtlich Kinder erschrecken.

85.

 

Rosicky vollzieht Kopulationsbewegungen am Mittelkreis. Kanonanie.

87.

Arteta ist immer noch auf dem Platz. Erstaunlich, der hat nämlich schon Gelb und schmeißt sich hier in die Zweikämpfe wie unsereins in den Ausverkauf im Wurst-Sonderpostenmarkt. Allerdings mit mehr Ertrag. Räumt da alles Gelbe ab, was auf ihn zukommt und gewinnt das Ding hier wahrscheinlich. Wir lassen die gelben Sachen auf dem Wurst-Wühltisch liegen und holen uns trotzdem einen Magen-Darm-Infekt.

88.

 

Sokratis übertreibt das selbstständige Denken und senst Giroud um. Versucht seine Aktion hernach moralisch zu begründen. Referee Kuipers diskutiert dagegen, bekommt vom Griechen gesagt, seine vermeintlich sicheren Annahmen seien nur eine mildere Form der Ignoranz. Dafür gibt es eine Ermahnung. Sokratische Ironie. Im Gegenzug: Lewandowski. Drüber. 

89.

Ich weiß jetzt, warum der BVB hier unterliegt: Marco Reus' Twittername ist @woodyinho. Kulturpessimismus 2.0.

90.

Vier Minuten Nachspielzeit. Es wird wenger.

92.

 

Özil hat sich in Anton aus Tirol verwandelt, mit weißer Häkelkappe schlagert er durch die Dortmunder Hälfte, DJ Özil, aber Sokratis hat nie vom Burgerdance gehört, kennt nur Sirtaki und grätscht den Stimmungsmacher ab. Hell Baby! Und Einwurf für die Gunners. 

94.

Zwanzig Sekunden noch. Mertesacker reißt Lewandowski im Strafraum um. 60 000 Kehlen fordern Elfmeter, Lewandowski fordert Elfmeter, Klopp auch und Reich sowieso. Kuipers beweißt einen starken Willen und gibt Abstoß. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt eben, und zwar - 19, 18, 17, 16, 15, 14, 13, 12, 11, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 - jetzt! Schluss. 

22:39 Uhr

»Meiner Meinung ja«, sagt Subotic. Der Fieldreporter ist seiner Meinung nein. Fragt hartnäckig-investigativ nach: »Waren Sie zu schludrig?« Subotic sagt: »Ich habe das nicht verstanden.« Wir verstehen schon lange nichts mehr. Wir sind niemandes Meinung jein.

22:43 Uhr

 

»Ich denke, das war ein Pluspunkt für Arsenal«, sagt Schmidt und beweist mal wieder: Denken kann sehr einsam machen. Wir denken deshalb nie, wir sind nur. Ich denke nicht, also bin ich - unser Credo. Rettung kommt von Berufsbube Breyer: »Die Kneipen machen nicht um 11 Uhr zu.« Danke, Jochen. Wussten wir nicht. Nutzen wir jetzt aber umso konsequenter aus. Tschüß, ihr Narren, und auf bald. 

22:43 Uhr

»Ich denke, das war ein Pluspunkt für Arsenal«, sagt Schmidt und beweist mal wieder: Denken kann sehr einsam machen. Wir denken deshalb nie, wir sind nur. Ich denke nicht, also bin ich - unser Credo. Rettung kommt von Berufsbube Breyer: »Die Kneipen machen nicht um 11 Uhr zu.« Danke, Jochen. Wussten wir nicht. Nutzen wir jetzt aber umso konsequenter aus. Tschüß, ihr Narren, und auf bald. 

22:39 Uhr

»Meiner Meinung ja«, sagt Subotic. Der Fieldreporter ist seiner Meinung nein. Fragt hartnäckig-investigativ nach: »Waren Sie zu schludrig?« Subotic sagt: »Ich habe das nicht verstanden.« Wir verstehen schon lange nichts mehr. Wir sind niemandes Meinung jein.

94.

