Bayern München
2
1
Borussia Mönchengladbach

Dickes B

Bayern-Gladbach im 11FREUNDE-Liveticker

  



 

20:14 Uhr
Nach so viel WM-Aufregung wissen wir gar nicht mehr, was jetzt kommt. Billard auf Eurosport, Dart auf 9Live, Schmidteinander, Monopoly-EM? Irgendjemand raunt: Fußball. Ächz.  

20:17 Uhr
Matthias Sammer und Basti Hellmann philosophieren über die deutsche WM-Gruppe. Sammer schätzt Ghana und Serbien am stärksten ein. Hellmann hakt investigativ nach: »Australien?« Sammer schaut skeptisch, dann wie ein Dachs. Hellmann unterstützt ihn dabei. In Erinnerungen sind sie bei den 31 Toren, die Australien einst gegen Amerikanisch Samoa schoss. Schwelg, schwelg.   

20:23 Uhr
Kommen wir also zum Spiel. Heute zu Ihrer Bespaßung im 11FREUNDE-Liveticker-Keller: Dirk Gieselmann, der gerne Dickmilch aus dem Jahr 1997 trinkt, und Andreas Bock, der gerne Salz auf Salzstangen klebt.   

20:26 Uhr
Frontzeck bringt sich in aggressive Stimmung. »Wir haben nichts zu verlieren?« pöbelt er. »Natürlich! Wir haben drei Punkte zu verlieren!« rechnet er aus. Das »Sky«-Universum bricht zusammen. Die Rechnung stimmt.   

20:29 Uhr 
Eben schaute Matthias Sammer noch wie ein Dachs, nun sieht man Marcel Reif, wie er einen Dachs auf den Schultern trägt.   

20:30 Uhr
Bayern doch nicht mit Libero. Van Gaal vertraut einem 4-4-2. Gladbach spielt, so erklärt der Dachs, mit einem 4-4-1-1.   

20:31 Uhr
Plötzlich taucht ein kleines rothaariges Kind auf dem Spielfeld auf – die »Sky«-Fliegen halten ihm sofort das Mikro unter die Nase, sie denken, es ist Paul Scholes oder mindestens Pumuckl. In dem Moment kommt ein großer, ein sehr großer Mann (Meister Eder?) und trägt es hinfort.   
1.
Anstoß. Immer wieder ein Gedicht. Sohle auf Seite, dann per Flachschuss zurück. Und van Gaals Schergen schreiben sich schon die Finger wund, als schrieben sie den zweiten Teil von Ulysses oder irgendeiner Trilogie.  

2.
Schon die erste Fehlentscheidung. Der Linienrichter winkt Ivica Olic zurück, der circa achtmal so schnell ist wie das Auge des Assistenten.  

4.
Erstes Fazit: Zerfahrenes Spiel. Reif redet sich langsam in Laune. In Aphorismus-Laune. Zweites Fazit: Die Tastatur-Taste »â« wird viel zu selten verwendet.  

7.
Bisher nicht viel los. 80er-Jahre-Ballgeschiebe beim FC Bayern. Straßenfußball-Gerenne bei Gladbach.  

9.
Bailly mit dem gewagtesten Trick seit Guido Buchwalds Übersteiger gegen Diego Maradona 1990. Er lässt Olic am Straraum aussteigen und lacht sich ins Fäustchen wie weiland nur Didi Hallervorden. Oder Zuschauer beim Stummfilm 1924.  

12.
Ball über die Schnur. Ohne Schnur. Auf Zukunftsdeutsch: W-Lan-Ball. Wie ist das Passwort?  

13.
Freistoß Gladbach. Ganz Bayern in Angst vor Dantes Inferno. Dann Butt. Ecke. Laufduell Schweini gegen Matmour. Unentschieden. So wie das Spiel. So wie vieles. Eine gesprintete Metapher. Schick.    

16.
Hasswürger von Demichelis. »Das darf man sehr wohl pfeifen«, pfeift Reif. Das gilt aber auch für Hits wie »Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft«. Pfeift aber kein Schwein mehr, es sei denn: Ich glaub, mein Schwein pfeift. Verwirrend.  

18.
Todespass Arango, doch Bradley verpatzt die Annahme, Butt kann klären. »Er hält sowieso 82% aller Bälle«, weiß Reif. Die bei der WM-Auslosung hat er jedenfalls nicht gehalten. Tja.   

20.
Wutschuss Gomez, der immer noch sauer wegen der Gruppenauslosung ist – der Ball ist so lange unterwegs wie der »Metronom« zwischen Bad Zwischenahn und Oldenburg, nicht lang genug für Bailly. Dann ist der Ball drin. Einfach drin. Die Bayern feiern das Teil mit einer Luis-Trenker-Choreo, wollen irgendwo da oben hin. Da kann einem schwindelig werden.  