Zwanzig Sekunden noch. Mertesacker reißt Lewandowski im Strafraum um. 60 000 Kehlen fordern Elfmeter, Lewandowski fordert Elfmeter, Klopp auch und Reich sowieso. Kuipers beweißt einen starken Willen und gibt Abstoß. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt eben, und zwar - 19, 18, 17, 16, 15, 14, 13, 12, 11, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 - jetzt! Schluss. 

92.

Özil hat sich in Anton aus Tirol verwandelt, mit weißer Häkelkappe schlagert er durch die Dortmunder Hälfte, DJ Özil, aber Sokratis hat nie vom Burgerdance gehört, kennt nur Sirtaki und grätscht den Stimmungsmacher ab. Hell Baby! Und Einwurf für die Gunners. 

90.

Vier Minuten Nachspielzeit. Es wird wenger.

89.

Ich weiß jetzt, warum der BVB hier unterliegt: Marco Reus' Twittername ist @woodyinho. Kulturpessimismus 2.0.

88.

Sokratis übertreibt das selbstständige Denken und senst Giroud um. Versucht seine Aktion hernach moralisch zu begründen. Referee Kuipers diskutiert dagegen, bekommt vom Griechen gesagt, seine vermeintlich sicheren Annahmen seien nur eine mildere Form der Ignoranz. Dafür gibt es eine Ermahnung. Sokratische Ironie. Im Gegenzug: Lewandowski. Drüber. 

87.

Arteta ist immer noch auf dem Platz. Erstaunlich, der hat nämlich schon Gelb und schmeißt sich hier in die Zweikämpfe wie unsereins in den Ausverkauf im Wurst-Sonderpostenmarkt. Allerdings mit mehr Ertrag. Räumt da alles Gelbe ab, was auf ihn zukommt und gewinnt das Ding hier wahrscheinlich. Wir lassen die gelben Sachen auf dem Wurst-Wühltisch liegen und holen uns trotzdem einen Magen-Darm-Infekt.

85.

Rosicky vollzieht Kopulationsbewegungen am Mittelkreis. Kanonanie.

84.

Arsenal führt und Wenger sieht trotzdem noch aus, als habe er in ein Zitronenbaiser mit Leberwurstfüllung gebissen. Aber gut, er sieht ja immer irgendwie grantelnd aus. Ich habe gehört, an Halloween geht er ehrenamtlich Kinder erschrecken.

81.

Oh wow, zunächst dachten wir, einer von uns hätte sich auf die Fernbedienung gesetzt und wir würde aus Versehen WWF gucken, wo The Rock gerade einem bedauernswerten Gegner die Seele aus dem Leib bodycheckt. War aber Roman Weidenfeller, der Kosczielny zeigt, was man in der Dortmunder Ultimate-Fighting-Szene die »Gelbe Wand« nennt. Aber mal was anderes: Was macht eigentlich Patrick Battiston?

78.

Özil will einen Freistoß schinden. Fällt ohne gegnerische Einwirkung. Mesut Acting. Lee Strasberg wäre stolz.

77.

Die Regie schwenkt nach unten rechts, und weil sie da nun mal hinschwenkt, muss Arteta seinen Pass auch in den Bildausschnitt spielen, das ZDF hat immerhin 50 Millionen für die Übertragungsrechte der Königsklasse gegeben, function follows form also, basta, dass man da unten aber, eckfahnennah, nicht mehr gescheit kombinieren kann, das ist den Herren Intendanten natürlich völlig egal. Folgerichtig rutscht der Ball ins Aus. Der Schiedsrichter gibt Einwurf. Was gibt das ZDF? Auch Einwurf. Es kann also weitergehen.

77.

»Ein absoluter Dangerman«, sprachverirrt sich Schmidt. Wir zitieren pflichtschuldig Jil Sander: »Wer etwas ladyiskes will, der searcht nicht bei Jil Sander.«

76.

Das Slash-Syndrom. Mhiktaryan probiert es alleine. Ganz alleine. Wie ein Gitarrist, der endlich die Pentatonik beherrscht und fortan nur noch Soli spielen will, dem das Warten auf das Solieren zur eigentlichen Aufgabe wird, ungeachtet der Tatsache, dass es mit dem Rest der Band bergab geht. Und bald kommt dann das Soloalbum und chartet auf Platz 627.

75.

Klopp bringt Aubameyang, Wenger kontert und bringt: Nacho Monreal. Auch nach Namen: 1-0 für Arsenal.

74.

Wir schenken euch eine Atempause: ____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ (Pff).

73.

Das Spiel hyperventiliert wie ein Asthmatiker beim Pornodreh, es geht hoch und runter, hin und her, auf und ab, vor und zurü... es geht jedenfalls in alle Richtungen. Wir tickern mittlerweile, überfordert von so viel Exzess, Rausch, Raserei, aus der Betty-Ford-Klinik, liebevoll umsorgt von Schwester Gisela. Zwei Gin-Tonic bitte, Gisela. Gisela? Hallo?

72.

Und was soll erst passieren, wenn Wenger, der alte Taktikfuchs, seinen Jahrhundertechniker Wojciech Szczesny nach vorne stellt, den er ja seit Jahren erfolgreich als Torwart tarnt, um ihn im rechten Moment von der Leine zu lassen:

70.

Das ist jetzt ein derart rasantes, geiles Fußballspiel, dass es an einer erotischen Erfahrung grenzt. Gut, dass Herrmann da was zum Runterkommen dabei hat...

67.

Reus verpasst, Schmidt schreit, Herrmann und ich schreien, meine Nachbarn schreien, die Waschbären in meinem Bad quieken, die Dortmunder Spieler schreien, Klopp schreit eh, Dortmund wankt und Weidenfeller verbessert seine Bilanz im Minutentakt, auf der anderen Seite schießen die Dortmunder ebenso im Minutentakt auf das Tor von Arsenal. Hier geht es mehr hin und her als in Lothar Matthäus Gefühlsleben. Wer richtig Bock hat auf ein geiles Fußballspiel, der möge bitte jetzt! den Fernseher anmachen.

62.

Wieder eine gute Situation aber Sahin steht weiter im Abseits als Thomas Strunz auf der Silberhochzeit der Effenbergs. Auf der anderen Seite säuselt Özil den Ball in die Mitte und Ramsey, Lon Don Silver, schiebt Subotic zur Seite und köpfelt entspannt ein. Dritter Torschuss gegen Weidenfeller in der laufenden CL-Saison, dritter Gegentreffer. Vielleicht sollte er einen Horrorfilm über diese Bilanz drehen.

61.

Jürgen Klopp versucht, den vierten Offiziellen zu beschimpfen, ohne ihn zu beschimpfen. Er schreit, öffnet aber den Mund nicht, wütet, dabei aber lächelnd. Im Ergebnis sieht das aus wie der Erfurt-Tatort.

59.

Arteta misslingt der Übersteiger, Kollege Reich misslingt die Entkronkorkung des Bieres, Schmidt misslingt der Dativ. Ein schwarzer Tag für den deutschen Fußball und die dazugehörige Berichterstattung.

58.

Mit der Akuratesse eines Ganzkörperkondoms verhindert Sahin, dass die Özil in den Strafraum eindringt. Tor verhütet. Da hilft auch das Gleitgel nicht, das sich Cazorla in die Frisur eingearbeitet hat - der Dortmunder Abräumer macht einen starken Job. Safer Sechs.

57.

Genial: Klopp bringt Buvac. Für sich selbst.

55.

Reus jagt einen Freistoß in die dritte Etage. Der Ball ist so lange unterwegs, Arsene Wenger hat sich in der Zwischenzeit neu frisiert. Wir sagen: gewöhnungsbedürftig.

54.