21.
»Das war nicht ordentlich gegen den Ball verteidigt«, doziert Reif nach dem Studium der Zeitungen am Folgetag. Was kann denn der Ball dafür?  

23.
Die Zukunft beginnt mit einem Anstoß und einer Gladbacher Chance. »Friend mit seiner ganzen Körperlichkeit«, so Reif, der offenbar bei den »Sexy Clips« auf DSF hängen geblieben ist.  

25.
Die Bayern-Abwehr schwimmt gelegentlich, leider nicht schwarmartig wie Atlantik-Heringe. Sondern eher lethargisch wie Seegurken.  

27.
Und schon klingelt es. Gieselmann kann sich nicht mehr beherrschen, schreit durch die Redaktionsflure, dass es Bayern-Hobby-Hool Fabian Jonas, der achthundert Meter entfernt sitzt, auch hört. JAAAAA. Bzw. TOOOOOR. Feiner Pass von Bradley auf Brouwers, der den Ball unten rechts einschiebt.   

29.
»Ein ansehnliches Fußballspiel« sieht Marcel Reif. Das Telekom »T«, das auf der Tribüne von Mensch gewordenen Litfasssäulen modelliert wird, versucht eine neue Protest-Formation: Als Semikolon.  

31.
Nun kommt Jonas tatsächlich angerannt. Grölt: »Was für ne Scheiße!« Greift sich dann eine Zigarillo und versucht den Bayern den Marsch zu blasen: In einer Fantasiesprache, die er sich mit dem YPS-Gimmick »Konsonantus« beigebracht hat.   

35.
Uli Hoeneß sitzt auf der Tribüne und versucht kaiserartig auszusehen. Vor ihm sitzt Focus-Chef Helmut Markwort und versucht zu schlafen, ohne die Augen zu schließen und gleichzeitig die Mimik von Shrek zu imitieren. Es gelingt. Ein Feuerwerk des modernen Method Acting.   

38.
Friend schießt aus 20 Metern aufs Tor, Butt springt flummi-esk acht Zentimeter in die Höhe und patscht auf den Ball wie Kinder bei Blinde Kuh gegen das teure Tellerservice im Holzschrank. Er klärt zur Ecke.  

40.
Verkehrte Welt: Die Gladbacher schnüren die Bayern kurzzeitig in der eigenen Hälfte ein wie emsige Verkäuferinnen in Buchhandlungen das neueste Werk von Hape Kerkeling oder Guido Knoop zur Weihnachtszeit.  

45.
Butt macht den Silvio Heinevetter, hält den 80. Schuss des Spiels. Simone Tomalla in der Liebeszwickmühle.  

21:20 Uhr
Halbzeit. Dieter Nickles im Interview mit einem BWL-Studenten. »Wir spielen mutig«, droht dieser. Was denn? Strip-Poker? »Das müssen wir verdauen«, verdaut Reif. Gleichfalls.[page]   

21:23 Uhr
»Der See, das Klischee. Morgen? Heute noch«, dadaisiert die Werbung. »Der Ticker, du Ficker. Gestern? Hab ich keine Zeit«, ergänzt Kollege Bock, verschwindet in einer Opium-Wolke. Wie die Raupe bei »Alice im Wunderland«. Erstaunlich. Derweil extrem lila: Matthias Sammer. Schal. Gesicht. Sätze. Rundum lila. Was heißt das für den DFB?   

21:27 Uhr
Und da ist auch schon die Grinsekatze aus »Alice im Wunderland«, sprintet olicmäßig durch die Arena. Dann vergeht ihr das Grinsen: Balljungen fangen sie ein.  

21:30 Uhr
Was Matthias Sammer nun wirklich nicht so gut kann wie damals bei der EM 96 im Viertelfinale gegen Kroatien nach vorne gehen und den Ball reinhassen: Merken, dass er nicht wie ein Frettchen in die Kamera stieren sollte, wenn der Moderator abmoderiert. Sieht echt bescheuert aus.  

46.
Anstoß. Sonst nichts. Zeit, mal dem Fußball zu danken. Wir machen es wie Kalle Rummenigge und leihen uns ein Gedicht aus dem Internet. Google-Suche »Gedicht« für zu jenem: »ich danke dir das du immer bei mir warst ich dank dir dass du immer zu mir hällst ich danke dir das du mein Engel bist..Mit dir ist alles wie in einem märchenland. ohne dich ist hier und dort für mich die hölle...« (Orthographisch knapp daneben, in der Aussage treffsicher wie Miroslav Klose anno 2002).  

48.
Neben dem Telekom »T« irrlichtern noch einige weißen Männchen umher. Gieselmann hat Sorge. Doch da ist schon der Platzanweiser und erklärt den Männchen ihre Position. Es ist fast wie bei »Malen nach Zahlen«. Oder Eckenrechnen.  

50.
Badstuber versucht sich nun häufiger an Experimenten (Flanken). Die Formel stimmt, das Ergebnis allerdings wirkt wie ne Reagenzglasmixtur aus Schwefel, Zink und Brotkrumen.   