Giroud hängt völlig in der Luft. Gut so. Bei Giroud muss ich immer an mein Konto denken und den überreizten Dispo und wie mich meine Bankberaterin vor kurzem perfiderweise mit unterdrückter Nummer anrief und das Telefonat begann mit: »Herr Herrmann, wir haben ein Problem.« Wie ich dann humorig zurückfragte, ob sie das denn nicht bankintern lösen könnten, sie dann seufzte und sagte, mit wir meine sie natürlich sich und mich und überhaupt, Späße würden jetzt nicht mehr helfen, was ich ihr denn zur Güte vorschlagen könne, und ich ihr vorschlug, den Kredit einfach auszuweiten, dann würde er auch nicht mehr ganz so schnell überzogen, und sie wieder seufzte und sagte, das sei ja nun wirklich eine richtig blöde Idee. Weil ihr dann aber keine blödere Idee in den Sinn kam, veranlasste sie trotzdem die Ausweitung und merkte dazu an, ich sei ja derjenige, den die Zinsen auffräßen, woraufhin ich gewinnend lachte und sagte, genau, meine Zinsen, mein Dispo, mein Giro. Mein Giro? Mein Giroud! Nichts.

53.

Arsenal hat übrigens die Passquote zur Halbzeit gewonnen. Wir gratulieren: Der erste Titel seit 2005!

52.

Jetzt das Tor, nein, doch nicht, Reus im Abseits, zählt also nicht. Und irgendwo in Malaga weint ein Abwehrspieler Schwarz-Gelbe Tränen.

50.

Ramsey mit dem verlorenen Zweikampf, Foul Mertesacker, Freistoß BVB. Trotzdem: Dieser Ramsey ist ein richtig Guter, das Tafesilber der Londoner. Lon Don Silver sozusagen. Passt ja, der hat auch n ziemlichen Hammer.

48.

Meine Güte, Großkreuz mit dem verunglückten Pass in die Mitte, da wäre richtig was drin gewesen. Wir sind uns sicher: Jedes Mal, wenn Großkreuz zum Flankenlauf ansetzt, bekommt Manni Kaltz ein graues Haar.

46.

So, weiter gehts. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann das Denis Bergkamp eingewechselt wird und das hier macht:

21:46 Uhr

Noch ein Programmtipp: »Terra X« im ZDF, auf der Suche nach den extremsten Bären. In der kommenden Folge wird Problembär Bruno behandelt, ein zuletzt im schwäbischen Stuttgart gesichteter Bär, der leider sehr schwer zu erwischen ist, weil er immer so schnell weg ist. Taucht er aber mal auf, sind die Schäden, die er hinterlässt, immens.

21:44 Uhr

Oliver Kahn fehlt dem ZDF erkrankt, fiebert im heimischen Karlsruhe aber trotzdem mit und bellt aus dem Bette sein ewiges Mantra: »Eier, wir brauchen Eier.« Leider versteht der Sender die Ansage falsch: Breyer, wir brauchen Breyer. Und da ist er auch schon, der Jungspund der Teleprompterie. Grinst und greint in die Kamera. Es ist dies der historische Moment, da wir uns das heute-Journal dann doch mal halbzeitfüllend wünschen.

21:42 Uhr

Und noch schnell die Lottozahlen: Mit der 0 0 0 0 0 0 0 hat gewonnen: Jens K. aus Gelsenkirchen.

21:37 Uhr

Jetzt das »heute-journal« Hans-Christian Ströbele jopiheestert wirres Zeug wie »Ennes Ey« in die Kameras und ruft nach seinem Zivi Edward. Szenen, die betroffen machen. Darauf schnell noch einen Blasentee, zur Beruhigung.

21:32 Uhr

Ronald Pofalla erklärt die erste Halbzeit für beendet. Wir atmen auf. Denn schön war das nicht unbedingt, leider, der Idee des Spiel allenfalls vage verpflichtet. Hoffnung macht uns, dass Dortmund und Arsenal nicht die Ersten sind, die sich aus ihrem Sport verirren. Wichtig ist, dass sie wieder zurückfinden. Arnie hat es doch auch geschafft.

45.

Mit Jens Keller weiß Schalke endlich, wie es dem Prenzlauer Berg geht und Wolfgang Thierse. Der Schwabe ist ja doch nur eine Metapher für die schmerzliche Seite von Veränderung.

43.

Schalke liegt in London zurück, informiert mich Kollege Reich. Zeit für unseren täglichen Adorno, adressiert heute an Jens Keller: Es gibt keinen richtigen Trainer im falschen.

42.

Kommentar von Lukas Podolski zu den Gerüchten um Jassir Arafats Ableben: »Polonium alleine? Vergiss es.«

40.

Schmidt verweigert sich jetzt den Pflichten des Biologieunterrichts, er sagt: »Aufgeklärt werden wir im Winter.« Und was, wenn es dann schon zu spät ist, Herr Schmidt? Die Alimente hole mir bei dir persönlich ab. 

39.

Mich enttäuscht, dass Wenger wider Erwarten keinen Parka trägt. Das konsequente Verweigern des Anzugtragens, wie es von Arsene Wenger über all die Jahre nur als Protestgeste gemeint gewesen sein konnte, fand ich nämlich sehr löblich. Der Franzose wusste ja, dass H&M und all die anderen den Anzug als Statussymbol ruiniert haben, dass sich heute jeder einen Anzug kaufen kann. Er wusste, dass sogar Kik bisweilen Zweireiher anpreist, für ungefähr zwei Euro, dass der Anzug also als Etikette der großen Bühne nicht mehr taugt. Deshalb trug er Parka. Der Parka war dank Wenger der neue Anzug. In zwei, spätestens drei Jahren, so meine Vermutung, würden alle Champions-League-Trainer Parka tragen, sommers wie winters. Ich hätte drauf gewettet. Und jetzt: Wenger im Anzug. Ein Utopie zerschellt. Aus Frust tickere ich ab sofort nackt. Soll mich der Chef doch feuern (siehe Minute 12).

38.

Oh Leute, Mikhytarian oder wie immer man ihn schreibt, steht alleine vor dem Tor und schiebt die Murmel vorbei am Kasten, vorbei am Dortmunder Glück neben das Tor. Läuft kurz zur Trainerbank, wo er sich zum BVB-Mechaniker auf die Werkbank legt, damit der ihm im Schraubstock die Füße richtet. Den MUSS er machen.

36.

Bin ein bisschen nervös heute, kann mich gar nicht so recht aufs Spiel konzentrieren. Aber ich hab auch nicht so oft Besuch. Hätte ich den Schweinemett-Trog wegstellen sollen? Aber vielleicht wär das komisch gewesen, dann heißt es morgen in der Redaktion, ich hätte gar keinen. Ich hab auch gar nicht meinen »Nacht-Eimer« leergemacht. Aber gut, er ist auch erst halb voll. Und ich geh ungern öfter als nötig ins Bad, das haben die Waschbären mittlerweile fest im Griff.

34.

Reus mit dem Weltklasse-Vierzig-Meter-Sprint an zwei Gegnern vorbei, dann vertändelt er den Ball wie ein unentschlossener Kreisklasse-Libero. Unser Fazit: kReusklasse.

30.

Ob das für Özil heute ein besonderes Spiel ist? Der Junge ist schließlich Schalker. Andererseits: Er ist ja auch durchaus wandlungsfähig. Hat in England seine beiden Ö-Punkte einfach abgelegt. Kann ich sie haben? Bin Frankfurt-Fan und die SGE kann zur Zeit jeden Punkt gebrauchen.

27.

Großkreutz mit dem Flankenlauf, zögerlicher als ein Teenie beim Kondomekaufen in der Apotheke. Los Kevin, trau dich. Ist gar nicht so schlimm und wenn's klappt, kann es durchaus Spaß machen.

25.

Blaszczykowski mit der Chance, aber »schwierig zu nehmen«, zeigt sich Schmidt verständnisvoll. Um ihn herum seien nur »Lichtgestalten« , Blaszczykowski habe es als »Schattengewächs« da schwer. Cheeeeeef, einstellen, den Mann. Jetzt!

24.