52.
Arango schießt aus 24 Metern aufs Tor. »Sein fünfter Schuss«, rechnet Mathematik-Fossil Marcel Reif. »Butts 87. Parade«, kontert Gieselmann und macht Striche auf seiner Strichliste und legt sie in sein Büchlein, auf das er »Geheim« geschrieben hat.  

54.
Das Spiel verliert momentan an Fahrt. Wir nähern uns Aki Kaurismäkis Entdeckung der Langsamkeit an. Gleich läuft das Spiel rückwärts.  

57.
»Und am Ende das große Nichts«, jopiheestert Marcel Reif. Ernüchternd. Wir glaubten an das Paradies.   

59.
Bock verlässt den Raum. »Ich komme gleich mit einer sehr interessanten Frage zurück«, droht er. Und da ist er schon wieder. »Wie ist denn jetzt deine Frage?«, frage ich. »Was für ne Frage?«, fragt er. War das jetzt die interessante Frage? Flaschendrehen für Dangerfreaks.  

60.
Bayern am Ball. Aber was heißt das schon, in Zeiten wie diesen?  

62. 
»Das ist Bundesliga, Freunde!«, reklamiert Reif. Stimmt. Bis auf den Teil mit »Freunde«.  

64.
Freistoß München nach Foul von Marx an Robben. Das war's dann aber auch schon. Und was macht Ihr an Silvester?   

65.
»Furchtbar kalter Apparatschik-Fußball«, friert Reif. Sammer strickt ihm einen Schal. In Lila.  

66.
Übrigens: Bayern in Rot. »Erröten macht die Hässlichen so schön«, sagte Lessing. Stimmte bis heute.  

69.
Friend hackt van Buyten unter die Grasnarbe. Der muss raus. Unschöne Szene. »Das war dick Rot«, so Reif. Könnte auch Breno meinen, der sich offenbar auf der Bank so einiges angemampft hat.   

72.
Breno ist ein echter Brecher. Seine Anziehungskraft ist so stark, dass der Ball sein Flugverhalten ändert, sobald er in seiner Nähe ist. Hoffentlich vergeht durch seine Einwechslung auch die Zeit schneller. Wir rufen mal schnell bei Stephen Hawking an.   

75.
TOOOOR. Bayern, Badstuber, Jubel, Badstuber, der plötzlich aussieht wie Tarnat als 12-Jähriger. TOOOOR. Ächz. Die Bestie schlägt wieder mit Riesentatzen zu. Für die Notizbücher: Freistoß von halbrechts, am Strafraum, Ball wird lang, länger, nicht mal mehr mit 3928 Geodreiecken nachzumessen. Längster Ball seit Erfindung des Balles. Landet im langen Eck.   

77.
Fußball ist fies.   

78.
Nun also wieder »mia san mir«, oder wie das heißt. Bayern-Ultra Fabian Jonas deliriert in der Jubeltraube mit seinen acht Alter-Egos.  

80.
Die Schickeria-Roboter haben endlich wieder ein richtigen Grund, die Flaggen zu schwenken. Es sieht aus wie bei der Faschingsparty der achtjährigen Schwester, eingequetscht zwischen der dicken Tante und nem Typen, von dem niemand weiß, wer er eigentlich ist. Batman?  

82.
Marcel Reif rechnet wieder: »Acht Minuten noch.« Acht Minuten, genug Zeit für Arango, um noch weitere siebzehn Schüsse aufs Tor abzufeuern. Und Zeit genug für Breno, noch weitere drei Big Macs (to go) zu verputzen.  

84.
Nun schaltet sich auch van Bommel ins Spiel ein, schießt sogar mal aufs Tor. Ungefährlicher waren nur Monchichis.   

87.
Gomez hebt im Strafraum höher ab als Sergeij Bubka. Will dafür einen Elfmeter. Albern wie bayrischer Dialekt.  

89.
Drei Minuten werden nachgespielt. Brouwers im Fünfmeterraum der Bayern, rammt Butt den Ellbogen in die Hüfte. Beschwert sich. Breno nascht derweil an der Sachertorte.  

90. +2
Neuville mittlerweile im Spiel. Feiert seinen 47. Geburtstag nach.93.
Und Schluss! Ein Mann wird zum Helden, der einen Namen trägt, mit dem man eigentlich kein Held werden kann. Aber das hat ja auch schon Schwarzenegger geschafft. Marcel Reif zieht quakend die Bilanz der Bayern-Hinserie bis hierhin: »Okeee! Okeee! Okeee! Okeee!« »Oh, du wunderschöner FC Beee«, reimt der aus seinen eigenen Ruinen auferstandende Kollege Jonas. Ansichtssache. Wir tickern jetzt durch bis zur WM. Zuerst: Anthony Yeboah geht Brötchen holen. Live aus Accra, Ghana. Stay tuned.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nichts akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!