Giroud bekommt die sokatische Philosophie von der aufsteigenden Stufenfolge der Liebe über Sinnlichkeit und schöne Seele und Wissenschaft bis hin zur Teilnahme am Mysterium der göttlichen Unsterblichkeit zu spüren. Soll heißen: Er wird vom Dortmunder Griechen umgebareknuckled. Foul, Freistoß, Firlefanz.

22.

Mesut Özil bis jetzt noch ohne Akzente. Wer nun aber mutmaßt, das ginge dem Edeltechniker allzu nahe, liegt falsch. Der Mann ist bester Dinge:

20.

»Meine Freundin hat sich den ganzen Tag noch nicht gemeldet«, schüttet mir Reich sein Herz aus, nimmt dann gierige Frustschlücke aus dem Fass. Damit ist es also raus, liebe Fans des Livetickers, die ihr weiblich und auf der Suche seid: Reich scheint vergeben. Allein, wie lange noch? Für eine gefärbte Rose eise ich ihn da raus.

19.

Ich frage mich gerade, ob Oliver Schmidt die gleiche ironische Distanz zu seiner Moderation einnimmt wie wir zu unseren Einträgen? Ob er alles, was misslungen klingt, auch misslungen gemeint haben will, um die Sportwelt zu persiflieren? Ob er sich seiner Angreifbarkeit bewusst ist und deshalb eben nicht mehr angreifbar? Ich hoffe, dass dem nicht so ist. Das würde ja auch unsere pseudointellektuellen Rants ad absurdum führen, würde uns den doppelten Spiegel vorhalten. Und wir sehen schon im einfachen Spiegel scheiße aus. 

17.

»Das wäre es gewesen«, kommentiert Schmidt seine mögliche, aber dann doch abgeschmetterte Gehaltserhöhung. Oder meint er Subotic, der auf Vorlage von Bender den Ball am langen Pfosten vorbeihaucht? Das wäre es nämlich auch gewesen. War es dann aber nicht. Denn der Fußball ist kein Konjunktiv.

15.

Die Wengersche Weißkopfseeadlerhaftigkeit begeistert die Ornithologen in der Tickervolière. Der wiederbelebte Hans Freiherr von Berlepsch versucht sich an einem Psychogramm des Franzosen: »Zur Ordnung der Taggreife gehörend und in die Unterordnungen der Accipitres ausdifferenziert, umfasst die Gattung Haliaeetus acht Arten, von denen drei gefährdert, sprich unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Der Weißkopfseeadler war dereinst...« Dass hat man davon, sich um längst verstorbene Experten zu bemühen. Beim nächsten Mal laden wir einfach wieder Rolf Eden auf die Couch. 

13.

Wenger trägt keinen Parka. Der Parka trägt Wenger.

12.

Wir tragen übrigens heute schon testweise das Outfit, das uns für die WM 2014 entworfen wurde: Knickebockerhosen, Halbbrogues, Netzhemd und Propellermütze. Natürlich läuft das Web Sturm gegen den Dress. »hosen sinnd völlig überbewertet«, shitstormt User Marc Thiele auf Facebook. Da geben wir dir, lieber Marc, völlig Recht. Aber der Chef ist prüde und besteht drauf.

10.

Arsenal will, um die Borussen zu knacken, den Ball kontrollieren. Dortmund will, um Arsenal zu knacken, den Ball kontrollieren. Wenn ihn aber beide kontrollieren, kontrolliert ihn womöglich keiner. Niederste Mathematik. Freuen wir uns also auf ein Spiel, bei dem 22 Männer keinem Ball hinterherrennen und am Ende gewinnen auf jeden Fall ein paar Deutsche.

9.

Özil heute übrigens auf rechts. Ist aber ja egal, er hat ja ohnehin einen Blickwinkel von ca. 270 Grad.

6.

Im Mittelfeld von Arsenal brilliert neben unserem Pupillenwunder Özil übrigens auch Aaron Ramsey. Der Junge hat Glück, dass er überhaupt noch laufen kann. Vorhin las ich einen Artikel auf Spiegel-online, in dem stand, dass er einst umgesenst wurde und man lieber nicht nach dem Foul googeln solle. Was der kleine Vinnie Jones in meinem Kopf mir dann aber befahlt. Also: Wer immer Lust hat, auf Kommando zu kotzen, möge einfach »Ramsey Foul« googeln.

3.

Erste Chance Lewandowski, aber er macht's mit dem Ball wie wir es mit unseren blöden Witzen machen: Sie sind völlig daneben.

1.

Und auf geht's. Arsene und Spitzenhäubchen, ein Klassiker des Schwarz-Gelb-Films. Mit Scharmbolzen Jürgen Klopp als Cary Grant und Arsene Wenger als eine der alten Frauen. Mit dem Oscar für die besten Spezialeffekte für Marco Reus. Nur: Wird das nun ein Krimi oder eine Komödie?

20:45 Uhr

Schön, gleich gehts los. Die »Gunners« stellen sich noch kurz zum Mannschaftsfoto auf. Schön.

20:44 Uhr

»Erleben wir heute den Good Klopp oder den Bad Klopp?«, wortwitzt Kommentator Oliver Schmidt. Oh. Mein. Gott. Ein Jahrhundert-Kalauer. Wir müssen kurz den Ticker unterbrechen und unserem Chef eine Mail schreiben. Wir brauchen diesen Schmidt in unserem Tickerteam.

20:43 Uhr

Dafür fehlt Mats Hummels. »Er kann zu 97,5 Prozent nicht spielen«, so Klopp. Heißt, 2,5 Prozent von Hummels spielen trotzdem. Welche 2,5 Prozent bloß? Vielleicht sein moustachebedecktes Philtrum? Aufgetragen von Aubameyang. Als Frisur.

20:42 Uhr

Aufatmen in Dortmund: Schmelzer kann nach verletzungsbedingter Auswechslung im Stuttgart-Spiel gegen Arsenal mitwirken. »Er hat den Daumen gehoben«, so Klopp. Was bedeutet das für Lukas Podolski?

20:40 Uhr

Wow, in Dortmund spielen sie tatsächlich Van Halens »Jump« im Stadion. Oldschoolig. Bestimmt auf Jürgen »Hairmetal« Klopps Geheiß, der sich in diesem Moment sicher die Spandex unter den Anzugshosen zurechtzupft und das frisch transplantierte Haar nachtoupiert.

20:36 Uhr

Wengers Taktik sei wie ein Orchester, er selber stehe eher auf Heavy Metal, kumpelte »Uns Jürgen« Klopp vor dem Spiel. Finden wir toll. Wir haben ja selber eine Redaktions-Metalband, vielleicht lassen wir dem Jürgen mal ein Mixtape zukommen. Oder einen Mitschnitt vom letzten Konzert, war gut:

20:33 Uhr

Jürgen Klopp darf heute auch wieder mitmischen - nachdem er in zuletzt zwangsverpflichtet wurde, um einer amerikanischen Band als Frontmann zu assistieren. Aber wird sich der Extrovertierte beherrschen können? Wir berichten. Vielleicht.

20:32 Uhr

Na gut, Irritationen ausgeräumt und auch die Übertragung beginnt. Kollege Herrmann kommt reingeschneit, heute wird ausnahmsweise mal in der Casa del Reich getickert. Also Heimspiel für mich, Auswärtsspiel für Herrmann. Nur kurz, so eine Knigge-Frage, die ich selber nicht beantworten kann, weil ich im Wald gefunden und dann im Wanderzirkus aufgezogen wurde: Muss ich mir jetzt eine Hose anziehen, da ich Besuch habe?

20:30 Uhr

So, Freunde, ab geht der Ticker. Heute mit dem Knaller BVB gegen Arsenal. Aber seltsam: Jürgen Klopp hat ganz schön zugelegt. Und wer is die kleine Blonde? Und warum sind sie aufdem Polizeirevier? Dortmund auch so flach und viel weniger bevölkert als ich das in Erinnerung hatte. Ah, ach nee, hier Soko Holstein. Achso...

12:20

Los geht es ab 20 Uhr 30. Bis dahin sind wir beschäftigt:

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!